Ob Newsletter-Registrierung, Online-Bestellung oder Anfrage: ohne Formulare geht auf einer Webseite kaum etwas. Und das aus gutem Grund: Denn als interaktive Schnittstelle zum Nutzer zählt das Formular für Unternehmen zu den effektivsten Instrumenten der Lead-Generierung im Web. Vorausgesetzt natürlich, der Besucher füllt es auch aus. Wie Sie das erreichen, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

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Schlüsselstelle Formular: ein Beispiel für den schmalen Grat zwischen Konversion und Abbruch

Besucher Ihrer Webseite verfolgen ein bestimmtes Ziel. Vielleicht suchen sie nach Antworten auf ihre Fragen, wollen nähere Informationen einholen oder eine Bestellung abschließen. Der Weg dorthin führt höchstwahrscheinlich früher oder später über ein Formular – und das bedeutet für Sie als Webseiten-Betreiber Chance und Risiko zugleich. Einerseits stehen Sie unmittelbar davor, einen neuen potenziellen Kunden zu gewinnen. Andererseits brechen viele Besucher just bei diesem letzten entscheidenden Schritt vor der Conversion noch ab.

Ein Formular auszufüllen bedeutet Aufwand – und der sollte sich lohnen!

Unübersichtliches Design, unklare Datenabfragen oder ein unnötig langwieriges Prozedere können den Interessenten irritieren oder verärgern. Und das führt mitunter dazu, dass er entnervt das Handtuch wirft. Denn so richtig Freude an Formularen hat wohl kaum jemand. Schon gar nicht, wenn sie zum Marathon werden. Bedeutet das Formular für den Interessenten mehr Aufwand als Nutzen, verliert er den Anreiz zum Ausfüllen – und Sie mitunter einen wertvollen Lead. Grund genug also, um sich über die Optimierung Ihrer Formulare Gedanken zu machen.

Nutzerfreundliche Formulare gestalten: So funktioniert’s

Das entscheidende Stichwort lautet: Nutzerfreundlichkeit. Je angenehmer Sie den Formular-Prozess für den Interessenten gestalten, desto positiver ist seine Nutzererfahrung. Und damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: mehr Zufriedenheit bei Ihren potenziellen Kunden – und eine bessere Conversion Rate für Sie.

Doch worauf kommt es bei der Gestaltung nutzerfreundlicher Formulare eigentlich an? Wir haben für Sie die besten Tipps zusammengefasst:

1. Betrachten Sie das Formular als Teil Ihres Brandings

Die meisten Unternehmen stecken große Bemühungen in das Design Ihrer Webseite. Formulare hingegen werden oftmals eher halbherzig gestaltet. Ein großes Versäumnis, denn Formulare sind ebenso Bestandteil Ihres Unternehmensauftritts wie Ihre Webseite. Passen beide optisch nicht zusammen, stiftet das beim Nutzer Verwirrung, was im Hinblick auf die Konversion das Zünglein an der Waage sein kann. Um stattdessen ein konsistentes Erscheinungsbild zu gewährleisten, sollten sich wesentliche Elemente Ihres Corporate Designs (zum Beispiel Farben, Schriften und Logo) auch in Ihrem Formular wiederfinden.

2. Verwenden Sie ein minimalistisches Design

Die Zweckmäßigkeit steht bei Formularen ganz klar im Vordergrund. Immerhin sollen sie den Nutzer möglichst rasch ans Ziel bringen und ihn konvertieren. Ein überladenes Design oder ein unerwarteter Blickfang lenken den User dabei nur unnötig ab. Deshalb sollten Sie auf überflüssige Gestaltungselemente (zum Beispiel Rahmen, Schattierungen und unruhige Hintergründe) besser verzichten. Und auch Anzeigen oder weiterführende Links haben auf Ihren Formularseiten in der Regel nichts verloren, da sie nicht auf das Ziel des Formats einzahlen.

3. Sorgen Sie für Orientierung

Für den User sind Formulare meist nichts anderes als das Mittel zum Zweck. Ob er es tatsächlich ausfüllt, hängt davon ab, welchen Aufwand er erwartet. Mit einem einfachen, übersichtlichen und strukturierten Design können Sie diese Einschätzung beeinflussen und schon auf den ersten Blick ein rasches Ergebnis in Aussicht stellen.

4. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche

Natürlich möchten Sie möglichst viel über Ihren potenziellen Kunden erfahren, doch mit zahllosen Datenabfragen können Sie seine Geduld schnell überstrapazieren. Deshalb sollten sich Ihre Formulare auf unbedingt erforderliche Angaben beschränken. Bei einer ersten Kontaktaufnahme reichen meist wenige Informationen aus: Für eine Newsletter-Registrierung etwa brauchen Sie lediglich eine E-Mail-Adresse. Sind Sie im B2B-Bereich tätig und möchten bereits an dieser Stelle Leadscoring betreiben, können Sie zusätzlich noch die Unternehmensgröße und den Namen des Leads erfragen.

