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10 März 2014 // 08:53

Content Marketing Conference 2014 Recap: 5 Take-aways

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CMC4_070-1Am 5. und 6. März fand bei wunderbarem Wetter die vierte Ausgabe der Content Marketing Conference (CMC) statt. In den letzten Jahren sind ja dem Thema und damit auch der Konferenz Flügel gewachsen: 2011 versammelten sich gut 100 Teilnehmer im überschaubare Carlswerk, in diesem Jahr zog es knapp 400 Content Marketeers in die Kölner Wolkenburg. Hier einige Häppchen Resümee. 

Content is King, Context is Queen.

Returning from #ContentMC - quick wrap up. While everyone agreed that content is king, we had several queens in the race - distribution, da…

— Kerstin Purucker (@Rosie_Pu) March 6, 2014

   
Data is Queen. Distribution is Queen. Persona is God. Ohne Storytelling geht’s nicht. Man braucht nicht unbedingt eine Geschichte. Baut eigene Blogs. Nutzt fremde Reichweite. Nutzer sind digital. Print erlebt eine Renaissance. – Viele Referenten propagierten einen Königsweg. Als Zuhörer nehme ich mit: Den gibt’s nicht! Bei den Content-Formaten nicht, bei den Kanälen nicht. Alles funktioniert nur im Kontext. Siemens baut einen Brand-Newsroom, andere haben es gerade mal bis zu einem Redaktionsplan via Excel geschafft. Die item Industrietechnik GmbH setzt auf Erklärfilme via YouTube, die HypovereinsBank kreiert eine FC Bayern-Sparkarte. Es gibt nicht DIE Content Strategie, Hauptsache man hat eine.

Bitte kein Wasser predigen und Wein trinken

  

Dem Kartoffelgratin fehlte das Salz, die Crème brûlée war ganz passabel, der Lachs hervorragend. Ebenso wie beim Catering gab es auch bei den Vorträgen Ausschläge auf dem Qualitätsbarometer. Manche Referenten demonstrierten live, dass sie den vielbeschriebenen Perspektivwechsel (Weg von Ich-Botschaften hin zu der Frage „Was sind eigentlich die Interessen meiner Kunden“) noch nicht verinnerlicht haben.  Ganz richtig fordert deshalb Barbara Ward in ihrem Nachbericht zur CMC „Haltung, bitte!“ 

Content Marketeers auf dem Weg ins Neuland.

 
"Neuer Schuh vs. alter Wein" war die Podiumsdiskussion betitelt, bei der Dr. Andreas Siefke, (Geschäftsführer von KircherBurkhardt), Daniel Repp (Marketingleiter der Schwenninger Krankenkasse), Eduard Klein (Leiter von content-marketing.com) und Ralf Lülsdorf (Leiter des Internationalen Musikmarketings der Deutsche Telekom) moderiert von Dr. Dominik Matyka (Geschäftsführer von plista) aufeinandertrafen.  Fazit, natürlich: Content Marketing ist alter Wein im neuen Schuh. Schon die Bibel war sehr erfolgreiches Content Marketing, wie Siefke anführte. Aber die Nutzer wollen heute halt digital, wie Eduard Klein feststellte. Nicht Umsonst gibt’s KircherBurkhardts  Porsche-Kundenmagazin „Christophorus“, das seit 60 Jahren Geschichten auf Papier erzählt, jetzt eben auch als iPad-App. 

Wir lernen: Content fürs Marketing zu nutzen, ist ein alter Hut. Vergleichsweise neu ist das Web – und der damit einhergehende Wandel der Medienlandschaft. Denn das Web hat das Publizieren von Inhalten stark vereinfacht. Die Folge: Alle machen es. Verlage sowieso, viele Unternehmen sowieso, doch jetzt eben auch die (Unternehmen, Experten und Privatpersonen), die es bis dato nicht gemacht haben. Das hat meiner Meinung nach drei beachtenswerte Auswirkungen.

