Neben “Gefällt mir”- Angaben sind Nutzerkommentare im Facebook-Kosmos die wohl wichtigste Währung. Denn: Viele Kommentare heißt viel Interaktion; heißt viel Aufmerksamkeit für Ihre Seite. Dennoch stehen zahlreiche Unternehmen vor dem Problem, nicht genügend Kommentare zu erhalten. In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie schnell und einfach mehr Interaktion auf Ihre Facebook-Seite ziehen.

Facebook-Interaktionen anregen – 5 Tipps

1. Posten Sie visuelle Inhalte

Um schnell viel Reichweite zu erzeugen, kann sich das Posten eines einzigen viralen Bildes schon lohnen. Der Grund dafür ist einfach: Facebook-Nutzer reagieren auf visuelle Reize sehr viel besser als auf Textzeilen. Das kennen Sie von Ihrem persönlichen Scrollverhalten auf Facebook vielleicht auch: Fotos, Memes und Gifs nimmt man einfach aktiver wahr als einen längeren Text.

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Zögern Sie also nicht, neben ihren “professionellen” Posts Bilder zu teilen – die dürfen gerne humorvoll sein, oder einfach schön. Im Idealfall sollten sie auch einen Bezug zu Ihrem Unternehmen haben. Weil Leser ihre Facebook-Freunde gerne “markieren”, um ihnen bewegende oder amüsante Inhalte zu zeigen, kann ein Bild viel Aufmerksamkeit für Ihr Unternehmen generieren – und sich im Glücksfall viral verbreiten.

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Hier ist zu erkennen, dass diverse Nutzer ihre Freunde “markiert” haben – das geht, indem Sie den Facebook-Namen des zu markierenden Freundes in die Kommentarzeile eingeben und ein @-Zeichen vorne anfügen.

Selbstverständlich müssen Sie aber auch hier auf eventuell vorhandene Bildrechte achten. Teilen ist ein rechtlicher Graubereich – wenn Sie ein Bild selbst hochladen und posten, kann das eine Urheberrechtsverletzung sein.

Dieses Problem können Sie umgehen, indem Sie selbst Inhalte erstellen:

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Alles, was Sie für solche Bilder brauchen, ist ein Template – darin wird der Satz eingefügt und anschließend auf Facebook geteilt. Ein unkomplizierter Prozess, der Ihnen in kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit verschaffen kann.

2. Je kürzer, desto besser: Fassen Sie sich kurz

Für diesen Tipp gilt im Wesentlichen dieselbe Logik wie für Tipp Nummer 1: Kurze, prägnante Inhalte werden besser wahrgenommen als lange Textmonster. Ein kurzer Blick auf die Facebook-Seiten von Zeit Online, Spiegel Online und Co. beweist: Selbst die großen Medien teasern ihre Artikel nur mit maximal drei Zeilen an. Es ist das Twitter-Prinzip: Posts mit maximal 100 Zeichen werden tendenziell eher gelesen. Auch hier hilft Ihnen der Check Ihres persönlichen Facebook-Verhaltens: Fühlen Sie sich von langen Texten auf Facebook denn nicht auch eher abgeschreckt?

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Das ist ein Beispiel dafür, wie gute Facebook-Teaser aussehen können: Kurzer Text mit kleinem Cliffhanger und der subtilen Forderung, auf den Link zu klicken. Mehr Leser, die klicken statt weiter scrollen – mehr Aufmerksamkeit, mehr Kommentare.

3. Antworten Sie schnell auf Kommentare – besonders schnell auf negative

Die Social-Media-Redaktion der WELT ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Reaktionen auf Leserkommentare sind (siehe Beispiele unten). Dafür gibt es zwei wichtige Gründe.

  1. Die Leser fühlen sich wahr- und ernstgenommen und werden so motiviert, auch ein zweites, drittes, viertes Mal zu kommentieren.
  2. Wenn Sie sich nicht scheuen, auch mal nicht ganz so seriös zu antworten, kommt das in der Regel besonders gut an und zeigt, dass auch hinter den Social Media-Kanälen von Unternehmen einfach nur Menschen sitzen.

“Social Media Marketing ist mehr wie improvisierte Comedy – ein Hin und Her zwischen Performer und Publikum, zu jeder Zeit unterschiedlich und dennoch sehr effektiv bei einem Bruchteil der Kosten”, schreibt t3n dazu.

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Besonders bei negativen, aggressiven oder Troll-Kommentaren kann es eine gute Idee sein, dem Poster mit einem Augenzwinkern entgegenzutreten.

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Das Social-Media-Team der Welt hat sich mittlerweile einen Namen gemacht – die schlagfertigen Antworten werden auf der Facebook-Seite “Der ‘DIE WELT’-Praktikant” gesammelt.

4. Seien Sie relevant

User haben Ihre Facebook-Seite nicht umsonst geliked. Sie schätzen Ihr Unternehmen als einzigartige Marke – und mit diesem Wissen im Hinterkopf sollten Sie auch Ihre Social–Media-Kanäle betreuen. Relevanz ist einer der wichtigsten Hebel für mehr Nutzer-Beteiligung; also Kommentare neben Shares und Likes.

