Wenn Sie gerade auf der Suche nach einer geeigneten KI-Software sind und ein Anbieter Ihnen eine Preisliste mit Angaben zu Guthaben, Verbrauchsstufen und Gebühren für eventuellen Mehrverbrauch geschickt hat, stehen Sie mit Ihrer Ratlosigkeit nicht allein da.
Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle sind mittlerweile üblich bei KI-Produkten, was viele Kaufinteressierte überrascht. Es besteht jedoch kein Grund zur Panik. In diesem Leitfaden erfahren Sie, was guthabenbasierte Abrechnungsmodelle eigentlich sind, wie die gängigsten Abrechnungsformen funktionieren und vor allem, wie Sie diese in Ihr Budget einplanen, Anbieter bewerten und Ihre Ausgaben im Blick behalten können.
Kurzübersicht
- Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle sind nutzungsabhängige Modelle, bei denen Sie Guthaben im Voraus erwerben oder nach Verbrauch bezahlen, um diese für KI-gestützte Aufgaben einzusetzen. (Je komplexer die Aufgaben sind, desto mehr Guthaben werden in der Regel verbraucht.)
- Der Markt verändert sich rasant: Guthabenbasierte Modelle verzeichneten im Jahr 2025 ein Wachstum von 126 % und etwa 65 % der SaaS-Anbieter, die generative KI einsetzen, haben ein hybrides Preismodell (Pauschalabonnement + variable Guthaben) eingeführt.
- Ihr Vorteil: Sie zahlen nur für das, was Sie tatsächlich nutzen, anstatt ungenutzte Lizenzen und überhöhte Grundgebühren mitzufinanzieren; die Kosten steigen proportional zum Nutzen, den die KI bietet, und Hybridmodelle bieten Ihnen eine kalkulierbare Kostenuntergrenze mit Spielraum für Anpassungen.
- Das Problem: Ohne Sicherheitsvorkehrungen können plötzlich unerwartete Kosten entstehen (78 % der IT-Führungskräfte gaben an, im vergangenen Jahr mit unerwarteten Kosten im Zusammenhang mit KI konfrontiert worden zu sein), und der Vergleich der Gesamtkosten verschiedener Anbieter wird kompliziert, wenn Abonnements und Guthaben miteinander verflochten sind.
- Schützen Sie Ihr Budget, indem Sie vor dem Kauf Anwendungsfälle mit Nutzungsmustern abgleichen, Anbietern kritische Fragen stellen (zu Überschreitungen, Übertragungen, Ausgabenobergrenzen und festen Tarifen) und von Anfang an Überwachungs- und Kontrollmechanismen in Ihre KI-Ausgaben integrieren.
Inhaltsverzeichnis
- Was versteht man unter guthabenbasierten Abrechnungsmodellen?
- Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle gewinnen dank KI zunehmend an Beliebtheit.
- Guthabenbasierte Preisgestaltung: drei grundlegende Abrechnungsmodelle, die Kaufende kennen sollten
- Wie Kaufende guthabenbasierte Abrechnungsmodelle beurteilen und kalkulieren können
- Guthaben für KI: die Vorteile für Kaufende
Was ist eine guthabenbasierte Preisgestaltung?
Im SaaS-Bereich (Software-as-a-Service) versteht man unter einer guthabenbasierten Preisgestaltung ein verbrauchs- oder nutzungsabhängiges Modell, bei dem man für den Einsatz von KI-Produkten mit Guthabeneinheiten bezahlt. Einige Preismodelle funktionieren so, dass man im Voraus ein festes Guthaben erwirbt. Jede Nutzung, die dieses Limit überschreitet, wird anschließend einzeln pro zusätzlicher Guthabeneinheit abgerechnet. Andere Modelle basieren hingegen von vornherein ausschließlich auf einer reinen Abrechnung pro Guthabeneinheit. Ob ungenutztes Guthaben am Monatsende verfällt oder in den nächsten Monat übernommen werden kann, hängt dabei ganz vom jeweiligen Anbieter und Ihrem gewählten Tarif ab.
Ihr Leitfaden für KI-Agents, 2026
KI-Agenten sind der nächste Schritt. Sie verändern, wie wir arbeiten. Steigern Sie Ihre Effizienz und sichern Sie sich Ihren Vorsprung!
