Was haben analoge Tageszeitungen und digitale Homepages gemeinsam? Zeitungen dienten Webseiten vor allem in den Anfängen des Internets als Inspiration. Viele Begriffe sind daher aus der Print- mit in die Digitalbranche gewandert. Eine dieser Bezeichnungen ist „above the fold“. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

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Wo liegt der Unterschied zu „below the fold“?

Alle Informationen, die nicht im direkt sichtbaren Bereich der Webseite liegen, werden „below the fold“ genannt. Der Begriff bedeutet frei übersetzt „unterhalb des Knicks“ und steht für das genaue Gegenteil von „above the fold“.

Bevor Smartphones zur ersten Option bei der Nutzung von Webseiten wurden, haben Nutzer und Nutzerinnen Homepages vor allem über Desktop-PCs aufgerufen. Die Optimierung der Inhalte auf den sichtbaren Bereich war verhältnismäßig einfach. Die Größe dieses Bereichs auf einem durchschnittlichen Monitor beträgt in etwa 1024 x 786 Pixel. Alle Informationen unterhalb dieses Bereichs liegen „below the fold“ und damit außerhalb des Sichtbarkeitsbereichs ohne Scrollen.

Die Wahrnehmung der Wichtigkeit dieses Bereichs hat sich jedoch verändert. Expertinnen und Experten beschäftigen sich damit, ob „above the fold“ in Zeiten von Smartphones überhaupt noch notwendig ist, im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung.

Ist „above the fold“ noch relevant?

Wer mit seiner Webseite vor allem eine junge Zielgruppe anspricht, sollte sich mit deren Nutzerverhalten beschäftigen. Ein Ergebnis: Die Internetnutzung mit dem Smartphone liegt im Trend und deutlich vor der Nutzung eines klassischen Desktop-PCs.

Die Darstellung von Homepages auf dem Smartphone sollte daher responsive sein. Unterschiedliche Hersteller, Bildschirmgrößen und die Option, zwischen Hochkant- und Querformat zu wechseln, machen das nötig. Ein Nebeneffekt betrifft die Wichtigkeit von „above the fold“: Der sichtbare Bereich ist nicht auf jedem Gerät gleich, die Bedeutung des ursprünglich so relevanten Begriffs schwindet also.

SEO und „above the fold“

Suchmaschinen wie Google ranken Homepages nach diversen Kriterien. Um diese bestmöglich zu erfüllen und damit in den Google SERPs möglichst weit oben zu landen, sind einige Punkte zu beachten. Auch im wortwörtlichen Bereich „above the fold“ gibt es Faustregeln.

Google veröffentlichte schon 2012 ein Update, das sich unmittelbar auf die Inhalte „above the fold“ bezieht. Übermäßig viel Werbung in diesem Bereich auf der Webseite wirkt sich seitdem negativ auf das Ranking aus. Gleichzeitig führt eine Überfrachtung zu einer erhöhten Bounce Rate, die sich ebenfalls negativ auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt.

Warum ist „above the fold“ wichtig?

Die einhellige Empfehlung diverser Expertinnen und Experten ist daher simpel. Im Bereich „above the fold“ sollten Webseitenbetreibende die wichtigsten Inhalte der Homepage darstellen. Zudem gibt es weitere Möglichkeiten, Leserinnen und Leser zum Verbleib auf der Homepage zu animieren:

  • Verlinkungen, sogenannte Anker, auf relevante Inhalte „below the fold“

  • Angeschnittene Inhalte, die zum Scrollen bewegen

  • Pfeile und Hinweise, die weiteren Content darunter ankündigen

  • Mehrere Spalten, die verschiedene Inhalte andeuten

Der auf den ersten Blick sichtbare Bereich einer Webseite ist wie ihre Visitenkarte. Das Interesse des Besuchenden muss geweckt werden. Um herauszufinden, wo Nutzerinnen und Nutzer scrollen, verweilen oder abspringen, gibt es diverse Tools, die Sie einbinden können.

„above the fold“: CSS und blockierte Ladezeiten

CSS ist eine Formatiersprache, die das Layout und das Aussehen von HTML-Objekten bestimmt. Das kann das Logo einer Webseite sein, ein Bild oder auch Designobjekte wie Pfeile oder andere Icons.

Das Laden aller Inhalte wird Rendern genannt. Je länger dieser Vorgang bei einer Webseite dauert, desto negativer wirkt sich das auf ihr Suchmaschinenranking aus. Das bedeutet im Umkehrschluss: Je schneller vor allem der Bereich „above the fold“ lädt, desto besser für Userinnen und User, aber auch für das Ranking bei Google und allen anderen Suchmaschinen.

Um die Ladegeschwindigkeit zu optimieren, ohne relevante Inhalte auszusparen, gibt es einige Tricks. Über Critical CSS können mithilfe verschiedener Tools und mit etwas Aufwand renderblockierende Inhalte – vor allem „below the fold“ – entfernt werden. So wird sichergestellt, dass alle relevanten Inhalte „above the fold“ so schnell wie möglich geladen werden.

Fazit: „above the fold“ ist immer noch wichtig

Die Zeiten, in denen die Inhalte „above the fold“ ein immens wichtiges Kriterium für den Erfolg einer Webseite waren, sind vorbei. Smartphones und Endgeräte diverser Hersteller, unterschiedliche Bildschirmgrößen und der Wechsel zwischen Hoch- und Querformat machen es schwieriger, den Bereich „above the fold“ exakt zu definieren. Dennoch nimmt dieser Bereich einer Webseite eine zentrale Rolle in der Wirkung auf Userinnen und User ein. Die Optimierung des sichtbaren Bereichs ist daher nach wie vor ein Muss für jeden Homepagebetreibenden.

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Titelbild: oatawa / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 8. Oktober 2021, aktualisiert am Oktober 08 2021

Themen:

Webdesign