Dank einer Mischung aus Web-Suche, Android-Geräten und vielen anderen Online-Diensten ist der Nutzer fest im Google-Griff. Wer nicht ständig gezielt nach Alternativen Ausschau hält, kommt im Alltag um Google nicht herum. Die Maschine ist überall - allgegenwärtig für Anwender, ein mächtiges Marketing-Tool für Unternehmen. Was weiß der Konzern genau über jeden von uns?

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Wie jedes Unternehmen, das von der Treue seiner Nutzer lebt, legt Google alles daran, Kunden und Nutzer eng an sich zu binden. Dafür braucht Google natürlich möglichst aussagekräftige Daten über Sie - über uns. Es geht sowohl um das eigene Werbenetzwerk, als auch um immer bessere Suchergebnisse, die Nutzertreue garantieren sollen. Die wertvollen Nutzerdaten bekommt der Konzern nicht nur über die Google-Suche, sondern auch über seine vielen anderen Dienste und mittlerweile auch Endgeräte. Die Sammelwut der Suchmaschine weckt regelmäßig das Misstrauen von Datenschützern und Beobachtern - denn oft ist nicht klar, wer außer Google von der riesigen Datenmenge profitiert. Doch welche Daten sind es überhaupt, die Google von seinen Nutzern speichert?

Sie surfen - Google schreibt mit 

Bei jeder Suchanfrage, die Sie in Ihrem Browser über Google starten, werden folgende Daten gespeichert:

  • IP-Adresse
  • Standort und Datum
  • Betriebssystem
  • Browser (und Version)

Google könnte also feststellen, dass am 10. März jemand von seinem Desktop-PC mit Windows-Betriebssystem und der aktuellen Version von Google Chrome den Suchbegriff "Was weiß Google über mich" eingegeben hat. Gleichzeitig kennt Google auch die IP-Adresse des Nutzers. Wenn der selbe Nutzer also an den Folgetagen erneut die Suchbegriffe "Wie schütze ich meine Privatsphäre", "Wie funktioniert ein Proxy Server" und "Beste Dienste für Proxy Server" eingibt, kann Google beginnen, daraus ein Profil des Nutzers zu erstellen. Sobald er einen anderen Browser einsetzt, kann dieses Profil nicht mehr erweitert werden. Beim genannten Beispiel erweitert sich das Profil immer nur dann, wenn der Nutzer wieder den selben PC und Internet-Zugang verwendet - und wieder in Google Chrome sucht.

Der beschriebene Nutzer interessiert sich eindeutig für “Datenschutz” und “Schutz der Privatsphäre”. Das Interessenprofil ergänzt er vermutlich durch den Aufruf thematisch relevanter Websites und Klicks auf passende Anzeigen. Welche Interessen Google anhand Ihres Nutzerverhaltens zu erkennen glaubt, können Sie auf dieser Seite nachprüfen: https://www.google.com/ads/preferences/

Google Tracking

Google sammelt Daten in seinen kostenlosen Diensten, um dem Nutzer passende Werbung anzuzeigen.

Ihr Login gibt Google noch tiefere Einblicke

Im oben beschriebenen Beispiel kann Google die Interessen nur einer IP-Adresse und einem Browser zuordnen. Wenn Ehefrau, Tochter, Sohn und Schwiegervater des Nutzers am selben Rechner, mit dem selben Browser ihre eigenen Suchen starten, ist das Profil schon verwaschen. Dann interessiert sich der Unbekannte hinter der IP-Adresse plötzlich auch für Skiurlaub, Australien, Kochrezepte und Musicals.

Google Tracking

Google stellt Interessen eines Nutzers einerseits anhand der bisherigen Aktivitäten auf Google fest. Aber auch besuchte Websites wertet die Suchmaschine aus und zieht daraus ihre Schlüsse. Mal treffen sie zu, mal liegt Google aber auch komplett daneben.

 

Viel genauer kann Google ein Interessenprofil erstellen, wenn sich ein User mit seinem Google-Profil einloggt. Dann spielt es keine Rolle mehr, von welchem Endgerät, mit welchem Betriebssystem und Browser oder von welchem Ort auf dieser Welt aus der User Google-Dienste nutzt. Google kann dann jede besuchte Website, jedes aufgerufene Youtube-Video, jeden Anzeigenklick und jede Suchanfrage genau diesem Google-Konto zuordnen. 

