“Oh, oh, hoffentlich merkt meine Kollegin nicht, dass ich keine Ahnung vom Thema habe!” Kommt Ihnen häufig solch ein Gedanke? Oder haben Sie allgemein das Gefühl, dass Sie für Ihren Job oder Ihre Position nur bedingt oder gar ungeeignet sind? Und das, obwohl Sie eigentlich alle Aufgaben mit Bravour meistern? Dann ist bei Ihnen vielleicht das Hochstapler-Syndrom vorhanden.

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Tipps: Was tun gegen das Impostor-Syndrom?

Denken Sie auch, dass Sie das Hochstapler-Phänomen haben? Dann können Sie mit diesen Ratschlägen dagegen vorgehen:

  • Werden Sie sich bewusst, dass (wahrscheinlich) auch bei Ihnen das Impostor-Syndrom vorhanden ist. Nutzen Sie die Selbsterkenntnis als Chance, um aus dem Teufelskreis der Zweifel heraus zu kommen.
  • Versuchen Sie, Ihren negativen Gefühlen realen Fakten gegenüber zu stellen. Betrachten Sie Ihre Lage nüchterner und weniger emotional.
  • Schreiben Sie Tagebuch. Halten Sie hier fest, welche Leistungen Sie vollbracht haben. Und feiern Sie dann Ihre Erfolge und Fortschritte, indem Sie sich selbst belohnen.
  • Nehmen Sie Komplimente und Lob an. Sie sind meist ein Zeichen dafür, dass Sie wirklich etwas können und kein Betrüger bzw. keine Betrügerin sind.
  • Seien Sie nicht zu perfektionistisch! Setzen Sie Ihre Latte mit Erwartungen niedriger an.
  • Gestehen Sie sich ein, dass es immer mal schlechte Tage gibt. Das ist vollkommen in Ordnung und hat nichts mit Versagen zu tun.
  • Haben Sie so viel Selbstzweifel, dass diese in Angst mündet? Zum Beispiel, wenn Sie Ihre Start-up-Idee in einem Pitch präsentieren müssen? Überlegen Sie sich: Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Geht dann wirklich die Welt unter? Nein!
  • Beenden Sie Ihre ständigen Vergleiche. Machen Sie sich bewusst, dass auf der ganzen Welt sicherlich zig Menschen gibt, die in gewissen Dingen besser sind als Sie - aber das schmälert nicht Ihre Kompetenz. Erkennen Sie Ihre Leistung an!

Impostor-Syndrom: Woher stammt das Synonym?

Ähnliche Begriffe für das Hochstapler-Syndrom lauten Hochstapler-Phänomen, Betrüger-Phänomen, Mogelpackung-Syndrom, Impostor-Phänomen oder Impostor-Syndrom. Im Englischen steht „Impostor” für „Betrüger” bzw. „Betrügerin”, „Schwindler” bzw. „Schwindlerin” oder „Hochstapler” bzw. „Hochstaplerin”.

Da das Impostor-Syndrom nach medizinischer Definition eigentlich keine Kombination verschiedener Krankheitszeichen ist, verwenden Spezialisten ungern den Begriff „Syndrom”. Sie sprechen lieber vom Impostor- bzw. Hochstapler-Phänomen oder -Selbstkonzept.

Wie sehen die Symptome aus?

Menschen, die unter dem Impostor-Phänomen leiden, werden von Selbstzweifel geplagt. Sie können Ihre eigenen Fähigkeiten und Erfolge nur schwer oder gar nicht anerkennen. Sie haben die Angst, beispielsweise im Berufsleben, nicht wirklich kompetent zu sein.

Durch die großen Zweifel denken die Betroffenen, ein Betrüger oder eine Betrügerin zu sein. Eine Person, die andere Menschen jederzeit enttarnen und bloßstellen könnten.

Zudem kommt es beim Hochstapler-Syndrom vor, dass die Männer und Frauen ihr eigenes Glück nicht anerkennen können. Denn dieses sei laut ihrer Vorstellung nicht echt oder verdient.

Hochstapler-Syndrom versus Dunning-Kruger-Effekt

Das Gegenteil des Impostor-Syndroms ist der Dunning-Kruger-Effekt. Hier leiden die Betroffenen unter einer verzerrten Selbstwahrnehmung, indem sie ihre eigenen Fähigkeiten viel zu sehr überschätzen und die Kompetenz ihres Umfeld herabsetzen. Menschen mit Dunning-Kruger tun so, als seien Sie extrem begabt oder geschickt. So etwas mündet unter Umständen in echter Hochstapelei.

Impostor-Syndrom Ursachen: Wie entsteht das Hochstapler-Syndrom?

Die Entstehung des Hochstapler-Phänomens kann verschiedene Ursachen haben. Wie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heraus fanden, ist eine Ursache die Erziehung in der Kindheit. Wenn an Kinder, die wenig Selbstvertrauen besitzen, hohe Ansprüche gestellt werden, nährt das – besonders bei Niederschlägen – die Selbstzweifel.

Ein weiterer Punkt: Die Betroffenen kommen unter Umständen aus einem Haushalt mit geringer Bildung, schlagen aber trotzdem einen akademischen Weg ein. In ihnen besteht ein ständiger Zweifel, ob sie wirklich „richtig” im Job sind.

Wer ist vom Hochstapler-Phänomen besonders betroffen?

Lange Zeit galt das Impostor-Syndrom als ein weibliches Phänomen. Das lag unter anderem daran, dass Pauline Rose Clance und Suzanne Imes, beides Psychologinnen, in den 1970er-Jahren in einer Studie Frauen in gehobenen Positionen untersuchten. Später bekannten sich Schauspielerinnen, Top-Managerinnen und First Ladies dazu, sich als Hochstaplerin zu sehen, obwohl sie Bestleistungen erbrachten.

Wie neuere Untersuchungen zeigen, sind Frauen und Männer gleichermaßen von der besonderen Form von Selbstzweifel betroffen. Das Impostor-Phänomen kommt häufig in beruflichen Positionen vor, wo es besonders um Fachwissen, Können oder viel Verantwortung geht. So leben beispielsweise Experten in der Angst, dass ein „Konkurrent” sie übertreffen könnte und bessere Leistungen vollbringt.

Bei Workaholics kann das Impostor-Syndrom die Ursache für die Arbeitswut sein. Sie möchten sich und der Welt ständig etwas beweisen. Und so unter Umständen von Ihren Selbstzweifeln ablenken.

Fazit: Sie sind keine Mogelpackung!

Sollte es bei Ihnen Anzeichen des Hochstapler-Syndroms geben, dann nehmen Sie diese ernst. Reden Sie mit Freunden und Bekannten darüber, versuchen Sie an der Situation zu arbeiten. Und konsultieren Sie unter Umständen einen Psychologen bzw. einer Psychologin.

Wichtig: Spätestens wenn das Betrüger-Phänomen bei Ihnen zu Depressionen oder einem Burn-out führt, sollten Sie sich professionelle Hilfe holen. Es kann beispielsweise eine Psychotherapie helfen.

Geschäftsmann mit Geld in beiden Händen

Titelbild: Nuthawut Somsuk / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 22. Dezember 2021, aktualisiert am Dezember 22 2021

Themen:

Entrepreneurship