Das eigene Portfolio ist die Visitenkarte einer Agentur. So schön der sonstige Webauftritt auch ist – überzeugen die Referenzen nicht, klicken potenzielle Kunden schnell wieder weg. Dabei zählt nicht nur die Qualität der eigentlichen Kampagnen, sondern auch deren optische und inhaltliche Aufbereitung auf der eigenen Website. Wir stellen Ihnen fünf Agenturen vor, die diese Herangehensweise verstanden und verinnerlicht haben.

Ansprechend, informativ, anders – so muss eine Referenzen-Seite gestaltet sein

Das Portfolio muss so aufbereitet sein, dass es auf den ersten Blick durch ein ansprechendes Design überzeugt. Dazu sollte es sich von der Masse abheben und innovativ sein – mit einer einfachen Auflistung der Projekte oder einem 08/15-Kacheldesign gelingt das nicht so leicht. Allerdings gilt hier natürlich das Gleiche wie für alle anderen Design-Fragen: Form follows Function! Das Nutzererlebnis steht im Vordergrund und sollte durch das Design nicht beeinträchtigt werden. Werden so viele Animationen und Gimmicks eingebaut, dass Besucher die Orientierung verlieren, ist das sicherlich nicht zielführend.

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Aber das Design ist nicht alles. Zusätzlich sollten Sie den Besuchern Ihrer Website Hintergrundinformationen zu Ihren Kampagnen liefern, damit sie Ihre Leistung und Ihr Vorgehen besser einschätzen können. In der Formulierung gilt das „Nicht zu viel, nicht zu wenig“-Prinzip: Liefern Sie genug Input, um einen Eindruck der Kampagnen zu geben, aber nicht so viel, dass sich die Leser von den Details erschlagen fühlen.

Tipp: Orientieren Sie sich am Arbeitsablauf und skizzieren Sie diesen klar strukturiert. Welche Ausgangslage hat sich geboten? Welches Problem wurde identifiziert, welche Strategie gewählt und wie sah die Umsetzung aus? Multimedia-Elemente wie Videos, Infografiken oder eine Darstellung der fertigen Kunden-Website sprechen für sich und ersetzen umständliche Beschreibungen sowie schwere Textbrocken.

Außerdem sollte eine persönliche Note nicht fehlen. Zitate von Kunden oder den beteiligten Mitarbeitern sowie Outtakes und Blicke hinter die Kulissen manchen die Projekte nahbarer. Interne Verlinkungen zu anderen Projekten und der eigenen Kontaktseite füttern das geweckte Interesse bieten eine Möglichkeit, in nur wenigen Klicks ein Gespräch zu eröffnen.

Regel Nummer eins für jede Referenzseite lautet aber: Rücken Sie die Kunden in den Fokus! Schließlich steht deren Zufriedenheit im Vordergrund. Integrieren Sie ihre Meinungen zu der Zusammenarbeit und machen Sie sie so zu glaubwürdigen Testimonials für Ihre Arbeit.

Diese fünf Agenturen zeigen, wie es richtig geht

creativestyle

Referenzen-Seite-Creativestyle Screenshot der Referenzen-Seite von creativestyle

Die Internetagentur mit sechs Standorten in Deutschland stellt ihre verschiedenen Kunden übersichtlich dar. Fahren Besucher mit der Maus über die einzelnen Logos, erscheint eine kompakte Übersicht mit den wichtigsten Infos: Welche Bereiche wurden betreut? Was war das Kernthema der Kampagne? Zusätzlich werden sowohl die fertige Website des Kunden als Endprodukt verlinkt als auch die zugehörige Fallstudie mit den Herausforderungen und Lösungsansätzen der jeweiligen Kampagne. Animierte Grafiken erläutern die einzelnen Beispiele zusätzlich.

Besonders gut gelingt aber die Einbindung der Kunden. Sie kommen teils per Video zu Wort und beschreiben die Zusammenarbeit mit creativestyle. Am Ende der Seite findet sich ein Verweis auf die unterschiedlichen Standorte der Agentur inklusive der entsprechenden Mailadressen, um schnell Kontakt herzustellen.

heye

Referenzen-Seite-heye-062132-editedScreenshot der Referenzen-Seite von hey

Auf eine voll und ganz durchgestylte Referenzseite setzt die Münchener Marketingagentur heye. Sie verzichtet auf die klassische Darstellung der umgesetzten Projekte, stattdessen führt ein Klick auf die runden Symbole zum Zoom in ein Video. Darunter finden sich ausführlichere Informationen zur jeweiligen Kampagne sowie Beispiel-Content und Kundenzitate. Insgesamt ist die Seite im Schwarz-Weiß-Design schlicht und seriös gehalten.

