Über die letzten paar Jahre haben sich viele Geräte, Technologien und Ideen, mit denen wir vor noch nicht allzu langer Zeit nichts anzufangen wussten, zu beliebten Trends entwickelt. Wer damals die mehr oder weniger bewusste Entscheidung traf, sich nicht mit den taufrischen Trends zu beschäftigen, hinkt diesen jetzt womöglich hinterher.

Das Internet of Things (IoT) – oder Internet der Dinge – ist eine dieser Ideen. Das Konzept hat sich in manchen Kreisen zwar schon relativ fest etabliert, doch den Mainstream hat es noch nicht wirklich erreichen können. Allzu lange wird das jedoch nicht mehr dauern.

Wer sich heutzutage mit dem Thema Internet der Dinge beschäftigt, hat dafür oft einen bestimmten Grund: Man schreibt einen Technologie-Blog, hat ein „Smart Home“ (ein Zuhause mit vielen IoT-Geräten) oder entwickelt neue Technologien oder Apps für das IoT.

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Bei HubSpot interessieren wir uns auch aus einem bestimmten Grund für das Internet der Dinge: Wir sind Marketer (zumindest einige von uns)!

Und warum sollten sich Marketer für das IoT interessieren? Warum sollte es auch Sie interessieren? Und vor allem, was genau ist eigentlich das Internet der Dinge? Diese Fragen möchten wir in diesem Artikel beantworten.

Das Internet der Dinge: Ein ganz besonderes Warenlager

Neue Technologiekonzepte kann man oft viel besser verstehen, indem man sie sich etwas konkreter vorstellt. Das „Internet“ etwa könnten Sie als ein globales Lager betrachten, in dem alle möglichen Ressourcen und Informationen archiviert sind. Jeder Nutzer kann Dinge aus diesem Lager begutachten und mitnehmen, oder neue einlagern. Außerdem haben alle Besucher dieses Lagers die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen.

Beim Internet der Dinge können wir auch weiterhin die Analogie des großen Warenlagers verwenden. Anstatt dass allerdings nur Besucher mit den Ressourcen und Informationen in dem Lager interagieren, können beim IoT auch Objekte Informationen austauschen, und miteinander (und mit den Besuchern) kommunizieren.

So ermöglicht das Internet alltäglichen Gegenständen zu „smarten“ Objekten zu werden, die mit anderen Objekten und den Endnutzern in Verbindung stehen.

Das „Internet of Things“: Eine Definition

Unter dem Internet der Dinge versteht man im Allgemeinen die Technologie, die es ermöglicht, über verschiedenste Objekte – wie etwa Küchengeräte, Autos oder Smartphones – Daten an das Internet zu senden und dort abzurufen.

Das Internet der Dinge bildet heute bereits die Basis ganzer Transport- und Produktionssysteme. In diesem Zusammenhang wird es auch als „Ökosystem“ bezeichnet, da es im Wesentlichen eine verbundene Gemeinschaft aus miteinander interagierenden Menschen und Objekten ist und die Umgebungen für diese Interaktionen darstellt.

Das folgende Diagramm zeigt eine simple Aufschlüsselung dieses Systems:

Internet der Dinge schmetische darstellung des ökosystemsQuelle: i-SCOOP (Übersetzung von HubSpot)

Wie das Internet der Dinge neue Geschäftsmodelle ermöglicht

Das Internet breitet sich rasant aus: Weltweit sind 4,5 Milliarden Menschen online unterwegs – sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr. 53,3 Prozent allen Traffics entstehen über Mobiltelefone. In Deutschland besuchten 2019 ganze 74 Prozent aller Internetnutzer mobil das Netz.

Da die Menschheit eine immer umfangreichere Vernetzung anstrebt, wird auch unser Alltag immer vernetzter. Viele könnten sich jetzt bereits ihr Smartphone aus dem normalen Arbeitstag nicht mehr wegdenken. Sie benutzen es nicht nur, um Anrufe zu tätigen, sondern auch um Wegbeschreibungen abzurufen, ein Taxi zu bestellen oder einen Tisch im Restaurant zu reservieren.

