Was sind NFTs? Ein Überblick über Non-Fungible Token

Leitfaden: Einführung in Web3
Constantin Sponagel
Constantin Sponagel

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NFTs sind nicht mehr wegzudenken. Egal, ob digitale Kunstwerke, Objekte aus Computerspielen, digitale Eintrittskarten oder Domain-Namen. Die Erfolgsgeschichte der Non-Fungible Tokens, kurz NFTs, begann bereits 2012 und gewann zunehmend an Aufmerksamkeit. Heute boomt der NFT-Markt wie nie zuvor. Hier erfahren Sie, wie genau NFTs funktionieren, wie Sie sie erstellen und erwerben können.

Würfel mit NFT Buchstaben liegen auf Platine

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Das Gegenstück zu NFTs sind fungible, also austauschbare, Token, die immer den gleichen Wert haben und somit keine Unikate darstellen. Ein Beispiel hierfür sind Kryptowährungen wie Bitcoin.

Wie funktionieren NFTs?

NFTs basieren auf der Distributed Ledger Technology (DLT), die auch Grundlage der Blockchain-Technologie ist und eine dezentrale Datenbank darstellt. Dieses digitale System ermöglicht die Aufzeichnung von Bewegungen und Transaktionen, die an mehreren Stellen gleichzeitig gesichert werden. Durch die Verkettung und Verzahnung des Systems ist keine Manipulation oder Veränderung des digitalen Wertes möglich.

Wofür werden NFTs genutzt?

Die Arten und Nutzungsmöglichkeiten von NFTs sind vielfältig. Die folgenden fünf Beispiele zählen derzeit zu den wichtigsten Anwendungsbereichen:

1. Vermögenswerte

Der Handel mit virtuellen Vermögenswerten zählt derzeit zu den Märkten mit dem größten Wachstumspotenzial. NFT-Plattformen wie Earth2, Decentraland und Voxels ermöglichen beispielsweise den Kauf von virtuellen Grundstücken. Interessierte Investorinnen und Investoren sichern sich für hohe fünfstellige Summen Eigentum in der digitalen Welt – auch bekannt als das Metaverse.

2. Sammlerstücke

NFTs haben völlig neue Formen von Sammelobjekten geschaffen: Digital Collectibles, eine Art digitale Sammelkarten, ermöglichen es etwa Sportfans tokenisierte Versionen ihrer Lieblingsspieler zu erwerben, wie es bereits bei NBA Top Shot vom Computerspielentwickler Dapper Labs angeboten wird.

Außerdem kann der Erwerb eines entsprechenden NFTs Fans ein Mitbestimmungsrecht an der Vereinspolitik ermöglichen. So wurde beispielsweise beim englischen Fußballverein Crawley Town ein Spieler aufgrund des Votings von NFT-Eigentümern unter Vertrag genommen.

3. Digitale Kunstwerke

NFTs machen auch vor dem klassischen Kunstmarkt nicht Halt und ermöglichen den Handel von virtueller Kunst. Zu den bekanntesten Marktplätzen für Kunst-NFTs zählen Nifty Gateway und SuperRare. Der Schutz von einzigartigen Kunstwerken, insbesondere von digitalen und vervielfältigbaren Objekten wie Musik, Videos oder Grafiken, ist im digitalen Zeitalter eine Herausforderung.

NFTs lösen dieses Problem, indem sie es ermöglichen, Eigentumsrechte über die Blockchain nachzuweisen. Gleichzeitig können Künstlerinnen und Künstler ihr Urheberrecht schützen. Auch ist die Reichweite für digitale NFT-Auktionen höher als die der traditionellen Auktionshäuser, was die potenziellen Auktionserlöse für Kunstschaffende steigert.

Für Privatpersonen schaffen NFTs die Möglichkeit, in namhafte Künstlerinnen und Künstler zu investieren, einen Teil ihrer Kunst zu besitzen und an ihrer Wertentwicklung zu partizipieren.

Ein weiterer Vorteil: Die Kunstwerke können in Ausstellungen verbleiben und stehen der Öffentlichkeit als Kulturgut zur Verfügung. Weltberühmt wurde beispielsweise der „Bored Ape Yacht Club“, eine Kollektion von einem Algorithmus generierter Cartoon-Affen.

4. Gaming

Es gibt kaum mehr Menschen, denen die Spiele World of Warcraft, League of Legends oder Fortnite nichts sagen. Der E-Sports-Markt boomt und ist schon lange in der realen Welt angekommen. Immer mehr Menschen sind bereit, echtes Geld für virtuelle In-Game Objekte auszugeben. Dazu zählen etwa seltene Ausrüstungsgegenstände, Spielerprofile oder sogenannten Skins, also optische Effekte.

Auch in diesem Bereich finden NFTs deshalb Anwendung. Sie ermöglichen den sicheren Transfer und Handel dieser Gegenstände und der damit verbundenen Eigentumsrechte. Zudem entstehen auch neue Online-Spiele wie Cryptokitties. Hier können Spielerinnen und Spieler virtuelle Katzen als NFTs kaufen, sammeln und züchten. Grundlage ist auch hier die Ethereum-Blockchain und Ether dient als Handelswährung.

5. Identitäten

Jeder Mensch hinterlässt bei nahezu jeder seiner Bewegungen im Web Daten. Die datentechnische Identität eines Menschen setzt sich aus unterschiedlichsten und unzähligen Komponenten zusammen: Erscheinungsbild, familiärer und kultureller Hintergrund, medizinische Gegebenheiten, Bildungs- und Berufswege und vieles mehr.

