Eine komplette Neugestaltung der eigenen Internetpräsenz hat jede Menge Tücken, schließlich müssen dabei viele unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden: Das Design soll ansprechend, die Navigation intuitiv sein, SEO-Aspekte müssen beachtet werden, die Nutzer zufrieden sein – und am Ende muss das Ganze auch noch technisch richtig umgesetzt werden. Kein Wunder also, dass sich Unternehmen ohne eigene IT-Experten von dieser Herausforderung oftmals überfordert fühlen. Die folgenden sieben Tipps sollen Ihnen helfen, einen Fahrplan für Ihren Relaunch zu erstellen und entspannt den Überblick zu behalten.

Sieben Tipps für einen erfolgreichen Web-Relaunch

1. Nutzer in den Mittelpunkt stellen

Wie bei jeder anderen Maßnahme auch geht es im Kern um die Kunden. Deshalb ist es sinnvoll, schon vor der konkreten Planung des Relaunch die Nutzerstimmung abzubilden und ganz gezielt nach Anregungen zu fragen. Welche Inhalte würden sich die Nutzer auf einer neuen Website wünschen? Worauf legen sie beim Design den meisten Wert? Was ist ihnen in Bezug auf die Strukturierung der Seite wichtig? Dazu können Sie beispielsweise einen Blogartikel zum Relaunch erstellen und um Feedback in den Kommentaren bitten. So können Sie sicherstellen, dass Sie sich bei der Erstellung des Seitenkonzepts nicht verrennen und die neue Website von den Nutzern auch wirklich als Verbesserung wahrgenommen wird.

Ist der Relaunch dann vollzogen, sollte im Idealfall erneut das Feedback der Nutzer einbezogen werden – schließlich ist am Ende nur entscheidend, wie das Urteil von der neuen Seite ausfällt. Zusätzlich ist es sinnvoll, die Bounce Rate als quantitativen Maßstab zu erfassen, um genau zu wissen, wie viele Besucher die Website direkt nach dem Seitenaufruf wieder verlassen.

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2. Wettbewerbsanalyse durchführen

Wer einen Relaunch anstrebt, tut das in der Regel, weil die Performance der bestehenden Website zu wünschen übrig lässt. Gleichzeitig fehlt aber oft eine Idee, wie es besser gemacht werden kann. Hier hilft eine Analyse der größten und erfolgreichsten Wettbewerber: Was machen diese grundlegend anders? Welcher Content wird angeboten und welche Zielgruppenansprache wird gewählt? Natürlich gilt es nicht, Websites von Wettbewerbern eins-zu-eins zu kopieren. Dabei ziehen Sie unweigerlich den Kürzeren, da die Konkurrenz-Seite ja bereits etabliert ist und Ihre Version schnell als uninspirierte Kopie entlarvt wird. Aber es ist zielführend, verschiedene Aspekte unterschiedlicher Wettbewerber aufzunehmen und speziell an Ihr Unternehmen anzupassen.

Genauso sinnvoll ist es, die Schwächen der Wettbewerber zu analysieren: Was fehlt auf den jeweiligen Websites? Kann Ihr Unternehmen genau das auf der neuen Website bieten?

3. Realistische Ziele setzen

Haben Sie sich auf diese Weise eine grobe Vorstellung davon gemacht, was Ihre neue Website bieten sollte, gilt es nun, konkrete Ziele festzulegen, die mit dem Relaunch erreicht werden sollen. Die Bandbreite ist hier groß: Sie könnten eine größere Reichweite anvisieren oder mehr Leads generieren, die allgemeine Sichtbarkeit verbessern oder gar die gesamte Positionierung verschieben wollen.

