Ein Content Management System ohne Datenbank? Ist möglich und bietet viele Vorteile. Allerdings kann es schwer werden, bei der Vielzahl der Anbieter noch den Überblick zu behalten. Wir haben deshalb 22 Systeme verglichen: Erfahren Sie, welches zu Ihrer geplanten Webseite passt.

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Was ist ein CMS?

Ein Content-Management-System (kurz CMS) ist eine Software zur Erstellung, Bearbeitung, Verwaltung und Darstellung digitaler Inhalte. Diese finden für Webseiten, aber auch für andere Medienformate Verwendung.

Wenn von dem Begriff CMS die Rede ist, sind meistens WCMS (Web Content Management Systeme) gemeint. Diese dienen der Erstellung beziehungsweise Pflege von Webseiten. Ein bekanntes Beispiel dafür ist WordPress.

Solche Systeme haben einen großen Vorteil: Um sie zu bedienen, sind in der Regel kaum Programmierkenntnisse nötig, da sie meistens über eine grafische Nutzeroberfläche verfügen.

Ein einfaches CMS ohne Datenbank? Dadurch zeichnen sich Flat File CMS aus

Für das Speichern der Daten Ihrer Webseite wird meist eine Datenbank oder eine Cloud verwendet – das muss aber nicht der Fall sein. Denn eine besondere Gruppe von Content-Management-Systemen, die sogenannten Flat File CMS, zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Inhalte nicht in einer Datenbank, sondern über einfache Dateien auf dem Server speichern.

Durch sie lassen sich Webseiten schnell, einfach und vor allem mit minimalem Speicherplatz erstellen. Aber es gibt noch weitere Gründe, aus denen sich viele Webseitenbetreiber für ein CMS ohne Datenbank entscheiden.

Vorteile von Flat File CMS

Content-Management-Systeme ohne Datenbank sind schlank und bestechen durch ihre simple Handhabung. Und auf den zweiten Blick eröffnet die fehlende Datenbank noch weitere Vorteile:

  • Da Inhalte in einfachen Dateien und ohne Datenbank auf einem Server abgespeichert sind, sind Flat File CMS tendenziell sicherer.

  • Content-Management-Systeme ohne Datenbank benötigen weniger Speicher – meist nur wenige MB.

  • Umzüge der Webseite, Live-Gänge oder Backups sind schnell und einfach via Copy & Paste erledigt.

  • File-basierte Systeme haben gerade bei kleineren Webseitem eine gute Performance (was unter anderem die Geschwindigkeit der Webseite betrifft) und sind unkompliziert in der Entwicklung.

Klar ist aber auch: Durch die fehlende Datenbank haben Flat File CMS ihre Grenzen. So bieten sie meist nur wenige fertige Themes, Plugins und Erweiterungen. Das kann im Nachhinein einen höheren Aufwand in der Entwicklung bedeuten, wenn Sie zusätzliche Funktionen realisieren möchten – also genau den gegenteiligen Effekt dessen erzielen, was Sie eigentlich mit dem Flat File CMS erreichen wollten.

Da die Systeme aber nicht alle über einen Kamm geschert werden können, lohnt es sich, die verschiedenen Flat File CMS einmal genauer zu betrachten.

Die wichtigsten Flat File CMS im Vergleich

Es gibt eine Vielzahl guter Flat-File-Systeme und noch mehr Unterschiede zwischen ihnen. Dabei den Durchblick zu behalten, kann schwer sein. Mit dem folgenden Vergleich sollten Sie einen besseren Überblick bekommen und eine fundierte Entscheidung treffen können.

Kirby

Als einer der Pioniere unter den Flat File CMS ist Kirby bereits 2009 entstanden; seitdem wird die Software fortlaufend weiterentwickelt. Das letzte größere Update erfolgte im Januar 2019 auf Kirby 3. Trotz der ständigen Erneuerungen zeichnet sich Kirby durch eine schlanke, elegante und nutzerfreundliche Bedienung aus.

Einziges Manko: Theme und System sind eng verwoben, was einen Theme-Wechsel per Knopfdruck wie bei manch anderem Anbieter unmöglich macht. Die Nutzung von Kirby kostet einmalig 99 Euro.

