Mit dem Wunsch, Ihren eigenen Blog zu starten, beginnt auch die Suche nach der geeigneten Software. Zahlreiche Anbieter machen diese Entscheidung allerdings nicht so einfach – vor allem, wenn Sie zu den vielen Quereinsteigern unter den Bloggern gehören. Als Orientierungshilfe haben wir im folgenden Artikel die verschiedenen Möglichkeiten für Sie näher unter die Lupe genommen.

Download: So starten Sie einen erfolgreichen Blog

Unterschiedliche Arten von Blog-Software im Vergleich

„Mehr dazu auf meinem Blog.“ Immer öfter sind diese Worte zu lesen, denn Bloggen liegt unbestritten im Trend.

Die Beweggründe Blogger zu werden sind unterschiedlich: Während die einen ihren Blog als kreatives Hobby sehen und Artikel vorrangig veröffentlichen, um Gedanken, Meinungen oder Erlebnisse online zu teilen, zielen die anderen darauf ab, das Bloggen professionell zu betreiben und früher oder später damit Geld zu verdienen. Außerdem setzen immer mehr Unternehmen auf einen Corporate Blog, um Ihre Zielgruppe mit relevanten Inhalten zu versorgen.

Genau diese differenzierten Zielsetzungen spielen auch die entscheidende Rolle bei der Auswahl der passenden Blog-Software, die sich grundsätzlich in drei Gruppen einteilen lässt:

  • Blog-Baukastensysteme

  • Blog-Plattformen

  • Blog-CMS (eigenverantwortliches Hosting)

Auf der Suche nach der besten Lösung sollten Sie berücksichtigen, dass die gewünschte Blog-Software bei Kriterien wie Bedienbarkeit, Funktionsumfang, Erweiterungsoptionen, Möglichkeiten zur Monetarisierung sowie Wartungsaufwand zu Ihren Plänen passt.

Eine weitere Entscheidungsgrundlage bilden auch die Unterschiede in der Domain bzw. im Hosting, die sich mitunter darauf auswirken können, wie seriös Ihr Blog auf Ihre Leser wirkt. Während Sie bei Baukastensystemen und Plattformen in der Regel keine eigenständige Domain für Ihren Blog besitzen und Ihre Inhalte direkt beim jeweiligen Anbieter gehostet werden, treten Sie bei Blog-CMS über Ihre eigene Domain in Erscheinung und können den Hosting-Anbieter frei wählen.

Baukastensysteme: die unkomplizierte Variante

Software-Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace werden bei Bloggern immer beliebter. Und dafür gibt es gute Gründe:

Der größte Vorteil derartiger Systeme liegt definitiv in der simplen Bedienung, zu der Sie weder einen eigenen Webspace noch Programmierkenntnisse brauchen. Einfach ein Benutzerkonto anlegen, eine Designvorlage auswählen – und prompt lassen sich Ihre Blog-Artikel mittels Drag-and-Drop erstellen und veröffentlichen.

Sie brauchen sich um nichts weiter als Ihre Inhalte zu kümmern, denn die technische Wartung des Systems passiert automatisch im Hintergrund. Alles in allem handelt es sich hierbei also um ein komfortables Gesamtpaket.

Doch diesen Vorteilen stehen natürlich auch gewisse Nachteile gegenüber: So bieten Ihnen Baukastensysteme meist nur begrenzte Funktionen im Hinblick auf individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, nachträgliche Design-Adaptionen, Schnittstellen zum Online-Marketing (z. B. Verknüpfung zu Social-Media-Kanälen oder Newsletter-Registrierung), responsives Design oder Suchmaschinenoptimierung.

Des Weiteren sollten Sie bedenken, dass eine gewisse Abhängigkeit vom Software-Anbieter entsteht: Durch das externe Hosting legen Sie Ihre Inhalte sozusagen in dessen Hände und besitzen auch keine eigene Domain für Ihren Blog. Darüber hinaus fehlt häufig die Möglichkeit, gegebenenfalls mit Ihrem Blog zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Stellt Ihr aktueller Anbieter seinen Service ein, geraten Sie also schnell in die Bredouille.