- KI-Agents in der Praxis
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- Häufige Fallstricke & wie Sie diese vermeiden
- Die Zukunft mit KI-Agents
Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle stehen im Gegensatz zu den bisher gängigen lizenzbasierten Preismodellen, bei denen Kundinnen und Kunden für ein Abonnement bezahlen, das sich nach der Anzahl der Nutzenden richtet, die Zugriff auf die Software benötigen.
Tatsächlich bieten viele SaaS-Unternehmen mit KI-Produkten ein hybrides Preismodell an, bei dem eine Grundgebühr für das Abonnement sowie eine zusätzliche variable Gebühr auf Basis der KI-Nutzung berechnet werden.
Stellen Sie es sich wie folgt vor:
- Guthabenbasiert → Nutzung
- Lizenzbasiert → Zugang
- Hybrid → Nutzung + Zugang
Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle gewinnen dank KI zunehmend an Beliebtheit.
Wenn es Ihnen so vorkommt, als seien Guthaben für KI mittlerweile allgegenwärtig, dann liegen Sie damit richtig. Diese Entwicklung lässt sich anhand von drei Trends beobachten:
- Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle werden immer mehr. Laut einer Analyse von PricingSaaS verzeichneten guthabenbasierte Modelle unter den 500 führenden KI- und SaaS-Unternehmen im Jahr 2025 eine Zunahme von 126 % gegenüber dem Vorjahr.
- Die lizenzbasierte Preisgestaltung ist rückläufig. Aus dem State of B2B Monetization Report 2025 von Kyle Poyar, für den 240 Software- und KI-Unternehmen befragt wurden, geht hervor, dass der Anteil der lizenzbasierten Preismodelle innerhalb von nur zwölf Monaten von 21 % auf 15 % zurückging, während der Anteil hybrider Preismodelle im gleichen Zeitraum von 27 % auf 41 % stieg.
- Hybride Modelle sind mittlerweile die Regel. Eine im Oktober 2025 veröffentlichte Analyse von Bain & Company untersuchte mehr als 30 SaaS-Anbieter für generative KI-Funktionen und stellte fest, dass rund 65 % ein hybrides Preismodell eingeführt hatten, bei dem zusätzlich zum Basisabonnement ein Guthaben- oder Nutzungsmodell zum Tragen kommt.
Die reine lizenzbasierte Preisgestaltung verliert an Bedeutung, guthabenbasierte Abrechnungsmodelle nehmen rasch zu, und der Markt tendiert zunehmend zu Hybridmodellen, die beides kombinieren. Warum? Dafür gibt es drei zentrale Gründe:
- KI erfordert Rechenressourcen, die kostspielig sind und Schwankungen unterliegen. Eine lizenzbasierte Preisgestaltung funktioniert hervorragend, wenn die Nutzung vorhersehbar ist. Doch aufgrund von KI ist das heute nicht mehr der Fall. Sie kann insbesondere bei komplexeren Aufgaben mehr Rechenleistung erfordern.
- Bei einer lizenzbasierten Preisgestaltung sinken die Einnahmen der Anbieter, je mehr die Effizienz durch KI gesteigert wird. Im Grunde genommen werden Anbieter von KI-Software dafür bestraft, dass sie ihrer Kundschaft helfen, effizienter zu arbeiten.
- Kundinnen und Kunden schätzen es, dass sie nur für das bezahlen, was sie tatsächlich nutzen. Bei guthabenbasierten Abrechnungsmodellen richtet sich der Wert nach den Ausgaben. Sie müssen nicht mehr für etwas bezahlen, das Sie gar nicht nutzen.
Guthabenbasierte Preisgestaltung: drei grundlegende Abrechnungsmodelle, die Kaufende kennen sollten
Es gibt drei zentrale Abrechnungsmodelle, die bestimmen, wie Kundinnen und Kunden Guthaben erwerben und nutzen: Prepaid, Pay-as-you-go und festgelegtes Volumen. Jede dieser Optionen kann für sich allein genutzt oder mit einem herkömmlichen SaaS-Abonnement kombiniert werden, um das oben beschriebene Hybridmodell zu schaffen. Hier können Sie die drei Abrechnungsmodelle miteinander vergleichen.
Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle auf einen Blick
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Prepaid (vorab bezahlt) |
Pay-as-you-go (Postpaid) |
Festgelegtes Volumen (Pre-Commit) |
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Wann Sie bezahlen |
Vor der Nutzung |
Nach der Nutzung (kein Mindestwert) |
Vor oder nach der Nutzung (Vorabverpflichtung auf ein Minimum) |
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Kostenvorhersehbarkeit |
Hoch (Ausgaben sind durch den Kauf begrenzt) |
Niedrig (vollständig variabel) |
Mittel (eine Untergrenze ist festgelegt, eine Obergrenze nicht) |
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Größtes Risiko für Kaufende |
Für Guthaben bezahlen, das Sie nie nutzen |
Unerwartete Rechnungen aufgrund von Nutzungsspitzen |
Zu viele Verpflichtungen, bevor Ihnen konkrete Nutzungsdaten vorliegen |
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Ideal für |
Teams mit festen Nutzungsmustern und begrenzten Budgets |
Experimentelle Anfangsphase oder unvorhersehbare Workloads |
Unternehmen, die über ausreichende Nutzungsdaten verfügen, um die monatliche Untergrenze zuverlässig zu bestimmen |
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Ein Praxisbeispiel |
OpenAI API |
Amazon Bedrock |
HubSpot |
Prepaid (vorab bezahlt)
Sie zahlen im Voraus für eine bestimmte Anzahl an Guthaben, die Sie in diesem Monat nutzen können.
- Beispiel für ein guthabenbasiertes Abrechnungsmodell: Das Prepaid-Modell für die Schnittstelle von OpenAI basiert auf diesem Prinzip. Kunden zahlen im Voraus für Guthaben (mindestens fünf US-Dollar) und das Guthaben wird bei der Nutzung der Schnittstelle abgezogen.

- Ihr Vorteil: Sie haben die volle Kontrolle über Ihre Ausgaben; da Sie Ihr Budget bereits festgelegt haben, werden Sie es niemals überschreiten. Das macht die Kostenschätzung einfacher.
- Das Problem: Wenn Sie Ihren Bedarf überschätzen, haben Sie für Guthaben bezahlt, das Sie möglicherweise nie nutzen werden (insbesondere, wenn es verfällt). Außerdem zahlen Sie, bevor Sie einen Nutzen daraus ziehen.
Pay-as-you-go (Postpaid)
Sie bezahlen am Monatsende für die Leistungen, die Sie in diesem Monat in Anspruch genommen haben. Es fallen keine Vorabkosten oder Verpflichtungen an – der Anbieter misst Ihren Verbrauch und stellt Ihnen die Kosten im Nachhinein in Rechnung.
- Beispiel für ein guthabenbasiertes Abrechnungsmodell nach dem Pay-as-you-go-Prinzip: Amazon Bedrock, der KI-Dienst von AWS, wird auf diese Weise abgerechnet. Kundinnen und Kunden werden monatlich Kosten in Rechnung gestellt, die sich nach der Anzahl der Eingabe- und Ausgabetoken richten, die ihre KI-Anwendungen tatsächlich verarbeitet haben. Ein Mindestumsatz ist nicht erforderlich.

- Ihr Vorteil: Sie zahlen nie für etwas, das Sie nicht nutzen, und für den Einstieg ist keinerlei finanzielle Verpflichtung erforderlich. Das ist insbesondere für Teams ideal, die sich noch in der Anfangsphase befinden oder deren Arbeitsaufkommen unvorhersehbar ist.
- Das Problem: Je nach Anbieter entgehen Ihnen möglicherweise die günstigeren Stückpreise, die mit einer festen Abnahmevereinbarung verbunden sein können. Ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen können die Kosten zudem sprunghaft ansteigen – so kann ein Anstieg der KI-Nutzung in besonders arbeitsintensiven Zeiten zu einer unerwartet hohen Rechnung führen.
