Barter-Deals sind überall. Egal ob im Unternehmen, unter Freunden oder in der Familie: Bartering ist fest in unserem Alltag verwurzelt. Möglicherweise ist Ihnen das aber noch nicht bewusst – denn der Begriff ist zugegebenermaßen ein wenig abstrakt.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was Barter-Deals sind, enthüllen, welches deutsche Wort Ihnen dafür wahrscheinlich geläufiger ist und zeigen viele Beispiele aus der Praxis auf.

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Barter-Deal: Eine Definition

Das Wort „Barter” kommt aus dem Englischen und bedeutet „Tausch”. Als Barter-Deal wird ein Tauschgeschäft verstanden, bei dem Produkte oder Dienstleistungen getauscht werden. Keiner der Beteiligten bezahlt mit Geld für die erhaltene Leistung.

Beispiele für Tauschhandel

Barter-Deals kommen in allen Lebensbereichen vor – streng genommen ist es schon Bartering, wenn auf einem Spielplatz zwei Kinder eine Schaufel und eine Harke miteinander tauschen – auch wenn an der Stelle natürlich kein rechtskräftiger Vertrag zustande kommt.

Entsprechend gibt es aber auch im Business-Kontext zahlreiche Beispiele für Bartering:

  • Nummer 1: Ein Dachdecker deckt einem Maler das Dach. Der Maler streicht dafür die Wände des Dachdeckers.

  • Nummer 2: Eine Kfz-Mechatronikerin repariert einem Friseur das Auto. Der Friseur schneidet ihr dafür die Haare.

  • Nummer 3: Zwei Coaches mit unterschiedlichen Fachrichtungen treffen aufeinander, zum Beispiel ein Entspannungs-Coach mit wenig Bekanntheit und ein gestresster Marketing-Coach. Die beiden tauschen Coaching-Stunden aus, um einander bei ihren Problemen – fehlende Reichweite und Stress – zu unterstützen.

  • Nummer 4: Beim Spiel des örtlichen Fußballvereins verkauft ein Getränkehandel Getränke zum Sonderpreis. Dafür darf er vor Ort Flyer auslegen und wird auf der Webseite des Vereins erwähnt.

Barter-Deals im Online Marketing

Marketing, insbesondere Online, ist ein besonders dankbarer Bereich für Barter-Deals. Möglich ist zum Beispiel, verschiedene Dienstleistungen auszutauschen. In dem Fall könnte etwa eine Instagram-Spezialistin den Instagram-Account eines Pinterest-Experten betreuen und umgekehrt. Auch der Austausch von Coachings ist in dem Bereich eine gern genutzte Option.

Noch viel weiter als Barter-Deals verbreitet sind Gastartikel auf Blogs: Person 1 schreibt einen Beitrag für Person 2. Der Blog von Person 2 bekommt auf diese Weise kostenlos frischen, hochwertigen Content. Person 1 profitiert von der Reichweite dieses Blogs, kann neue Leserkreise erschließen und bekommt einen Backlink zur eigenen Webseite, was wiederum nützlich für ihre SEO ist.

Wer profitiert von Bartering?

Barter-Deals haben den großen Vorteil, dass sie für alle Beteiligten einen Gewinn bedeuten. Jeder gibt einen Gegenstand, den er schon hat oder stellt sein Wissen und seine Fähigkeiten zur Verfügung. Zum Ausgleich bekommt er etwas, was er braucht: egal, ob das ein physisches Produkt, ein Rat oder praktische Unterstützung ist. Die Partner eines Barter-Deals sind also zugleich Kunden und Lieferanten.

Bartering wird oft von Unternehmern in Anspruch genommen, die gerade erst gegründet haben oder dies in naher Zukunft tun wollen und deshalb nur sehr eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten haben.

Wer sich zum Beispiel mit einem Mal eine Webseite bauen lassen, ein Logo erstellen und sämtliche Einrichtung für ein Büro besorgen will, muss tief in die Tasche greifen. Was aber, wenn die Webdesignerin statt Geld die eigene Dienstleistung bekommt?

Voraussetzung ist natürlich immer, dass beide Seiten mit dem Barter-Deal einverstanden sind und gleichermaßen davon profitieren. Das bedeutet, dass sich der Wert der Produkte oder Dienstleistungen ungefähr die Waage halten muss.

Genau das ist auch ein Grund, wieso Bartering ab einem gewissen Punkt im Unternehmen eventuell nicht mehr zielführend ist. Wenn Ihr Betrieb wächst, Sie mehr Umsatz erwirtschaften und wegen steigender Kundenzahlen und vielfältiger Aufgaben immer weniger Zeit haben, ist es oft einfacher, eine Leistung einfach zu bezahlen, statt eine angemessene Gegenleistung zu erbringen.

Natürlich gibt es davon aber Ausnahmen. In einigen Fällen können Bartering-Deals Unternehmen zum Beispiel helfen, ihre Lager zu leeren oder sinnvoll mit einer Überproduktion umzugehen.

Eine Sonderform der Barter-Deals: Media-Bartering

Immer bekannter ist in den vergangenen Jahren das Media-Bartering geworden. Dabei werden Waren gegen Media-Leistungen wie beispielsweise Werbeflächen und -kampagnen getauscht. Dieses Modell ist auch für viele größere Unternehmen reizvoll.

Im Sommer 2016 warb die Molkerei Ehrmann mit großen Plakaten für eine neue Joghurtsorte. Die Werbeflächen waren jedoch nicht klassisch mit Geld, sondern mit Joghurt aus einer Überproduktion bezahlt worden. Für den Betrieb war das eine sehr sinnvolle Maßnahme, da die verderbliche Ware auf diesem Weg noch gewinnbringend genutzt werden konnte. Die Alternative hätte möglicherweise darin bestanden, den überschüssigen Joghurt zu vernichten.

Das Unternehmen Grundig bezahlte Werbezeit im Fernsehen einmal mit Fernsehgeräten. Und der Süßwarenhersteller Trolli nutzte Media-Bartering ebenfalls, um eine Werbekampagne zu finanzieren.

Die Deals werden in der Regel über Agenturen abgewickelt, die auf der einen Seite günstige Werbemöglichkeiten suchen und einkaufen und auf der anderen Seite Firmen nicht mehr benötigte Produkte abnehmen. Neben Überproduktionen kann es sich dabei unter anderem auch um veraltete Geräte handeln oder um Produkte, die gar nicht aus der eigenen Produktion stammen, aber trotzdem Platz im Lager einnehmen.

Der Prozess des Media-Barterings ist komplex und erfordert einiges an Kreativität und Know-how. Für Außenstehende ist er kaum völlig zu durchdringen. Unternehmen bietet er jedoch ganz neue Chancen, günstig an Werbeflächen zu gelangen. Der Schlüssel liegt in den spezialisierten Agenturen, die die beiden Seiten des Barter-Deals zusammenbringen.

Fazit: Barter-Deals sind ein Win-Win-Geschäft für beide Seiten

Barter-Deals sind eine tolle Möglichkeit, sich gegenseitig mit Waren oder Dienstleistungen zu unterstützen. Auch mit kleinem Budget können Sie auf diesem Weg an wichtige Ressourcen für Ihr Unternehmen gelangen.

Dabei ist lediglich darauf zu achten, dass die Tauschwaren einen ähnlichen Wert haben, damit beide Seiten gleichermaßen profitieren. Sinnvoll ist auch, den Deal schriftlich zu besiegeln. Sie wissen ja: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

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Titelbild: Prostock-Studio / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 5. Februar 2021, aktualisiert am Februar 05 2021

Themen:

Marketing