5. Halten Sie die Motivation aufrecht

Nicht alle Formulare lassen sich kurz halten. So erfordert ein Check-out-Prozess beispielsweise wesentlich mehr Angaben als die erwähnte Anmeldung zum Newsletter. Um den Nutzer damit nicht zu überfordern, können Sie komplexe Formulare in mehrere Etappen aufteilen. Dabei sollten Sie auf einen logischen Aufbau achten, indem Sie die abgefragten Informationen auf den einzelnen Seiten thematisch gruppieren (z. B. Kontaktdaten, Lieferung, Zahlung etc.). Als zusätzliche Orientierungshilfe für den Nutzer ist außerdem eine Fortschrittsanzeige (z. B. Schritt 3/4) sinnvoll. So behält er sowohl den Überblick als auch das Ziel vor Augen.

6. Wählen Sie klare Formulierungen

Um Unklarheiten oder Fehlerquellen zu vermeiden, sollten Ihre Formulare so selbsterklärend wie möglich sein. So können zum Beispiel ein Formular-Titel und ein aussagekräftiger Absende-Button nicht schaden, damit der User weiß, was er überhaupt ausfüllt. Noch wichtiger sind klare Angaben allerdings bei der Dateneingabe selbst. Damit dem Nutzer sofort klar ist, was zu tun ist, sollten Sie Pflichtfelder auch als solche kennzeichnen, beispielsweise mit dem *-Symbol. Außerdem sollten die Bezeichnungen der Felder eindeutig sein (zum Beispiel je „Vorname“ und „Nachname“ statt „Name“) und die Feldgröße an die erwartete Länge der Eingabe angepasst sein. Lästigen Fehlermeldungen können Sie mit dem Hinweis auf ein bestimmtes Datenformat (Mindestlänge des Passworts, Schreibweise des Geburtsdatums etc.) vorbeugen. Und wenn ein größerer Erklärungsbedarf besteht, können Sie dem User mit Info-Icons, Mouseover oder FAQs weiterhelfen.

7. Werten Sie optionale Felder auf

Mehr als unbedingt notwendig geben Nutzer in Formularen nur selten preis. Dennoch können Sie über optionale Felder an zusätzliche Informationen kommen. Allerdings sollten Sie dem Interessenten eine überzeugende Erklärung liefern, aus der er den Mehrwert der freiwilligen Angabe für sich erkennen kann (wie beispielsweise „Telefonnummer für Kontaktaufnahme bei Lieferschwierigkeiten“).

8. Leisten Sie Vorarbeit

Je geringer der Aufwand für den Nutzer, desto besser. Durch die Automatisierung Ihrer Formulare nehmen Sie dem Nutzer ein ganzes Stück Arbeit ab. So erleichtern Sie registrierten Kunden das Ausfüllen, wenn spezifische Felder bereits mit vorhandenen Daten vorausgefüllt sind. Durch die optionale Anmeldung über Facebook oder Google können Sie dem User die Eingabe bestimmter Daten ebenfalls ersparen. Und auch Voreinstellungen von Favoriten (z. B. bei Länderlisten) können beim Ausfüllen unterstützen.

9. Helfen Sie sofort

Wenig ist für den User frustrierender als eine Fehlermeldung beim Absenden des Formulars. Deshalb sollten Sie unmittelbar Alarm schlagen, wenn bei einem Feld etwas fehlt oder falsch ist. So kann der Nutzer die Eingabe sofort korrigieren und muss sich nicht erst am Ende wieder mühsam zurückkämpfen. Als positiven Gegenpol dazu können Sie auch korrekte Eingaben honorieren, indem Sie richtige Daten durch Inline-Validierung bestätigen.

10. Achten Sie auf die Darstellung

Grundsätzlich ist die optimale Position für Formulare „Above the Fold“, also im oberen Bereich einer Webseite. Allerdings sollten Sie bei der Gestaltung unterschiedliche Bildschirmgrößen berücksichtigen. Gerade bei mobilen Geräten kann es leicht passieren, dass wesentliche Elemente aus dem sichtbaren Bereich rutschen und der Nutzer scrollen muss. Abgesehen vom üblichen Responsive Design sollten Sie Ihre Formulare deshalb zusätzlich optimieren. Zum Beispiel, indem Sie Eingabefelder reduzieren oder das passende Tastaturlayout hinterlegen.

11. Überprüfen Sie abschließend die Usability 

Bevor Sie mit Ihrem Formular online gehen, sollten Sie es noch einmal auf Herz und Nieren überprüfen. Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

  • Hat das Formular einen Wiedererkennungswert?

  • Ist es übersichtlich strukturiert und logisch aufgebaut?

  • Sind die Angaben klar genug formuliert?

  • Wird der User beim Ausfüllen bestmöglich unterstützt?

Fazit

Formulare auf Ihrer Webseite sind ein Scheitelpunkt für Ihr Marketing. Denn hier entscheidet sich, ob Sie einen neuen Interessenten gewinnen oder wertvolles Potenzial verloren geht. Durch die Optimierung von Nutzerfreundlichkeit und Design können Sie die Erfolgschancen Ihrer Formulare erhöhen.

website grader

Titelbild: MangoStar_Studio / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 9. September 2020, aktualisiert am September 09 2020

Themen:

Conversion