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Festgelegtes Volumen (Pre-Commit)
Sie verpflichten sich im Voraus, während der gesamten Vertragslaufzeit regelmäßig ein Mindestguthaben vorzuhalten. Sollte Ihr tatsächlicher Verbrauch unter der vereinbarten Menge liegen, müssen Sie dennoch den Mindestbetrag bezahlen. Sollten Sie das Kontingent überschreiten, werden die Mehrkosten zusätzlich in Rechnung gestellt. Einige Anbieter locken mit vergünstigten Einzeltarifen, um Kundschaft an sich zu binden; andere bieten denselben Tarif an, wobei die Kostenvorhersehbarkeit als Hauptvorteil gilt.
- Beispiel für ein guthabenbasiertes Abrechnungsmodell mit festgelegtem Volumen:
-
HubSpot nutzt ein Pre-Commit-Modell: Wer das monatliche KI-Guthaben seines Abonnements aufgebraucht hat, kann zusätzliche Kapazitätspakete buchen – jeweils 1.000 Credits pro Monat für 10 US-Dollar, mit festem Preis bis Vertragsende. Bei weiterer Überschreitung lässt sich das Paket upgraden oder die Mehrnutzung wird per Einzelguthaben abgerechnet.

- Ihr Vorteil: Sie legen vorhersehbare, wiederkehrende Kosten fest und sichern sich einen unterbrechungsfreien Zugriff auf KI-Funktionen – ohne das Risiko, dass Ihre Tools mitten im Monat nicht mehr funktionieren, weil Ihre Guthaben aufgebraucht sind. Bei einigen Anbietern erhalten Sie zudem günstigere Preise pro Einheit, wenn Sie sich zu einer bestimmten Abnahmemenge verpflichten.
- Das Problem: Wenn Sie den Verbrauch überschätzen, müssen Sie dennoch den vereinbarten Mindestbetrag bezahlen, was bedeutet, dass Sie möglicherweise für Kapazitäten zahlen, die Sie gar nicht genutzt haben. Und sobald Sie sich einmal festgelegt haben, können Sie in der Regel erst nach Ablauf Ihrer Vertragslaufzeit zu einem günstigeren Tarif wechseln. Insbesondere im ersten Jahr kann es schwierig sein, den KI-Verbrauch genau zu prognostizieren, bevor Ihnen tatsächliche Nutzungsdaten vorliegen.
Wie Kaufende guthabenbasierte Abrechnungsmodelle beurteilen und kalkulieren können
Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle können für Kaufende vorteilhaft sein, sofern Sie sich gut vorbereiten. Der SaaS-Management-Index 2026 von Zylo, für den 218 IT-Führungskräfte befragt wurden, zeigt, dass 78 % der Befragten im vergangenen Jahr „unerwartete Kosten im Zusammenhang mit KI oder deren Nutzung“ haben.
So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen:
1. Ordnen Sie Ihre Anwendungsfälle Nutzungsmustern zu.
Bevor Sie Anbieter vergleichen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wofür Sie das Guthaben eigentlich kaufen. Die Kosten für Guthaben sind nicht einheitlich; verschiedene Aktionen verbrauchen unterschiedlich viel Guthaben, und der Verbrauch kann je nach Team und Workflow stark variieren.
Bestimmen Sie zunächst zwei oder drei Anwendungsfälle für KI, die Sie als Erstes umsetzen möchten (z. B. Automatisierung des Kundensupports, Erstellung von Inhalten, Leadscoring). Schätzen Sie für jeden Anwendungsfall Folgendes ab:
- Volumen. Wie viele Aufgaben pro Woche oder Monat wird dieser Anwendungsfall generieren? Ein Mitglied des Kundensupports, das monatlich 500 Gespräche bearbeitet, unterscheidet sich erheblich von einem Marketingteam, das 70 Blogbeiträge erstellt.
- Komplexität. Nicht alle Aktionen, die Guthaben verbrauchen, kosten gleich viel. So fallen bei Copilot Credits von Microsoft zwei Guthaben für eine generative Antwort und ganze zehn Guthaben für Tenant Graph Grounding an. Bitten Sie die Anbieter um eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten für die einzelnen Aktionen.
