Pinterest wird vor allem mit DIY und Design in Verbindung gebracht. Aber nicht nur für Unternehmen, die mit diesen Themen Berührungspunkte haben, bietet die Plattform großes Potential. Eine clevere Strategie ist dabei das Erfolgsrezept für Marketer.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie eine effektive Strategie zur Kundengewinnung durch Pinterest Marketing entwickeln.

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Mehr als nur ein Bilderbuch: Pinterest für Social Media Marketing

Pinterest ist des Inspirationssuchenden und Problemgeplagten bester Freund. Die Bilder-Plattform ist ebenso simpel wie genial: Menschen suchen dort nach Geschenkideen, nach Einrichtungsideen, oder ganz einfach nur nach Rezepten. Nachdem das Netzwerk längere Zeit vor allem in den USA prominent vertreten war, verzeichnet es in Deutschland etwa 7 Millionen Nutzer, die monatlich etwa 4 Millionen Pins speichern.

Den Themenbereichen, zu denen die Plattform kontinuierlich Nachschub an neuen Ideen liefert, sind keine Grenzen gesetzt. All das bietet das perfekte Umfeld, um Ihre Produkte zu präsentieren und gleichzeitig die Wertigkeit Ihrer Marke zu verdeutlichen.

Im Unterschied zu Facebook, Instagram oder Twitter geht es dabei weniger um die einzelnen Menschen hinter den Profilen oder den Kontakt zu Personen aus dem eigenen Bekanntenkreis. Vielmehr schauen sich Nutzer auf Pinterest ganz bewusst nach neuen kreativen Impulsen um, gehen ihren eigenen Interessen nach oder wollen sich beraten lassen. 

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Pinterest: Marketing-Strategie entwickeln

1. Zielgruppe und Influencer identifizieren

Wie für jedes andere Medium gilt auch für Pinterest, dass Sie die passenden Follower vorher bestimmen müssen. Natürlich sind Sie auf der Plattform, um Kunden zu gewinnen. Bedenken Sie aber, dass Sie Ihrer Zielgruppe dafür wirklich die Inspiration liefern müssen, die sie für die Lösung eines Problems benötigen – für Pinterest gilt das ganz besonders.

Um herauszufinden, was die konkreten Bedürfnisse sind, hilft Ihnen eine Definition Ihrer Buyer Personas. Wenn Sie diese noch nicht definiert haben, sollten Sie es jetzt tun. Überlegen Sie, welches Alter, welche Vorlieben und welche Wünsche sie haben. Versetzen Sie sich in die Buyer Persona und fragen Sie sich auch, was ihr wichtig ist und welchen Profilen sie folgt oder folgen würde.

Auf Pinterest lohnt es sich, Follower nicht nur direkt anzusprechen, sondern auch Influencer für die Verbreitung der Markenbotschaft mit ins Boot zu holen. Dafür reicht es manchmal schon, den entsprechenden Usern zu folgen und ihre Inhalte zu teilen.

2. Die richtigen Pins anlegen

Pinterest ist ein Inspirationsquell – machen Sie deshalb Querdenken zu Ihrem Credo. Seien Sie offen für Pins, die zwar auf den ersten Blick nicht eindeutig mit Ihrem Produkt in Verbindung gebracht werden, aber dennoch die Philosophie Ihrer Marke vermitteln. Erzählen Sie mit Ihren Beiträgen eine interessante Geschichte und vermitteln Sie eine Atmosphäre, in der sich Ihre Nutzer wohlfühlen – Storytelling ist alles!

Ikea beispielsweise hat auf Pinterest aktuell knapp 100.000 Follower und mehr als 10 Millionen Betrachter pro Monat. Möbel spielen auf dem Kanal zwar eine Rolle, allerdings stehen sie nicht immer im Vordergrund: Die letzte Weihnachtskampagne rollte Ikea gemeinsam mit Pinterest unter dem Motto „Gemütliche Weihnachten“ aus. Dabei wurden User dazu animiert, Pinnwände zu erstellen, die ihr ideales Weihnachtswohnzimmer zeigen.

So griff Ikea das weihnachtliche Bedürfnis nach Entschleunigung auf und stellte eine emotionale Bindung mit der Zielgruppe her. Auch dank der Chance, einen Gutschein zu gewinnen, fand die Aktion hohe Resonanz – nach Ablauf der Kampagne hatte sich die Follower-Zahl von Ikea verdoppelt.

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Bild: Pinterest IKEA

Tipp: Auf Pinterest sind auch Hashtags und Keywords relevant. Versetzen Sie sich in die Bedürfnisse Ihrer Buyer Persona und spicken Sie Ihre Fotos mit passenden Hashtags (maximal drei) und Ihre Pinnwand- und Profilbeschreibungen mit den richtigen Keywords. So kann Ihr Content innerhalb und außerhalb der Community besser gefunden werden.

3. Pflege der Inhalte

Auf Pinterest haben Sie die Möglichkeit, eine perfekte Mischung aus unaufdringlicher Werbung für Ihre Produkte und dem berühmten Zündfunken für die Inspiration Ihrer Zielgruppe zu bieten.

Um das zu erreichen, ist die kontinuierliche Pflege Ihres Content das A und O. Denn nichts zieht Nutzer mehr an, als eine Pinnwand, die regelmäßig mit spannenden neuen Inhalten bestückt wird. Investieren Sie die Zeit und veröffentlichen Sie täglich abwechslungsreiche Bilder, anstatt nur einmal im Monat 30 Fotos auf einmal zu veröffentlichen.

