Marketing auf der Überholspur

15 Februar 2017 // 02:30

Googles Accelerated Mobile Pages (AMP) – ein Leitfaden für Marketer

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Googles Accelerated Mobile Pages (AMP) – ein Leitfaden für Marketer

Der durchschnittliche Smartphone-Nutzer berührt sein Smartphone satte 2.617 Mal am Tag.

Laut einer Studie von dscout aus dem Frühjahr 2016 verbringen Smartphone-Nutzer durchschnittlich 145 Minuten täglich mit ihrem Mobiltelefon.

Anders ausgedrückt: Wir verlassen uns mehr denn je auf unsere Mobilgeräte. Auch aus unseren eigenen Forschungen geht hervor, dass ganze 33 % unserer Umfrageteilnehmer hauptsächlich auf ihr Smartphone zurückgreifen, um online zu gehen.

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Google hat diesen Trend natürlich ebenfalls erkannt und darauf reagiert – mit der Einführung des sogenannten AMP Project, auch bekannt als „Accelerated Mobile Pages“ (zu Deutsch etwa: „beschleunigte Mobil-Webseiten“). Kurz gesagt: AMP wurde entwickelt, damit Publisher Websites erstellen können, die auf Mobilgeräten schneller laden.

Was sollten Sie als Marketer über dieses neue Projekt wissen? Sehen wir uns mal einige der häufigsten Fragen und Antworten zum Thema an.

Was ist AMP?

AMP macht es möglich, dass Inhalte in Sekundenschnelle geladen werden, indem JavaScript entfernt wird. Text wird priorisiert, zusätzliche Inhalte werden erst geladen, sobald der Rest der Seite angezeigt werden kann.

Googles Entscheidung, diese Open-Source-Initiative zu starten, gründet in der Überzeugung, dass das Nutzererlebnis (UX) für die Millionen von Mobilgerätenutzer weltweit kontinuierlich verbessert werden muss. (Darüber hinaus wollte der Suchmaschinengigant sicherlich auch mit Apple News und Facebook Instant Articles mithalten.)

Google hat sich mit verschiedenen Publishern und Plattformen zusammengetan, um Inhalte mit AMP anzeigen zu lassen – darunter Twitter, BuzzFeed, die BBC, die FAZ und die Süddeutsche Zeitung. Google hat sogar oben in seinen Suchergebnissen einen Bereich mit „Top Stories“ („Schlagzeilen“ in der deutschen Version) eingeführt, in dem AMP-formatierte Websites und Artikel besonders hervorgehoben werden.

Hier ein Beispiel dafür, wie eine AMP-formatierte Story im „Top Stories“-Bereich aussieht, wenn man darauf klickt.

Beispiele von AMP-formatierten Suchergebnissen in der Google-App

Quelle: Search Engine Land

Sie können auf Ihrem eigenen Mobilgerät sehen, was AMP bewirkt. Öffnen Sie Ihre Google-App und geben Sie ein Nachrichtenthema Ihrer Wahl ein (in diesem Beispiel haben wir uns für „Mars“ entschieden):

Beispiel einer Suchanfrage mit anschließendem Besuch einer AMP-Website

Ziemlich schnelle Ladezeit, nicht wahr? Wie Sie wahrscheinlich schon bemerkt haben, können Artikel, die mit dem Blitzsymbol von AMP gekennzeichnet sind, oben in der Google-Ergebnisseite im Ergebniskarussell erscheinen.

AMP-formatierte Websites erscheinen außerdem auf der eigentlichen Ergebnisseite der Google-Suche. Hier ein Einblick:

Beispiele von Suchergebnissen mit AMP-KennzeichnungQuelle: Search Engine Land

Es kommen noch große Veränderungen auf uns zu. Sehen wir uns mal an, wieso AMP so wichtig für die mobile Suche und die Suchmaschinenoptimierung (SEO) sein wird.

Warum ist AMP wichtig?

Der größte Vorteil von AMP ist, dass dadurch das Nutzererlebnis verbessert wird: Mobile Sucher, die schneller gewünschte Infos finden, bleiben eher auf einer Seite, die ihnen geholfen hat. Der Produktmanager des AMP Project, Rudy Galfi, erklärt, dass der Mittelwert für die Ladezeit von AMP-formatierten Seiten bei 0,7 Sekunden liegt. Bei anderen Websites liegt dieser Wert bei 22 Sekunden.

Mehr als die Hälfte aller Websitebesucher bleiben weniger als 15 Sekunden auf einer Website, bevor sie sich anderswo nach Informationen umsehen. AMP ist also ein effektives Mittel für Publisher, um potenzielle Kunden anzuziehen und dafür zu sorgen, dass sie länger auf Blogs und Landing-Pages bleiben. Google hat herausgefunden, dass 29 % der Smartphone-Nutzer eine Seite sofort verlassen, sobald sie merken, dass diese langsam lädt oder wenn sie nicht finden, wonach sie suchen.

Überall auf der Welt kommen bei der Suche im Internet mehr Mobilgeräte zum Einsatz als Computer. Wenn Sie bereits Ihre Website und E-Mails für Mobilgeräte optimiert haben, ist es jetzt an der Zeit, Ihre Inhalte mit AMP für die mobile Suche zu optimieren.

Ein weiterer Vorteil von AMP ist die Tatsache, dass dadurch Ihre Inhalte sichtbarer werden. AMP-formatierte Inhalte werden von Google ganz oben auf der Ergebnisseite im AMP-Karussell angezeigt. In den restlichen Suchergebnissen zeigt der AMP-Blitz an, welche Seiten AMP-formatiert sind. Diese Änderungen beim Layout und Design führen dazu, dass AMP-Inhalte hervorgehoben werden. So können sie die Aufmerksamkeit der Sucher auf sich ziehen und potenziell mehr Klicks und Traffic generieren.

