Stockarchive bieten eine unzählige Auswahl an Bildern und Videos zu sämtlichen Themenbereichen und sind deshalb unter Marketern beliebt – zu Recht. Schließlich stellen sie eine vergleichsweise zeit- und kostengünstige Lösung dar, um den eigenen Content zu visualisieren. Leider geht die Auswahl in vielen Fällen total daneben. Wir zeigen Ihnen die größten No-Gos und erklären, worauf Sie beim Einsatz von Stock-Fotos achten sollten.

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Die Vor- und Nachteile von Stock-Fotos

Eine gute Webseite braucht Bebilderung. Fotos lockern lange Textpassagen auf, kreieren eine bestimmte Stimmung und vermitteln der Leserschaft auf einen Blick, worum es geht. Da es aber nicht nur zeit- und ressourcenintensiv ist, eigene Fotos bereitzustellen, sondern auch bestimmte Kenntnisse voraussetzt, sind Stock-Fotos für Marketing-Teams oft die praktische Alternative für aufwendige Foto-Eigenproduktionen.

Schließlich bieten Stockarchive eine riesige Auswahl an Bildmaterial, um Webseiten oder Dokumente zu verschönern und Ihre Botschaft zu visualisieren.

Allerdings hat diese Medaille eine Kehrseite: Die Darstellungen sind häufig abstrakt, unpersönlich und überspitzt, um möglichst vielen verschiedenen Produkten sowie Dienstleistungen gerecht zu werden. Authentizität bleibt (gerade bei sehr günstigen Fotoangeboten) da oft auf der Strecke. Zusätzlich laufen Sie bei der Nutzung von Stock-Fotos natürlich immer Gefahr, dass das identische Bild auch zum Bewerben anderer Produkte genutzt wird.

Das kann nicht nur zum Problem werden, da das Foto so schnell wahllos und unpassend wirkt. Wird ein und dasselbe Bild von einem Fast-Food-Restaurant und einem Fitness-Coach genutzt, wertet es nicht wie geplant Ihre Webseite oder den betreffenden Blogartikel auf, sondern erscheint Leserinnen und Leser unglaubwürdig.

Sechs Tipps für das richtige Stock-Foto

Deshalb haben wir im Folgenden sechs Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, häufige Fehler zu vermeiden und das optimale Stock-Foto für Ihre Zwecke zu wählen.

1. Die abgebildete Person sollte nicht unmittelbar in die Kamera schauen

Auf zahlreichen Stock-Fotos sind breit lächelnde Menschen abgebildet, die direkt in die Kamera schauen. Das führt allerdings dazu, dass das Foto unvermeidlich gestellt und unnatürlich wirkt. Wesentlich dynamischer dagegen scheinen Bilder, die wie Momentaufnahmen scheinen.

Dieses Foto wirkt nicht nur künstlich, sondern wurde auch noch in schlechter Qualität aufgenommen:

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Bildquelle: Getty Images

2. Das Foto sollte Personen darstellen, die in ihrer Position glaubwürdig scheinen

Häufig zeigen Stock-Fotos Menschen in ganz spezifischen Rollen: als Profi-Sportler, Geschäftsfrau oder Vertriebsmitarbeitender. Für gewöhnlich haben Betrachter bei diesen Charakteren ein konkretes Aussehen im Kopf. Wird das nicht getroffen, verliert das Bild jede Authentizität. Achten Sie also darauf, dass dem oder der Abgebildeten ihre oder seine Rolle abzunehmen ist.

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Bildquelle: Getty Images

3. Weniger Menschen sind mehr

Natürlich gibt es Szenarien, in denen große Gruppen realistisch sind, wie beispielsweise auf einer Konferenz. Vielfach wird durch das Abbilden von mehr als einer Person allerdings vorrangig versucht, künstlich eine positive Gemeinschaftsstimmung zu schaffen.

Falls eine vergleichbare reale Situation das nicht hergibt, sollte ein solches Stock-Foto aber unbedingt vermieden werden, da es schnell unauthentisch und überspitzt wirken kann.

