Die transparente Datenstruktur eines Produktes ist während der gesamten Wertschöpfungskette essentiell. Sie erlaubt Rückschlüsse auf das Entwicklungspotential und die finanzielle Rentabilität. Zusätzlich stärkt sie die unternehmensweite Zusammenarbeit, indem sie einen globalen Wissensaustausch ermöglicht.

In diesem Beitrag erfahren Sie, warum das Product Lifecycle Management die Produkte entlang des gesamten Lebenszyklus betrachtet und welche Vorteile der Ansatz bietet.

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Was umfasst das Product Lifecycle Management?

Das Product Lifecycle Management (kurz: PLM, deutsch: Produktlebenszyklusmanagement) bezeichnet einen systematischen Ansatz, der die gesamte Verwaltung eines Produktes und seiner Entwicklung über den vollständigen Produktlebenszyklus hinweg umfasst. Der Prozess ist abgeleitet vom Produktdatenmanagement (kurz: PDM), geht jedoch in seinem Umfang darüber hinaus.

PLM bündelt alle Produktinformation über den kompletten Zeitraum der Wertschöpfungskette und begleitet den Entwicklungsprozess von der Produktidee bis hin zur Demontage. Dabei durchläuft der Prozess die folgenden drei Etappen:

  1. Beginning of Life: umfasst die Produktidee, das Produktdesign sowie die -planung.

  2. Middle of Life: umfasst die Produktfertigung, -vermarktung und -instandhaltung.

  3. End of Life: umfasst die Produktdemontage und -recycling. 

Die strategische Ausrichtung ist dabei geprägt von einem hohen Maß an Effizienz, denn zu jedem Zeitpunkt stehen den Mitarbeitern qualitative Daten über die Produktentwicklung zur Verfügung.

Die zentrale Verwaltung unterstützt zudem die unternehmensweite Zusammenarbeit, da jede Fachkraft über dasselbe Wissen verfügt. Zusätzlich bietet der Ansatz Aufschluss über den Erfolg der Entwicklung innerhalb der einzelnen Lebensphasen und sorgt somit für die Erhöhung der Entwicklungsproduktivität.

Das PLM nutzt jedoch nicht nur direkte Informationen zum Produkt, sondern auch Wissen rundherum. So werden Prozesse, Systeme und Fachkräfte festgehalten, die über ein bestimmtes Wissen zum Produkt verfügen. Der Ansatz stammt ursprünglich aus der Fertigungsindustrie. Heute findet er jedoch in den unterschiedlichsten Bereichen und Branchen Anwendung – immer dort, wo eigene Produkte entwickelt werden.

Lebenszyklus eines Produktes: Das Zentrum des PLMs

Das zentrale Element des Product Lifecycle Managements bildet der Produktlebenszyklus selbst. Deshalb wird nachfolgend erklärt, welche Stationen zum Lebenszyklus gehören und somit auch, welche Entwicklungsphasen vom PLM begleitet werden:

1. Produktentwicklung und -design

Jedes Produkt benötigt zunächst eine Idee – besser sogar mehr als nur eine. Denn so kann unter den besten Vorschlägen die innovativste und erfolgversprechendste Idee ausgewählt werden. Optimierungen sorgen bereits in der frühen Phase dafür, dass Fehler vermieden werden und Kosten- sowie Zeitressourcen effizient bleiben.  

Nach der Produktidee folgt die Konzeptionierung des Produktdesigns. Es werden Materialien bestimmt und erste Prototypen angefertigt. In der Regel wird es jedoch nicht bei einem Prototypen bleiben. Feedbackschleifen und Kundenwünsche werden genutzt, um das Produkt zu optimieren.

2. Produktmanagement und -simulation

In den nächsten Schritten werden die Daten zum Produkt erfasst und Simulationen durchgeführt. So kann das Produkt ausgiebig getestet und wichtige Parameter bestimmt werden.

3. Produktfertigung und -vermarktung

Anschließend geht das Produkt in die Fertigung. Dazu müssen Materialien und einzelne Teile über entsprechende Lieferanten beschafft werden. Das Produkt wird zusammengesetzt und montiert.