Ihre eigenen Kunden folgen diesem Trend wahrscheinlich ebenso. Das öffnet Ihnen Tür und Tor zu neuen Geschäftsmodellen. Denken Sie nur mal daran, welche Produkte in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommen sind:

  • Staubsaugerroboter, die von unterwegs aus gestartet werden können, 

  • Geräte, die auf Zuruf jedes beliebige Lied abspielen, 

  • Maschinen, die selbstständig Daten über ihre Funktionsweise und mögliche Fehler übertragen und uns so der Industrie 4.0 immer näher bringen und

  • Wearables wie etwa Smartwatches, die automatisch den Puls messen und die Daten direkt an eine App senden. 

Ohne die Möglichkeiten des Internets der Dinge wäre all das nicht möglich. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier oft in der Bequemlichkeit der Menschen: Wie können Sie Ihren Kunden digital das Leben erleichtern?

Mit Künstlicher Intelligenz zur Smart City?

Das Internet der Dinge muss sich nicht auf Privatpersonen beschränken. Immer mehr Städte versuchen, das Konzept für sich zu nutzen, um öffentliche Verkehrsmittel, die Energieversorgung, Kommunikationskanäle und all die anderen Aspekte des gemeinsamen Lebens großer Menschenmassen sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Das Ziel: effizienter werden, Ressourcen sparen und die Bedürfnisse der Bevölkerung so gut es geht erfüllen. 

Damit das funktioniert und alle Zahnräder des Systems problemfrei ineinandergreifen können, braucht es künstliche Intelligenz. Eine riesige Datenmenge - im wahrsten Sinne des Wortes Big Data - muss sehr schnell und präzise ausgewertet werden. Das System muss wissen, welche Geräte wie miteinander arbeiten und zusammenspielen und wie sich der Mensch dazwischen bewegt. 

Straßenlaternen müssen lernen, sich einzuschalten, wenn ein Mensch sich ihnen nähert – nicht aber, wenn eine Katze über die Straße rennt. Schleusen müssen erkennen, wie viel Wasser durch sie hindurchfließen darf. Navigationsgeräte müssen die Pendler-Zeiten kennen und aus allen gesammelten Daten eine Alternativroute berechnen können. Diese Liste ließe sich unendlich lang fortführen.

Bis die künstliche Intelligenz weit genug entwickelt ist, um eine auf sämtlichen Ebenen reibungslos funktionierende Smart City zu ermöglichen, werden sicher noch einige Jahre ins Land gehen. Sicher scheint jedoch: Die Verflechtung unseres Alltags mit dem Internet der Dinge schreitet voran.

Was bedeutet das Internet der Dinge für Ihr Marketing?

Dass das Internet der Dinge auf dem Vormarsch ist, äußert sich natürlich nicht nur in den Träumen von Smart Citys, den Annehmlichkeiten neuer, vernetzter Alltagsgegenstände oder dem Entwickeln neuer, futuristischer Geschäftsmodelle. Auch auf Ihr Marketing kann es sich auswirken - und zwar früher, als Sie vielleicht denken.

Schon 2013 ließ sich der Getränkehersteller Diageo zum Vatertag eine ganz besondere (digitale) Werbeaktion einfallen. Es wurden kurzerhand 100.000 Whiskey-Flaschen – echte Glasflaschen mit Whiskey-Inhalt – mit dem Internet verbunden. Die 100.000 beschenkten Väter erhielten an diesem Vatertag nicht nur eine süffige, sondern zudem auch eine digitale Überraschung. Über das Internet konnten die Väter auf eine persönliche Videonachricht von ihren Kindern zugreifen.

Hier wurde also eine Flasche Whiskey zu einem neuen „Ding“ im IoT und die Kampagne führte zwei Wochen vor dem Vatertag zu einem 72 prozentigen Anstieg der Verkaufszahlen. Da lohnt es sich doch, die Frage zu stellen, ob das Angebot Ihres Unternehmens nicht auch entsprechend vernetzt werden könnte?

