Videos, so weit das Auge reicht: Wer sich derzeit auf Facebook umsieht, wird von Videos regelrecht überwältigt. Aus gutem Grund, denn immerhin haben Videobeiträge eine 135 Prozent größere organische Reichweite als Fotos, sind leichter zu konsumieren als Textbeiträge und werden gerne geteilt. Es gibt jedoch ein Format, das bisher von vielen Anbietern vernachlässigt wurde, jetzt aber zum Höhenflug ansetzt: Audio.

Facebook Live Audio: Ohne große Vorbereitung einfach aufnehmen können

Wie viel Potenzial in Audioformaten steckt, zeigt sich am Erfolg von Podcasts: „Fest und Flauschig“ von Jan Böhmermann und Olli Schulz ist der erfolgreichste deutschsprachige Podcast auf Spotify, mehrere Hunderttausend Menschen lauschen jede Woche dem Geplauder der beiden Entertainer. Aktuell hören rund 7,5 Millionen Deutsche regelmäßig Podcasts. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie einleuchtend – gegenüber Videos gibt es einige einschlägige Vorteile.

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Da wäre einerseits die Datenvolumen-Problematik von Videos: Um Videoclips zu streamen, benötigt man eine stabile Internetverbindung. Bei gedrosselter Surfgeschwindigkeit kann das ziemlich anstrengend werden, Podcasts hingegen lassen sich in der Regel selbst bei schlechter Internetverbindung streamen. Außerdem kann sich der Nutzer während des Hörens auch anderen Tätigkeiten widmen, schließlich muss er nicht zuschauen, sondern nur zuhören.

Das macht Podcasts vor allem für Vielbeschäftigte interessant: Auf dem Fahrrad, beim Autofahren oder beim Sport muss man trotzdem nicht auf Unterhaltung verzichten.

Für die Anbieter von Audioinhalten ergibt sich ein weiterer Vorteil im Gegensatz zum Video: Eine Tonaufnahme ist schnell gemacht und in nahezu jeder geräuscharmen Umgebung möglich. Weder muss der Gesprächspartner, noch die Location aufgehübscht werden – sieht ja niemand. Was zählt, ist allein der Ton. Facebook hat die fast unendlichen Möglichkeiten von Audioformaten auch für sich entdeckt und Facebook Live Audio eingeführt.

Audioformate: Wie Facebook Live, nur besser

Nutzer sollen so die Möglichkeit erhalten, ohne große Vorplanung live auf Sendung gehen zu können. Dieselbe Überlegung gab es bereits bei Facebook Live, in der Praxis hat das Ganze aber nur mäßig gut funktioniert. Schließlich benötigt es für eine Live-Video-Übertragung eine stabile Internetverbindung, damit Zuschauer nicht mit Übertragungsfehlern oder verpixelten Bildern zu kämpfen haben. Außerdem sollten die Akteure möglichst gut ausgeleuchtet sein und professionell aussehen. „Mal eben live senden“ funktioniert leider oft nur in der Theorie.

Mit Facebook Live Audio sind diese Probleme passé. Nach wie vor können Facebook-Nutzer bei Audioübertragungen Fragen und Reaktionen hinterlassen. Android-User dürfen sogar weiter hören, wenn das Smartphone gesperrt ist, iPhone-Besitzer können auf Facebook weitersurfen, während die Übertragung läuft.

Das sollten Broadcaster bei Facebook Live Audio beachten

Im Moment ist die Live-Audio-Funktion nur über die mobile Facebook-Version (Facebook- oder Seitenmanager-App) nutzbar. Wichtig ist die Auswahl eines Bildes für den Hintergrund: Ähnlich wie bei Covern von Hörbüchern wird dieses Bild permanent als Standbild angezeigt, während man live auf Sendung ist.

Wie das Beispiel von Lufthansa zeigt: Das Cover-Bild sollte zu Medium und Thema passend ausgewählt werden, aber trotzdem herausstechen, sodass Newsfeed-Scroller darauf aufmerksam werden. Ebenfalls der Steigerung der Aufmerksamkeit dient die Kurzbeschreibung, die man wie bei Live Video eingeben kann. Natürlich sollte auch bei Facebook Live Audio für eine stabile Internetverbindung gesorgt werden.

Das Facebook Live Audio wirklich überall funktioniert, beweisen die Eisbären, eine Eishockey-Mannschaft aus Berlin, mit ihrem „Eisbären Live-Radio“:

Warum das so gut funktioniert? Das „Live-Radio“ ist spontan, ungestellt und an ein Event – das jeweilige Spiel – geknüpft. Diese Kombination macht die Sendung vor allem bei alteingesessenen Fans, aber auch bei Hockey-Einsteigern beliebt und wird auch lange nach seiner Ausstrahlung noch gehört.

Welche Alternativen gibt es zu Facebook Live Audio?

Wie so oft hat Facebook auch in Sachen Audioinhalte das Zepter in der Hand. Eine echte Alternative zu Live Audio gibt es bisher nicht, auch hat kein anderes soziales Netzwerk ähnliche Features angekündigt. Interessant ist allerdings Anchor, das wie eine Audioversion von Snapchat funktioniert: Mit der App für Android und iOS kann man kurze Audioclips, „Waves“ genannt, produzieren und auf anderen Plattformen teilen – dann macht Anchor automatisch ein Video mit Standbild daraus.

Facebook Live Audio macht es Broadcastern sehr einfach, die Follower live mit ins Geschehen zu nehmen. Marketer sollten Zeit investieren, um sich in das neue Format hineinzudenken – es ist anzunehmen, dass es flächendeckende Verbreitung finden wird. Die Vorteile gegenüber Live Video und der anhaltende Podcast-Trend machen’s möglich.

Effektive Content-Strategien entwickeln

Ursprünglich veröffentlicht am 7. Mai 2018, aktualisiert am Mai 22 2018

Themen:

Facebook-Marketing