Pinterest ist des Inspirationssuchenden und Problemgeplagten bester Freund. Die Bilder-Plattform ist ebenso simpel wie genial: Menschen suchen dort nach Geschenkideen, nach Einrichtungsideen, oder ganz einfach nur nach Rezepten. Nachdem das Netzwerk längere Zeit vor allem in den USA prominent vertreten war, verzeichnet es in Deutschland inzwischen 4,28 Millionen Nutzer – und belegt damit im Vergleich den zweiten Platz hinter Facebook, deutlich vor Instagram, Twitter und Co.

Den Themenbereichen, zu denen die Plattform kontinuierlich Ideennachschub liefert, sind (fast) keine Grenzen gesetzt. All das bietet das perfekte Umfeld, um Ihre Produkte zu präsentieren und gleichzeitig die Wertigkeit Ihrer Marke zu verdeutlichen. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie Pinterest optimal für Ihr Marketing und Ihr Unternehmen nutzen können.

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Pinterest ist mehr als nur ein Bilderbuch

Seit 2010 suchen auf der Plattform weltweit über 200 Millionen Nutzer monatlich aktiv nach kreativen Ideen und Lösungen für ihre alltäglichen Probleme. Ein Großteil davon sind Frauen (70 Prozent). Insbesondere die für viele Marketer interessante Altersgruppe zwischen 18 und 49 macht mit 53 Prozent den Großteil der Nutzer aus. Vor allem für Branchen, in denen Ästhetik im Vordergrund steht, wie Mode, Kosmetik, Inneneinrichtung, Design, Kunst oder für Restaurants, lohnt es sich, auf der Bildplattform präsent zu sein.

Im Unterschied zu Facebook, Instagram und vergleichbaren Plattformen schauen Nutzer sich auf Pinterest ganz bewusst nach neuen kreativen (Kauf-)Impulsen um, gehen ihren eigenen Interessen nach oder wollen sich beraten lassen, ohne dabei verdeckte Werbung als lästig zu empfinden. Denn es geht hier weniger um die einzelnen Menschen hinter den Profilen oder den Kontakt zu Personen aus dem eigenen Bekanntenkreis, was Pinterest zu einem eher ungewöhnlichen sozialen Medium macht, kommerziellen Interessen aber eine besonders vielversprechende Grundlage bietet. Wie Sie das für Ihr Unternehmen nutzen können, wollen wir uns im Folgenden ansehen.

Sehen Sie sich als Inspirationsquelle

Erstellen Sie zunächst Pinnwände zu Themen, die Ihre Produkte und Werte repräsentieren und füttern Sie diese regelmäßig mit dazu passenden Pins (ähnlich einem Lesezeichen für ein Foto oder Video). Überlegen Sie sich eine Strategie, um Ihre Produkte sinnvoll und konsistent zu präsentieren. Dabei ist entscheidend, welches Ziel Sie verfolgen: Möchten Sie beispielsweise Ihre Reichweite vergrößern oder eine engere Kundenbindung erreichen?

Auf Pinterest haben Sie die Möglichkeit, eine perfekte Mischung aus unaufdringlicher Werbung für Ihre Produkte und dem berühmten Zündfunken für die Inspiration Ihrer Zielgruppe zu bieten. Um das zu erreichen, ist die kontinuierliche Pflege Ihrer Inhalte das A und O. Denn nichts zieht Nutzer mehr an, als eine Pinnwand, die regelmäßig mit neuen Ideenquellen bestückt wird. Investieren Sie die Zeit und veröffentlichen Sie täglich abwechslungsreiche Inhalte, anstatt nur einmal im Monat 30 Fotos auf einmal zu veröffentlichen.

Passen Sie sich dabei am besten strategisch den aktuellen Trends und Jahreszeiten an. Damit binden Sie Nutzer an sich und machen die Suche nach weiteren Ideen überflüssig. Themen wie Weihnachten, Sommer und Ostern fungieren als wiederkehrende Ereignisse. So können Sie Ihre Pinnwände stetig und jährlich mehr und mehr erweitern.

