Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz investieren von Jahr zu Jahr mehr in Content-Marketing: 2018 wurden ganze 8 Milliarden Euro in diesem Bereich ausgegeben. Dabei ist ein Content-Hub ein wichtiges Element, denn er ist das Zuhause Ihrer Inhalte und die zentrale Anlaufstelle für Ihre Besucher.

Wie genau ein solcher Content-Hub aussehen kann und welche Vorteile er Ihnen bietet, erfahren Sie hier.

Funktionen des Content-Hub

Oft wird der Content-Hub nach außen hin als Portal, Magazin oder Blog betitelt, obwohl dies nur die jeweilige Erscheinungsform beschreibt. Denn „Hub” bedeutet so viel wie Zentrum oder Knotenpunkt: Er ist Ihr Content-Zentrum und damit die Anlaufstelle, an der die Fäden Ihrer Content-Marketing-Strategie zusammenlaufen.

Mit den vielfältigen Inhalten in Ihrem Content-Hub gehen Sie auf die Probleme, Wünsche und Bedürfnisse Ihrer potenziellen Kunden ein und begleiten Sie zielsicher auf ihrem Kaufprozess.

Eine Website sollte Inhalte bieten, mit denen die richtigen Besucher angezogen  werden, die daraufhin zu Leads und letztlich Kunden konvertiert werden – lesen  Sie jetzt unsere Einführung ins Thema.

Content-Hub: Beispiele für die Umsetzung

Der Unternehmensblog

Beim Unternehmensblog finden Sie meist eine chronologische Sortierung vor. Der Blog ist in der Regel Teil der Unternehmenswebseite und bietet vermehrt Inhalte, die um das Unternehmen selbst kreisen. Die Seite kann jedoch auch als Ratgeber aufgezogen sein und der Etablierung der Berater- und Expertenstellung der Firma dienen. Diese Spielform des „Corporate Blogging“ ist besonders relevant für Branding und Außenwirkung.

Die Hub-Seite

Eine Hub-Seite ist eine Verteilerseite: Ihre Aufgabe besteht darin, Links zu verteilen. Das ist entscheidend für die On-Page-Optimierung. Höhere Suchmaschinen-Rankings und eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit für die Besucher sind die Folge.

Um dies zu gewährleisten, ist die Hub-Seite intern stark verlinkt und führt von durch verästelte Verlinkungen in die verschiedenen Inhalte der jeweiligen Website. Ein Beispiel dafür sind Online-Shops mit internen Content-Hubs. Dort finden sich gebündelt Links zu über- und untergeordneten Produktkategorien.

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Bild: Thomann Online-Shop

Für die Besucher ist so ein Mehrwert geboten, da die innere Logik ersichtlich ist und sie auf einen Blick den gewünschten Pfad ausfindig machen können.

Der Content-Hub als multimedialer Knotenpunkt

Der Content-Hub als multimedialer Knotenpunkt vereint unterschiedliche Content-Formate und Elemente. Hier kann eine bunte Mischung aus Blogbeiträgen, Whitepapers, Interviews, Videos, Podcasts, Live-Übertragungen, Webinaren und relevanten Beiträgen für das Social-Media-Marketing präsentiert werden.

content-hub-beispiel-shopgate-bibliothekBild: Shopgate

Ein Content-Hub kann in dieser Erscheinungsform entweder eine autonome Seite oder die Unterseite einer Unternehmensseite sein. Die Abgrenzung zum klassischen Blog ist durch die Vielfalt an Formaten gegeben.

Ein gutes Beispiel für einen multimedialen Content-Hub ist das H&M Magazin, das sich selbst als „Eine Welt voller Inspiration” beschreibt. Neben Mode-Artikeln und Beauty-Trends werden im Bereich „Culture” auch Beiträge zu spannenden Persönlichkeiten der Bloggerszene und kulturell relevanten Themen präsentiert.

Potenzielle Kunden werden hier mit Inhalten abgeholt, die über den herkömmlichen Tätigkeitsbereich eines Textilhandelsunternehmens deutlich hinausgehen. Auch produktferne Themen wie Feminismus, Freundschaft, Schwangerschaft und Berufsleben werden aufgeworfen und emotional auf dem Portal aufbereitet.