- Variabilität. Bei einigen Anwendungsfällen ist das Aufkommen vorhersehbar (z. B. die Erstellung monatlicher Berichte); bei anderen kommt es zu unvorhersehbaren Spitzen (z. B. ein Anstieg der Supportanfragen während einer Produkteinführung). Je stärker die Auslastung schwankt, desto schwieriger ist die Prognose – und desto wichtiger werden Ausgabenobergrenzen und Warnmeldungen.
Wenn Sie diese Zahlen nicht mit hinreichender Sicherheit abschätzen können, führen Sie zunächst ein begrenztes Pilotprojekt durch. Wenden Sie sich an Ihren Anbieter, um sich nach kostenlosen Testversionen zu erkundigen. So bietet HubSpot beispielsweise eine 28-tägige kostenlose Testversion seines Customer Agent an, damit sich Interessierte vor einer Kaufentscheidung ein besseres Bild von den Anwendungsfällen, dem Nutzen und dem Verbrauch machen können.
2. Stellen Sie die richtigen Fragen, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.
Guthabenbasierte Abrechnungsmodelle können sich je nach Anbieter erheblich unterscheiden. Guthaben ohne Kenntnis der Funktionsweise zu kaufen, ist so, als würde man einen Mobilfunkvertrag abschließen, ohne das Datenvolumen zu prüfen.
Für diesen Abschnitt haben wir uns mit Jennifer Lendler, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin von Alea Advisors, unterhalten. Sie arbeitet mit CFOs von Private-Equity- und Portfoliounternehmen zusammen, um kosteneffiziente KI-Strategien zu entwickeln. Sie ist selbst HubSpot-Kundin und hat selbst erlebt, dass guthabenbasierte Abrechnungsmodelle eine andere Art der Sorgfaltsprüfung erfordern – und ihre Ratschläge in diesem Abschnitt spiegeln wider, was sie bei der Bewertung dieser Modelle für ihre Kundschaft gelernt hat.
Ihr Leitfaden für KI-Agents, 2026
KI-Agenten sind der nächste Schritt. Sie verändern, wie wir arbeiten. Steigern Sie Ihre Effizienz und sichern Sie sich Ihren Vorsprung!
- KI-Agents in der Praxis
- Einfach mit KI-Agents starten
- Häufige Fallstricke & wie Sie diese vermeiden
- Die Zukunft mit KI-Agents
Bevor Sie sich festlegen, empfehle ich Ihnen, klare Antworten auf diese sieben Fragen zu suchen:
- „Was genau bekomme ich für ein Guthaben?“ Manche Anbieter definieren Guthaben anhand einzelner Vorgänge (z. B. ein Gespräch, eine Lösung). Andere verwenden abstrakte Einheiten, bei denen verschiedene Aktionen eine unterschiedliche Anzahl an Guthaben verbrauchen. Wenn ein Anbieter nicht verständlich erklären kann, welche Vorteile Ihnen ein Guthaben bietet, sollten Sie vorsichtig sein.
- „Was passiert, wenn ich mein Guthaben überziehe?“ Bringen Sie in Erfahrung, welche Folgen eine Überziehung hat. Sind auf Anfrage zusätzliche Guthaben erhältlich? Zu welchem Preis? Gibt es einen Preiszuschlag über den vereinbarten Preis hinaus? Anbieter wie Zendesk, die eine ergebnisorientierte Preisgestaltung anwenden, bei der pro automatisierter Lösung abgerechnet wird, bieten festgelegte Mengenrabatte an. Allerdings ändert sich der Preis pro Lösung, wenn Sie das vereinbarte Volumen überschreiten.
- Lendler empfiehlt zudem, sich zu erkundigen, ob die Kosten pro Guthaben bei höheren Tarifstufen sinken. „Gibt es Schwellenwerte, ab denen die zusätzlichen Guthaben günstiger werden?“. In diesem Fall ändert sich Ihre Kalkulation, und wenn Sie die Kontingente regelmäßig überschreiten, könnte es sich lohnen, die Guthaben aufzustocken.
