Die Erstellung eines informativen Webinars bedeutet oft einen hohen Zeit- und Ressourcenaufwand. Doch dank „Content-Recycling“ (oder auch: Content Repurposing) muss nicht jedes Webinar von Grund auf neu geschaffen werden. Mit diesem Ansatz können bereits vorhandene Inhalte wie E-Books oder Whitepaper für den Webinar-Content aufbereitet und verwendet werden. Auf diese Weise wird neuer Nutzen aus Archiv-Content gezogen, da er auf verschiedensten Kanälen umso mehr Nutzer erreicht.

Damit auch Sie in kurzer Zeit hochwertige Webinare erstellen können, haben wir hier die wichtigsten Aspekte zusammengestellt.

Warum Webinare so beliebt sind

Webinare erfreuen sich großer Beliebtheit im Inbound-Marketing. Denn dort gilt nicht die kurzfristige Erhöhung der Verkaufszahlen als oberstes Ziel, sondern die Kundenzufriedenheit.

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Kaum ein anderes Content-Format kann dazu besser beitragen als Webinare. Denn hier treten Marketer und potenzielle Kunden in direkten Kontakt und es wird ein klarer Mehrwert geboten: Ein Experte steht per Live-Schaltung zur Verfügung und vermittelt seine Expertise. Sollten Fragen oder Missverständnisse entstehen, können diese direkt geklärt werden.

Nun leider das große „Aber“: Ein Webinar ist üblicherweise nicht in ein paar Minuten vorbereitet. Immerhin bedarf es einer überzeugenden Präsentation und eines versierten Vortragenden. Das bedeutet intensive Vorbereitungszeit.

Es gibt aber eine einfache Lösung für all diejenigen, die wenig Zeit haben, aber dennoch ein Webinar durchführen wollen. Die Antwort liegt in Ihrem Content-Archiv. Haben Sie beispielsweise schon einmal einen Blogartikel und E-Book zum Thema Instagram-Marketing geschrieben, können Sie Ihr Webinar darauf aufbauen.

Webinar-Ideen finden: Sichtung und Kategorisierung des Archivs

Bevor es an die detaillierte Planung geht, sollten Sie sich erst einmal einen Überblick über Ihr Content-Archiv verschaffen. Dabei empfiehlt es sich, zu kategorisieren und den potenziell für ein Webinar relevanten Content in einen Ordner zu legen. Anfangs bedarf es also nur einer Sichtung und Sortierung des Materials, sodass nicht so viele Ressourcen in Anspruch genommen werden müssen wie bei der Neuerstellung von Content.

Sollten Sie in Zukunft vermehrt auf „Content Repurposing“ setzen, empfiehlt sich, eine großflächige Sortierung des Materials. Das heißt: Sie investieren einmalig viel Zeit in die Sichtung Ihres Archivs, sodass eine Grundlage geschaffen ist, auf der zukünftiges Content-Recycling aufbauen können. Auf diese Weise erkennen Sie, wie viel Potenzial noch in ihren bestehenden Inhalten steckt.

Webinar erstellen: Zeit- und Ressourcenplanung

Wie im Content-Marketing üblich sollte auch Webinaren eine entsprechende Strategie zugrunde liegen. Dazu gehören eine klare Zielsetzung und die Festlegung eines Zeitrahmens. Als Initiator können Sie sich ein festes Datum setzen, an dem das Live-Webinar gestreamt, beziehungsweise ein aufgezeichnetes Webinar veröffentlicht werden soll. Außerdem sollten Sie einen Zielwert an Webinar-Teilnehmern setzen, den Sie erreichen möchten.

Bei der Erstellung Ihrer Strategie können Sie sich beispielsweise an folgenden Fragen orientieren:

  • Welcher Archiv-Content kommt für mein Webinar in Frage?
  • Wen möchte ich mit dem Webinar überhaupt erreichen? Wer ist meine Zielgruppe und wie mache ich sie vorab auf mein Webinar aufmerksam?
  • Welches Ziel möchte ich erreichen? Lead-Generierung? Brand Awareness? Positionierung als Experte in einem bestimmten Bereich?
  • Welches Problem meiner Zielgruppe möchte ich lösen und welche Lösungen kann ich anbieten?
  • Welches Format setze ich ein? Live- oder automatisiertes Webinar? Welche Webinar-Plattformen eignen sich für das jeweilige Format am besten?