Stock-Foto-unauthentisch und überspitztBildquelle: Getty Images

4. Das Foto muss zu Ihrer Zielgruppe passen

Selbst ein objektiv gelungenes Stock-Foto ist völlig ungeeignet für Ihre Webseite, wenn es nicht Ihre Buyer Persona widerspiegelt widerspiegelt. Behalten Sie immer im Hinterkopf: Eine gute Bebilderung lockert nicht nur lange Textpassagen auf, sondern hilft auch den Lesenden, sich in die geschilderte Situation einzufühlen. Ist auf dem Foto aber eine Person abgebildet, die nichts mit ihnen persönlich zu tun hat, schafft dies Distanz.

Stock-Foto-Suenden_4Bildquelle: Getty Images

5. Vorzugsweise keine Fotos von der ersten Ergebnisseite verwenden

In der Regel sind die Suchergebnisse auf Stock-Foto-Seiten nicht nach Bildqualität, sondern nach Beliebtheit geordnet. Das bedeutet: Die zuerst angezeigten Bilder sind keineswegs grundsätzlich besser, sehr wohl aber schon häufiger heruntergeladen worden. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Foto schon zahlreiche Male zur Bebilderung anderer Webseiten oder sogar Social Media Kanälen genutzt wurde – und so auf Ihrer Webseite eventuell nicht mehr authentisch sowie glaubwürdig wirken würde. Eine Rückwärts-Bildersuche bei Google ergibt hier schnell Aufschluss.

Stock-Foto-Suenden_5Bildquelle: Know Your Meme

6. Nicht vor Filtern zurückschrecken

Ein Foto zu finden, das alle fünf Kriterien erfüllt, kann unter Umständen gar nicht so leicht sein. Deshalb sollten Sie auch Bilder in Betracht ziehen, die nicht rundherum perfekt sind, sich aber mit wenigen Handgriffen enorm aufwerten lassen. Haben Sie beispielsweise das ideale Motiv gefunden, dessen Farben aber blass oder unnatürlich ausfallen, lässt sich das leicht mit einem Filter beheben.

Hierzu braucht es keine anspruchsvollen Bildbearbeitungs-Künste, viele Apps ermöglichen solch eine Funktion mit einem Knopfdruck. Zusätzlich können Sie einem sehr unspezifischen und öffentlich zugänglichen Foto auf diese Weise Ihren Stempel aufdrücken.

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Bildquelle: Getty Images

Fazit: Drum prüfe, was sich online findet...

Stockfotos sind eine gute – oft kostenlose – Möglichkeit zur visuellen Untermalung Ihres Contents. Allerdings sollte der Einsatz immer wohlbedacht sein, um Peinlichkeiten zu vermeiden oder Glaubwürdigkeit zu verspielen. Beherzigen Sie die oben genannten Tipps als Orientierung bei der Bildauswahl, sollte sich ein absoluter Fehlgriff aber vermeiden lassen.

Zusätzlich sollten Sie aber auch einige formale Aspekte beachten:

  • Hinterlegen Sie einen informativen Alt-Tag, der angezeigt wird, falls das Bild einmal nicht geladen werden kann.

  • Benennen Sie grundsätzlich die Quelle oder Lizenz der verwendeten Bilder, selbst wenn diese urheberrechtsfrei sind. So bleiben Sie immer auf der rechtlich sicheren Seite.

  • Optimieren Sie nicht nur den Text, sondern auch die Bilder nach SEO-Kriterien. Hierzu gehört beispielsweise, dass die Dateigröße nicht so exorbitant ist, dass das Bild zu lange Ladezeiten nach sich zieht. Im Dateinamen oder in den Alt-Tags lassen sich außerdem leicht Keywords unterbringen.

Um wirklich sicherzugehen, dass Sie in Bezug auf Ihre Stock-Fotos alles richtig gemacht haben, bietet sich immer ein A/B-Test an. Prüfen Sie also einmal die Performance zwischen der Webseite mit dem ausgewählten Stock-Foto und einem anderen oder mit einem selbst produzierten Foto. So haben Sie Gewissheit, dass die Bebilderung der Seite optimal verläuft.

New call-to-actionTitelbild: Tim Robberts / DigitalVision 

Ursprünglich veröffentlicht am 4. Mai 2021, aktualisiert am Mai 04 2021

Themen:

Bildbearbeitung