Was passiert, wenn man seinen eigenen Blog für eine Woche einfach mal an jemand anderen übergibt? Wir wissen es auch nicht, aber genau das möchten wir diesen Monat mit einigen Gastautoren herausfinden. Vor 2 Wochen hatten wir bereits unseren ersten Gast auf dem Blog: Eduard Klein. Ein Content Marketing Profi. Diese Woche freuen wir uns auf Inhalte von einem Content und SEO Experten: Olaf Kopp. 

Auch das Team von der Agentur "Aufgesang" versetzte sich in die Lage unserer Leser und erstellte den passenden Content. Wir sind sehr gespannt was uns erwartet und starten die Woche mit einem Interview mit Olaf Kopp.

Frage: Erzählen Sie uns ein wenig von Ihnen? Wer steht hinter der zweiten Guest-Editor-Week?

Mein Name ist Olaf Kopp. Ich bin geschäftsführender Gesellschafter der Aufgesang Inbound Online Marketing GbR und Gründer von SEM Deutschland. Ich bin begeisterter Suchmaschinen- und Content-Marketer und zertifizierter Adwords Professional. Zudem schreibe ich für diverse Fachmagazine (u.a. t3n, Inside Adwords Blog, Suchradar ...), engagiere mich als Speaker auf Konferenzen und leite AdWords- sowie Google Analytics-Seminare an der IHK Hannover. Anfang 2013 habe ich das E-Book "AdWords-Optimierung" veröffentlicht. Nach meinem BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und E-Business war ich bis 2009 als Marketing- und Online-Marketing-Manager in diversen Unternehmen tätig. Mit Social Media Marketing, Google AdWords und SEO beschäftige ich mich seit 2005. Seit Anfang 2012 steht Content- und Inbound-Marketing im Fokus meines Interesses.

Frage: Was bietet Ihre Agentur an? 

olaf-kopp

Aufgesang Inbound Online Marketing ist Teil der Aufgesang Agenturgruppe aus Hannover. Kernkompetenzen der Agentur sind Suchmaschinenwerbung, strategische Suchmaschinenoptimierung, Conversion-Optimierung und Web-Analyse. Zusammen mit der Schwesteragentur Aufgesang Public Relations werden in interdisziplinären Teams Inbound- und Content-Marketing Konzepte geplant und umgesetzt. Das über 20-köpfige Team der Agenturgruppe betreut aktuell insgesamt über 60 Shops, KMUs und Konzerne in PR und Online Marketing. 

Frage: Wo sehen Sie die Entwicklung und den Stand von Content Marketing in Deutschland? 

2013 wurde sehr viel über das Thema Content-Marketing gesprochen und geschrieben, aber ich habe noch nicht das Gefühl, dass das Thema flächendeckend in die Praxis umgesetzt und in den operativen Prozessen verinnerlicht wird. Viele Unternehmen sind vorsichtig und setzen lieber noch auf direkt skalierbare Methoden wie z.B. SEO, SEA oder Affiliate-Marketing. Content-Marketing wird derzeit noch als einzelnes Pilot-Projekt betrachtet und oft halbherzig durchgeführt.

Frage: Was für Herausforderungen sehen Sie für deutsche Marketer?

Man hat sich in den vergangenen Jahren sehr an die Skalierbarkeit von Performance Marketing Methoden gewöhnt und hat die Wichtigkeit den Aufbau einer Marke zu fördern gerade im KMU-Bereich vergessen oder vom Online-Marketing getrennt betrachtet. Jetzt müssen die Erfahrungen und Erkenntnisse, die man durch das Performance-Marketing und Web-Analyse gemacht hat mit dem Branding zusammengeführt werden. Das bedeutet auch die Kernkompetenzen Technik und Analyse mit Kreativität zusammenzuführen. Dabei gilt es auch verschiedene Menschentypen und Talente in integrativen Teams zusammenzuführen und mit ihnen Prozesse zu entwickeln.

Prozesse sind daher wichtig, weil man Content-Marketing fest in die Unternehmenskommunikation integrieren und als kontinuierliche Maßnahme sehen muss. Dafür bedarf es feste Workflows und einen (Redaktions-)Plan den abgestimmt auf die Unternehmensziele folgt. Zudem werden mehr Erfolgsstorys benötigt, die beweisen, dass Content-Marketing langfristig auch skalierbar und rentabel ist.

Frage: Wie wichtig wird Content Marketing in 2014 sein?

2014 werden noch mehr Unternehmen versuchen dieses „Content-Marketing“ auszuprobieren. Es wird hoffentlich einige Erfolgsstorys geben, die weitere Mediabudgets freischaufeln können. Ich denke 2014 kommt es darauf an, dass sich Unternehmen besonders in umkämpften Märkten frühzeitig für die Zukunft wapmen und als wertvolle Content-Quellen innerhalb ihrer Branchen positionieren. Ich denke Unternehmen in weniger umkämpften Märkten können sich noch etwas mehr Zeit lassen. Zudem wird es interessant zu beobachten wie die Verlage darauf reagieren. Schließlich dringen Unternehmen damit in ihr Hauptgeschäftsfeld vor und können sich zu einer ernsthaften Konkurrenz entwickeln. Von Kooperationen z.B. Joint Ventures bis zur Übernahme von kompletten Redaktionen durch Industrieunternehmen oder wie am aktuellen Beispiel von Burda der Aufkauf von kompletten Agenturen durch Verlage kann ich mir da alles vorstellen.

Frage: Was für gute Content Marketing Beispiele gibt es bereits? 

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Ich fand die Immonet Studie zur Wohnzufriedenheit aus dem Dezember 2013 sehr gelungen. Hier wurden starke emotionale Trigger wie Lokalpatriotismus bedient und kombiniert mit den Bedürfnissen der Zielgruppe nach Wohnqualität. Damit wurden mögliche Linkerati wie lokale Zeitungen abgesprochen und Menschen, die in den jeweiligen Städten wohnhaft waren zum Teilen animiert. Außerdem wurden zum einen sehr relevante Berichte und Backlinks aus Portalen mit sehr hoher regionaler Relevanz generiert, zum anderen hoher Social Buzz erzeugt. Dadurch konnten SEO- und Social-Media-Ziele in einer Aktion miteinander verknüpft werden.

Frage: Was können wir von Ihrer Guest-Editor-Week erwarten? 

Bei unserer „Content-Woche“ für Hubspot haben wir uns überlegt Top Down eine Story zu gestalten, die sich chronologisch am Inbound-Marketing Prozess orientiert. Zuerst gibt es einen groben allgemeinen Überblick über die Themen Inbound- und Content-Marketing. Die nachfolgende Beiträge bewegen sich beginnend bei der Themenfindung über die Content-Erstellung, das Seeding hin zur Verwertung des Traffics entlang des Inbound-Marketing-Prozess.

Frage: Welchen Tipp wollen Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Man sollte sich unbedingt bei der Planung des Contents intensiv mit den Zielen und den jeweiligen Zielgruppen auseinandersetzen. Damit beugt man Enttäuschungen nach der Content-Veröffentlichung als Folge von Nichtbeachtung vor.

Vielen Dank an Olaf Kopp und das "Aufgesang" Team!

Ursprünglich veröffentlicht am 21. Februar 2014, aktualisiert am 26. November 2018