Ein FTP-Server ist nicht nur beim Webseiten-Hosting essenziell. Auch in der Unternehmenskommunikation können Vorgänge mithilfe des Datenaustausches merklich einfacher gestaltet werden. Indem jeder Mitarbeiter Zugriff auf den FTP-Server erhält, können Dokumente ganz leicht aufgerufen und untereinander ausgetauscht werden.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie einen FTP-Server einrichten und mithilfe eines FTP-Clients darauf zugreifen können.

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Was bedeutet FTP-Server?

FTP steht für File Transfer Protocol und bezeichnet einen Standard für den Austausch von Daten zwischen einem Server und einem Client. Auf dem FTP-Server liegen demnach die Dateien, die mithilfe des FTP-Clients übertragen oder auch heruntergeladen werden können.

FTP-Server können sowohl lokal für den Austausch von Dateien zwischen zwei oder mehreren Rechnern genutzt werden als auch für den Upload von Dateien auf einen Website-FTP-Server. Viele Hosting-Anbieter ermöglichen die Einrichtung des FTP-Servers in nur wenigen Klicks. Teilweise ist der Server auch bereits mit Abschluss des Hosting-Paketes beim Homepage-Baukasten eingerichtet.

Sie können einen FTP-Server jedoch auch lokal auf Ihrem Computer einrichten, um anderen Rechnern Zugriff auf bestimmte Dokumente zu gewähren. Dazu benötigen Sie neben dem Server einen Client, der auf den FTP-Server zugreifen kann. FileZilla bietet unter Windows beide Anwendungen an und ermöglicht so einen einfachen Datenaustausch.

Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie den FileZilla-Server und -Client unter Windows einrichten und nutzen können.

Schritt 1: FileZilla für Windows: FTP-Server herunterladen und installieren

Laden Sie zunächst den FileZilla-Server für Windows kostenlos herunter. Öffnen Sie nun die Download-Datei und folgen Sie dem Installationsprozess.

Während der Installation wird Ihnen der Port des FTP-Servers angezeigt. Merken Sie sich diese Zahlenkombination, um später mit dem Client auf den Server zugreifen zu können. Ist der Installationsprozess abgeschlossen, können Sie den Server starten und sich zur Administration anmelden.

Als Host ist in den meisten Fällen bereits „localhost“ angegeben. Sie können aber auch Ihre lokale IP-Adresse verwenden. Auch der Port sollte nach der Installation bereits ausgefüllt sein. Ist er dies nicht, müssen Sie im Installationsschritt darauf achten, sich den Port zu notieren. Das Passwort lassen Sie zunächst frei, da Sie dieses erst vergeben, wenn Sie die einzelnen Benutzer anlegen.

Schritt 2: FTP-Server konfigurieren

Nun gehen Sie auf das Zahnrad-Symbol, um die Konfiguration des Servers anzupassen. In den allgemeinen Einstellungen (General Settings) können Sie den Port, also die Verbindung, ändern. Klassischerweise steht dieser jedoch auf 21 und kann so beibehalten werden – insofern der Port noch nicht verwendet wird.

Sie haben außerdem die Möglichkeit, die Anzahl der Nutzer des Servers zu bestimmen sowie die Anzahl der Threads festzulegen, um die Performance Ihres Servers zu verbessern.

Möchten Sie, dass der Server nach einer gewissen Zeitdauer stoppt, können Sie eine Zeitangabe unter „Timeout“ definieren. Sie können außerdem eine Willkommensnachricht einstellen, die der Nutzer angezeigt bekommt, sobald er auf den Server zugreift.

Schritt 3: Nutzer und Zugriffsrechte definieren

Als Nächstes müssen Sie noch die Benutzer anlegen, die auf den Server zugreifen dürfen. Dazu klicken Sie auf das Benutzer-Icon. Klicken Sie nun auf „Add“, um einen neuen Nutzer anzulegen. Vergeben Sie den entsprechenden Benutzernamen und legen Sie ein Passwort fest.

Unter „Shared Folder“ wählen Sie dann den Ordner aus, der auf dem Server sichtbar sein soll. Sie können auch bestimmen, welche spezifischen Rechte der Nutzer für den Umgang mit den Daten erhalten soll. Neben Lesen und Bearbeiten können Sie auch bestimmen, ob der Benutzer Ordner Löschen oder Hinzufügen darf. Außerdem können Sie neben einzelnen Nutzern auch verschiedene Gruppen anlegen.

Schritt 4: Mit FTP-Client auf den Server zugreifen

Der FileZilla-FTP-Client ist sowohl für Windows als auch für Mac OS verfügbar. Sie können den Server also nutzen, um auf Ihren lokalen Server zuzugreifen oder auch um Daten auf den FTP-Server Ihrer Website zu schieben. Laden Sie sich dazu den FileZilla-Client herunter und folgen Sie dem Installationsprozess.

Öffnen Sie nun den Client an dem Rechner, von dem aus Sie auf den Server zugreifen wollen.

Unter der Navigation müssen Sie nun in das Feld „Server“ die IP-Adresse des Servers eintragen, mit dem Sie den Client verbinden wollen. Wissen Sie Ihre IP-Adresse nicht, rufen Sie am Serverrechner die „Eingabeaufforderung“ auf und geben Sie „ipconfig“ ein. Nun werden Ihnen alle Daten zu Ihrem Rechner inklusive der IP-Adresse angezeigt.

Tragen Sie schließlich noch den Benutzernamen und Ihr festgelegtes Passwort ein. Den Port lassen Sie auf 21 stehen — es sei denn, Sie haben diesen geändert — dann geben Sie den richtigen Port ein. Abschließend klicken Sie auf „Verbinden“.

Benutzername und Passwort bei Filezilla eintragen und verbinden

Bild: Screenshot aus FileZilla-Client

Schritt 5: Firewall aufheben

Schlägt die Verbindung zu Ihrem Server fehl, kann dies an der Windows Firewall liegen. Um diese aufzuheben, gehen Sie in die Systemsteuerung des Computers, auf dem Sie den Server konfiguriert haben. Nun können Sie unter „Windows Defender Firewall“ den Port 21 als Ausnahme definieren.

Schritt 6: Dateien zwischen Server und Client austauschen

Ist der Server erfolgreich verbunden, können Sie nun Ordner auf den Server hochladen oder auch Dateien mithilfe des Clients herunterladen. Die FTP-Übertragung hilft Ihnen dabei, Dokumente und andere Daten ganz einfach zwischen mehreren Rechnern auszutauschen.

Mithilfe des FTP-Servers und Clients von FileZilla können Sie Dateien ganz einfach von einem Computer zum anderen schieben. Die Datenverbindung spart Zeit und benötigt kein externes Gerät für die Übertragung. Worauf warten Sie noch?

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Titelbild: Pinkypills / Getty Images

Ursprünglich veröffentlicht am 20. November 2020, aktualisiert am November 20 2020

Themen:

CMS