Ideen zur Visualisierung und Aufbereitung von Content für Webinare

Je nachdem, welches Content-Format Sie als Basis für Ihr Webinar nutzen wollen, handelt es sich um reinen Fließtext. Dieser sollte natürlich nicht per copy/paste in eine Präsentation kopiert werden, sondern einem Webinar entsprechend aufbereitet – d. h. visualisiert – werden.

Dieser Schritt bereitet wohl die meisten Sorgen: Wie erstelle ich perfekte Folien für mein Webinar? Eine Ausgewogenheit aus visueller Ästhetik, Übersichtlichkeit und genügend Informationsgehalt ist gefragt. Aber: Oft wird sich viel zu sehr auf die Perfektionierung der Folien konzentriert, sodass die restlichen Vorbereitungen darunter leiden.

Wie so oft gilt es auch bei der Folienerstellung, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Denn mindestens genauso viel Arbeit wie in die Folien sollte in die Vortragsweise und Moderation gesteckt werden. Der Präsentierende des Webinars ist nämlich nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Aushängeschild Ihres Unternehmens und sollte somit einen guten Auftritt hinlegen.

So manch eine Thematik wirkt auf den ersten Blick vielleicht trocken. Doch mit Bildern, GIFS und Infografiken lassen sich auch solche Themen nahbarer und zugänglicher machen. Im Idealfall haben Sie bereits visualisierte Daten, zum Beispiel aus einem Whitepaper oder E-Book. Dadurch sparen Sie wieder Zeit, da Sie die Daten nicht noch einmal neu aufbereiten müssen.

Feedback aus der Community annehmen und umsetzen

Webinare sind ideal, um mit Ihrer Community in einen direkten Austausch zu treten. Das kann schon während eines Webinars oder im Anschluss innerhalb einer Fragerunde passieren. Daraus ergeben sich noch weitere Vorteile für das Content-Recycling:

Anhand des Feedbacks können Sie Ihren wiederverwerteten Content optimieren und für weitere Content-Formate verwenden. So entsteht ein Distributionszyklus, infolgedessen Content kontinuierlich weiterentwickelt und perfektioniert wird.

Um die Zuschauenden zum Mitmachen zu motivieren, könnten Sie aktive Fragestellungen oder Quiz, z. B. mit Kahoot, in Ihre Folien einbauen. So fühlt sich die Community involviert und nicht nur wie reine Konsumenten. Außerdem sparen Sie so weiter Zeit in der Vorbereitung. Ein Dialog mit den Zuschauenden kann nämlich nicht genau geplant werden, da nicht klar ist, welche Fragen und Anmerkungen geäußert werden. Er erfordert aber natürlich profunde Sachkenntnis, um auf Fragen angemessen reagieren zu können.

Nutzen Sie Content-Recycling für zeitsparende und effektive Maßnahmen

Anfangs werden Sie vielleicht Vorbehalte haben, Ihren bereits bestehenden Content wiederzuverwerten. Aber: Denken Sie an den Aufwand, den Sie bei erstmaliger Erstellung in Ihre Inhalte gesteckt haben. Dieser sollte sich bezahlt machen, indem das Zielgruppenpotenzial durch eine Vielfalt an Formaten ausgenutzt wird.

Wenn Sie also wenig Zeit haben und dennoch Webinare anbieten möchten, bauen Sie diese auf bereits vorhandenen Inhalten auf. Je mehr Webinare Sie durchführen, desto professioneller werden Sie. Bei einem Ihnen bereits vertrauten Thema treten Sie sicherer auf und können erst einmal Erfahrung sammeln – und sparen dabei noch immens viel Vorbereitungszeit.

Webinar-Handbuch

Headerbild: GaudiLab / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 25. Juni 2019, aktualisiert am Juni 25 2019