Die meisten Websites und Blogs sind Langzeitprojekte, die mal in diese und mal in jene Richtung wachsen. Das ist der Grund, warum Inhalte oft nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind oder mit der Zeit an Relevanz verloren haben. Für den perfekten Onlineauftritt und konversionsstarken Content sollten Sie daher regelmäßig eine gründliche Inventur durchführen: das Content-Audit.

Wir erklären Ihnen, was zu einem Content-Audit dazugehört und wie Sie es am besten einsetzen.

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Gründe für ein Content-Audit

Mit einem Content-Audit können Sie herausfinden, ob Sie die Ziele Ihrer Content-Marketing-Strategie erreicht haben. Konkrete Messwerte sorgen dabei für Transparenz. Auf Basis dieser Erkenntnisse können Sie dann beginnen, Ihre Strategie zu optimieren.

Besonders vor einer Neugestaltung der eigenen Website ist ein Audit sinnvoll, da Schwachstellen wie nicht-performante Seiten umgehend identifiziert und eliminiert werden können.

Content-Audit: eine Vorlage für Ihre Analyse

  1. Realistische Zielsetzung
  2. Quantitatives Content-Audit
  3. Qualitatives Content-Audit

Realistische Zielsetzung

Bevor Sie mit Ihrem Content-Audit beginnen, sollten Sie das Ziel festlegen, das Sie damit verfolgen. Möchten Sie in Zukunft mehr Leads generieren, die Bekanntheit Ihrer Marke (Brand Awareness) steigern oder das Markenimage verändern?

Ganz gleich, wofür Sie sich entscheiden: Gleichen Sie Ihre Ziele mit den Unternehmenswerten und dem Businessplan ab, um eine solide Grundlage zu haben.

Quantitatives Content-Audit

Beim quantitativen Content-Audit werden sämtliche Faktoren zu den Inhalten auf Ihrer Website erfasst. Dies betrifft:

  • URL,
  • Link-ID,
  • Dokumententyp und -name,
  • Keywords und Tags,
  • H1-/H2-/ H3-Überschriften,
  • Titel,
  • Meta-Tags und -Beschreibung,
  • Kategorien,
  • verantwortlicher Mitarbeiter und Content-Format,
  • externe und interne Links,
  • Datum der Erstellung sowie des letzten Updates,
  • Social-Media-Interaktionen,
  • Backlinks,
  • Seitenaufrufe,
  • Verweildauer,
  • Absprungraten,
  • (SEO-) Einstiege und Wortzahl.

Damit Sie nicht alle Daten in mühevoller Arbeit zusammentragen müssen, gibt es Crawling-Tools wie Screaming Frog SEO Spider, Google Analytics, Xovi oder ahrefs. Die damit für Sie generierten Daten überführen Sie im nächsten Schritt in eine Excel-Tabelle.

Verschaffen Sie sich nun einen Überblick über die erhobenen Daten und ordnen Sie diese nach Bereichen. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie beispielsweise den Angaben zu internen Verlinkungen schenken, da diese ein enorm wirkungsstarkes SEO-Werkzeug ist. Unterseiten sowie Seitentitel und Meta-Beschreibungen sind ebenfalls wichtig, um im Suchmaschinenranking gut abzuschneiden. Auf diese Art generieren Sie mehr organische Zugriffe auf die Seite.

Qualitatives Content-Audit

Im dritten und letzten Schritt wird Ihr Content-Inventar, also die Summe Ihrer bestehenden Inhalte, einer qualitativen Analyse unterzogen.

Identifizieren Sie, welche Content-Formate auf Ihrer Webseite existieren und wo Ihre Schwerpunkte liegen. Gibt es ausreichend Interaktionsmöglichkeiten für Ihre Zielgruppe? Bei der Bewertung der Inhalte sollten Sie sich außerdem fragen, ob der Content mit Ihrem Markenimage übereinstimmt.

Wenn es um User Experience (UX, Nutzererlebnis) geht, achten Sie auch auf die Absprungrate (Bounce Rate). Denn hohe Absprungraten sind ein deutlicher Indikator für mangelnde Nutzerfreundlichkeit.

