Marketer haben ein Monster geschaffen, das in Begriff steht, das Content-Marketing, wie wir es kennen, zu zerstören. 

Und wissen Sie, was noch schlimmer ist? Fast alle Marketer verwenden Content-Marketing. Und doch hat weniger als die Hälfte der B2B-Marketer das Gefühl, dass ihre Bemühungen sich auch auszahlen. Wir haben nun die einmalige Chance, noch gegenzusteuern.

Laut Seth Godin ist Content-Marketing der einzige Marketingansatz, der uns noch bleibt. Wenn das wahr ist, sollten wir diese Chance nutzen.

Glücklicherweise gibt es die künstliche Intelligenz, die das Content-Marketing womöglich vor dem Untergang retten kann. Wir müssen es nur wollen.

Live-Chats, Streaming-Dienste, Sprachassistenten und kontaktlose  Bezahlmöglichkeiten – welche neuen Technologien wollen Verbraucher wirklich?  Werfen Sie einen Blick in unsere Studie „Hype vs. Realität – Welche neuen  Technologien Verbraucher wirklich wollen“.

Nun hoffen Sie wahrscheinlich, dass Sie sich dank dieser künstlichen Intelligenz der zeitraubendsten Aufgaben, wie dem Schreiben, entledigen können.

Nicht so hastig.

Qualitativ hochwertiger Content lässt sich noch nicht vollständig automatisieren. Künstliche Intelligenz kann hier jedoch unterstützend eingesetzt werden.

Einige Chatbots sind jetzt schon intelligent genug, um für uns relevante Daten zusammenzutragen, und zwar schneller als wir es jemals könnten.

GrowthBot beispielsweise kommuniziert mit über einem Dutzend Systemen und APIs und wird bereits von über 12.000 Marketern verwendet.

Ja, es stimmt, dass künstliche Intelligenz ganze Blogartikel eigenständig verfassen kann. Tatsächlich gibt es schon ziemliche viele solcher Artikel. Sie selbst haben vielleicht ohne es zu wissen schon einmal einen Artikel gelesen, der mithilfe von KI verfasst wurde.

Beispiel eines von einer KI verfassten Blog-Beitrags

Associated Press nutzt KI bereits für die Erstellung von Artikeln im Sport- und Finanzbereich, die viele Statistiken enthalten.

Engadget stellte eine Million Wörter und einige Regeln zusammen, um einen „Blogbot“ zu erstellen, der eine komplette, wenn auch etwas trockene Ankündigung verfasste.

Anbieter wie retresco bieten mit ihren Systemen zur Textgenerierung etwa die Möglichkeit, die Schilderung eines Bundesligaspiels zu automatisieren:

Zur Pause war die Heimmannschaft im Fahrwasser und verbuchte eine knappe Führung. Die erste erfolgreiche Aktion nach dem Seitenwechsel gelang Kostic, der in der 64. Minute zum 2:0 für Frankfurt traf.

Gar nicht so verwunderlich, dass das von einer Maschine verfasst wurde, oder?

Was Kohärenz und Kreativität betrifft, ist das wohl das Äußerste, was KI leisten kann. Diese aktuellen Einschränkungen könnten jedoch ein Vorteil sein, denn zu viel Inhalt funktioniert eben auch nicht.

Worauf es wirklich ankommt, ist Qualität. Qualitativ hochwertiger Content liefert Lesern ein einzigartiges Erlebnis. Qualitativ hochwertiger Content wird Ihren Zielen und denen der Leser gerecht. Qualitativ hochwertiger Content sticht heraus.

„Das Content-Volumen spielt eine wichtige Rolle. Unternehmen müssen viel Content in verschiedensten Formen und für unterschiedliche Kanäle produzieren. Die Qualität darf dabei jedoch nicht auf der Strecke bleiben. Um sich in der Informationsflut durchzusetzen, muss Content herausstechen.“

— Joe Pulizzi, Gründer des Content Marketing Institute

Kann KI solchen Content erstellen, der sich wirklich vom Rest absetzt? Bis jetzt noch nicht. KI kann jedoch bei der Recherche, Bearbeitung und Verwaltung helfen, damit Sie Ihr Content-Marketing optimieren können.