Rufen Sie die oben genannte URL noch einmal auf und loggen Sie sich mit Ihrem Google-Zugang ein. Das Profil, das Google bereits von Ihnen erstellt hat, ist gleich viel umfassender.

Alle Suchanfragen und Klicks auf Webseiten in der Chronik

In der Chronik können Sie nach Tagen sortiert sehen, welche Suchanfragen Sie eingegeben und auf welche Links Sie geklickt haben. Dabei spielt es keine Rolle, von welchem Gerät oder Standort aus Sie gesucht haben.

 

Google Tracking 

Alles wird protokolliert: wer Google nutzt, hinterlässt einen digitalen Fußabdruck. Faszinierend: Im Protokoll der Suchmaschine können Sie Jahre in der Zeit zurückreisen und sehen, was Sie gesucht haben.

 

Anhand Ihrer gespeicherten Aktivitäten wertet Google auch aus, zu welcher Uhrzeit und an welchen Tagen sie besonders aktiv sind. Mit einem Klick auf "Weitere Trends" sehen Sie zudem, in welchen Monaten Sie durchschnittlich besonders aktiv waren. In dieser Rubrik sehen Sie auch, welche Suchanfragen Sie besonders häufig eingegeben und welche Websites und Links (URLs) Sie in den Suchergebnisse am häufigsten geklickt haben. Ihre Aktivitäten können Sie auch nach Google-Diensten sortieren. Sie sehen dann chronologisch Ihre Aktivitäten in Google Maps, News, Shopping oder der Bildersuche.

Welche Dienste haben Zugriff auf mein Google-Konto?

Google bietet Ihnen die Möglichkeit, alle Dienste im Überblick zu behalten, die mit Ihrem Google Konto verbunden sind. Rufen Sie dazu folgende URL auf: https://www.google.com/settings/dashboard

Google Tracking

 

Von Googlemail über YouTube und Picasa bis hin zu Ihrem Google-Kalender sehen Sie die Daten, die mit Ihrem Profil im jeweiligen Dienst verknüpft sind. Ihre Aktivitäten in diesen Diensten kann Google also nutzen, um Ihr Profil zu ergänzen. Welche YouTube-Kanäle Sie abonnieren, mit wem Sie in Google+ verbunden sind und ob Sie eine Website in den Webmaster-Tools angemeldet haben, sind weitere Informationen, die Ihr Nutzerprofil komplettieren.

Google kennt Ihren Standort und Ihr Endgerät

Wer nicht in Google eingeloggt ist, hinterlässt ausschließlich anonyme Daten zu den Standorten und Endgeräten, von denen aus er gesucht hat. Ihren Namen kann Google dann nicht zuordnen. Im eingeloggten Zustand ergibt sich allerdings ein Protokoll aller Standorte und Endgeräte, von denen aus Sie im Netz aktiv waren. Um zu sehen, welche Daten Google von Ihnen gespeichert hat, rufen Sie diese Seite auf: https://security.google.com/settings/security/activity

Dass die Seite unter security.google.com erreichbar ist, hat einen triftigen Grund: Schließlich kann nicht nur Google sehen, von wo und welchen Geräten aus auf Ihr Konto zugegriffen wurde, sondern auch Sie selbst. Wenn ein Fremder Ihr Google-Konto nutzt, werden Sie über diesen Dienst auffällige Aktivitäten feststellen.

Google Tracking

Diese Dienste haben Zugriff auf Ihre Daten

Einen Überblick, welche Google-eigenen und externen Dienste auf Ihre Account-Daten Zugriff haben, finden Sie auf dieser Seite: https://security.google.com/settings/security/permissions 

Hier sehen Sie, ob Sie zum Beispiel Twitter Zugriff auf Ihre Google-Kontakte gewähren. Bei Bedarf können Sie den Zugriff der Dienste auf Ihre Google-Daten sperren.

Fazit

Google weiß mehr, als wir denken. Aber die Suchmaschine macht kein Geheimnis daraus. Im Gegenteil: was das Datenwunder über uns zu wissen glaubt, können wir jederzeit einsehen. Die große Menge an Daten, die Suchmaschinen-Riese sammelt, verwendet das Unternehmen nicht zuletzt, um sein gigantisches Werbenetzwerk - von AdSense über AdWords bis YouTube - auf die Interessen des Nutzers zu optimieren. Das macht Google für Datenschützer zu einer Bedrohung - und für Unternehmen zum optimalen Werbekanal.

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Ursprünglich veröffentlicht am 14. April 2015, aktualisiert am Dezember 04 2017

Themen:

Google-Updates