Beim Namen Pinterest haben Sie vielleicht als erstes die Assoziation einer Pinnwand voller kleiner Zettel mit Notizen und Infos für den täglichen Gebrauch. Denken Sie größer und hochwertiger. Denken Sie an ein Lightboard, eine Galerie mit schönen Fotos, die Sie inspirieren, die Sie an Dinge erinnern und vor allem: die Sie mit anderen teilen möchten.

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Die amerikanische Plattform Pinterest hat 70 Millionen monatliche Besucher. Die meisten davon in den USA, aber auch bereits ca. 2 Millionen in Deutschland. Das rasante Wachstum und die damit verbundene Beliebtheit in den USA lassen darauf schließen, dass pinnen und gepinnt werden auch in Europa demnächst ein wichtiger Faktor im Content-Marketing werden könnte.

So funktioniert die virtuelle Slideshow

Pinterest ist eine Mischung aus Instagram und einer interaktiven Lesezeichensammlung. Es geht darum, sich durch das Anlegen eines Nutzer-Accounts eine private „Pinnwand“ zu schaffen, an die man Dinge pinnt, die man interessant findet – und die man auf diese Weise mit anderen teilt. Das funktioniert wie das Hinzufügen von Lesezeichen im Browser. Nur, dass man auf Pinterest nicht einfach einen Link, sondern ein Bild von etwas Interessantem pinnt. Das Gepinnte ist dabei durch einen Backlink mit seiner Ursprungswebsite verbunden.

Wenn Sie also für einen Foodblog schreiben oder selbst Lebensmittelhersteller sind, dann pinnen Sie zum Beispiel ein schönes Foto von einem verführerischen Cupcake, das Sie auf Ihrer eigenen Website veröffentlich haben, an Ihre Wand. User, die sich gerade kulinarische Inspiration holen und dafür bei Pinterest stöbern, finden Ihren Cupcake-Pin, klicken darauf und landen auf Ihrer Website. Pinterest bietet sich dementsprechend sehr gut für das Seeding ihrer Inhalte an.

Inspiration ist übrigens DER Schlüsselbegriff bei der Nutzung von Pinterest. Das Markencredo lautet: „Pinterest ist ein Ort, an dem du dir Ideen von Gleichgesinnten für all deine Projekte und Interessen holen kannst.“

Natürlich gibt es auch hier keine Sammlung ohne Ordnung: Sie können einzelne Pinnwände nach Themen oder Orten sortiert anlegen und Gruppenpinnwände einrichten, an die zum Beispiel mehrere Mitarbeiter posten können. Auch geheime Pinnwände sind möglich, also wie eine geheime Gruppe bei Facebook, die nur der internen Kommunikation dient.

Das Pin-Potenzial für Content-Marketer

Im Blog onlinemarketing.de fasst die Autorin Tina Bauer es perfekt zusammen. Sie schreibt: „Pinterest lädt die User zum Verweilen ein, sie begeben sich auf Recherche und lassen sich Impulse für neue, kreative Ideen geben. Eine Recherche auf Pinterest hat Potential für Stunden, die Nutzer verlieren sich leicht dabei und rutschen von Pin zu Pin tiefer in die Materie. Und so kann es durchaus schnell passieren, dass sie am Ende ihrer Reise in einem Webshop landen und nicht widerstehen können.“

Zweck Ihrer Markenpinnwand ist es daher nicht, den Usern einfach eine Produktgalerie zu präsentieren, sondern zur Benutzung Ihrer Produkte zu inspirieren. Durch schöne Bilder von Nutzungsergebnissen, Nutzungssituationen und themenverwandten Dingen aus den Weiten des Internets. So betreiben Sie Imagepflege, schaffen Vertrauen und Involvement und am wichtigsten: Word-Of-Mouth. Letzteres funktioniert auf Pinterest ebenso effektiv wie auf Facebook oder Twitter. Auch hier gibt es die Funktion des Re-Pinnens.

Als spezielles Feature für Unternehmen bietet Pinterest die sogenannten „Rich Pins“ an. Jedes Element, das Sie an Ihre Pinnwand heften, wird mit dem bekannten rot-weißen Pin-Symbol versehen. Die „Rich“-Variante kann mit zusätzlichen Informationen behaftet werden – dies entspricht im Grunde dem Taggen mit Meta-Tags. Hierfür gibt es fünf Kategorien: Ort, Artikel, Produkt, Rezept, Film. Entsprechend der Kategorie teilt der Rich-Pin den anderen Usern zusätzliche Informationen zum gepinnten Bild mit. Die Möglichkeit, Rich-Pins zu nutzen, müssen Sie bei Pinterest beantragen. Wie es funktioniert, lesen Sie hier.

Darauf haben Sie sicher schon gewartet: Ja, es gibt die Möglichkeit zur Erfolgskontrolle. Pinterest bietet auch ein Analyse-Tool an, Pinterest-Analytics, mit dem Sie – ähnlich wie bei Twitter oder Facebook Analytics – Messzahlen und Statistiken für den Impact Ihrer Aktivitäten ablesen und auswerten können.

Best-Practice-Cases

In den Pinterest Success Stories finden wir etwa zwei Dutzend Use-Cases, die anschaulich beschreiben, wie große Marken bereits die Zielgruppenansprache über die Pinnwand angehen.

Kraft Foods
beispielsweise hat eine Rezepte- und Inspirations-Pinnwand etabliert, die Appetit macht, zum Kochen und Backen inspiriert und so für eine Menge Involvement sorgt. Die hochwertigen Food-Bilder verlinken zu kraftrecipes.com. Dort wurde nach dem Launch des Pinterest-Accounts ein
signifikanter Anstieg der Zugriffe verzeichnet.

Pinterest Tipps

Sony

Sony hat nicht nur sehr beliebte Pinnwände ins Leben gerufen, auf denen unter anderem User selbst Fotos posten können, die mit Sony-Produkten aufgenommen wurden. Sony hat auch einen Pinterest-Newsletter etabliert, der bestimmte Sony-Pinnwände empfiehlt und andere News beinhaltet. Laut Pinterest verzeichnet dieser Newsletter sehr gute Öffnungs- und
Response-Raten.

Pinterest Tipps

Elle

Das Magazin Elle nutzt Pinterest zur erweiterten Content-Suche. Über die vielfältigen Bildergalerien können Elle LeserInnen stöbern, nach Stichworten suchen und werden per Klick auf das gepinnte Bild direkt auf die redaktionelle Website geleitet. Bei einigen Website-Inhalten wurde registriert, dass 70 % aller Zugriffe über Pinterest kamen.

Pinterest Tipps

So werden Sie Pinner

Ihre ersten Schritte als Unternehmen bei Pinterest bestehen aus dem einfachen Anlegen eines Accounts mit Nutzername, E-Mail und Passwort, dem Verifizieren Ihrer Unternehmenswebsite und dem Hinzufügen des „Pin-It“-Buttons zu den Inhalten Ihrer Website. Wie das alles funktioniert erklärt Pinterst einfach und Schritt-für-Schritt.

Für die richtige Nutzung und das korrekte Einbinden von Pinterest in Marketingmaßnahmen existiert eine sehr nützliche Marketing-Guideline inklusive CD-Richtlinien sowie essentiellen Dos und Dont’s.

Wir wünschen viel Erfolg beim Pinnen und freuen uns über Ihre Erfahrungsberichte.

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Ursprünglich veröffentlicht am 11. März 2015, aktualisiert am November 30 2018

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