Immer mehr Verbraucher tippen Suchanfragen nicht mehr in das Suchfeld bei Google und Co. ein, sondern nutzen die Sprachsuche. Daraus ergeben sich tiefgreifende Veränderungen bezüglich des Suchverhaltens und der Suchmaschinenoptimierung. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, um Ihre Website auch für die Voice Search zu optimieren.

Wie Sie prüfen, inwiefern Ihre Website und deren Elemente die Anforderungen  moderner SEO erfüllen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zur  Durchführung von SEO-Audits.

Die Sprachsuche wird immer wichtiger

Die Sprachsuche steckt noch in den Kinderschuhen, jahrelang wuchs die Zahl der Nutzer nur zögerlich. Grund war unter anderem, dass die Fehlerrate bei der Spracherkennung recht hoch lag – im Jahr 2014 noch bei 20 bis 25 Prozent. Mittlerweile ist sie jedoch auf gut acht Prozent gesunken. Auch leichte Dialekte, undeutliche Ausdrucksweisen und Umgebungsgeräusche stören die Sprachassistenten immer weniger.

Entsprechend steigt die Akzeptanz der Nutzer gegenüber Voice Search. Der Location-Marketing-Analyst Uberall schätzt, dass mittlerweile zwölf bis 15 Prozent der Suchanfragen über die Sprachsuche gestellt werden. Und 40 Prozent der Nutzer geben an, dass sie Voice Search verwenden würden, Tendenz: steigend. Einige Experten gehen davon aus, dass der Anteil der Sprachsuche schon bis 2020 auf 50 Prozent klettern könnte. Für Unternehmen wird es nun also höchste Zeit, sich auf die aktuellen und bevorstehenden Veränderungen einzustellen.

Wie funktioniert die Google-Sprachsuche?

„Okay, Google!“: Diese einfache Phrase löst die Sprachsuche über Google aus. Andere Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Apples Siri lassen sich ähnlich einfach starten. Dann formulieren die Nutzer ihr Anliegen – und erhalten umgehend ein Ergebnis, das ihnen vom jeweiligen Assistenten vorgelesen wird.

Voice Search funktioniert natürlich ganz anders als das klassische Eintippen von Text in eine Suchmaske. Vor allem werden die Suchanfragen dabei in vielerlei Hinsicht komplexer. Denn Nutzer werden üblicherweise ausformulierte Sätze oder Fragen einsprechen. Statt „Restaurant Berlin“ zu suchen, fragen sie zum Beispiel: „Wo kann ich hier in der Nähe essen?“ Sie verwenden eine natürlichere und alltäglichere Sprache.

Die Sprachassistenten verschwenden keine Zeit darauf, eine halbe Stunde sämtliche Suchergebnisse vorzusprechen. Stattdessen präsentieren sie das beste Ergebnis, das bei Google oder Bing ganz oben steht, maximal noch die Nummer Zwei auf der Liste. Nutzer erhalten so kompakte Antworten auf ihre Fragen – oft, ohne dass sie überhaupt eine Website besucht haben.

Damit das System funktioniert, müssen die Assistenten die Suchintention der Nutzer so gut wie möglich verstehen und erkennen können, welches Ergebnis am besten dazu passt. Dazu durchforsten sie Branchenverzeichnisse wie Google My Business, Bing und Yelp. Unternehmen, die dort gar nicht vertreten sind oder deren Angaben nicht vollständig sind, haben das Nachsehen: Sie sind in der Sprachsuche quasi unsichtbar.

Wie Sie Ihre Website für die Google-Sprachsuche optimieren

Was bedeutet das alles nun konkret für Ihr Unternehmen? Webmaster Trends Analyst John Mueller von Google fasste in einem Interview einmal zusammen:

„Längerfristig gedacht sollten sich Webmaster Gedanken machen, wie sie mit ihren Websites erfolgreich sein können, wenn Nutzer nicht mehr am Bildschirm hängen. Also alles über Sprachfunktionen oder die verschiedenen Assistenten läuft. Wie kann mein Geschäft online relevant sein, wenn niemand meine Inhalte sieht?“

Auf folgende Punkte sollten Sie künftig achten:

  1. Finden Sie heraus, welche Geräte und Sprachassistenten Ihre Zielgruppe vorzugsweise verwendet. Denn davon ist abhängig, welche Suchmaschinen für die Voice Search herangezogen werden.
  2. Überlegen Sie sich, welche Fragen sich Ihre Zielgruppe stellt, welche Probleme sie gelöst haben will und welche Suchbegriffe sie dafür verwendet.
  3. Die in der Sprachsuche verwendeten Begriffe können von Nutzer zu Nutzer stark variieren – da jeder Mensch ein eigenes Vokabular verwendet. Gesucht werden weniger einzelne Keywords als vielmehr inhaltliche Zusammenhänge. Gehen Sie deshalb in Ihren Texten so detailliert wie möglich auf Ihre Zielgruppe ein und verwenden Sie verschiedene Ausdrücke für die gleichen Sachverhalte.
  4. Verwenden Sie in Ihren Texten eine möglichst natürliche, alltagstaugliche Sprache. Dabei können Ihnen zum Beispiel FAQ-Bereiche oder Rezensionen zufriedener Kunden helfen.
  5. Legen Sie Einträge in den für Sie relevanten Branchenverzeichnissen wie Google MyBusiness, Bing, Yelp oder TripAdvisor an.
  6. Achten Sie darauf, dass alle Einträge vollständig sind und einheitliche Angaben enthalten.

Es lohnt sich, Ihr Unternehmen auf die Sprachsuche vorzubereiten

Wie hoch der Anteil der Sprachsuche am gesamten Suchvolumen tatsächlich werden wird, bleibt abzuwarten. Fest steht aber: Voice Search ist auf dem Vormarsch und sie bringt enorme Veränderungen mit sich. Eine der wichtigsten für Unternehmen dürfte sein, dass in der Sprachsuche nur die ersten beiden Ergebnisse überhaupt eine Chance haben, den Nutzern präsentiert zu werden. Alle Anbieter von Position drei abwärts haben das Nachsehen. Es wird demzufolge noch wichtiger für Unternehmen, ein gutes Suchmaschinenranking zu erreichen.

Gleichzeitig sind dem Location-Marketing-Analysten Uberall zufolge 96 Prozent der Unternehmen in Europa und den USA noch nicht auf Voice Search eingestellt. Noch stehen Ihre Chancen also ausgezeichnet, mit einer Optimierung Ihrer Website und Einträgen in Branchenverzeichnissen gute Ergebnisse zu erzielen. Es lohnt sich für Sie, aktiv zu werden – bevor es die Konkurrenz wird.

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Ursprünglich veröffentlicht am 24. September 2019, aktualisiert am September 20 2019

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