Was ist Release Management? Definition, Prozess und Ziele

Kundenservice mit Herz
Xenia Stoll
Xenia Stoll

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IT-Strukturen unterliegen in der gegenwärtigen Zeit einem steten Wandel. Änderungen und Updates sorgen dafür, dass die Software verbessert und angepasst wird, bergen allerdings auch die Gefahr eines Totalausfalls. Das Release Management sorgt durch einen standardisierten Prozess des Rollouts unter anderem dafür, dass das System getestet und unter ständiger Kontrolle in die Live-Umgebung ausgerollt wird. Wir erklären Ihnen alles rund um diesen wichtigen Prozess.

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Release Management: Ziele

Das übergeordnete Ziel Ausfälle zu vermeiden, lässt sich in mehrere Unterziele aufteilen:

  • Minimierung von Risiken: Das Release Management identifiziert und steuert potenzielle Gefahren und Herausforderungen, die während des Release-Prozesses auftreten können, beispielsweise Ausfallzeiten.
  • Qualitätssicherung: Durch klare Prozesse wird eine hohe Qualität und Funktionalität des Releases sichergestellt.
  • Effizienzsteigerung: Ressourcen und Prozesse werden optimiert, um ein Release so kosteneffizient wie möglich zu gestalten.

Zudem steht auch die Kundenzufriedenheit bei jedem Endbenutzer und jeder Endbenutzerin im Fokus. Das Endprodukt soll den Kundenanforderungen entsprechen und damit auch zur Bindung der Kundschaft beitragen.

Release-Management-Prozess: Der ideale Ablauf

Software-Anwendungen bedürfen einer ständigen Erneuerung, auch Releases genannt. Im Geschäftsbereich muss dieser Prozess strengstens überwacht werden, damit durch neue Releases oder Konfigurationen Geschäftsprozesse nicht lahmgelegt werden.

Aufgabe des agilen Release Managements ist die Reduzierung von Prozessstörungen. So wird gleichzeitig der daraus resultierende finanzielle Aufwand minimiert.

Der Prozess des Release Managements stellt im Softwareentwicklungsprozess die Planung sowie Implementierung von Konfigurationsanpassungen in ein Release oder Update sicher. Es gliedert sich somit zwischen Change- und Konfigurationsmanagement ein.

Als Release wird eine Gruppe von Änderungen bezeichnet. Das Release Management dient als zentrale Überwachungsschnittstelle, um das unternehmerische Risiko der Änderungen mithilfe einer technischen Abschätzung zu vertreten.

Release Management: Die Phasen im Überblick

Der Prozess des Release Managements gliedert sich in folgende Prozessschritte und Phasen:

  1. Anforderung: In dieser Phase werden die spezifischen Anforderungen und Wünsche von Stakeholdern, Kunden, Kundinnen oder internen Teams gesammelt und definiert, um die Grundlage für den Release zu bilden.
  2. Planung: Danach erfolgt die Erstellung eines strategischen Plans, der die Ressourcen, Zeitpläne und Aktivitäten, die für das Release benötigt werden, enthält.
  3. Entscheidung: Ist die Release-Planung sinnvoll und an alles gedacht? Im dritten Schritt wird alles bewertet und sichergestellt, ob alle Voraussetzungen für das Release erfüllt sind. Dann erfolgt grünes Licht für die Umsetzung.
  4. Analyse: In der Analysephase werden die festgelegten Anforderungen und Pläne sorgfältig untersucht, um mögliche Schwachstellen oder Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
  5. Qualitätskontrolle: Im fünften Schritt durchläuft das Produkt umfangreiche Tests und Prüfungen. So wird sichergestellt, dass es den definierten Qualitätsstandards und Anforderungen entspricht.
  6. Erstellung/Implementierung: Danach wird es ernst und das Produkt oder die Softwareversion entwickelt und umgesetzt. Das Release wird implementiert und in der Zielumgebung bereitgestellt.
  7. Dokumentation: Abschließend erfolgen Dokumentationen, die alle relevanten Informationen, Änderungen und Anleitungen zum Release enthalten, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

Mithilfe eines Release-Management-Tools können Unternehmen entlang des Prozesses sicherstellen, dass Änderungen zusammengeführt und getestet in die Live-Produktionsumgebung überführt werden.

Diese strukturierte Vorgehensweise sorgt dafür, dass Fehler vermieden werden und somit auch keine erheblichen Schadenskosten entstehen. Gleichzeitig bieten die Softwarelösungen Vorteile für die interne Kommunikation sowie Dokumentation und ermöglichen das Erstellen von Reportings.

Aufgaben und Herausforderungen als Release Manager

Der Release-Management-Prozess sorgt für eine effektive und gleichzeitig effiziente Durchführung von Software-Releases. Hier liegen die Aufgaben für Release Manager und Managerinnen darin, sowohl den funktionellen Umfang der Änderungen festzulegen als auch einen Ablaufplan für das Release zu definieren. Die Interaktion und Abstimmung mit dem Change Management ist dabei von zentraler Bedeutung.

Um die Kostenminimierung des Rollouts zu gewährleisten, findet eine permanente Qualitätskontrolle statt. Die Überwachung der zuvor definierten Anforderungen hat höchste Priorität. Während und nach dem Release tritt auch die Dokumentation, also die Beschreibung der Änderungen, als Aufgabe des Release Managements hervor. So wird die Reproduktion für zukünftige Konfigurationen sichergestellt.