Wie wirkt sich AMP auf SEO aus?

Laut Advanced Web Ranking kann für das erste Suchergebnis auf der Google-Suchergebnisseite auf internationaler Ebene eine Klickrate von 31 % verzeichnet werden. Das zweite Suchergebnis? Da liegt die Klickrate nur noch bei 19,5 %. Deshalb sind Rankings in Suchergebnissen auch so wichtig für Marketer.

Ihr ultimatives Ziel beim Inbound-Marketing ist es, dass potenzielle Kunden Ihre Website entdecken. Dabei spielen Suchmaschinenergebnisse eine große Rolle. Blog-Beiträge und Artikel, die mit AMP-HTML-Code formatiert wurden, sind – neben Keywords, Überschriften und Alt-Text – ein weiteres Werkzeug, mit dem Marketer ihre Inhalte für Suchmaschinen optimieren können.

Allerdings ist AMP kein direkter Faktor für das Suchmaschinenranking. Für Ihre AMP-formatierten Websites werden Sie nicht gleich nach der Implementierung Ergebnisse sehen. Richard Gingras, Google Senior Director of News and Social Products, erzählte AdAge, dass AMP eines von vielen Features und Faktoren ist, die Google beim Suchmaschinenranking bewertet.

„Wenn wir zwei Artikel haben, die von den Signalen her die gleichen Charakteristiken aufzeigen – außer eben bei der Ladezeit –, dann heben wir den Artikel hervor, der schneller lädt, da Nutzer Wert auf diesen Aspekt legen“, so Gingras.

Was können Marketer daraus lernen? Die Ladezeit Ihrer Seiten ist ein Faktor, der sich auf Ihr Ranking in Suchergebnissen auswirkt. Eine AMP-Formatierung allein wird Ihre Website allerdings nicht auf die erste Seite der Google-Suchergebnisse bringen.

In Kombination mit anderen Faktoren kann sich AMP dennoch positiv auf Ihr Ranking auswirken. Sagen wir mal, Ihre Website lädt schnell genug und bietet Nutzern Antworten auf ihre Suchanfragen. Das bedeutet, dass weniger Besucher Ihre Seite gleich wieder verlassen. Damit wird Google signalisiert, dass Ihr Ranking heraufgestuft werden kann, da Ihre Seite nützlich ist.

Wie verwendet man AMP?

Wenn Sie auf Ihren eigenen Websites AMP verwenden möchten, müssen Sie ganz neue Versionen dieser Seiten mit AMP-HTML erstellen.

Warum kann man mit AMP nicht eine einzige Webseite für die Desktop- und die mobile Suche erstellen? Durch AMP werden JavaScript-Inhalte von Drittanbietern entfernt, um Ladezeiten für mobile Nutzer zu verkürzen. Eine solche Seite würde dem Desktop-Nutzer also um einiges vereinfacht und weniger ansprechend präsentiert werden.

Bedenken Sie dabei, dass AMP dazu dient, das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit einer separaten Version für die Desktop- und mobile Suche stellen Sie sicher, dass jeder Ihre Inhalte optimal erleben kann. Marketing Land rät zur Verwendung von rel= “canonical”-Tags, damit Google Ihre Seiten nicht aufgrund von Duplikaten herunterstuft.

Auf der Website des AMP Project finden Sie genaue Anleitungen und Tutorials für die Erstellung von Websites mit AMP-Code. Daneben stehen dort auch eine Reihe von AMP-Beispielen als Inspiration für neue Designs zur Verfügung.

Im Folgenden finden Sie ein Video des AMP Project (auf Englisch) mit allen Informationen, die Sie zur Erstellung einer AMP-formatierten Website benötigen.

 Quelle: AMP Project

Als Kunde von HubSpot freut es Sie hoffentlich, zu hören, dass AMP ab 2017 auch Teil der HubSpot-Marketing-Plattform ist. So müssen Blogging-Teams weder eigene Entwickler einstellen noch selber lernen, wie man mit AMP-Code Websites erstellt. HubSpot-Nutzer müssen dann lediglich eine Box ankreuzen und schon können sie AMP-formatierte Blog-Beiträge für die mobile Suche erstellen.

Das wird dann in etwa so aussehen:

Google AMP Option in der HubSpot-Software

Sehen Sie das Kästchen über der Schaltfläche „Änderungen speichern“? Mit der HubSpot Software müssen Sie lediglich ein kleines Kreuzchen in dieser Box setzen, um die AMP-Formatierung für Ihre Seiten zu aktivieren.

Was bringt die Zukunft?

Bereiten Sie sich schon mal darauf vor, dass bei der mobilen Suche zukünftig immer mehr Ergebnisse im AMP-Karussell angezeigt werden. Behalten Sie Googles Suchmaschinen-, Software- und Social-Media-Konkurrenz im Auge, um neue Entwicklungen in der Mobil-Optimierung nicht zu verpassen.

In der Zwischenzeit raten wir Ihnen, sich die Seite des AMP Project anzusehen, um mehr über AMP herauszufinden. Halten Sie auch Ausschau nach HubSpot-Blog-Inhalten in Ihrem AMP-Karussell.

Erzählen Sie uns doch auch, mit welchen Strategien Sie Ihren Blog mobiltauglich machen. Teilen Sie Ihre Ideen mit uns in den Kommentaren. New Call-to-action Dieser Artikel ist ursprünglich auf dem HubSpot.com-Blog erschienen und wurde aus dem Englischen übersetzt.

Themen: SEO

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