NFTs ermöglichen die Tokenisierung dieser und vieler weiterer persönlicher Daten, wie etwa von Legitimationspapieren. Die Idee hinter der Tokenisierung dieser Werte ist es, den Personen ihre eigene Identität zu geben und sie somit zu schützen.

Wie kann man NFTs erstellen?

NFTs kann jede und jeder erstellen. Voraussetzung ist lediglich, dass man die Rechte an dem tokenisierten Vermögenswert oder -gegenstand besitzt. Zudem benötigt man einige Coins und eine Krypto-Wallet zur Zahlung der Gebühren. Da die meisten NFTs auf der Ethereum-Blockchain basieren, eignet sich insbesondere der Besitz der Kryptowährung Ether.

Zudem ist der Zugang zu einem Marktplatz wie etwa OpenSea, Rarible oder Mintable erforderlich, auf dem das Kunstwerk in ein NFT umgewandelt wird. Dieser Prozess wird als „Minting“ oder „Prägung“ bezeichnet und garantiert die Einzigartigkeit des Tokens. So wird der Wert zu einem NFT auf einer Smart-Contract-Blockchain.

Wie viel kosten NFTS?

Der Preis eines NFTs ist unterschiedlich und kann je nach Nachfrage schwanken. Zusätzlich zu den Kosten für den Token veranschlagen Handelsplattformen ähnlich wie beim klassischen Börsenhandel ebenfalls Transaktionsgebühren. Diese bewegen sich derzeit zwischen ein bis fünf Prozent des Handelswerts.

Einen NFT zu erstellen, ist auf einigen Plattformen derzeit sogar noch kostenlos. Servicegebühren werden erst bei Verkauf des NFTs erhoben und betragen ca. 2,5 Prozent des Verkaufspreises.

Wie kann man NFTs kaufen?

Aufgrund des regelrechten NFT-Hypes gibt es zahlreiche Plattformen und Apps, um NFTs zu kaufen. Wichtig ist dabei, dass man die Kryptowährung besitzt, in der die NFTs gehandelt werden. Beliebte Plattformen sind derzeit Coinbase, Launchpad und crypto.com.

Der erste Schritt ist meistens die Eröffnung eines Benutzerkontos bei dem gewünschten Anbieter. Anschließend transferieren Sie Geld auf das Konto, das dann in die benötigte Kryptowährung getauscht wird. Nun können Sie den gewünschten NFT erwerben und in einer Wallet, wie etwa MetaMask, verwalten.

Meilensteine in der Erfolgsgeschichte der NFTs

  • 2017: Die Veröffentlichung des Non-Fungible-Token-Standards durch Ethereum schafft die Grundlage für alle bisherig ausgegebenen NFTs. Im Juni 2017 entstand mit der Sammlung „CryptoPunks“ eine der ersten Ethereum-NFTs.
  • Januar 2018: Mit dem ERC-721 wird eine spezielle Norm für NFTs eingeführt. ERC steht für „Ethereum Request for Comments“. Dies ist keine spezielle Technologie oder Plattform, sondern eine Bauanleitung für NFTs.
  • 2021: Die auf die NBA spezialisierte Plattform für Sammelkarten NBA Top Shot emittiert NFTs und setzt allein im ersten Quartal mehr als 500 Millionen US-Dollar um.
  • März 2021: Der erste Tweet von Jack Dorsey wird als NFT für 2,9 Millionen US-Dollar verkauft. Bei einer NFT-Auktion im weltbekannten Auktionshaus Christie wird eine digitale Collage mit dem Namen „Everydays: The First 5000 Days” von Mike Winkelmann, auch Beeple genannt, für eine Rekordsumme von mehr als 69 Millionen US-Dollar versteigert.
  • Oktober 2021: Der NFT-Hype bringt einige Teilnehmende auf verrückte Ideen. Ein Eigentümer verkauft ein NFT zum Rekordpreis von 532 Millionen US-Dollar – allerdings an sich selbst. Ob es sich dabei um einen PR-Gag oder um einen plumpen Versuch, den Wert zu manipulieren, handelt, bleibt umstritten.

Kritikpunkte an NFTs

Viele Chancen und eine immenser Hype – aber NFTs sind nicht frei von Kritik:

  • Nachhaltigkeit: Der Handel mit NFTs erfolgt meist mittels der Kryptowährung Ether, deren Erstellungsprozess sehr energieaufwendig ist. Zudem verbraucht auch jede Transaktion Strom, der nur in seltenen Fällen aus erneuerbaren Energiequellen stammt.
  • Geldwäsche: Theoretisch bieten Kryptowährungen wie Ether oder Bitcoin mittels einsehbarer Register Transparenz über Transaktionen. Trotzdem stehen Plattformen, die die Erstellung von und den Handel mit NFTs ermöglichen, immer wieder unter Verdacht, Gelder aus illegalen Aktivitäten zu waschen.

Fazit: NFTs sind weit mehr als nur ein Hype im Kunstmarkt

Insbesondere in Form von Kunstwerken erfahren NFTs aktuell einen unvergleichbaren Boom. Doch die dahinterstehende Technologie im Web 3.0 bietet noch weitaus mehr Möglichkeiten als digitale Kunst. NFTs eröffnen neue Perspektiven für die Anlage, den Handel und die Partizipation an Vermögenswerten.

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Titelbild: Andrey Metelev / Unsplash

Themen: Web 3.0

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