Statamic

Statamic richtet sich vor allem an professionelle Dienstleister wie Freelancer und Agenturen. Die Nutzung des vergleichsweise teuren CMS kostet in der Pro-Variante 259 US-Dollar. Dass sich unter den Kunden auch Spiegel Online befindet, deutet bereits darauf hin, dass sich das System durch einen großen Funktionsumfang auszeichnet.

Dazu gehören ein Multi-Language-Support, Drag&Drop-Pages, Fieldset Builder oder Form-Builder für öffentliche Formulare. Derzeit arbeitet Statamic an der Version 3 der Software, ein Update dürfte also bald folgen. Statamic bietet zudem eine kostenlose Variante für die Solo-Nutzung an.

Grav

Die Open-Source-Software Grav ist der wichtigste Konkurrent von Statamic und Kirby. Zwar ist sie nicht so schnell in der Weiterentwicklung, bietet dafür aber besonders viele Themes, Plugins und Features. Herausstechend ist das Konzept modularer Seiten, die sich aus mehreren Modulen beziehungsweise Unterseiten zusammensetzen. Möglich sind dadurch auch komplexe One-Pager.

Das System eignet sich damit eher für erfahrene Nutzer und professionelle Entwickler, die mit der Komplexität und Flexibilität des Systems klarkommen.

Bludit

Die Open-Source-Software Bludit zeigt sich als Alternative zum größeren Grav. Sie ist einfach aber flexibel und bietet eine API – also eine Schnittstelle für andere Systeme – an. Die Software zeichnet sich durch die besonders simple Installation und Handhabung aus, wofür Nutzer aber auf eine umfangreiche Auswahl an Themes und Plugins verzichten müssen.

Besonders für kleinere Projekte dürfte Bludit deshalb interessant sein.

Typemill

Typemill ist ein einfaches Flat-File-CMS, mit dem vor allem Seiten realisiert werden können, die sich auf Textinhalte konzentrieren. Spezielle Designs - gerade zu Marketing-Zwecken - lassen sich damit weniger gut umsetzen. Der Block-basierte Editor eignet sich aber für alle Nutzer, die beispielsweise Fachseiten, Handbücher, Dokumentationen oder andere textliche Inhalte mit wenig Aufwand umsetzen wollen.

Auch Typemill ist als Open-Source-Software kostenlos.

Automad

Die Open-Source-Software Automad wurde 2013 entwickelt und ist 2018 mit einer neuen, modernen Version an den Start gegangen. Seitdem erfolgen schrittweise Neuerungen am System. Als eines der wenigen CMS ohne Datenbank bietet Automad einen Inpage-Editing-Mode an, was kleinere Änderungen an der Seite vereinfacht.

Ebenfalls hilfreich: Sowohl bei Automad selbst als auch im Netz lassen sich viele Tutorials für Einführungen und Tipps in das System finden.

FlexType

FlexType ist als System besonders durch seine API-Orientierung bekannt. Das macht es aber gleichzeitig schwierig für Personen, die sich noch nicht oder erst wenig mit IT auskennen. Die Open-Source-Software arbeitet mit einem klassischem HTML-Editor und bei Konfigurationen mit YAML, womit sich zahlreiche Custom Fields für Inhalte einrichten lassen.

Als System ist es vor allem für Nutzer interessant, die ausreichend Erfahrung besitzen und verschiedene Schnittstellen benötigen.

Pico

Das sogenannte Micro-CMS Pico zeigt sich in dieser Hinsicht ganz anders: Es ist besonders schlank, bietet aber nicht übermäßig viele Features an. Die Open-Source-Software ist das richtige System für alle, die es simpel mögen und seine Unabhängigkeit von Frameworks oder anderen Bibliotheken zu schätzen wissen.

Aufgrund der jungen und kleinen Community kann es aber manchmal schwierig werden, schnelle Unterstützung bei Problemen zu bekommen. Durch die simple Handhabung sollte es aber nicht allzu oft dazu kommen.

Yellow

Das schwedische Open-Source-CMS Yellow sticht durch die besondere Art und Weise heraus, wie Autoren ihre Seiten bearbeiten können: Im System loggen sie sich ein und bearbeiten die Homepage dann direkt über einen einfachen Markdown-Editor.

