Das US Start-up Groove hat seine Facebook-Seite abgeschaltet. In einem Blogpost erklärt Gründer und CEO Alex Turnbull, warum er Facebook momentan für Zeitverschwendung hält - und warum er ebenso auf Networking Events, Konferenzen und PR verzichtet. Marketers sollten Turnbulls Entschluss zum Anlass nehmen, um ihren eigenen Mix zu überdenken.

Ohne Facebook geht’s nicht. Twitter ist ein absolutes Muss. Ihr habt noch keine Pinterest-Strategie - wie jetzt? Heerscharen von Fachmedien und Beratern, Experten und Evangelisten trichtern uns Tag für Tag ihre Botschaften in den Kopf. Dies muss, jenes muss - ohne, kein Erfolg - so die simple Argumentation.     

Ich muss gar nichts, weiß Groove-Gründer Alex Turnbull - außer immer mal wieder das eigene Tun zu hinterfragen (und zu messen). Und das tut er in diesem Blog-Post.

Turnbulls Start-up Groove hat mehr als 2.000 Kunden, 20.000 Blog-Subscriber und viele Tausend Unique Visitors jede Woche. Gleichzeitig konnte man bei Facebook nicht die 200-Like-Grenze knacken.

Alex Turnbull investiert 20 Prozent seiner Zeit als CEO in den Blog. Außerdem steckt er durchschnittlich lohnende 1,657.25 Dollar in jeden Blog Post (Recherche, Schreiben, Coden, Design etc.) - wie er hier beschreibt. Für Facebook wendete das Groove-Team “ungefähr eine Stunde pro Woche” auf. Ohne messbaren Erfolg.

Als man sich dann fragte: “Warum haben wir überhaupt eine Facebook-Seite?”, da kam schnell heraus: “Weil man eben eine hat!”. Diskussion beendet. Die Sache war klar. Facebook wird abgeschaltet. Denn: Eine mickrige Stunde pro Woche, das sind 52 Stunden im Jahr - und damit viel Zeit, den ein oder anderen Blog-Post zu schreiben und damit messbar den Umsatz zu steigern.

Ja, aber …

Würde Turnbull nur eine Stunde pro Woche in den Blog investieren, würde das - ebenso wie Facebook - auch nicht funktionieren, wendet ein Kommentator ein. Turnbull antwortet:

"You're 100% right...and that's really my point here. We don't have the time/resources at the moment to give FB/social the same attention we give our blog, without taking away from the blog. In the future, when we do Facebook again, we'll go 100%, diving deep into strategy and giving it the time and effort it needs to be successful.

But I'd rather not do it at all than half-ass it."

Fokus, Fokus, Fokus

Neben Facebook hat Turnbull auch Networking Events und Konferenzen besucht sowie Beziehungen zu Journalisten aufgebaut. Letzteres habe anfangs auch ganz gut funktioniert letztlich aber eben nicht mehr im gewünschten Maße, sodass man auch in Sachen PR entscheiden habe, die Zeit sinnvoller einzusetzen.

Ich denke, dass es vielen - gerade kleineren und mittleren - Unternehmen so geht wie Turnbull: Sie haben nicht die Zeit und das Geld, jeden Kanal, “den man heute so haben muss”, angemessen zu bedienen. So stolpert man immer wieder über verwaiste Corporate Blogs, Facebook-Fanpages oder Instagram-Profile, die gerade mal zwei Fotos vom letzten Sommerfest beinhalten. Und mit Minimalaufwand gepflegte Social Media-Profile sind nur ein Zeitfresser, sondern auch nicht gerade die beste Werbung!

Also: Fokus mit Vollgas auf das, was nachweislich funktioniert - anstatt mit halben Herzen jedem Muss gerecht zu werden. Stellen Sie Ihr Tun auf den Prüfstand - bzw. entscheiden Sie selbst, ob Sie das sollten. Denn Sie müssen gar nichts!!

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Ursprünglich veröffentlicht am 15. Oktober 2014, aktualisiert am Dezember 04 2017

Themen:

Facebook-Marketing