IT-Strukturen unterliegen in der gegenwärtigen Zeit einem steten Wandel. Änderungen und Updates sorgen dafür, dass die Software verbessert und angepasst wird, bergen allerdings auch die Gefahr eines Totalausfalls. Das Release Management sorgt durch einen standardisierten Prozess des Rollouts unter anderem dafür, dass das System getestet und unter ständiger Kontrolle in die Live-Umgebung ausgerollt wird.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Aufgabenbereiche das Release Management übernimmt und wie sich diese von den Zielen des Change Managements unterscheidet.

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Release Management Prozess: Der ideale Ablauf

Software-Anwendungen bedürfen einer ständigen Erneuerung, auch Releases genannt. Im Geschäftsbereich muss dieser Prozess strengstens überwacht werden, damit durch neue Releases oder Konfigurationen Geschäftsprozesse nicht lahmgelegt werden. Aufgabe des Release Managements ist die Reduzierung von Prozessstörungen. So wird gleichzeitig der daraus resultierende finanzielle Aufwand minimiert.

Der Prozess des Release Managements stellt im Softwareentwicklungsprozess die Planung sowie Implementierung von Konfigurationsanpassungen in ein Release oder Update sicher. Es gliedert sich somit zwischen Change- und Konfigurationsmanagement ein. Als Release wird eine Gruppe von Änderungen bezeichnet. Das Release Management dient als zentrale Überwachungsschnittstelle, um das unternehmerische Risiko der Änderungen mithilfe einer technischen Abschätzung zu vertreten.

Der Prozess des Release Managements gliedert sich in folgende Prozessschritte:

  1. Anforderung

  2. Planung

  3. Entscheidung

  4. Analyse

  5. Qualitätskontrolle

  6. Erstellung/ Implementierung

  7. Dokumentation

Mithilfe eines Release Management-Tools können Unternehmen entlang des Prozesses sicherstellen, dass Änderungen zusammengeführt und getestet in die Live-Produktionsumgebung überführt werden. Diese strukturierte Vorgehensweise sorgt dafür, dass Fehler vermieden werden und somit auch keine erheblichen Schadenskosten entstehen. Gleichzeitig bieten die Softwarelösungen Vorteile für die interne Kommunikation sowie Dokumentation und ermöglichen das Erstellen von Reportings.

Release Management: Aufgaben und Vorteile

Der Release Management-Prozess sorgt für eine effektive und gleichzeitig effiziente Durchführung von Software-Releases. Hier wird sowohl der funktionelle Umfang der Änderungen festgelegt als auch ein Ablaufplan für das Release definiert. Die Interaktion und Abstimmung mit dem Change Management ist dabei von zentraler Bedeutung.

Um die Kostenminimierung des Rollouts zu gewährleisten, findet eine permanente Qualitätskontrolle statt. Die Überwachung der zuvor definierten Anforderungen hat höchste Priorität. Während und nach dem Release tritt auch die Dokumentation, also die Beschreibung der Änderungen, als Aufgabe des Release Managements hervor. So wird die Reproduktion für zukünftige Konfigurationen sichergestellt.

Das Release Management reagiert auf die zügigen Änderungen innerhalb der IT-Umgebung und bietet folgende Vorteile:

  • die Reduzierung von Risiken bei technischen Neuerungen

  • einen planbaren Zeitablauf, der ein gezieltes Ressourcenmanagement ermöglicht

  • die Sicherheit, dass die Anforderungen an den Service umgesetzt werden

  • Automatisierung von Prozessen und Aufgaben durch die Dokumentation

  • die Reduzierung von Schadenskosten

Unterschiede: Abgrenzung Change und Release Management

Die enge Zusammenarbeit von Change Management und Release Management gewährleistet die reibungslose Durchführung von Releases. Im Unterschied zur weitläufigen Meinung ist das Release Management jedoch nicht als Unterbereich des Change Managements, sondern als eigenständiger Prozess zu betrachten.