Das von nur einer Person entwickelte und seitdem stetig weiterentwickelte System ist eine gute Lösung für kleinere Webauftritte.

BatFlat

BatFlat bietet zwar nicht besonders viele Features, dafür ist mit der Software eine besonders schnelle Einrichtung von Webseiten möglich. Dabei trumpft das System vor allem mit Benutzerfreundlichkeit auf, indem es auf alles verzichtet, das unnötigen Ballast und überflüssige Komplexität bedeuten könnte. Sofern die Webseite kommerziell gebraucht wird, kostet eine Lizenz 29 Dollar.

Bei einer Nutzung im privaten Bereich oder für Non-Profit-Organisationen ist die Nutzung gratis.

GetSimple

Wie der Name der kostenlosen Open-Source-Software schon vermuten lässt, möchte das System GetSimple eine besonders leichte Installation und Handhabung bieten. Darauf wirkt auch die Dokumentation hin, die mit vielen hilfreichen Tipps bereitgestellt wird. Alle nötigen Funktionen sind mit der schlanken Software geboten, mehr aber nicht.

Wenn es doch mehr Features sein sollen, kann die Software durch Plugins aber nach Belieben erweitert werden.

razorCMS

Unter anderem durch den In-Page-Editor ist razorCMS einfach bedienbar und eignet sich damit besonders für unerfahrene Nutzer. Hilfreich für den Einstieg ist auch, dass die Foren mit einer seit der Entstehung des Systems gewachsenen Community dabei helfen, Probleme zu lösen und Tipps zu erhalten.

Weil die gebotenen Features, Layouts und Themes aber überschaubar sind, lassen sich mit razorCMS vor allem kleinere Webseiten erstellen. Der Download ist gratis.

Jekyll

Jekyll zeichnet sich durch seine Simplizität aus und bietet eine gute Performance. Eine einfache Entwicklung ist durch den minimalistischen Code möglich, der auf die wichtigsten Funktionen reduziert ist. Gerade deswegen dürften sich Neulinge aber etwas schwerer damit tun, in das System einzusteigen.

Entwickler dürften jedoch in der Regel gut klarkommen und das aufgeräumte Programm schätzen.

HTMLy

Alles an dieser Open-Source-Plattform ist mit dem Ziel entwickelt worden, dass es der Simplizität und Geschwindigkeit zugute kommt – und das merkt man auch. Das System lässt sich einfach einrichten und verwalten, die Funktionen sind intuitiv bedienbar. Das Manko: Auf umfangreiche Funktionen müssen Nutzer verzichten, außerdem wurde die Software seit 2017 nicht mehr weiterentwickelt.

Beginner, die sich lediglich einen Blog oder eine andere simple Webseite einrichten möchten, dürften mit HTMLy aber zufrieden sein.

WonderCMS

WonderCMS bietet sich als Alternative an, die ebenfalls durch Nutzerfreundlichkeit besticht. Schnell installiert, können Nutzer sich die Webseite über ein Drop-Down-Menu zusammenstellen. Insgesamt ist WonderCMS ein sehr simples Open-Source-CMS, mit dem sich schnell und ohne viel Aufwand eine Webseite erstellen lässt.

Dementsprechend sind die Funktionen und Features aber auch begrenzt.

Typesetter

Aufwändigere und vielfältigere Seiten können Nutzer mit Typesetter erstellen. Die Software erinnert durch ihren großen Funktionsumfang an WordPress: Plugins, Template, WYSIWYG und Mehrsprachigkeit sind nur ein paar der Features, die das System bietet. Allerdings ist, auch wenn kaum technische Vorkenntnisse erforderlich sind, etwas Beschäftigung mit dem System nötig, bis der ganze Umfang erfasst ist.

Somit bietet sich Typesetter vor allem für größere Projekte an.

Pagekit

Das Flat File CMS des Theme-Anbieters YOOtheme ist für die schnelle Entwicklung einer simplen Webseite ausgelegt. Besonders gut funktioniert das Bild-Management. Seit 2017 erlebte Pagekit aber keine wesentlichen Weiterentwicklungen. Unter anderem deshalb gibt es nur wenige Themes und Extensions.