Versuchen Sie, den Fokus auf Inhalte zu setzen, die Ihrer Zielgruppe wirklich helfen und sie interessieren. Das ist nicht immer einfach, stärkt aber Ihr Image und bestätigt den Fans Tag für Tag, warum sie Ihre Seite abonniert haben.

Ein einfaches Beispiel: Würden Sie eine eigentlich seriöse Zeitung weiterhin ernstnehmen, wenn sie ständig Artikel zu den neuesten Promi-Skandalen teilt? Vermutlich nicht. Für diese Zwecke existieren schließlich andere Medien. Finden Sie also heraus, wer Ihre Leser sind und was Sie von Ihnen wollen.

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Dieser auf Fernfahrer spezialisierte Blog macht es mit seinem Beitrag richtig: Er präsentiert Inhalte, die für die Leser nützlich, top-relevant und wichtig sein können. Wie gut das ankommt, beweisen die vielen Likes, Shares und Kommentare. In diesem Beispiel aus der Admin-Ansicht sehen Sie auch, wie sich das auf die Reichweite des Posts ausgewirkt hat.

Übrigens: Auch bei den unter Punkt 1 angesprochenen viralen Inhalten können Sie relevant bleiben. Die Rezepteseite Tasty macht’s richtig:

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5. Sprechen Sie Ihre Leser persönlich an

Leser möchten wahrgenommen werden – und Sie sollten ihnen Ihre Aufmerksamkeit schenken. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Usern auf einer persönlichen Ebene zu begegnen.

Fragen Sie Nutzer zum Beispiel nach Ihrer Meinung. Mit simplen Ja- oder Nein-Fragen, oder auch mit der Frage nach den eigenen Erfahrungen, wobei die Antworten etwas länger ausfallen können.

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Ein gutes Beispiel dafür, wie eine Ja-Nein-Frage und eine Meinungsfrage miteinander verbunden werden können.

6. Lassen Sie Ihre Nutzer das Wort ergreifen

Außerdem sollten Sie Ihren Lesern die Möglichkeit geben, auch mal den Experten zu spielen. Fordern Sie sie dazu auf, ihre Erfahrungen zu teilen - egal, ob es um das beste Biskuitboden-Rezept geht oder um die beste Art, einen Nagel in die Wand zu schlagen.

Sie können Ihre Facebook-Nutzer auch mit kleinen Umfragen oder Abstimmungen zu mehr Kommentaren anregen. Fordern Sie die Nutzer zum Beispiel auf, eine Wahl abzugeben: Wer für Option Nummer 1 ist, der gibt ein Gefällt-mir. Wer für Option Nummer 2 ist, der soll kommentieren.

Beispiel: Sie könnten einen Meinungsartikel eines Dritten auf Ihrer Facebook-Seite vorstellen und dazu folgende Aufforderung im Teaser platzieren: Jedem, dem der Standpunkt des Autors gefällt, soll liken. Wer anderer Meinung ist, soll sie ihn den Kommentaren schreiben.
Damit kitzeln Sie aus so manchem flüchtigen Nutzer noch ein wertvolles soziales Signal heraus und regen zur Diskussion an. Ganz nebenbei erfahren Sie so auch, was Nutzer über das Thema denken und können diese Äußerungen wieder für Ihr Marketing einsetzen.

7.  Nutzen Sie Gewinnspiele als Möglichkeit für Interaktion

Gewinnspiele passen zwar sicher nicht zu jeder Facebook-Seite oder jedem Blog, können Ihnen aber ein pralles Bündel an Interaktionen bescheren. Um auch noch die Reichweite zu erhöhen, sollten Sie nach diesem Schema vorgehen:

  • Egal, was Sie verlosen: Schreiben Sie nicht alle Informationen (etwa zu Teilnahmebedingungen) in den Facebook-Post, sondern erstellen Sie hierfür einen eigenen Text auf Ihrer Website oder Ihrem Blog. Diesen Text können Sie dann über Facebook teilen und entsprechend anteasern.
  • Fordern Sie die User auf, zu interagieren, aber werden Sie dabei nicht zu aufdringlich. Viele Unternehmen stellen bei Verlosungen die Bedingung, den Post zum Gewinnspiel auch auf dem Privatprofil zu teilen. Das kann Interessenten jedoch abschrecken.
  • Appellieren Sie stattdessen an die Leser, den Gewinnspiel-Post zu liken und zu kommentieren, um in den Lostopf zu kommen. Zusätzliche Reichweite kann die bewährte “Markiere einen Freund”-Methode bringen:

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Dieser Post ist ein schönes Beispiel dafür, wie Gewinnspiele optimal zur Interaktions- und Reichweitensteigerung genutzt werden können, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Mit den Tipps dieses Artikels steigern Sie nicht nur die Nutzer-Interaktionen auf Ihrer Facebook-Seite, sondern lernen Ihre Zielgruppe noch besser kennen und stärken auch Ihr Image als Marke. Denn wo Menschen miteinander reden und sich äußern, dahin fällt auch das Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit.

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Ursprünglich veröffentlicht am 26. Oktober 2016, aktualisiert am Januar 29 2020

Themen:

Facebook-Marketing