Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) ersetzt ab Mai 2018 die aus dem Jahr 1995 stammende EU-Datenschutzrichtlinie. Der Schutz personenbezogener Daten von Bürgerinnen und Bürgern der EU soll damit verbessert werden.

Die DSGVO ist zwar eine EU-Verordnung, sie gilt jedoch auch für Unternehmen außerhalb der EU, wenn sie Daten von Bürgerinnen und Bürgern der EU erfassen und verarbeiten.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen der DSGVO auf die Gesetzgebung zum Datenschutz und den Rechten von Einzelpersonen, dem Geltungsbereich und möglichen Strafen finden Sie auf der DSGVO-Seite von HubSpot.

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Verbraucher sehen die DSGVO positiv

In unserer Umfrage unter Verbrauchern in Großbritannien, Irland, Deutschland, Österreich und der Schweiz, bewerteten 81 % der Befragten Gesetze und Vorschriften zum Datenschutz als positiv. 90 % der Befragten schätzen insbesondere die Regeln der DSGVO als vorteilhaft ein.

DSGVO-Umfrage – Verbraucher sehen Datenschutz positiv

Die Mehrheit der Befragten würde sich sogar dafür entscheiden, keine Anrufe und E-Mails von Unternehmen zu erhalten, wenn sie die Wahl hätten. 59 % würden ihr „Recht auf Vergessenwerden“ in Anspruch nehmen und verlangen, dass Unternehmen ihre Daten sowie ihren Datenverlauf vollständig aus ihren Datenbanken löschen. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 %) würden sich zudem dagegen entscheiden, dass ihre personenbezogenen Daten überhaupt erst gespeichert werden. Weiterhin würden 49 % ablehnen, dass ihnen basierend auf den gespeicherten Daten Retargeting-Anzeigen angezeigt werden.

DSGVO-Umfrage – Recht auf Vergessenwerden

Grundsätzlich zeigt die Studie, dass sich Verbraucher durch zu viele Kontaktversuche von Unternehmen schnell belästigt fühlen. So finden 84 % der Befragten, dass Unternehmen sie nicht ohne Erlaubnis kontaktieren sollten. 73 % würden sogar jegliche Kontaktaufnahme unterbinden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Da in der DSGVO vorgeschrieben ist, dass Unternehmen darlegen müssen, wie sie personenbezogene Daten verwenden werden, müssen sie Verbrauchern auch die Möglichkeit geben, an sie gerichtete Marketingaktivitäten zu untersagen. Im nächsten Jahr müssen Unternehmen also mit sehr viel mehr Abmeldungen von E-Mail-Listen rechnen.

DSGVO-Umfrage – Verbraucher würden Kommunikation beschränken

Verbraucher wünschen sich Transparenz

Da es in den letzten Jahren vermehrt zu Sicherheitslücken und Datenschutzverletzungen innerhalb der EU kam, verlangen Verbraucher, sofort informiert zu werden, wenn ein derartiges Datenleck auftritt und ihre Daten davon betroffen sind. So liegt es in der Verantwortung der Unternehmen, mit größtmöglicher Transparenz über derartige Vorgänge zu berichten und darzulegen, mit welchen Maßnahmen den betroffenen Kunden geholfen wird. Transparenz ist ein Grundpfeiler der DSGVO: 91 % der Befragten erwarten, dass Unternehmen, mit denen sie interagieren, vollkommen offen erklären, wie ihre Daten verwendet werden.

DSGVO-Umfrage – Verbraucher verlangen Transparenz

Legen Sie also deutlich und transparent offen, wie Sie mit den Daten Ihrer Kunden umgehen werden, denn nur so werden die Verbraucher Vertrauen zu Ihrem Unternehmen aufbauen. Setzen Sie diesen Vertrauensbonus nicht durch zweifelhafte Praktiken, Spamming oder störende Kontaktversuche aufs Spiel.

DSGVO-Umfrage – Bedeutung von Transparenz

Wie bereiten sich Unternehmen auf die DSGVO vor?

Aus Verbrauchersicht haben wir also festgestellt, dass viele Kunden ihre Daten löschen lassen werden, sobald sie die Möglichkeit dazu bekommen. Werfen wir nun einen Blick darauf, was Unternehmen und insbesondere Marketer tun, um sich auf die Datenschutz-Grundverordnung vorzubereiten.

Erschreckend wenig, wie die Umfrageergebnisse zeigen: Nur 36 % der befragten Führungskräfte und Marketer hatten überhaupt schon einmal von der DSGVO gehört.

DSGVO-Umfrage – Bewusstsein

12 % gaben an, erst durch unsere Umfrage auf die DSGVO aufmerksam geworden zu sein. Nur ein Drittel wusste, wann die DSGVO in Kraft treten wird (am 25. Mai 2018), und weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen ist auf die DSGVO vorbereitet.

DSGVO-Umfrage – Vorbereitungsstatus

Die meisten Unternehmen aktualisieren ihre Verträge und Datenschutzrichtlinien in Vorbereitung auf die DSGVO. Beunruhigend ist jedoch, dass 22 % der Befragten zugaben, noch gar keine Vorkehrungen für die DSGVO getroffen zu haben.

DSGVO-Umfrage – Vorbereitungen

Ein Drittel der Führungskräfte und Marketer, die angaben, über die DSGVO informiert zu sein, erwarten, dass die Lead-Konversionsraten sinken werden. Die Hälfte geht davon aus, dass sie durch Abmeldungen vom E-Mail-Marketing ihres Unternehmens weniger E-Mail-Adressen anschreiben können werden.

DSGVO-Umfrage – Erwartete Folgen

Strategisch gehen die Befragten davon aus, dass sich einiges ändern muss: wie Kundendaten gesammelt werden, welche Sicherheitsprotokolle gelten und wie lange personenbezogene Daten gespeichert werden können.

DSGVO-Umfrage – Betroffene Marketingaktivitäten

Viele Unternehmen werden sich zukünftig verstärkt dem Marketing in den sozialen Netzwerken, Content-Marketing und SEO zuwenden. Ein Viertel der Befragten wird weniger Retargeting-Anzeigen verwenden, und 25 % werden von den Benutzern ihrer Dienstleistungen verlangen, dass sie sich ein Benutzerkonto erstellen und sich einloggen.

DSGVO-Umfrage – Zukünftige Marketingaktivitäten

DSGVO – das Ende des E-Mail-Marketing?

Die Umfrage zeigt, dass europäische Verbraucher der DSGVO gegenüber positiv eingestellt sind. Die Auswirkungen der DSGVO sind vor allem davon abhängig, wie Unternehmen in Zukunft mit ihren Zielgruppen kommunizieren. Wer auf Transparenz setzt, hat die besten Chancen, auch zukünftig online mit Verbrauchern in der EU interagieren zu können. Unsere Ergebnisse zeigen aber auch, wie schwierig es sein kann, sich auf die Fülle der Vorschriften in der DSGVO vorzubereiten. Als Hilfestellung gibt es von HubSpot eine Checkliste für Unternehmen, die die DSGVO-Compliance anstreben.

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Ursprünglich veröffentlicht am 22. März 2018, aktualisiert am April 04 2018

Themen:

DSGVO