- „Kann ich Ausgabenlimits oder Benachrichtigungen bei Nutzungsüberschreitungen festlegen?“ Mit dieser Frage können Sie prüfen, welche Sicherheitsvorkehrungen Anbieter treffen, um Sie vor unangenehmen Überraschungen beim Rechnungsbetrag zu schützen. So ermöglicht HubSpot seiner Kundschaft beispielsweise, Limits festzulegen, die Nutzung zu überwachen und guthabenbasierte Funktionen jederzeit zu pausieren, um ein Höchstmaß an Transparenz und Kontrolle zu gewährleisten. Falls eine Plattform keine integrierten Ausgabenlimits oder Benachrichtigungen bei Überschreitung bietet, sollten Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Kosten entstehen, wenn Sie diese Funktionen selbst einrichten oder ein Überwachungstool eines Drittanbieters nutzen.
- „Verfallen nicht genutzte Guthaben oder werden sie übertragen?“ Die Verfallsbedingungen variieren, doch in der Regel werden nicht genutzte KI-Guthaben nicht übertragen. Die Flex Credits von Workday verfallen am Ende des Vertragsjahres. Bei den Prepaid-Tarifen von PostHog können Sie die Hälfte Ihres nicht genutzten Guthabens auf den neuen Vertrag übertragen, sofern Sie eine Verlängerung abschließen, deren Umfang dem des vorherigen Vertrags entspricht oder diesen übersteigt. Erkundigen Sie sich unbedingt, wie Ihr Anbieter mit nicht genutzten Guthaben umgeht; dies hat direkten Einfluss darauf, wie großzügig Sie Ihr anfängliches Kontingent bemessen sollten.
- „Kann ich mein Kontingent anpassen oder auf das richtige Maß reduzieren, wenn ich meine Guthaben regelmäßig nicht vollständig nutze?“ Übertragungsrichtlinien regeln den monatlichen Überschuss; wenn Ihr tatsächlicher Verbrauch jedoch durchgehend unter Ihrer vereinbarten Tarifstufe liegt (beispielsweise bei einer Auslastung von 60 % über sechs Monate), sollten Sie vorab klären, ob der Anbieter eine Anpassung ohne zusätzliche Kosten zulässt.
Lendler empfiehlt einen proaktiven Ansatz: Verhandeln Sie einen kürzeren Erstvertrag, damit Sie später anhand tatsächlicher Daten das richtige Volumen festlegen können. Dies ist besonders im ersten Jahr wichtig, da Sie noch keine Verbrauchsdaten vorweisen können, auf die Sie eine längerfristige Vereinbarung stützen könnten. - „Was passiert mit meinem Tarif, wenn Sie das Preismodell anpassen?“ Das ist keine hypothetische Frage. Die Analyse von PricingSaaS zeichnete allein im Jahr 2025 über 1.800 Preisänderungen bei den 500 führenden SaaS- und KI-Unternehmen nach – das sind durchschnittlich 3,6 Änderungen pro Unternehmen.
Fragen Sie vor Vertragsabschluss, ob bestehende Kundschaft für die Vertragslaufzeit an ihre aktuellen Tarife gebunden ist, ob Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit möglich sind und welche Kündigungsfrist Ihnen gewährt wird.
Lendler empfiehlt, noch einen Schritt weiter zu gehen. „Diese Modelle werden immer schneller und kostengünstiger“, merkt sie an. Daher empfiehlt sie, sich bei Anbietern zu erkundigen, wie diese Modelländerungen bewerten und ob die daraus resultierenden Kosteneinsparungen in Form von Preissenkungen an die Kundschaft weitergegeben werden. Sie fügt hinzu, dass dies „Fragen sind, die nicht jeder stellt, aber meiner Meinung nach lohnt es sich, ihnen nachzugehen.“ - „Welche Tools stellen Sie mir zur Verfügung, um meine Ausgaben besser einschätzen zu können?“ Fragen Sie über Ausgabenobergrenzen und Benachrichtigungen hinaus, ob die Plattform Ihnen Echtzeit-Dashboards, Verlaufstrends oder Prognosen bietet, die Ihnen helfen, Ihren Guthabenverbrauch für den Folgemonat vorherzusagen. Je einfacher ein Anbieter es Ihnen macht, nachzuvollziehen, wohin Ihre Guthaben fließen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie von Ihrer nächsten Rechnung überrascht werden.