Blog-Plattform: Die flexiblere Alternative

Etwas mehr Flexibilität um mit Ihrem Blog zu experimentieren, bieten Blog-Plattformen wie zum Beispiel die Google-Software blogger.com, wordpress.com oder tumblr.com. Diese punkten mit vergleichbaren Vorteilen wie Baukastensysteme, basieren aber auf einfachen Content-Management-Systemen (CMS), mit denen Sie sich an das Bloggen herantasten können. Eine Anmeldung genügt und Sie können sofort mit dem Bloggen beginnen. Wenn Sie Ihren Blog weiter ausbauen möchten, steht auch dem Umsiedeln Ihrer Inhalte dank integrierter Exportfunktionen meist nichts im Wege.

Allerdings bleibt auf diesen Plattformen der Spielraum in Sachen individuelle Anpassungen, Designvielfalt oder erweiterbare Plug-ins ebenfalls begrenzt. Das größte Manko ist auch hier, dass Ihr Blog vom Anbieter gehostet wird und die Domain deshalb meist als Unterseite der Plattform geführt wird (z.B. www.IhrBlog.blogspot.com), was mitunter weniger professionell anmuten kann und den Blog bei einem Umzug schwer auffindbar macht.

Einen eigenen Blog erstellen: kostenlos und professionell mit selbst-gehostetem CMS

Wenn Sie mit Ihrem Blog etwas Größeres vorhaben, lautet die Empfehlung ganz klar, auf eine eigene Domain und eigenen Webspace zu setzen. So sind Sie zwar für die technische Wartung Ihres Blogs selbst zuständig, was gerade bei Einsteigern ein mulmiges Gefühl auslösen kann. Dafür können Sie sich als Blogger aber auch uneingeschränkt entfalten und weiterentwickeln.

Das bekannteste und weltweit führende Blog-CMS ist WordPress. Im Gegensatz zur Blog-Plattform bietet die Open-Source-Software schier grenzenlose Möglichkeiten und wird deshalb nicht nur für Blogs, sondern für alle Arten von Websites genutzt. Unzählige Themes, Templates und Plug-ins stehen teils kostenlos, teils gegen Aufpreis zur Verfügung und lassen ambitionierte Blogger aus dem Vollen schöpfen.

Einzige Herausforderung: Vor allem am Anfang sollten Sie genügend Zeit einkalkulieren, um sich mit dem System und seinen zahlreichen Funktionen und Einstellungsoptionen vertraut zu machen. Außerdem sind die CMS selbst zwar kostenlos, für Domain und Webspace fallen beim eigenverantwortlichen Hosting aber dennoch Kosten an.

Ebenfalls sowohl für Blogs als auch für andere Arten von Websites geeignet ist Joomla!. Das modular aufgebaute und grundsätzlich kostenlose CMS bietet umfangreiche Monetarisierungsmöglichkeiten und zahllose – teils kostenpflichtige – Funktionserweiterungen. Außerdem versorgt es seine Nutzer kontinuierlich mit Sicherheits- und Verbesserungs-Updates. Allerdings ist Joomla! im Vergleich zu WordPress komplexer in der Bedienung. Programmierkenntnisse sind hier sicher von Vorteil, weshalb es bevorzugt für technisch versierte Profi-Blogger zu empfehlen ist.

Welche Blog-Software für Sie am besten geeignet ist, hängt davon ab, was Sie mit Ihrem Blog vorhaben. Wenn Sie als Hobby-Blogger Artikel rasch und ohne großartige technische Raffinessen veröffentlichen wollen, wird der überschaubare Funktionsumfang von Baukastensystemen oder Plattformen für Sie völlig ausreichend sein. Planen Sie dagegen, Ihren Blog professionell aufzuziehen, sollten Sie besser auf ein umfangreicheres Blog-CMS bauen.

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Titelbild: Irina_Strelnikova / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 15. Juli 2020, aktualisiert am Juli 15 2020

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