Tipp: Ein regelmäßiger Blick auf Pinterest Analytics verrät Ihnen, welche Ihrer Pinnwände am erfolgreichsten sind und somit zum Kern dieses Marketingkanals werden sollten.

Ein gutes Beispiel für das geschickte Ausnutzen saisonaler Trends liefert Westwing (mehr als 10 Millionen Besucher monatlich). Hier findet sich nicht nur eine allgemeine Pinnwand zum Thema „Sommer", wie sie zahlreiche andere Profile bieten. Stattdessen werden Unterthemen bedient, die den Nutzern neben Produktempfehlungen auch Anreize zum Gestalten von Balkonen und Gärten geben oder DIY-Anleitungen für Hochzeiten anbieten, die bekanntlich an den wärmeren Tagen Hochkonjunktur haben.

Pinterest-Westwing

Obi reiht sich mit monatlichen 2 Millionen Besuchern ebenfalls in die Reihe der erfolgreichen Unternehmen auf Pinterest ein. Hier werden mehrere Pinnwände zu unterschiedlichen Themen mit klarer, mehrschichtiger Struktur angeboten, die für die Nutzer die Suche nach weiteren Einrichtungs- oder Gartenideen überflüssig machen.

Pinterest-Obi

Nutzen Sie Ihre Pinnwände, um Ihrer Community kreative Denkanstöße zu geben, die weit über die bloße Produktvorstellung hinausgehen. Zeigen Sie, wie vielfältig und abwechslungsreich Ihre Produkte eingesetzt werden können.

Lassen Sie auch auf keinen Fall Community-Pinnwände außer Acht. Das sind Pinnwände zu bestimmten Themen, die gleichzeitig von verschiedenen Nutzern gepflegt werden. Posten Sie hier doch auch regelmäßig Ihre Pins – Interaktionen dieser Art sorgen für mehr Aufmerksamkeit und erhöht die Reichweite. Dazu können Sie beispielsweise auch Content aus Kooperationen pinnen oder Influencer promoten, mit denen Sie gerne noch zusammenarbeiten möchten.

Tipp: Auf die Größe kommt es an! Schneiden Sie Ihre Fotos vertikal zu und nutzen Sie dabei das richtige Seitenverhältnis für Fotos in den Feeds der Nutzer. Pins werden zunächst mit einer Breite von 238 Pixeln dargestellt, in vergrößerter Ansicht dann mit 600 Pixeln, die Höhe kann mehr oder weniger beliebig gewählt werden. So kann Ihr Beitrag schon durch seine reine Größe aus der Masse der Vorschläge herausstechen und Ihrem Post ist mehr Aufmerksamkeit garantiert.

Querdenken lohnt sich auf Pinterest

Seien Sie auch offen für Pins, die zwar auf den ersten Blick nicht eindeutig mit Ihrem Produkt in Verbindung gebracht werden, aber dennoch die Philosophie Ihrer Marke vermitteln. Damit generieren Sie für verschiedene Buyer-Personas einen Mehrwert und decken deren Bedürfnisse ab. Erzählen Sie mit Ihren Beiträgen eine interessante Geschichte und vermitteln Sie eine Atmosphäre, in der sich Ihre Nutzer wohlfühlen – Storytelling ist alles!

L'Oreal Paris beispielsweise verzeichnet knapp 10 Millionen aktive Nutzer monatlich. Natürlich spielt das Thema Beauty hier die ausschlaggebende Rolle. Allerdings werden auch einige andere Themen gepflegt, die nicht direkt mit Make-up zu tun haben. Die Pinnwand „Paris, Je T'Aime“ greift das Thema Fernweh auf und präsentiert die schönsten Bilder rund um die Metropole. Das bedient auch die Interessen einer nicht ganz so schminkbegeisterten Zielgruppe, schafft Abwechslung und stellt eine emotionale Bindung her.