Karl_Klammer

Erinnern Sie sich an Karl Klammer, die Büroklammer, die allen auf die Nerven ging? Diese Büroklammer war vielleicht nicht besonders intelligent oder nützlich, kündigte jedoch schon damals eine Zukunft für das Content-Marketing an, wie Vedant Misra, Gründer von Kemvi, einem Unternehmen für maschinelles Lernen, sie sich vorstellte:

„Maschinen helfen uns dabei, Content zu produzieren. Sie schlagen Inhaltselemente vor, die wir bei der Content-Erstellung verwenden können. Dabei hat der Verfasser immer noch das letzte Wort, doch die Ideenbildung und der Produktionsprozess werden zunehmend automatisiert. Also ähnlich wie bei Karl Klammer, dem Microsoft-Office-Assistenten, nur mit einem wesentlich größeren Gehirn.“

Diese Vorstellung konnte zwar noch nicht vollständig in die Tat umgesetzt werden, doch die Sache nimmt Form an und könnte am Ende das Rettungsboot sein, das uns davor bewahrt, in der Content-Flut unterzugehen.

KI-gestützte Tools können Trends untersuchen und Ihnen Hinweise darauf geben, welchen Content Ihre Leser gerne lesen möchten. Und diese Tools können Lesern basierend auf ihrem Verhalten oder zahlreichen anderen Daten Lesevorschläge machen.

Doch sind diese Tools auch in der Lage, völlig neue, mitreißende Artikel zu verfassen? Ja. Nehmen wir beispielsweise Atomic AI.

Wenn dieses intelligente Programm genug Daten über die Zielgruppe für einen Artikel (oder E-Mail usw.) zur Verfügung hat, berechnet es die Lesbarkeit und stellt Ihnen in Echtzeit benutzerdefinierte, prädiktive Empfehlungen zur Verfügung.

Doch das ist natürlich erst der erste Schritt. KI ist wesentlich besser darin, Daten zu interpretieren, als es Menschen sind.

KI-gestützte Plattformen leiten Verhaltensmuster aus einer Reihe von Dateneingaben ab, für deren Organisation und Auswertung wir Jahre bräuchten.

Und das ist nicht alles. Diese Plattformen können Ihnen sogar aufzeigen, wie Sie dieses Wissen am besten einsetzen.

„Durch die Analyse hunderter Datenpunkte zu einem einzigen Benutzer (einschließlich Standort, Demographie, Gerät, Verhalten auf der Website usw.) kann KI die passenden Angebote und Inhalte anzeigen.“

Wenn Sie dann den perfekt personalisierten Content haben, kann ein intelligentes System Ihnen Hinweise dazu geben, wann, wo und wie häufig Sie den Content veröffentlichen sollten, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen.

Danach beginnt alles von Vorne mit intelligenten Empfehlungen, an welchen Themen Ihre Zielgruppe interessiert ist. Diese Empfehlungen basieren auf der Interaktion der Nutzer mit Ihrem Content.

Der Einsatz von KI ist jedoch nicht nur auf das Verfassen mitreißender Blog-Beiträge beschränkt.

In einer Studie von Evergage und Researchscape International gaben 70 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Personalisierung im E-Mail-Marketing von allen Kanälen am wichtigsten ist.

Glücklicherweise erleichtert KI die Personalisierung von E-Mail-Content basierend auf den Themen, für die sich die Abonnenten interessieren.

So können Sie dafür sorgen, dass Ihre E-Mails auch tatsächlich gelesen werden.

 

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Auch das Nutzererlebnis und die Konversionsraten können von intelligenter Personalisierung profitieren.

Mithilfe einer KI-gestützten Plattform können Sie Nutzern in jeder Phase den perfekten Content und die optimalen Produkte anbieten. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Konversion und die Abwanderungsrate sinkt.

Somit hat die künstliche Intelligenz das Potenzial, uns von schlechten Inhalten zu erlösen. Was nicht heißen soll, dass wir als Content-Marketer alles völlig falsch gemacht hätten. Vielleicht haben wir es jedoch etwas zu gut gemeint.

Wir haben zu viel Content mit zu wenig Intelligenz erstellt und bekommen dafür nun die Rechnung präsentiert. Die Verbraucher haben uns gezeigt, dass sie hohe Qualität erwarten. Und relevante Inhalte. Sie wollen die perfekte Lösung zum perfekten Zeitpunkt.

Sie wollen mitreißendes Content-Marketing.

Da kommt uns zusätzliche Hilfe bei der Erstellung von Content, der aus der Menge heraussticht, gerade recht. Und KI ist dabei das vielversprechendste Tool, da sie unsere natürlichen Fähigkeiten erweitert.

Künstliche Intelligenz kann Content-Marketer nicht ersetzen, sondern unterstützt uns bei unserer Arbeit.

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Ursprünglich veröffentlicht am 19. April 2019, aktualisiert am Januar 29 2020

Themen:

Content-Marketing