Passen Sie sich dabei am besten strategisch den aktuellen Trends und Jahreszeiten an. Damit binden Sie Nutzer an sich und machen die Suche nach weiteren Ideen überflüssig. Themen wie Weihnachten, Sommer und Ostern fungieren als wiederkehrende Ereignisse. So können Sie Ihre Pinnwände stetig und jährlich mehr und mehr erweitern.

Neben der schon erwähnten Kampagne von Ikea liefert der Möbel- und Wohnaccessoire-Ausstatter Westwing ein Beispiel für den geschickten Umgang mit saisonalen Trends.

Hier findet sich nicht nur eine allgemeine Pinnwand zum Thema „Sommer", wie sie zahlreiche andere Profile bieten. Stattdessen werden Unterthemen bedient, die den Nutzern neben Produktempfehlungen auch Anreize zum Gestalten von Balkonen und Gärten geben oder DIY-Anleitungen für Hochzeiten anbieten, die bekanntlich an den wärmeren Tagen Hochkonjunktur haben.

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Bild:  Pinterest Westwing

Tipp: Bei der Formatierung der Bilder kommt es auf die Größe an! Schneiden Sie Ihre Fotos vertikal zu und nutzen Sie dabei das richtige Seitenverhältnis für Fotos in den Feeds der Nutzer. Pins werden zunächst mit einer Breite von 238 Pixeln dargestellt, in vergrößerter Ansicht dann mit 600 Pixeln, die Höhe kann mehr oder weniger beliebig gewählt werden. So kann Ihr Beitrag schon durch seine reine Größe aus der Masse der Vorschläge herausstechen und Ihrem Post ist mehr Aufmerksamkeit garantiert.

4. Rich Pins zur Kundengewinnung nutzen

Nachdem Sie es geschafft haben, Ihre Zielgruppe zu inspirieren, können Sie unkomplizierte Wegweiser zu Ihrem Onlineshop einbauen. Mit einem Klick auf die Fotos vermitteln die User schließlich ihr Interesse – und nichts wäre ärgerlicher, als dieses ungehört verpuffen zu lassen.

Nutzen Sie deshalb die Möglichkeit, mithilfe von sogenannten „Rich Pins“ Nutzer zu Kunden zu machen und den Traffic in Ihrem Onlineshop anzukurbeln. Wie der Name schon sagt, sind diese Pins reich an Informationen, zum Beispiel in Form eines hinterlegten Links oder der Verfügbarkeit eines Produktes.

Pinterest selbst unterscheidet drei Arten von Rich Pins:

  1. Produkt-Rich-Pins machen den Einkauf leichter. Sie zeigen Preise in Echtzeit, die Verfügbarkeit des Artikels und die Website, über die das Produkt erworben werden kann.
  2. Rezept-Rich-Pins versorgen (Hobby-)Köche mit allerlei essenziellen Informationen wie Zutaten, Zubereitungszeit und Portionsgrößen. So versorgt beispielsweise Diamant Zucker seine Follower mit zahlreichen Rezepten und verlinkt für eine ausführliche Backanleitung auf die eigene Website.
  3. Mit Artikel-Rich-Pins können sich Nutzer redaktionelle Beiträge merken, die für sie von Bedeutung sind. Jeder Artikel-Rich-Pin zeigt eine Überschrift, den Autor sowie eine Beschreibung der jeweiligen Story.

4. Website-Integration

Machen Sie es den Usern besonders leicht, Ihre Bilder zu pinnen, die Sie auf anderen Kanälen haben. Gerade, wenn Ihre Website oder Ihr Blog viele Bilder enthält, die sich gut zum Pinnen eignen, sollten Sie die Hürden so niedrig wie möglich halten.

Pinterest stellt Ihnen deshalb einen Button zur Verfügung. Binden Sie das Plug in Ihre Website ein und platzieren Sie den Button auf den entsprechenden Bildern, um Ihre Reichweite sowie Ihr Suchmaschinen-Ranking zu erhöhen.

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Bild: LindaLoves

5. Erfolgsmessung bei Pinterest

Messen Sie Ihren Erfolg, um Ihre Strategie laufend zu hinterfragen und zu optimieren. Pinterest bietet dafür umfangreiche Möglichkeiten.

Die harten Zahlen finden Sie unter Analytics. Ähnlich des gleichnamigen Tools von Google können Sie Ihre Ergebnisse nach Zeitraum, Gerät, Quelle, Format, Konto und Art des Inhalts filtern. Wichtig ist für Sie unter anderem, welche Pinnwände die höchste Reichweite haben – so wissen Sie, welche Inhalte Sie länger sichtbar halten sollten und woran Sie sich bei der zukünftigen Erstellung orientieren können.

Besonders interessant, gerade im Hinblick auf die Definition Ihrer Buyer Persona, ist jedoch das zweite Tool, das Pinterest Ihnen zur Verfügung stellt: Unter den Audience Insights werden Ihnen die erreichten User qualitativ beschrieben. Dort können Sie soziodemografische Daten, bevorzugte Kategorien und deren Interessen einsehen.

Auf Pinterest Marketing und inspirierendem Content zu mehr Traffic: Pinterest ist mehr als eine Sammlung hübscher Bilder. Es geht darum, die Probleme der Nutzer zu erkennen, sie an die Hand zu nehmen und ihnen die passenden Lösungen anzubieten. Für Ihre Marke ist es der perfekte Ort, um eine Geschichte rund um die eigenen Produkte zu erzählen und mehr Traffic für Ihren Onlineshop zu generieren. Aber vergessen Sie dabei nicht, dass es um Ästhetik und inspirierendes Bildmaterial geht und die unmittelbare Verkaufsabsicht nicht allzu sehr im Vordergrund stehen sollte.

Social Media Trends 2020

Ursprünglich veröffentlicht am 3. Dezember 2019, aktualisiert am Dezember 13 2019

Themen:

Social-Media-Marketing