An dieser Stelle sollten Sie zwei Punkte im Hinterkopf behalten:

  • Erstens müssen die Ziele realistisch zu erreichen sein. Ein regionales Kleinunternehmen wird wohl kaum auf Platz Eins der organischen Suchergebnisse bei Google landen können, wenn sein Hauptkonkurrent ein Global Player von einer Dimension wie Apple oder Facebook ist. Analysieren Sie stattdessen ganz nüchtern, welche Ziele in einem überschaubaren Zeitraum mit den entsprechenden Bemühungen wirklich zu erreichen sind, sonst bietet Ihnen Ihr Relaunch keinen Mehrwert.
  • Zweitens sollten Sie nicht der Versuchung erliegen, sämtliche oben genannten Ziele auf einen Schlag ins Visier zu nehmen. So verführerisch es auch sein mag, beim Neustart DIE Website schlechthin hinzulegen, die in jeder Hinsicht grandios performt, ist diese Vorstellung doch reichlich unrealistisch. Führen Sie sich stattdessen vor Augen, welche konkreten Mängel der bestehenden Website zum geplanten Relaunch geführt haben und beginnen Sie damit, entsprechende Ziele anzugehen.

4. Zielgruppe definieren

Nachdem Sie die erörtert haben, WAS Sie mit der neuen Website erreichen möchten, sollten Sie sich nun fragen, WEN Sie erreichen möchten. Denn der Aufbau einer neuen Website ist immer ein guter Zeitpunkt, um grundlegendere Marketing-Themen anzugehen und sie direkt beim Web-Relaunch zu berücksichtigen. Falls Sie also bislang nur eine vage Zielgruppe definiert haben, bietet es sich jetzt an, ausführliche Buyer-Personas zu erstellen. Diese bieten ausführliche demographische Profile der idealtypischen Kunden sowie ihrer Erwartungen an und Kontaktpunkte mit dem Unternehmen.

Falls solche Buyer-Personas in Ihrem Unternehmen bereits etabliert wurden, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, um diese auf ihre Aktualität und Angemessenheit zu überprüfen: Schließlich kann sich die Zielgruppendefinition mit der Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und eines Unternehmens ändern. Gleichzeitig ist eine ausgearbeitete Buyer-Persona die Basis für eine zielgruppengerechte Ansprache auf der neuen Website.

5. Website-Konzept erstellen

Im nächsten Schritt gehen Sie die Architektur der Website sowie sämtliche strategisch-strukturellen Aspekte an. Dabei gilt es, die unterschiedlichsten Bereiche im Blick zu behalten:

  • Usability: Die Besucher der Website sollen sich intuitiv zurechtfinden, jederzeit wissen, wo sie sich befinden und unkompliziert zu ihrem Ziel gelangen können – das ist unter dem Kriterium der Benutzerfreundlichkeit zu verstehen. An dieser Stelle geht es darum, den Nutzern die von ihnen gewünschten Informationen schnell zugänglich zu machen beziehungsweise ihnen mit wenigen Klicks einen Kauf oder die Kontaktaufnahme zu ermöglichen.
  • Navigation: Die Navigation ist eng mit der Usability verknüpft. An dieser Stelle geht es darum, wie die verschiedenen Inhalte innerhalb der Website organisiert werden und wie Sie die Besucher geschickt entsprechend eines bestimmten Pfades lenken können. Eng damit verwoben sind die verschiedenen Phasen des Kaufprozesses (auch bekannt als „Buyer's Journey“), die als Orientierungshilfe für die Informationsarchitektur dienen sollten. So ist es beispielsweise ratsam, dass sich bestimmte Unterseiten ausschließlich Inhalten für die Bewusstseins-, Überlegungs- und Entscheidungsphasen widmen. So könnten Nutzer in der Bewusstseinsphase beispielsweise ein E-Book finden, das ihnen das Problem näherbringt. Von dort aus gelangen Sie auf eine Unterseite für Nutzer in der Überlegungsphase, wo sie in einem Whitepaper Informationen zu verschiedenen Herangehensweisen an dieses Problem finden, um anschließend durch eine Fallstudie vom Angebot des Unternehmens überzeugt zu werden (Entscheidungsphase).
  • SEO: Auch die beststrukturierteste Website bietet keinen Mehrwert, wenn sie nicht gefunden wird. Deshalb ist der Aspekt der SEO, der Suchmaschinenoptimierung, unerlässlich. Diese umfasst zum einen den technischen Aufbau der Website (zum Beispiel bezogen auf interne Verlinkungen oder Tags), zum anderen aber auch auf die Inhalte. Analysieren Sie relevante Keywords und versehen Sie den Content auf Ihrer Website entsprechend, um erfolgreich zu ranken.
  • Content: Natürlich ist guter Content mehr als eine Ansammlung von Keywords. Falls der Content auf der aktuellen Seite nicht zu der erwünschten Zahl an Konversionen geführt hat, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, neue Content-Formate auszuprobieren. So könnten Sie beispielsweise direkt beim Relaunch einen eigenen Blog integrieren.
  • Design: Der schnellste Weg, um Besucher von der eigenen Seite zu vertreiben, ist ein wenig ansprechendes Design. Die diesbezügliche Ästhetik ändert sich schnell, weshalb ein Relaunch der optimale Zeitpunkt ist, um die optische Gestaltung an den Zahn der Zeit anzulehnen. Ganz grundsätzlich sollte die Website-Gestaltung auf das Unternehmensdesign abgestimmt sein. Da Menschen von den unterschiedlichsten Endgeräten auf die neue Seite zugreifen werden, ist ein Responsive Design, das die Darstellung entsprechend anpasst, ein Muss.