Release Management: Vorteile

Das Release Management reagiert auf die zügigen Änderungen innerhalb der IT-Umgebung und bietet folgende Vorteile:

  • die Reduzierung von Risiken bei technischen Neuerungen
  • einen planbaren Zeitablauf, der ein gezieltes Ressourcenmanagement ermöglicht
  • die Sicherheit, dass die Anforderungen an den Service umgesetzt werden
  • Automatisierung von Prozessen und Aufgaben durch die Dokumentation
  • die Reduzierung von Schadenskosten

Verschiedene Methoden im Release Management

Es gibt verschiedene übergeordnete Methoden, die im Release Management zum Einsatz kommen.

Agile Release Management

Agiles Release Management legt den Fokus auf flexible und iterative Entwicklungszyklen – dabei werden Kundenfeedback und Änderungen jederzeit in den Prozess integriert. Es ermöglicht schnelle Releases durch kürzere Entwicklungszyklen und laufendes Feedback.

Wasserfall Release Management

Das Wasserfall Release Management folgt gegensätzlich dazu einem linearen Ansatz, bei dem jede Phase des Projekts abgeschlossen sein muss, bevor die nächste beginnt.

Scrum Release Management

Scrum Release Management organisiert die Produktentwicklung in „Sprints“. Das sind kurze, zeitlich festgelegte Intervalle, in denen bestimmte Aufgaben erledigt werden müssen.

DevOps Release Management

Im Rahmen von DevOps Release Management steht die Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungs- und Betriebsteams im Mittelpunkt. Ziel ist eine kontinuierliche Integration und Bereitstellung (Continuous Integration / Continuous Deployment).

Change Management vs. Release Management

Die enge Zusammenarbeit von Change Management und Release Management gewährleistet die reibungslose Durchführung von Releases. Im Unterschied zur weitläufigen Meinung ist das Release Management jedoch nicht als Unterbereich des Change Managements, sondern als eigenständiger Prozess zu betrachten.

Das Change Management ist in erster Linie für die Definition und rechtliche Absicherung der Release-Anforderungen verantwortlich. Die Abteilung sorgt dafür, dass einzelne Changes (auch: Configuration Items; kurz: CIs) die IT-Infrastruktur nicht gefährden. Innerhalb des Change-Management-Prozesses werden Änderungen vorbereitet und koordiniert, um die Implementierung schließlich an das Release Management abzugeben.

Das Change Advisory Board (kurz: CAB) sichert während des Prozesses den Kommunikationsfluss. Das Change Management initiiert und autorisiert Änderungen, nachdem es das unternehmerische Risiko bewertet und bestehende Prozesse gesichert hat. Release Management hingegen befasst sich mit der Ausführung und stellt den Zeitplan für das Release bereit.

Arten von Release Management: Major Release, Minor Release und Emergency Fix

Der Begriff Release wird sowohl im Produktmanagement als auch in der Softwareentwicklung verwendet. Dabei werden drei verschiedene Versionen der Veröffentlichung unterschieden.

Major Release

Unter einem Major Release (übersetzt etwa: „große Veröffentlichung“) wird eine grundlegende Neuerung in der Softwarearchitektur verstanden. Das Produkt erhält Funktionen, die es bisher nicht gab. Das kann beispielsweise eine neue Kategorie innerhalb einer App oder ein zusätzliches Feature einer Bildbearbeitungssoftware sein. Große Softwarekonzerne geben jährlich einen Major Release heraus, bei dem das Produkt grundsätzlich erneuert wird.

Minor Release

Minor Releases meinen eine vereinfachte Durchführung von Releases, die geringe und somit risikoarme Änderungen enthalten. Darunter fallen beispielsweise kleine Anforderungen, die an eine Hauptfunktion angegliedert werden und die User Experience verbessern.

Emergency Release

Wie der Name vermuten lässt, sind Emergency Releases (übersetzt: „Notfall-Veröffentlichungen“) kurzfristige Aktionen, die ein Software-Problem beheben. Dazu gehören vor allem Bugfixes. Diese können fehlerhafte Funktionen innerhalb der Software lösen.

Release Management: ITIL-Praktiken als Qualitätsstandard

Die Information Technology Infrastructure Library (kurz: ITIL) ist im IT-Bereich ein Leitfaden, der Standards beschreibt. Als Governance enthält es ein System, das für Organisationen einen Wegweiser und eine gewisse Orientierung bietet. Das Release Management zählt zu einem der 34 Practices von ITIL 4 unter den Service Managements Practices.

Es gehört neben dem Deployment Management zu den relevantesten Prozessen der Service Transition. ITIL bezeichnet das Release Management als den Prozess, der für die Planung und Terminierung des Rollouts (Ausrollen der Software oder Konfiguration) von Services, Updates und Releases zuständig ist.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eines Unternehmens können die ITIL-Zertifizierung durch Prüfungen absolvieren. Für Unternehmen, die ihr IT-Service Management nach den ITIL-Standards aufsetzen, besteht die Möglichkeit, die Norm ISO 20000 anzustreben. Dadurch erhalten IT-Prozesse und Rechenzentrum ein offizielles Qualitätssiegel.

Fazit: Software Release Management ermöglicht einen sicheren Rollout

Das Release Management sorgt für ein koordiniertes Einspielen eines neuen Releases in die Live-Produktionsumgebung. Der Prozess überwacht den Rollout und sichert somit, dass die definierten Anforderungen erfüllt werden.

Gleichzeitig minimiert der Prozess unternehmerische Risiken durch Technikausfälle und senkt damit gleichzeitig Kosten. Die Dokumentation dient der Reproduzierbarkeit des Vorganges und ist deshalb integraler Bestandteil des Release-Management-Prozesses.

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Titelbild: kate_sept2004 / iStock / Getty Images Plus

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