Nach ausgiebigen Qualitätstest erfolgt schließlich die Einführung in den Markt. Hierzu werden im Vorhinein Strategien für den Absatz aufgesetzt und in operative Prozesse überführt.

4. Produktinstandhaltung und -recycling

Feedback von Kunden, Lieferanten und anderen Stakeholdern wird stets entgegengenommen und in den Produktionsprozess integriert. So kann das Produkt optimiert und instandgehalten.

Doch auch das Ende des Produktlebenszyklus wird vom Product Lifecycle Management begleitet. Demontage und Recycling gehören zur Wertschöpfungskette dazu und bieten Aufschluss über Erfolg oder aber Misserfolg eines Produktes.

PLM-System: Software unterstützt die Umsetzung

Um den PLM-Prozess ins Unternehmen zu etablieren, bietet sich eine entsprechende Software an. Sogenannte PLM-Systeme bieten dafür eine ganzheitliche Lösung. Dennoch ist es mit einem Tool allein nicht getan: Vielmehr sind PLM-Systeme eine zentrale Datenbank für jegliche produktbezogenen und -relevanten Daten.

PLM-Software berechnet, entwirft und konstruiert. Sie umfasst beispielsweise Computer-Aided-Engineering (CAE), Computer-Aided-Design (CAD) sowie Computer-Aided-Manufacturing.

Das soll eine effiziente und saubere Produktionskette ermöglichen. Jeder Mitarbeiter kann mittels der Software gleichzeitig an den Produktdaten arbeiten und erhält Zugriff auf aktuelle Informationen.

Dennoch ist es überaus wichtig, dass Ihr gesamtes Unternehmen auf den Prozess vorbereitet ist. Denn neben der operativen Umsetzung sollte die strategische Ausrichtung im gesamten Unternehmen etabliert sein. Nur fachkundige Mitarbeiter, die genügend Wissen über den PLM-Prozess mitbringen, können den Erfolg der Methode unterstützen.  

PLM-Plattformen führen Software-Elemente, Menschen und Prozesse zusammen und sorgen somit für eine Wissensbündelung. Sie bieten ein zentrales Netzwerk, das dafür sorgt, dass Ihr Unternehmen effektiv und nachhaltig zusammenarbeiten kann.

Unterschiede zwischen ERP- und PLM-Systemen

Oftmals wird PLM fälschlicherweise mit ERP-Systemen verglichen oder sogar gleichgesetzt. Ein ERP-System funktioniert jedoch grundlegend anders und setzt andere Prozesse in Kraft. ERP-Systeme standardisieren die Anlage von Produktdaten und sorgen dafür, dass Bestellungen ausgelöst und Prognosen berechnet werden können. Sie sorgen somit für eine Schnittstelle zwischen Supply-Chain-Management, Produktdatenpflege und Logistik.

PLM-Systeme hingegen begleiten kreative Köpfe während der Entwicklung, Fertigung, Vermarktung sowie Demontage von innovativen Produkten. Sie sind zwar auch durch einen standardisierten Prozess gekennzeichnet, müssen jedoch genügend Raum für Kreativität lassen, damit neue Produkte entstehen können.

Eine ganzheitliche PLM-Lösung beinhaltet außerdem nicht nur die verwendete Software, sondern darüber hinaus auch eine bestimmte Arbeitsweise, Fachleute und unterschiedliche Tools. ERP-Systeme und andere Plattformen können somit als Schnittstellen verstanden werden, die zum PLM-Ansatz dazugehören. 

Das Product Lifecycle Management bezeichnet eine ganzheitliche, strategische Methode, die die Entwicklung über den gesamten Lebenszeitraum eines Produkts hinweg begleitet. Von der Produktidee über die Fertigung bis hin zur Entsorgung werden wichtige Daten und Entwicklungsschritte festgehalten.

Durch ein entsprechendes PLM-System wird eine zentrale Wissensdatenbank geschaffen, die eine kollaborative und nachhaltige Zusammenarbeit ermöglicht.

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Titelbild: Chaay_Tee / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 11. Januar 2021, aktualisiert am Januar 11 2021

Themen:

Produktmanagement