Gleichzeitig beweist heye aber auch eine sympathische Portion Humor und Selbstironie, zum Beispiel wenn sie ihr Testimonial für die BMW-Kampagne, das Krümelmonster, zu Wort kommen lassen: „KEKSEEEEEEEEE! KEKSEEEEEEEEE! KEKSEEEEEEEEE!“

BUTTER

Referenzen-Seite-Butter-1Screenshot der Referenzen-Seite von BUTTER

Die Referenzen-Seite der Agentur BUTTER aus Berlin zeichnet sich vor allem durch eine ausgeprägte Bildsprache aus. Die Übersicht der Projekte lässt sich hier nach den bespielten Kanälen filtern, und wird eine konkrete Kampagne ausgewählt, zeigt sich ein ausgewogenes Verhältnis von Text, Animation und Bild.

Dennoch setzt BUTTER klar auf das „Show, Don’t Tell“-Prinzip: Aufwändige Animationen, zum Beispiel von den für Kunden erstellten Microsites, machen viele Wort überflüssig. Dennoch wird die Expertise der Agentur auch durch wichtige Fakten vermittelt. So werden Kampagnen anhand der User Journey erklärt, was das sichtbare Ergebnis mit theoretischem Hintergrund unterfüttert. Zusätzlich wird hier innerhalb jeder Projektseite auf andere Kampagnen und den Kontakt zur Agentur verwiesen.

Hello München

Referenzen-Seite-Hello-muenchenScreenshot der Referenzen-Seite von Hello München

Auch die Agentur Hello München lässt Bilder für sich sprechen. Text wird hier nur sehr begrenzt eingesetzt, ist dann aber präzise und aussagekräftig. In erster Linie setzt die Agentur aber auf Nahbarkeit, indem sie Einblicke in den Arbeitsprozess gewährt. Dazu gehören zum Beispiel Making-of-Videos, aber auch Kommentare der Verantwortlichen. In Teilen werden zudem harte Fakten präsentiert. Beispielsweise belegt Hello München den Erfolg der HUK24-Kampagne mit den erzielten YouTube-Views.

Kopf & Stift

Referenzenseite-kopf-und-stiftScreenshot der Referenzen-Seite von Kopf & Stift

Der Webdesign- und Webentwicklungsexperte Rafael Luge, der hinter dem Namen Kopf & Stift steckt, stellt seinen und den Projekten seines Netzwerks aufschlussreiche Showreel-Videos voran. Zusätzlich erlaubt die Filterfunktion eine Sortierung nach Dienstleistungen, die für mehr Übersichtlichkeit sorgt. Die Icons der jeweiligen Arbeiten zeigen nicht wie üblich das Markenlogo, sondern direkt das fertige Webdesign auf einem Bildschirm.

Ein Klick auf die einzelnen Projektseiten offenbart die wichtigsten Informationen klar strukturiert – nach Klient, Aufgabe und zugrundeliegender Expertise. Hier sind außerdem nicht nur Bilder der fertigen Ergebnisse zu sehen, sondern auch des Entstehungsprozesses (beispielsweise in Form von Storyboard-Elementen). Ebenfalls eine innovative Idee: Leser können das vorgestellte Beispiel per Sternebewertung beurteilen.

Holen Sie mehr aus Ihrer Referenzen-Seite heraus

Die Präsentation der eigenen Arbeit ist das wichtigste Verkaufsargument und sollte demnach viel stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Wenn Sie Ihre Seite gerade neu aufgezogen haben, ist das der perfekte Anlass, um den Link an Leads oder bestehende Kunden zu schicken.

Warten Sie nicht darauf, dass potenzielle Interessenten von alleine darüber stolpern, behandeln Sie Ihre Referenzen-Seite vielmehr wie ein eigenes Content-Element. Entsprechend sollte sie an verschiedenen Stellen verlinkt und via Social Media promotet werden. So bekommt Ihre harte Arbeit die Aufmerksamkeit, die sie verdient!

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Ursprünglich veröffentlicht am 24. Mai 2018, aktualisiert am 24. Mai 2018

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