Welche Strategien führen zu einem effizienten und gewinnbringenden Lieferantenmanagement in Ihrem Unternehmen? Wir erklären Ihnen diesen wichtigen Prozess auf einen Blick und verraten Ihnen, auf was Sie dabei für Ihren Vertrieb achten müssen.

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Was ist ein Lieferant?

Lieferanten sind externe oder Subunternehmer, die Ihrer Firma Produkte, Personal oder Dienstleistungen auf regelmäßige oder gelegentliche Art bereitstellen. Für diese Zusammenarbeit zwischen Ihrem Unternehmen und den Lieferanten verfolgen Sie eine Strategie, um mit diesen zuverlässig, kostensparend und gewinnbringend zusammenzuarbeiten.

Aus dieser Strategie ergeben sich die Art der Zusammenarbeit sowie die Rolle und Aufgaben der Lieferanten. Daraus können Sie dann eigene Kriterien für Ihre Lieferantenbewertung beschließen und Ihre Lieferantenauswahl treffen.

Sie als Abnehmer oder Abnehmerin müssen im Vertrieb entscheiden, welche strategische Bedeutung die Produkte und Dienstleistungen besitzen, die Sie von den Lieferanten beziehen. Haben die Lieferanten eine besondere Kompetenz oder ein spezielles Produkt, das für Ihr Geschäft unerlässlich ist? Sind die Lieferungen für den Wettbewerb entscheidend? Sind die bezogenen Abnahmen „knapp“ auf dem Markt, sodass Ihnen bei einem Ausfall ein Schaden entsteht? Und kann der Lieferant Ihnen durch eine Sonderstellung seine Preise diktieren?

Ziele und Merkmale des Lieferantenmanagements

Hier kommt das Lieferantenmanagement ins Spiel! Damit bauen Sie einen zuverlässigen Lieferantenstamm auf und pflegen Lieferantenbeziehungen, um damit einheitliche Ergebnisse zu erzielen. Mit dieser Verwaltung können Sie die Leistungen Ihrer Lieferanten transparent vergleichen und Schwachstellen aufdecken, die Qualität überwachen und die Kosten minimieren.

Für diese Einordnung und Analyse wird zwischen strategischen und operativen Zielen im Lieferantenmanagement unterschieden.

Strategische Ziele im Lieferantenmanagement

Die strategischen Ziele im Lieferantenmanagement konzentrieren sich auf die Optimierung der Lieferantenbasis. Sie sind meistens auf einen mittel- bis langfristigen Zeitraum angelegt. Häufige strategische Ziele sind:

  • Erhöhung der Lieferantenqualität

  • Minimierung des Lieferrisikos

  • Schaffung von Synergien

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

  • Bildung von Partnerschaften

Operative Ziele im Lieferantenmanagement

Bei den operativen Zielen steht im Mittelpunkt, die Lieferkosten beim Einkauf zu senken und die Qualität eines Lieferanten zu steigern. Das sind die Zielpunkte dabei:

  • Konzentration auf den besten Lieferanten

  • Transparente Lieferantenbasis

  • Bündelung von Einkäufen

  • Verbesserung der Qualität

  • Potenziale für Optimierungen entdecken

Ermittlung von Risiken im Lieferantenmanagement

Je größer die strategische Bedeutung eines bestimmten Lieferanten ist, desto höher fällt das Risiko Ihrer Geschäftsbeziehung aus. Nicht nur die Lieferanten sind von ihren Abnehmern abhängig, sondern auch umgekehrt. Folgende Risiken können dabei auftreten:

  • Nur ein Lieferant für ein Produkt/eine Dienstleistung

  • Lieferengpässe wegen Produktionsausfall/Insolvenz

  • Mangelhafte Qualität

  • Preiserhöhungen

  • Verlangsamter Lieferzyklus

Diese Risiken sind besonders groß, wenn Ihre Firma von einem einzigen Lieferanten abhängig ist. Wenn aus Gründen wie Kostenerhöhungen, Lieferengpässen und mangelnder Qualität ein Lieferantenwechsel nötig ist, kann dieser besonders zeit- und kostenaufwändig sein.