3. Bauen Sie von Anfang an Kontrollmechanismen ein.
Sobald Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, sollten Sie mit Blick auf Ihre Guthaben genauso verfahren wie bei allen anderen variablen Betriebskosten: kontinuierliche Überwachung und klare Zuständigkeiten.
- Weisen Sie Budgetverantwortliche zu. Der Bericht von Zylo aus dem Jahr 2026 zeigt: Da der Erwerb von SaaS-Software zunehmend von verschiedenen Fachbereichen übernommen wird – die IT-Abteilung steht inzwischen nur noch für 15 % der Ausgaben – gehen sowohl Transparenz als auch Steuerungsmöglichkeiten spürbar zurück. Und wenn die Zuständigkeiten nicht klar geregelt sind, können Ausgaben leicht aus dem Ruder laufen. Um dies zu verhindern, sollten Sie ein bestimmtes Team oder eine bestimmte Person damit beauftragen, den Verbrauch zu überwachen und Auffälligkeiten zu melden.
- Legen Sie Grenzwerte und Benachrichtigungen fest. Warten Sie nicht, bis Sie eine unerwartete Rechnung erhalten. Richten Sie Benachrichtigungen bei 50 %, 75 % und 90 % Ihres monatlichen Guthabens ein, damit Sie genügend Zeit haben, Ihre Nutzung anzupassen, bevor Sie Ihr Guthaben überziehen.
- Nehmen Sie Bewertungen monatlich und nicht vierteljährlich vor. Angesichts der rasanten Entwicklung der KI-Preise reichen vierteljährliche Bewertungen nicht aus. Wenn Sie Ihren tatsächlichen Guthabenverbrauch monatlich mit Ihrer Prognose abgleichen, können Sie auf dieser Grundlage neu verhandeln, Mittel umschichten oder Kurskorrekturen vornehmen, bevor sich die Kosten weiter summieren.
- Dokumentieren Sie alles. Laut einer Umfrage von CloudZero aus dem Jahr 2025 unter 500 Fachleuten aus dem Bereich Engineering verfügen 15 % der Unternehmen über kein formelles System zur Erfassung und Optimierung von KI-Kosten. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Dokumentieren Sie fortlaufend, wie viel Guthaben Sie in Anspruch nehmen, Preisänderungen bei Anbietern sowie etwaige Anpassungen während der Vertragslaufzeit. Dies verschafft Ihnen bei Vertragsverlängerungen einen Vorteil und liefert wichtige Anhaltspunkte für die Budgetplanung im nächsten Jahr.
Guthaben für KI: die Vorteile für Kaufende
Guthaben für KI sind etwas gewöhnungsbedürftig, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Sie sorgen für eine bewusstere Nutzung. Lendler hat festgestellt, dass das guthabenbasierte Modell einen positiven Kreislauf in Gang setzt.
„Es zwingt mich gewissermaßen dazu, mich zu fragen: ‚Oh, nehme ich das überhaupt in Anspruch? Hole ich hier wirklich das Maximum raus?‘", sagt sie über ihre Erfahrungen hinsichtlich der Kostenplanung für die neuen KI-Guthaben von HubSpot. „Ich finde, das ist eine gute Vorgehensweise, die jeder beherzigen sollte.“
Bevor Sie das nächste Mal mit Ihrem Anbieter sprechen:
- Machen Sie sich mit Ihren Anwendungsfällen vertraut. Erfassen Sie Umfang, Komplexität und Variabilität der einzelnen Anwendungsfälle, bevor Sie Preisangaben vergleichen.
- Stellen Sie die sieben oben genannten Fragen. Insbesondere in Bezug auf Überziehungen, Übertragungen, Ausgabenobergrenzen und Preisstopps. Wenn ein Anbieter keine klare Antwort auf diese Fragen geben kann, ist das an sich schon eine wertvolle Information.
- Richten Sie Sicherheitsvorkehrungen ein, bevor Sie Geld ausgeben. Weisen Sie Budgetverantwortliche zu, richten Sie Benachrichtigungen bei drohenden Überziehungen ein und dokumentieren Sie alles. Ihr zukünftiges Ich wird es Ihnen bei der Vertragsverlängerung danken.
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