Pinterest-Loreal-Paris-je-taime

Tipp: Natürlich sind auf Pinterest auch Hashtags und Keywords relevant. Versetzen Sie sich in die Bedürfnisse Ihrer Buyer-Persona(s) und spicken Sie Ihre Fotos mit passenden Hashtags (bitte maximal drei) und Ihre Pinnwand-/Profilbeschreibungen mit den richtigen Keywords. So kann Ihr Content inner- und außerhalb der Community besser gefunden werden.

Vom Jäger zum Sammler

Auf Pinterest verhelfen Ihnen nicht nur Klicks auf Ihre Fotos zu mehr Reichweite, sondern vor allem der „Merken“-Button. Nutzer können sich mithilfe von selbst erstellten Pinnwänden ihre Lieblingspins auf dem eigenen Profil merken, welche wiederum von deren Followern gesehen und gemerkt werden können. Tatsächlich geben sogar zwei Drittel der Nutzer an, die gemerkten Pins beim Shoppen im Geschäft zu betrachten – sie beeinflussen also direkt die Kaufentscheidung. Ansprechende, gut arrangierte und optimal belichtete Bilder tragen damit unmittelbar dazu bei, beim Publikum ein echtes Interesse an einer Marke und ihren Produkten zu wecken.

Gleichzeitig glänzt Pinterest mit einer langen Sichtbarkeit der Pins, was zusätzlich durch jeden „Repin“ begünstigt wird. Auch nach mehr als drei Monaten können Sie sich so dank stetiger Präsenz noch einer hohen Besucherzahl erfreuen. Auf diese Weise erreichen Sie auch nachhaltig eine große Reichweite innerhalb des Netzwerks.

Auf Pinterest gilt: Mehr ist mehr

Bilder auf Pinterest sind nicht nur schön anzusehen, sie können auch der unkomplizierte Wegweiser zu Ihrem Onlineshop werden. Mit einem Klick auf ein Foto vermitteln Nutzer Interesse – und nichts wäre ärgerlicher, als dieses ungehört verpuffen zu lassen.

Nutzen Sie deshalb die Möglichkeit, mithilfe von sogenannten „Rich Pins" Nutzer zu Kunden zu machen und den Traffic in Ihrem Onlineshop anzukurbeln. Wie der Name schon sagt, sind diese Pins reich an Informationen, zum Beispiel in Form eines hinterlegten Links oder der Verfügbarkeit eines Produktes.

Pinterest selbst unterscheidet drei Arten von Rich Pins:

  1. Produkt-Rich-Pins machen den Einkauf leichter. Sie zeigen Preise in Echtzeit, die Verfügbarkeit des Artikels und die Website, über die das Produkt erworben werden kann.
  2. Rezept-Rich-Pins versorgen (Hobby-)Köche mit allerlei essenziellen Informationen wie Zutaten, Zubereitungszeit und Portionsgrößen. So versorgt beispielsweise Diamant Zucker seine Follower mit zahlreichen Rezepten und verlinkt für eine ausführliche Backanleitung auf die eigene Website.
  3. Mit Artikel-Rich-Pins können sich Nutzer redaktionelle Beiträge merken, die für sie von Bedeutung sind. Jeder Artikel-Rich-Pin zeigt eine Überschrift, den Autor sowie eine Beschreibung der jeweiligen Story.

Auf Pinterest mit inspirierendem Content zu mehr Traffic

Pinterest ist mehr als eine Sammlung hübscher Bilder. Es geht darum, die Probleme der Nutzer zu erkennen, sie an die Hand zu nehmen und ihnen die passenden Lösungen anzubieten. Für Ihre Marke ist es der perfekte Ort, um eine Geschichte rund um die eigenen Produkte zu erzählen und mehr Traffic für Ihren Onlineshop zu generieren. Aber vergessen Sie dabei nicht, dass es um Ästhetik und inspirierendes Bildmaterial geht und die unmittelbare Verkaufsabsicht nicht allzu sehr im Vordergrund stehen sollte.

Leitfaden für Social-Media-Werbung

Ursprünglich veröffentlicht am 10. Januar 2019, aktualisiert am 10. Januar 2019

Themen:

Pinterest-Marketing