Das Change Management ist in erster Linie für die Definition und rechtliche Absicherung der Release-Anforderungen verantwortlich. Die Abteilung sorgt dafür, dass einzelne Changes (auch: Configuration Items; kurz: CIs) die IT-Infrastruktur nicht gefährden. Innerhalb des Change-Management-Prozesses werden Änderungen vorbereitet und koordiniert, um die Implementierung schließlich an das Release Management abzugeben.

Das Change Advisory Board (kurz: CAB) sichert während des Prozesses den Kommunikationsfluss. Das Change Management initiiert und autorisiert Änderungen, nachdem es das unternehmerische Risiko bewertet und bestehende Prozesse gesichert hat. Release Management hingegen befasst sich mit der Ausführung und stellt den Zeitplan für das Release bereit.

Release Arten: Major Release, Minor Release und Emergency Fix

Der Begriff Release wird sowohl im Produktmanagement als auch in der Softwareentwicklung verwendet. Dabei werden drei verschiedene Versionen der Veröffentlichung unterschieden.

Major Release

Unter einem Major Release (übersetzt etwa: „große Veröffentlichung“) wird eine grundlegende Neuerung in der Softwarearchitektur verstanden. Das Produkt erhält Funktionen, die es bisher nicht gab. Das kann beispielsweise eine neue Kategorie innerhalb einer App oder ein zusätzliches Feature einer Bildbearbeitungssoftware sein. Große Softwarekonzerne geben jährlich einen Major Release heraus, bei dem das Produkt grundsätzlich erneuert wird.

Minor Release

Minor Releases meinen eine vereinfachte Durchführung von Releases, die geringe und somit risikoarme Änderungen enthalten. Darunter fallen beispielsweise kleine Anforderungen, die an eine Hauptfunktion angegliedert werden und die User Experience verbessern.

Emergency Release

Wie der Name vermuten lässt, sind Emergency Releases (übersetzt: „Notfall-Veröffentlichungen“) kurzfristige Aktionen, die ein Software-Problem beheben. Dazu gehören vor allem Bugfixes. Diese können fehlerhafte Funktionen innerhalb der Software lösen.

Release Management: ITIL Practices als Qualitätsstandard

Die Information Technology Infrastructure Library (kurz: ITIL) ist im IT-Bereich ein Leitfaden, der Standards beschreibt. Als Governance enthält es ein System, das für Organisationen einen Wegweiser und eine gewisse Orientierung bietet. Das Release Management zählt zu einem der 34 Practices von ITIL 4 unter den Service Managements Practices.

Es gehört neben dem Deployment Management zu den relevantesten Prozessen der Service Transition. ITIL bezeichnet das Release Management als den Prozess, der für die Planung und Terminierung des Rollouts (Ausrollen der Software oder Konfiguration) von Services, Updates und Releases zuständig ist.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eines Unternehmens können die ITIL-Zertifizierung durch Prüfungen absolvieren. Für Unternehmen, die ihr IT-Service Management nach den ITIL-Standards aufsetzen, besteht die Möglichkeit, die Norm ISO 20000 anzustreben. Dadurch erhalten IT-Prozesse und Rechenzentrum ein offizielles Qualitätssiegel.

Fazit: Release Management ermöglicht einen sicheren Rollout

Das Release Management sorgt für ein koordiniertes Einspielen eines neuen Releases in die Live-Produktionsumgebung. Der Prozess überwacht den Rollout und sichert somit, dass die definierten Anforderungen erfüllt werden. Gleichzeitig minimiert der Prozess unternehmerische Risiken durch Technikausfälle und senkt damit gleichzeitig Kosten. Die Dokumentation dient der Reproduzierbarkeit des Vorganges und ist deshalb integraler Bestandteil des Release-Management-Prozesses.

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Titelbild: SurfUpVector / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 21. Oktober 2021, aktualisiert am Oktober 21 2021

Themen:

Produktmanagement