62 Prozent aller Unternehmen überlassen das gesamte Digitalmarketing oder Teile davon einer Agentur. Darunter fällt unter anderem auch die Betreuung der Social-Media-Kanäle. Da es hier um die unmittelbare Pflege der Kundenbeziehungen geht, ist dieser Bereich des digitalen Marketing besonders heikel und fordert Kompetenznachweise von der jeweiligen Agentur.

Die eigene Social-Media-Präsenz sollte da der beste Beleg sein, weist aber häufig Schwächen auf, wie der Social-Media-Dienstleister webZunder herausfand: Viele Agenturen setzen ausschließlich auf die alten, bekannten Netzwerke, posten zu selten oder verfügen nicht über das vorgeschriebene Impressum. Wie es stattdessen richtig geht, zeigen die folgenden fünf Beispiele.

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Das macht einen gelungenen Social-Media-Auftritt aus

Für Agenturen ist die adäquate Pflege der eigenen Social-Media-Kanäle nicht einfach. Es ist paradox: Häufig sind die Präsenzen der Kunden vorbildlich betreut, während die eigenen Profile vernachlässigt werden. Oft fehlt schlicht die Zeit oder der klassische Marketing Manager, der sich um das agentureigene Marketing kümmert. Hinzukommt, dass je nach Kompetenzschwerpunkt die eigene Arbeit nur schwer in sozialen Medien darstellbar ist: Während sich ein TV-Spot oder eine Video-Kampagne leicht integrieren lässt, gilt das für SEO-Texte oder Webdesign eher weniger.

Nichtsdestotrotz sollten (insbesondere Digital-)Agenturen in sozialen Medien präsent sein und angemessen auftreten. Dazu sollten verschiedene quantitative wie qualitative Faktoren erfüllt werden:

Quantitativ:

  • regelmäßige Beiträge
  • ein vollständiges Profil
  • verschiedene bespielte Plattformen (allerdings nicht wahllos und nicht so viele, dass sie jeweils nicht mehr ausreichend betreut werden können)
  • Anpassung der Formate an das jeweilige Netzwerk (Bildsprache bei Instagram, kurze, prägnante Nachrichten bei Twitter etc.)

Qualitativ:

  • abwechslungsreiche Inhalte
  • Unterhaltungspotenzial
  • Humor
  • Anpassung der Inhalte an die Plattform (seriöser, business-bezogener Content für LinkedIn und Xing, Unterhaltung und Spaß bei Snapchat usw.)

 

Diese Agenturen zeigen, wie es geht

Mark Lotse

Die Agentur Mark Lotse aus Landau in der Pfalz zählt neben Inbound- und Content-Marketing auch Social-Media-Marketing zu ihren Services – und zeigt selbst, dass sie die Materie beherrscht. Die Beitragsfrequenz ist sehr hoch: Teilweise mehrere Posts am Tag werden vom Team auf Facebook, Twitter und Instagram veröffentlicht. Der Content ist dabei auch noch äußerst abwechslungsreich. Erklärvideos und Verweise auf informative Blogartikel werden hier genauso geteilt wie persönlichere Einblicke in den Agenturalltag. Hilfreiche Checklisten zu unterschiedlichen Themen bieten den Followern einen Mehrwert und sorgen dafür, dass nicht nur die Selbstdarstellung im Vordergrund steht.

Take Off PR

Auch die Inbound-Marketing-Agentur Take Off PR aus Wien schafft eine hohe Veröffentlichungsfrequenz, so werden auf Twitter mehrere Tweets täglich abgesetzt. Und auch im Newsfeed der Facebook-Follower taucht die Agentur regelmäßig auf. Dabei nimmt sie sich selbst und ihre eigenen Arbeiten stark zurück. Im Mittelpunkt steht der Mehrwert für die Nutzer. Dementsprechend werden vor allem informative Blogbeiträge oder Artikel von anderen Websites geteilt. Auf Facebook werden die Follower besonders einbezogen, denn hier veröffentlicht Take Off PR auch Stellenausschreibungen oder Einladungen zu Webinaren und anderen Veranstaltungen.

TWT Digital Group

Die digitale Full-Service-Agentur aus Düsseldorf ist auf insgesamt zehn Plattformen aktiv. Neben den Klassikern wie Facebook und Twitter ist sie also auch in exotischeren Netzwerken wie Pinterest oder Flipboard vertreten. Sogar auf das eigene Profil der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu wird selbstbewusst verwiesen. Trotz dieser Vielfalt der bespielten Kanäle postet TWT regelmäßig und kreiert differenzierten Content. Während sich auf Pinterest vielfältige Infografiken finden, werden auf Facebook Events, Blogartikel und informative Berichte Dritter geteilt. Auf Instagram bekommen Follower einen Eindruck vom Arbeitsalltag in der Agentur und lernen die Gesichter hinter den Projekten kennen.

Dieses starke Engagement wurde von webZunder in der bereits zitierten Studie belohnt: TWT gehört zu den TOP 3 Agenturen Deutschlands in Sachen Social-Media-Präsenz.

DOJO

Die provokant-alternative Werbeagentur aus Berlin setzt in ihrem eigenen Marketing vor allem auf Satire – und auf YouTube. Ihre Persiflage des vielfach belächelten Sanifair-Spots wurde schon 2015 zum viralen Hit. Auch die Eigen-Promo „Adboys 4 Life“ anlässlich des ADC-Festivals war ein voller Erfolg. Zusätzlich ist DOJO auf Twitter, Facebook und Instagram vertreten. Insbesondere bei Facebook nehmen sie dabei gerne Branchen-Klischees aufs Korn, indem Bewerbungsaufrufe mit Stockfotos inklusive Shutterstock-Wasserzeichen versehen werden.

Gleichzeitig kommt aber auch die Präsentation der eigenen Arbeit nicht zu kurz. Auf Twitter werden beispielsweise fast ausschließlich agenturbezogene Neuigkeiten getweetet, bei Instagram ist der Link zur aktuellen Fallstudie in der Bio eingebettet. Wie die meisten Agenturen teilt DOJO auf dieser Plattform vor allem den Arbeitsalltag, schon der Kanalname @dojoruinedmylife zeigt aber, dass sie sich hier nicht übermäßig ernst nehmen.

 

contentsquare

Dass es nicht immer die ganz große Plattformoffensive sein muss, beweist contentsquare aus Köln, eine Agentur mit Inbound- und Content-Schwerpunkt. Denn gerade für kleinere Agenturen ist es oft nicht umsetzbar, in drei, vier oder noch mehr Netzwerken gleichzeitig aktiv zu sein. Dann gilt grundsätzlich die Devise: Lieber ein Social-Media-Profil angemessen pflegen, als mehrere halbherzig verwalten. contentsquare konzentriert sich auf Instagram.

Hier können die Follower vor allem das Team sowie den Alltag in der Agentur kennenlernen. Dazu wurden verschiedene Formate festgelegt, die für Abwechslung sorgen: internationale Thementage werden aufgegriffen oder die einzelnen Mitarbeiter stellen sich mit einer kleinen Biographie vor. Dass Content-Marketing auch gehörig schiefgehen kann, zeigen die „Contentperlen“ – Fundstücke aus dem World Wide Web, die Leser mit fragwürdigen Google-Übersetzungen und kuriosen Formulierungen zum Schmunzeln bringen.

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Ursprünglich veröffentlicht am 26. Juli 2018, aktualisiert am 09. August 2018

Themen:

Marketing für Agenturen