Produkte verbessern und gleichzeitig die Kosten senken: Geht das? Ja, dank Wertanalyse. Mit diesem systematischen Verfahren steigern Sie den Wert Ihrer Produkte und Prozesse. Darüber hinaus vermeiden oder verringern Sie möglicherweise unnötige Kosten. Wir klären hier, wie genau das geht.

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Eine Wertanalyse hat zwei Ausrichtungen: Einerseits sollen beispielsweise die Qualität, die Lebensdauer, die Verkaufskraft oder auch der Nimbus des Produktes oder Services verbessert werden. Andererseits geht es darum, überflüssige Kosten zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

Was sind die Ziele einer Wertanalyse?

Das übergeordnete Ziel einer Wertanalyse liegt in der Wertsteigerung. Dabei kann es sich um den Wert eines Produktes, definiert als Beitrag zur Kundenzufriedenheit, handeln, oder auch um seine Funktionen, die ihrer Wichtigkeit für die Kundschaft klassifiziert werden. Eine dritte Richtung der Wertanalyse hat das Ziel, auch Prozesse auf eine Wertsteigerung hin auszurichten.

Wie funktioniert eine Wertanalyse?

Die Wertanalyse folgt einem systematischen Arbeitsplan, der die einzelnen Schritte exakt darstellt. So stellen Sie sicher, dass der Input der Mitarbeitenden, Kundschaft und Führung kanalisiert und produktiv verarbeitet wird. Nach der Analyse erstellen Sie Vorschläge zum weiteren Vorgehen und setzen diese um.

Der Arbeitsplan einer Wertanalyse schreibt eine Folge von Arbeitsschritten vor, die ein möglichst multidisziplinäres Team erarbeiten sollte. Der Input aus verschiedenen Abteilungen oder sogar Branchen sorgt dafür, dass ein kreativer Prozess in Gang kommt. Out-of-the-Box-Denken erleichtert neue, unkonventionelle Lösungsansätze,

Bei Bedarf können Sie den Arbeitsplan bei der Wertanalyse erweitern oder besser an Ihre Schwerpunkte anpassen:

  1. In der Orientierungsphase klären Sie die Anforderungen an Ihr Produkt und benennen das Problem.
  2. Im nächsten Schritt sammeln Sie alle wichtigen Informationen.
  3. Nun loten Sie die Möglichkeiten aus, die zur Problemlösung beitragen können. Sammeln Sie Ideen.
  4. In der folgenden Analyse beurteilen Sie die gefundenen Lösungsideen.
  5. Nun geht es in die Programmplanung. In dieser Phase bereiten Sie die Ausarbeitung der besten Lösungsvorschläge vor.
  6. Im vorletzten Schritt präsentieren Sie ein Vorschlagsbündel.
  7. Die Realisierung der Lösungen stellt den Schlusspunkt der Wertanalyse dar.

Beachten Sie dabei, dass Sie Ihr Ziel, die Maximierung des Werts Ihres Produkts, Ihrer Dienstleistung oder Ihrer Organisation nicht aus dem Blick verlieren. Schließlich fallen Ihnen bei der Analyse sicherlich viele Stellschrauben in der Produktstrategie auf, die Veränderung bringen können – doch hier steht der Wert im Fokus. Sie können die Wertanalyse in regelmäßigen Abständen wiederholen, um den Value kontinuierlich zu steigern.

Wertanalyse: Beispiel für Produkte

Mittels einer Wertanalyse können Sie Kosten aufdecken, die für den Funktionswert Ihres Produktes von mehr oder weniger Bedeutung sind. Das Gewicht der verschiedenen Funktionen variiert. Je nach Wichtigkeit für die Kaufenden werden bei der Wertanalyse Haupt- und Nebenfunktionen unterschieden. Zudem gibt es unerwünschte und unnötige Funktionen.

  • Hauptfunktionen sind die für den User bzw. die Userin unverzichtbaren Faktoren, beispielsweise die Anzeige der Zeit bei einer Armbanduhr.
  • Nebenfunktionen sind Extras, wie zum Beispiel die Anzeige von Mondphasen oder eine Stoppfunktion. Auch der Schmuckcharakter einer Uhr, beispielsweise durch den Besatz mit Edelsteinen oder die Beschriftung mit einem Luxuslabel, können – je nach Kundenbedürfnissen – wichtige Nebenfunktionen darstellen.
  • Unerwünschte Funktionen sind Nachteile für die Kaufenden, wie etwa deutliche Laufgeräusche oder sogar allergieauslösende Inhaltsstoffe einer Armbanduhr.
  • Unnötige Funktionen sind solche, die keinen positiven Beitrag zur Befriedigung der Kundenbedürfnisse leisten und damit auch keinen Beitrag zum Wert des Objekts der Wertanalyse, so zum Beispiel ein auswechselbares Zifferblatt bei einer Armbanduhr. Selbstverständlich definieren sich unnötige Funktionen immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten.

In vielen Fällen kann eine Wertanalyse für Ihr Unternehmen ein Gewinn sein. Wenn beispielsweise Veränderungen am Markt sichtbar werden, wie eine Verschiebung der Kundenanforderungen hin zu nachhaltigen Produkten, ist es wichtig für Unternehmen, dafür gute Lösungen zu finden, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Eine Wertanalyse kann auch die Unternehmensorganisation betreffen: Stellen Sie sich vor, die Verwaltungskosten im Unternehmen sind zu hoch. Eine Wertanalyse kann Abhilfe schaffen, indem die Frage nach der Notwendigkeit bestimmter Aufgaben und Stellen beantwortet wird.

Fazit: Mittels Wertanalyse zur Wertsteigerung

Die Wertanalyse ist ein Instrument des produktorientierten Kostenmanagements und lässt den Value von Produkten, Produktfaktoren und Prozessen durch passgenaues Produktmanagement wachsen. Ihr Ablauf ist normiert und zielt auf einen erhöhten Wert.

Auch der reduzierte Einsatz von Ressourcen steht dabei im Fokus. Mit der Wertanalyse haben Sie ein systematisches Analyseverfahren zur Hand, mit dem Sie sowohl die Wirtschaftlichkeit von Produkten und Abläufen als auch den Kundennutzen optimieren können. So arbeiten Sie zielorientiert und wertebewusst.

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Titelbild: Thomas Barwick / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 10. August 2022, aktualisiert am August 10 2022

Themen:

Produktmanagement