Für Autoren, die ein auf das Wesentliche reduziertes Dashboard zu schätzen wissen, dürfte das Open-Source-CMS dennoch geeignet sein.

Dropplets

Dropplets ist ein CMS für einfache Blogs, das nach einer schnellen Installation auf jedem Server läuft. Nutzer können die Seiteneinstellungen über eine Administratorenseite verwalten. Den Content müssen sie allerdings im Markdown-Format bearbeiten, woraufhin die Inhalte per Mausklick auf den Server gezogen werden können.

Dropplets beinhaltet ein Gratis-Template, alle weiteren können im Dashboard gekauft werden. Web-Designer können alternativ in PHP ein eigenes Theme erstellen.

gpEasy

Das Open-Source-System gpEasy besticht durch besonders viele Funktionen und bietet mehr Themes und Plugins als die meisten anderen CMS ohne Datenbank. Trotzdem schafft es die Software, die Installation und die Verwaltung relativ benutzerfreundlich zu gestalten.

So ist die Erstellung und Bearbeitung von Inhalten durch den WYSIWYG-Editor relativ einfach und Medien wie Bilder oder PDFs sind durch den File Manager leicht zu verwalten.

Nibbleblog

Aufgrund der Ein-Schritt-Installation können Autoren bei dem Gratis-CMS Nibbleblog schnell mit der Erstellung und Bearbeitung ihrer Seite starten. Und auch sonst ist alles sehr simpel gehalten: Bilder, Videos und Texte können schnell eingepflegt werden. Dafür sind die Themes und Möglichkeiten begrenzt.

Alles in allem bietet Nibbleblog nichts Ausgefallenes, ist aber vielleicht gerade deshalb für einfache Zwecke perfekt.

FlatPress

Ebenfalls frei zugänglich, begrenzt im Funktionsumfang, dafür aber noch simpler in der Handhabung, ist FlatPress. Alles, was für das minimalistische CMS benötigt wird, ist ein Texteditor. Das liegt daran, dass FlatPress seit 2006 die Philosophie verfolgt, ein besonders einfaches und stabiles CMS bereitzustellen. Das hat viele Vorteile, aber auch den Nachteil, dass kaum bis nie Updates erfolgten.

FlatPress eignet sich also vor allem für private Blogs oder ähnliche Seiten, die auf viele Extras verzichten.

Flot

Relativ simpel, aber mit einer größeren Auswahl in Sachen Themes zeigt sich Flot. Das System kann auch von Nutzern verwendet werden, die keine Erfahrung haben und ist so entwickelt, dass die Verwaltung der Webseiten-Inhalte jederzeit auf dem Smartphone oder Tablet möglich ist.

Schnelligkeit und Simplizität gehen jedoch etwas auf Kosten der Funktionen. Die Nutzung ist kostenlos.

Fazit: Auf Ihre Anforderungen kommt es an

Es gibt eine Vielzahl ausgereifter CMS, die auch ohne Datenbank leistungsstark sind. Für welches Sie sich letztlich entscheiden, kommt auf viele Faktoren an, die nicht vom System, sondern von Ihrem Arbeitsalltag abhängen: Wie viel Erfahrung haben Sie oder Ihr Team in der Entwicklung von Webseiten? Möchten Sie eine dynamische, stetig wachsende Homepage erstellen? Oder reicht vielleicht eines der ganz simplen Systeme für den ersten, privaten Blog?

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob sich ein CMS ohne Datenbank für Sie überhaupt lohnt oder ob Sie von funktionsreichen Alternativen wie WordPress profitieren möchten, die mit Datenbank funktionieren.

Als professioneller Dienstleister kann es sich außerdem lohnen, ein CRM zu etablieren, das verschiedene Unternehmensbereiche bündelt – wie es beispielsweise das Cloud-basierte HubSpot CRM tut, indem es Sales, Marketing sowie Content-Verwaltung zusammendenkt.

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Titelbild: PrettyVectors / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 11. Januar 2021, aktualisiert am Januar 11 2021

Themen:

CMS