Haben Sie schon davon gehört, dass Buzzfeed nun auch eine deutsche Version der Seite auf den Markt bringen möchte? Das Unternehmen Buzzfeed beschäftigt sich damit viralen Content zu produzieren, um möglichst viel Traffic auf die eigene Seite zu leiten. 

Dort werden dann reichlich Anzeigen platziert und die passenden Produkte zum Inhalt angeboten. Das Unternehmen, welches seinen Hauptsitz in New York hat, war in der Lage seine Besucherzahlen über die letzten 24 Monate zu verdreifachen. In Zahlen ausgedrückt ist das eine Steigerung von 4,3 Millionen auf 19,3 Millionen Besuche pro Monat. 

Ähnlich wie Buzzfeed hat auch Upworthy auf diese Taktik gesetzt und mittlerweile einen monatlichen (unique) traffic von 20 Millionen Usern. Es scheint also klar zu sein – diese Seiten machen etwas richtig. Doch an wen richten sich diese Seiten und wie kann man auch so erfolgreich sein? Wir haben einmal unter die Lupe genommen was Buzzfeed und Upworthy so anstellen.

Lektion 1: Wichtige Zielgruppen sind die „Bored at work“ und „Bored in Line“ User.

Der Gründer von Buzzfeed, Jonah Peretti hat in einer Präsentation ganz klar gesagt, dass die Hauptzielgruppe aus gelangweilten Leuten besteht. Das Hauptargument was er anbrachte war, dass Leute auf der Arbeit gelangweilt sind und sich etwas zur Ablenkung suchen, was nicht allzu auffällig erscheint. Diese Gruppe von Leuten nennt Jonah: „Bored at work“. Als weitere Zielgruppe gibt es noch die „Bored in Line“ Menschen, die hauptsächlich auf ihrem mobile Gerät online sind und Inhalte gern mit ihren Freunden teilen. Diese beiden Gruppen interessieren sich jedoch für ähnliche Themen wie:

  • Ablenkende Artikel, die spannend und leicht zu lesen sind.
  • Artikel, die eine Frustration lösen können und hilfreiche Antworten liefern.

Lektion 2: Welcher Content sich verbreitet ist abhängig von der Plattform. 

Buzzfeeds Facebook Seite ist eine der meistgeteilten Seiten, mit über 15,9 Millionen Interaktionen per Monat. Da brauch ich eigentlich nicht mehr sagen, dass Facebook einen großen Teil von Buzzfeed's Erfolg ausmacht. Generell sollte man für seine eigene Marken stets alles austesten, denn man weiß nie welches Netzwerk am besten funktioniert. Aus meiner Erfahrung kann ich immer nur bestätigen, dass die erste Vermutung manchmal die falsche ist. Ich war sehr davon überzeugt, dass Facebook für uns auch die beste Plattform sein würde und viele Marketer das Netzwerk nutzen. In Wahrheit hat sich das leider nicht gezeigt und wir haben festgestellt, dass Twitter und Google+ für uns Top-Plattformen sind. Dort erreichen wir unsere Zielgruppe und können mit ihr am besten kommunizieren. Deshalb kann ich stets nur empfehlen den Mut zu haben, Dinge auszuprobieren und einen A/B Test durchzuführen. Setzten Sie vielleicht einfach mal das gleiche Budget für verschiedene Plattformen ein und vergleichen Sie die Ergebnisse aufgrund von Conversions. Dann sieht man schnell wie weit die Reichweite ist und wo die Zielgruppe aktiv ist. Auch wenn man dann noch tiefer in die Analyse geht und die Qualität des Traffics und der Leads analysiert erhält man hilfreiche Ergebnisse.

Lektion 3: Bestimmte Content Arten funktionieren sehr gut. 

Buzzfeed hat unterschiedlich Kategorien, um den erfolgreichsten Content zu erstellen. Die Liste sieht wie folgt aus:

LOL: Lustige Inhalte.

Win: Content, der sehr nützlich ist.

OMG: Schockierende Inhalte.

Schadenfreude: Leute mögen es, wenn sie sich besser als andere fühlen können.

Fail: Inhalte, die auf Fehler von anderen hinweisen und mit denen man sich als Individuum leicht identifizieren kann.

WTF: Komische und bizarre Inhalte, die Aufmerksamkeit gewinnen.

Vielleicht können Sie diese oder ähnliche Formate auch in Ihren Content einbauen. Fragen Sie sich immer: Wie wird mein Leser darauf reagieren?

Lektion 4: Nutzen Sie starke Emotionen.

Die erfolgreichsten Artikel von Buzzfeed sind sehr emotional und wühlen etwas in Ihnen auf. Das kann zum Beispiel geschehen indem wir uns Bilder von der ganzen Welt anschauen oder eine sehr persönliche Geschichte von jemanden lesen.

Auch Adam Mordechai, (Journalist bei Upworthy) denkt stetig darüber nach, wie man Emotionen mit einbinden kann und weiß wie wichtig unser menschliches Mitgefühl ist. Er selbst fragt sich stets wie er auf den Artikel emotional reagieren würde. Eine Datenanalyse aus dieser Sicht scheint zwar bizarr, aber man sollte niemals die Wichtigkeit von menschlichen Emotionen unterschätzen.  

Lektion 5: Selbstidentifikation

Dieser Punkt mag zwar sehr logisch klingen, aber er wird trotzdem oft unterschätzt. Inhalte für eine sehr spezifische Personengruppe zu erstellen kann sehr erfolgreich sein. Gehen wir einmal davon aus Sie sein Linkshänder. Dann haben Sie sicherlich ähnliche Erfahrungen mit anderen Linkshändern zu teilen und wissen wie es ist, mit der anderen Hand zu schreiben. Diese Perspektive könnte man sehr schön auf einen Artikel übertragen und ihn so nach einer sehr spezifischen Zielgruppe ausrichten. Leute, die dieses Merkmal teilen werden sich dann viel einfacher mit dem Inhalt identifizieren können und treten in Resonanz. Am Anfang geht man oftmals davon aus, dass nicht viele Leute solch eine Eigenschaft teilen, doch das ist in Wahrheit nicht der Fall. Es gibt viele Wege Inhalte in dieser Weise zu personalisieren und Erfahrungen, Emotionen, und Tipps mit anderen zu teilen.

 

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Ursprünglich veröffentlicht am 17. Juli 2014, aktualisiert am Dezember 04 2017

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