6. Technische Infrastruktur festlegen und aktualisieren

Schließlich stellt sich natürlich die Frage, wie sich die geplanten Inhalte technisch umsetzen lassen. Hier ist vor allem das passende Content Management System (CMS) entscheidend, das im Bestfall dynamisch ist und auch nachträgliche Änderungen zulässt. Aber auch alle bestehenden Systeme gilt es nun auf die neuen URLs umzustellen. Das betrifft zum Beispiel Google Ads, aber auch alle verwendeten Analytics-Tools.

An dieser Stelle lauern zahlreiche Fallstricke. Soll beispielsweise der Google Tag Manager für die neue Website eingerichtet werden, müssen dort nicht nur die richtigen Code-Snippets eingefügt werden. Sie müssen zusätzlich auch Tags und Trigger erstellen und diese in Ihre Analytics implementieren, damit sich die entsprechenden Ereignisse tracken lassen. Geht hier etwas schief (zum Beispiel, weil der Tracking-Code nicht auf allen Seiten eingebaut wurde), war es das mit der zuverlässigen Datenanalyse.

Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, eine Agentur hinzuzuziehen, falls es intern keine IT-Experten gibt. Hier bietet es sich an, auf eine langfristige Zusammenarbeit zu setzen. Schließlich können auch bei der besten Planung im weiteren Verlauf Probleme auftreten. Dann ist ein IT-Support Gold wert, der nach dem Relaunch nicht nur mit der technischen Seite, sondern auch mit allen relevanten Informationen zu Ihrem Unternehmen betraut ist.

7. Redirect-Liste aufsetzen

Auch, wenn die aktuelle Website nicht alle Erwartungen erfüllt, hat sie sicherlich einen gewissen Traffic generiert. Damit Sie bei Ihrem Google-Ranking nicht völlig von vorne beginnen müssen, bietet es sich daher an, von beliebten Unter- und Detailseiten auf die neue Website weiterzuleiten. Welche Seiten besonders viele Klicks einheimsen, kann Ihnen die Google Search Console verraten.

Bei der Erstellung der eigentlichen Liste von 301-Redirects sollten Sie wie folgt vorgehen: Sie fertigen zunächst sowohl eine Excel-Liste der ursprünglichen wie auch der neuen URLs an. Im nächsten Schritt stellen Sie die jeweiligen Paare gegenüber. In den meisten Fällen sind die Paarungen offensichtlich (die alte „Über uns“-Seite sollte auf die neue „Über uns“-Seite verlinken), bei größeren Umstrukturierungen kann dieser Prozess aber auch etwas komplizierter ausfallen. Die fertige Liste muss zum Relaunch so gepflegt wie möglich sein, um 404-Fehler (Seite konnte nicht gefunden werden) zu verhindern. Programmierer können sie dann sowohl mit PHP als auch mit der .htaccess-Datei implementieren.

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Ursprünglich veröffentlicht am 31. Juli 2018, aktualisiert am Oktober 29 2018

Themen:

Webdesign