Betrachten Sie dann auch die Zugriffe: Haben die Inhalte mit besonders vielen Nutzerzugriffen eine Gemeinsamkeit? Überprüfen Sie, ob bestimmte Content-Formate wie Videos oder Blogartikel besonders beliebt sind.

An dieser Stelle können Sie eine noch detailliertere Analyse durchführen, indem Sie beispielsweise Ihre beliebtesten Blogartikel hinsichtlich ihrer Länge und Wortzahl miteinander vergleichen und dergestalt Trends ermitteln.

Für die Interpretation der Daten müssen Sie sie untereinander vernetzen. Denn vielleicht haben Sie hohe Zugriffe auf bestimmte Inhalte, dafür aber eine geringe Verweildauer und eine hohe Absprungrate. In diesem Fall gilt es, Ihre Inhalte attraktiver zu gestalten.

Sind hingegen alle diese Faktoren positiv, sollten Sie zukünftig mehr ähnlich gestaltete Inhalte liefern. So ziehen Sie noch mehr Leser an und halten sie auf Ihrer Seite.

Schlüsselfaktoren beim qualitativen Content-Audit

Aktualität

Identifizieren Sie veraltete Inhalte sowie vergangene Termine und Ankündigungen, um sie anschließend zu löschen.

Relevanz

Testen Sie, ob Sie Inhalte mit deutlichem Mehrwert für Nutzer in verschiedenen Stadien des Kaufprozesses haben. Ihr Ziel ist es, Content mit einer hohen Konversionskraft zu produzieren. Schauen Sie, ob Ihre bisherigen Beiträge diese mitbringen.

Redundanz

Gibt es Themen, die sich überschneiden oder werden neue Perspektiven eröffnet? Generell benötigt ein Thema nur eine Unterseite, daher können Sie Dopplungen löschen und Inhalte auf einer Seite zusammenfassen. In diesem Rahmen sollten auch die Ergebnisse einer Keyword-Recherche eingebracht werden. So kann ermittelt werden, welche Keywords noch fehlen und die Seite dahingehend optimiert werden.

Angemessenheit

Überprüfen Sie, ob der Content Ihre Unternehmenswerte verkörpert und Ihrem „Corporate Image“ gerecht wird

Formale Kriterien im qualitativen Content-Audit

Leserfreundlich

Präsentieren Sie Ihren Besuchern keine Textwüste, sondern sorgen Sie mit Grafiken, Listen und gebündelten Aufzählungen für Abwechslung.

Verständlich

Ihr Content sollte verschiedene Lesertypen abholen können. Ein leicht verständlicher Schreibstil spielt daher neben gut aufbereiteten Inhalten und der Tonalität eine große Rolle.

Handlungsorientiert

Ihr Content sollte Calls-to-Action (CTA) enthalten, die die Nutzer weiter durch ihren Kaufprozess leiten, etwa durch den Verweis auf thematisch ähnliche Artikel, passende Download-Angebote usw. Gerade bei Blogbeiträgen und Videos eignen sich direkte Aufforderungen zur Interaktion wie: „Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu in den Kommentaren” oder „Teilen Sie unseren Beitrag gerne mit Freunden”. So geben Sie Ihren Lesern beziehungsweise Zuschauern konkrete Handlungsempfehlungen mit auf den Weg.

Wertvoll

Bietet Ihr Content den Konsumenten genug Nutzen und Mehrwert, werden Nutzern ihn eher auf Social Media teilen. Um dies zu unterstützen, sollten Sie unbedingt entsprechende Schaltflächen integrieren.

Das Content-Audit in drei Schritten bietet Ihnen wertvolle Erkenntnisse darüber, inwieweit Ihr Content auf Ihre übergeordneten Unternehmens- und Marketingziele einzahlt. Mittels einer gründlichen Analyse kristallisieren sich Schwächen und Stärken der bestehenden Inhalte heraus. Dies eröffnet neue Perspektiven für Ihre Strategie und hilft, sie langfristig zu optimieren.

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Headerbild: Jae Young Ju / iStock / Getty Images Plus

 

Ursprünglich veröffentlicht am 18. Juli 2019, aktualisiert am Januar 29 2020

Themen:

Content-Marketing