Spezialisierung im Lieferantenmanagement

Je nach Produkt oder Dienstleistung kommt den Lieferanten eine besondere Bedeutung zu. Manche Produkte oder Services sind sehr speziell und können nur von wenigen Anbietern bereitgestellt werden. Das können zum Beispiel Angebote mit einem bestimmten Know-how sein oder technische Leistungen mit bestimmten Instrumenten.

Andere Lieferanten sind hingegen standardisiert, d. h. es gibt ein deutlich größeres Angebot auf dem Markt, und Sie können entsprechend vergleichen, auswählen und sie bei Bedarf austauschen.

Innovative Produkte durch Kooperationen im Lieferantenmanagement

Das Lieferantenmanagement bezeichnet nicht nur eine einseitige Beziehung mit einem Geben und Nehmen, sondern kann auch spezielle Entwicklungs- und Technologiepartnerschaften festlegen. Dabei kann Ihre Firma zum Beispiel mit einem Lieferanten innovative Produkte oder Services wie neue Vertriebsmöglichkeiten oder Technologien für den Kundendienst entwickeln. Zusammen gestalten beide Seiten erfolgskritische Komponenten und Abläufe für ein gemeinsames Ziel.

Der Prozess im Lieferantenmanagement

Grundsätzlich gibt es vier Prozesse im Lieferantenmanagement:

  1. Bewertung

  2. Entwicklung

  3. Integration

  4. Controlling

In der Lieferantenbewertung werden alle Lieferanten erfasst und ihre Leistungsfähigkeiten einheitlich und vergleichbar bewertet. Danach folgt die Lieferantenentwicklung, bei der Unternehmen Zielvorgaben für eine gemeinsame Optimierung festlegen. Die Lieferantenentwicklung ist vor allem für eine nachhaltige Zusammenarbeit wichtig.

Die Lieferantenintegration erweitert mögliche Aufgaben der Lieferanten, um zum Beispiel zeitliche Abläufe zu beschleunigen oder bestimmte Aktivitäten vorzuverlagern. Das Lieferantencontrolling schließlich überwacht diese Zielvorgaben, um Schwachstellen frühzeitig aufzudecken und zu eliminieren.

Smartes und nachhaltiges Lieferantenmanagement

Wenn Sie sich Gedanken über Ihr Lieferantenmanagement im Vertrieb machen, sollten Sie die Nachhaltigkeit und Effizienz Ihrer Lieferkette berücksichtigen. Wo lassen sich Synergien bündeln? Wo Kosten und Energie einsparen? Wo doppelte bzw. längere Lieferwege vermeiden?

Ein Faktor im Lieferantenmanagement ist die organisatorische Unterteilung nach zum Beispiel länderspezifischen (DACH, UK, Skandinavien) und kontinentalen Regionen (Europa, Nordamerika, Asien) oder nach bestimmten Abteilungen.

Wie lässt sich das smarte Einkaufserlebnis im Lieferantenmanagement umsetzen?

Eine verantwortliche Person für den Einkauf könnte interne Stakeholder im Unternehmen gewinnen, um zum Beispiel fehlerhafte oder ineffiziente Prozessabläufe aufzudecken und zu beseitigen. Dabei können regelmäßig auftretende Probleme oder eine Optimierung der IT-Prozesse oder Lieferwege besprochen werden.

Zusammen mit den Lieferanten ist es zudem sinnvoll, Innovationsworkshops zu veranstalten und einen regelmäßigen Informationsaustausch zu etablieren, damit beide Seiten effizient und gewinnbringend agieren können. Das Ergebnis ist ein smartes Einkaufserlebnis mit geringen Anfälligkeiten und einem hohen und nachhaltigen Ertrag für Ihren Vertrieb.

Geschäftsmann mit Geld in beiden Händen

Titelbild: Drazen Zigic / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 29. Juni 2021, aktualisiert am Juni 29 2021

Themen:

Entrepreneurship