Zu dem Content-Format „The Girls from Milan” gibt es als multimediales Element auch ein Video: 

 

8 Vorteile eines Content-Hubs

1) User Experience

Bei der Entwicklung der Online-Marketing-Strategie sollten Sie Ihren Content-Hub zu einem Schwerpunkt machen. Denn bieten Sie eine zentrale Anlaufstelle für Ihre Inhalte, wird es Ihnen leichter fallen, ein einheitliches Nutzererlebnis zu gewährleisten, ganz gleich, in welcher Phase der „Buyer’s Journey“ Ihre Besucher sich gerade befinden. Schließlich bietet der Content-Hub als Verteilersystem und Sammlung von hochwertigen Inhalten für Ihre potenzielle Kunden einen Ort der Orientierung und Unterhaltung. Der Hub hält Interessenten möglichst lange auf der Seite und lässt sie (hoffentlich) zurückkehren.

2) Conversions

Ein guter Content-Hub sollte perfekt auf die Bedürfnisse Ihrer „Buyer Persona(s)“ zugeschnitten sein. Er bietet Antworten zu den Fragen, Problemen und Wünschen Ihrer Interessenten und begleitet sie mit hilfreichem Content durch ihren Kaufprozess. Dazu sollten Sie ausgehend vom vorliegenden Content weiterführende Inhalte anbieten, sei es durch Verlinkungen zu thematisch ähnlichen Artikeln oder die passende Platzierung von Produkten innerhalb des Magazinbereichs.

3) Lead-Generierung

Ein Content-Hub bietet viele Möglichkeiten, Nutzer nicht nur proaktiv weiter durch die Buyer’s Journey zu leiten, sondern dient auch als Instrument, um Interessenten zu Leads zu konvertieren. Interessierten Besuchern, die etwa von einem Magazinartikel angetan sind und gerne weitere Inhalte lesen wollen, können Sie etwa ein themenrelevantes E-Book oder einen Newsletter anbieten, die gegen die Abgabe von Kontaktdaten vertiefende Informationen bereit halten.

4) Sichtbarkeit

Ein Content-Hub repräsentiert Ihr Unternehmen nach außen: Sichtbarkeit und Brand Awareness vergrößern sich. Sie gestalten Ihr Image dabei selbst – denn Sie entscheiden, welche Beiträge Sie teilen und auf welche Art Sie Ihre Zielgruppen an den verschiedenen Berührungspunkten abholen.

5) Reichweite

Unternehmen können in einem Content-Hub qualitativ hochwertige Inhalte bündeln, sie intern verlinken und so im Suchmaschinen-Ranking aufsteigen. Zudem sind integrierte Sharing-Buttons ein exzellentes Instrument, um Ihre Inhalte leicht für Social Media verwertbar zu machen. Teilen Ihre überzeugten Leser den Content, generiert das für Sie eine gesteigerte organische Reichweite. Je nach Zielgruppe bieten sich unterschiedliche Netzwerke an. Im B2B-Bereich sollten beispielsweise neben Facebook und Twitter in jedem Fall Share-Buttons für XING und LinkedIn sowie ggf. auch für Slack und E-Mail bereitgestellt werden, um das Teilen unter Kollegen zu ermöglichen.

6) Insights

Über die Besucher Ihres Hubs können Sie wertvolle Daten sammeln, auswerten und auf dieser Basis Ihre Content-Marketing-Strategie optimieren. Welche Inhalte werden besonders oft und lange aufgerufen? Welche Wege legen Nutzer auf Ihrem Content-Hub zurück? Wie viele Besucher schauen regelmäßig vorbei?

7) Interaktivität

Durch Kommentare und Reaktionen können Sie mit Ihrer Community und den Besuchern einen Dialog beginnen. Das stärkt Ihr Verhältnis zur Community und bietet eine Möglichkeit, persönliche Beziehungen aufzubauen, was letztlich wiederum der Kundenbindung zugute kommt.

8) Langlebige Inhalte

Im Gegensatz zu kurzlebigen Posts auf Social Media ist ein Content-Hub eine Sammlung Ihres Contents. Gelungene Blog-Beiträge, ausdrucksstarke Videos und Interviews können Sie dort sicher aufbewahren und langfristig zugänglich machen. Dies bietet außerdem die Möglichkeit, Ihre Inhalte zu gegebener Zeit im Sinne des Content-Recycling wiederzuverwenden und damit ihren Wert zu verlängern.

Ein Content-Hub als Sammelstelle für Inhalte und Knotenpunkt für Wissenstransfer und Kundenbindung ist für Unternehmen im Online-Marketing fast unentbehrlich. Die Nutzeranalyse des Content-Hub liefert wertvolle Informationen und lässt Ihre Seite durch interne Verlinkung im Suchmaschinen-Ranking aufsteigen.

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Ursprünglich veröffentlicht am 1. August 2019, aktualisiert am Januar 28 2020

Themen:

Content-Marketing