  1. Die Spielregeln haben sich verändert.
  2. Neue Spielregeln erfordern neue Strategien.

  3. Das Spielfeld ist größer geworden. Neuland also! Und um das Neuland erfolgreich zu erschließen, sind Fertigkeiten unterschiedlichster Disziplinen gefragt – die der Digital Pioneers, SEOs, Blogger und Web-Entrepreneure ebenso wie die der Print-Veteranen, PRler oder der klassischen Marketeers.

Hier sollte man offen für die Denkweisen, Meinungen und Kompetenzen der jeweils anderen sein – und sich nicht wie auf der CMC-Podiumsdiskussion in Buzzword-Befindlichkeiten verlieren (so jedenfalls mein subjektiver Eindruck!). Den Blick über den Tellerrand demonstrierte zumindest Boris Schärf (Gründer und Geschäftsführer der Contented Technologies GmbH) in seinem charmant gewienerten Vortrag „20 Jahre Onlinewerbung - wo bleibt die Innovation?“. „Man muss manchmal auf die Printler schauen, die sind oft um einiges schlauer, weil die ihr Produkt über Jahrzehnte entwickelt haben. Nur oft sind die nicht schlau genug, das auf online zu übersetzen.“ 

Einfach mal den Tiger fragen

 
Dirk Huefnagels (Leiter Corporate Business Marketing der HypovereinsBank) sprach über das Sponsoring seiner Bank beim FC Bayern. Das funktioniert so: „Alte Produkte wie das Girokonto, das Sparkonto und die Kreditkarte wurden mit FC Bayern gebrandet. Für jedes Tor, das der FC Bayern schießt, steigt der Zinssatz der Konten. Wenn alle drei Produkte gekauft werden, erhält man ein Trikot mit Originalunterschrift von David Alaba.“, wie Melanie Strasser hier zusammenfast. Eine schöne Anekdote am Rande. Bei der Auswahl eines Testimonials verließ man sich nicht auf Google Trends, Big Data und Co. – sondern man fragte einfach mal bei Bayern Co-Trainer Hermann „Tiger“ Gerland nach, wer denn der kommende Star des FCB werden würde. Der konnte Huefnagels dann direkt mal stecken, dass David Alaba (damals noch bei Hoffenheim) der nächste Stern des Südens wird – und damit das perfekte Testimonial. Warum mir diese kleine Story so gut gefällt? Weil oftmals das Naheliegende übersehen und oft viel zu sehr auf quantitative Methoden vertraut wird. Einfach mal den Kunden fragen – auf die Idee kommen die wenigsten. Erinnert mich an diesen sehr schönen Artikel aus der aktuellen Brand Eins. Vorsicht – Print!

Best Cases

 
Fazit? War man die letzten Jahre bereits auf der CMC und beschäftigt man sich täglich mit Themen rund ums Content Marketing, bot einem die Content Marketing Conference 4.0 im großen und ganzen nicht viel Neues, im kleinen und speziellen aber durchaus spannende Einblicke. Die Highlights aus meiner Sicht: Judith Wilhelm (Leiterin Online Kommunikation der Volkswagen AG), die am Beispiel von "Das Auto. Magazin" zeigte, wie man mit Strategie ein modulares Content Marketing-Konzept auf verschiedensten Kanälen international ausrollt – und sich dabei an den Nutzern im jeweiligen Kulturkreis orientiert. Dann Maik Rico y Gomez (Geschäftsführer von Park7), der in seinem Vortrag „B2B Leadgenerierung: Wie kluges Content Marketing die Wertschöpfung steigert“ klarmachte, dass mit der Einführung von Content Marketing-Strategien Change-Prozesse beim Kunden in Gang gesetzt werden, die gemanagt werden müssen. Und schließlich Gastgeber René Kühn (Geschäftsführer Contilla GmbH) der nicht nur mit einer Runde Quiz Duell auflockerte, sondern vor allem auch mal anhand konkreter Zahlen zeigte, dass Interaktion beim Nutzer ankommt.

Themen: Content Marketing

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