Mit den folgenden drei Tipps möchten wir Ihnen diese Entscheidung erleichtern:

1) Behalten Sie die Technologien im Auge, die für Sie verfügbar sind

2017 stellte Samsung bei seiner jährlichen Entwicklerkonferenz sein „Project Ambience“ vor: ein kleiner Dongle, der mit Objekten und Geräten im Haushalt (z. B. einem Lautsprecher) verbunden werden kann, um diese in „smarte“, vernetzte Geräte zu verwandeln.

Diese Technologie ist zwar vorläufig nur mit Bixby, dem Sprachassistenten von Samsung kompatibel, aber das ist nur der Anfang. Andere Anbieter sind bereits einen Schritt weitergegangen: Baidu und Amazon etwa stellen spezielle Tools für Entwickler bereit, mit denen diese DuerOS beziehungsweise Alexa in ihre Anwendungen und Produkte integrieren können. Es wird wohl nicht lange dauern, bis eine Technologie verfügbar wird, die mit jedem beliebigen Sprachassistenten verbunden werden kann. 

Für Marketer ist es sehr wichtig, die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich nachzuverfolgen, damit sie diese späterhin – als Vorreiter der Branche – in ihr Angebot einbinden können.

2) Identifizieren Sie potenzielle Stolpersteine

Wann immer Sie eine neue Kampagne starten, besteht das Potenzial, dass nicht alles glatt läuft. Alle Stolpersteine kann man zwar nicht vorausahnen, doch für viele unvorhergesehene Fälle lassen sich doch gewisse Vorbereitungen treffen.

Selbstverständlich werden beim Thema IoT für jedes Unternehmen andere Aspekte ins Gewicht fallen. Das folgende Diagramm könnte aber ein nützlicher Ausgangspunkt sein, um für etwaige Herausforderungen vorauszuplanen.

umfrag des business insiders zum thema IoT projekte

Quelle: Business Insider (Übersetzung von HubSpot)

3) Suchen Sie nach unentdecktem Potenzial und holen Sie sich Inspiration von anderen Anwendungsfällen

Wer beim Marketing die Nase vorn haben möchte, muss Neuem gegenüber aufgeschlossen bleiben. Wer früher die mehr oder weniger bewusste Entscheidung traf, sich nicht mit den taufrischen technologischen Trends zu beschäftigen, hinkt diesen jetzt womöglich hinterher.

Es ist daher wichtig, dass Sie neue Technologien nicht ignorieren, sondern vielleicht auch dem ein oder anderen Trend folgen, und über dessen potenziellen Nutzen für Ihr eigenes Unternehmen nachdenken.

Fazit: Das IoT bietet Unternehmen unendlich viele Möglichkeiten

Die oben genannte Initiative des Getränkeherstellers Diageo ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen das IoT gezielt für die eigenen Zwecke einsetzen konnte. Weitere Beispiele sind dieser Hersteller von Deckenventilatoren, der durch das Internet of Things das Nutzererlebnis mit seinen Produkten verbessern möchte, oder dieser Anbieter von Automatisierungslösungen für die industrielle Produktion, der vernetzte, smarte Geräte nutzt, um die Lagerzyklen in Fabriken zu verkürzen.

Das Internet der Dinge bietet unter anderem die Möglichkeit, Produktionsabläufe zu verbessern und die Arbeit innerhalb des Unternehmens zu erleichtern. Vor allem aber liegt Potenzial in der Vernetzung der realen mit der virtuellen Welt und der Nutzung der intelligenten Geräte in Verbindung mit erhobenen Kundendaten. Im Ergebnis könnte eine so unmittelbare, direkte Kommunikation entstehen, wie es sie nie zuvor gegeben hat.

Unser Fazit heute lautet: Es ist noch nicht zu spät, sich mit dem Internet der Dinge vertraut zu machen, sein enormes Potenzial zu entdecken und dann auszuschöpfen.

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Titelbild: ipopba / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 8. Januar 2021, aktualisiert am Januar 08 2021

Themen:

Internet der Dinge