Internetnutzer erwarten von Webseiten im Allgemeinen vor allem eines: dass sie schnell sind. Müssen Nutzer mehrere Sekunden lang warten, bis sich eine Seite aufgebaut hat, surfen sie weiter zu anderen Anbietern. Eine hervorragende Möglichkeit, um Ladezeiten zu verbessern und so die Nutzerzufriedenheit zu steigern, sind Content Delivery Networks (CDN). Lernen Sie hier, was es damit auf sich hat und wieso sich ein CDN auch für Ihr Unternehmen lohnen kann.

HubSpot Website Grader: Lassen Sie Ihre Website auswerten und erfahren Sie,  welche Verbesserungen Sie vornehmen können. In nur wenigen Sekunden und völlig  kostenlos!

So funktioniert ein CDN

Ruft jemand Ihre Website auf, stellt er damit im Normalfall eine Anfrage direkt an den Server, auf dem die Website gehostet ist. Die Daten werden dann an ihn übermittelt. Befindet sich der Nutzer in einem anderen Land oder gar auf einem anderen Kontinent als Ihr Server, kann diese Datenabfrage ohne Weiteres zehn Sekunden oder länger dauern. Für heutige Internetverhältnisse ist das sehr lang.

Wenn Sie ein CDN nutzen, werden die statischen Inhalte Ihrer Website anders ausgeliefert. Solche statischen Inhalte können beispielsweise Bilder, Videos, Audios, Dokumente oder CSS-, HTML- oder JavaScript-Dateien sein.

Zunächst werden sie in einem sogenannten Cache zwischengespeichert und auf verschiedenen Servern weltweit hinterlegt. Diese Server werden als Replica-Server bezeichnet.

Sobald jemand nun Ihre Website aufruft, wird der Server ermittelt, der die Daten am schnellsten übermitteln kann. Er sendet die gecachten Inhalte dann an den Nutzer.

Die Vorteile eines Content Delivery Network

Ein CDN zu nutzen bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Allen voran ist die deutlich verbesserte Ladezeit zu nennen. Diese macht sich insbesondere dann bemerkbar, wenn Ihr Unternehmen international aktiv ist und aus vielen verschiedenen Ländern besucht wird.

Mit der schnellen Ladezeit gehen eine höhere Nutzerzufriedenheit und niedrigere Absprungraten einher. Auch Google sieht diese Entwicklungen gern und belohnt schnelle Websites mit einem besseren Ranking.

Durch das CDN wird Ihr Server zudem vor Überlastung und damit auch vor möglichen Ausfällen geschützt. DDoS-Attacken, deren Ziel es ist, durch eine sehr hohe Zahl gleichzeitiger Datenanfragen Server zum Einsturz zu bringen, haben weniger Erfolgsaussichten. Die Angriffe verteilen sich auf die verschiedenen Server im Netzwerk und können dadurch besser kompensiert werden.

Und schließlich sorgt das CDN für eine geringere Bandbreitenauslastung, was für Sie den Vorteil von geringeren Breitbandkosten mit sich bringt.

Das kostet Sie ein CDN

Die Kosten für Content Delivery Networks fallen sehr unterschiedlich aus. Einige Anbieter wie zum Beispiel Cloudflare und die Google App Engine bieten die Netzwerke kostenlos an. Bei anderen Anbietern wie dem deutschen PlusServer oder dem schwedischen Varnish Software werden Gebühren fällig. Oft richten sie sich nach der übertragenen Datenmenge. Je größer Ihre Website also ist und je mehr umfangreiche Dateien Sie dort bereitstellen, desto teurer wird die Nutzung eines CDN.

Das müssen Sie bei der Nutzung eines Content Delivery Network beachten

Kein Licht ohne Schatten: Natürlich haben Content Delivery Networks auch einige Nachteile. So ist etwa die Einrichtung mit einem gewissen Aufwand verbunden. Sie brauchen ein technisches Grundverständnis und ein wenig Zeit, um das System zum Laufen zu bringen.

Später müssen Sie darauf achten, dass die gecachten Daten auf den Replica-Servern stets aktuell sind. Andernfalls nehmen Sie auf Ihrer Website eine Änderung vor, Besucher bekommen aber trotzdem die alte Version ausgespielt. In der Regel können Sie bei Ihrem CDN-Anbieter ein Intervall einstellen, in dem der Cache aktualisiert werden soll.

Für dynamische Inhalte, die sich stetig verändern, ist ein CDN nicht geeignet. Dazu zählen unter anderem Warenkörbe in Online-Shops, auf der Website eingebundene Kalender oder Newsticker.

Bewusst sein sollte Ihnen auch, dass Sie mit der Nutzung eines CDN nicht mehr die alleinige Kontrolle über die auf Ihrer Website bereitgestellten Daten haben – denn sie liegen ja auf Servern im Ausland. Außerdem wird die IP-Adresse des Besuchers an den Replica-Server übertragen. Beides kann zu Schwierigkeiten im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) führen. Einige CDN-Anbieter stellen Ihnen jedoch DSGVO-konforme Datenverarbeitungsverträge zur Verfügung. Außerdem sollten Sie die Nutzung eines CDN in Ihrer Datenschutzerklärung erwähnen.

Fazit: CDN lohnen sich vor allem für international abgerufene Websites

Content Delivery Networks tragen zu einer deutlich schnelleren Ladezeit Ihrer Website bei. Damit punkten Sie sowohl bei Besuchern als auch bei Suchmaschinen.

Betreiben Sie eine Website, die hauptsächlich dynamische Inhalte bietet, wird Ihnen ein CDN nicht viel nützen. Auch für sehr kleine und lokal agierende Unternehmen genügt es in der Regel, Nutzeranfragen auf dem eigenen Server zu belassen. Der Aufwand der Anbieter-Suche und der Einrichtung übersteigen in diesem Fall schnell den Nutzen.

Verbuchen Sie aber generell viel Traffic auf Ihrer Website und kommen die Aufrufe aus verschiedenen Ländern, ist ein CDN eine Überlegung wert. Auch wenn Sie viele Dateien mit großem Datenvolumen wie Videos und Audios bereitstellen, leistet es gute Dienste.

New Call-to-action

Titel: z_wei / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 21. Juli 2020, aktualisiert am September 23 2020