Sie kennen sie bestimmt, diese endlosen Rattenschwänze aus Zahlen und Zeichen hinter einer Domain. Merken kann sich diese kryptischen Konstrukte wohl kaum jemand und auch zum Teilen von Inhalten sind ellenlange Webadressen häufig nicht eben von Vorteil.

In solchen Fällen schaffen URL Shortener Abhilfe. Auf Knopfdruck können Sie damit einen Link auf wenige Zeichen reduzieren und ihn anschließend uneingeschränkt für Ihre Zwecke verwenden.

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URLs kürzen – warum eigentlich?

Vor allem bei Websites mit komplexer Struktur oder zugrundeliegenden Datenbankvariablen bestehen URLs häufig aus vielen verschiedenen Elementen. Dann kann der Link zum brandaktuellen Blog-Eintrag, zum Online-Shop-Schnäppchen oder zum neuesten Video schon mal ganz schön lang werden. Das ist grundsätzlich nicht weiter schlimm, denn zur gewünschten Zielseite führen sie natürlich trotzdem.

Steht allerdings nur eine beschränkte Anzahl an Zeichen zur Verfügung – wie es etwa bei Microblogging-Diensten (z. B. Twitter, Tumblr), in Social-Media-Statusmeldungen (z. B. Facebook, Instagram), aber auch bei Kurznachrichten häufig der Fall ist – vergeuden Sie beim Teilen langer Links wertvolle Zeichen.

Doch nicht nur deshalb kann es sich lohnen, auf URL Shortener zu setzen. Wegen ihrer leichteren Lesbarkeit sind verkürzte Links wesentlich attraktiver für den Nutzer und werden dementsprechend auch eher geklickt.

Außerdem bleiben sie besser im Gedächtnis und können deshalb nicht nur online, sondern auch offline (z. B. in Printmedien oder Formularen) eingesetzt werden. Davon profitieren vor allem Unternehmen, die Short-Links zu Werbezwecken bzw. als Tracking Tool verwenden und so die Ergebnisse ihrer Marketing-Kampagnen genau analysieren können.

URLs mit HubSpot kürzen

Wenn Sie über HubSpot einen Link auf den sozialen Netzen teilen wollen, kürzt die Software automatisch Ihre URL auf ein Standardformat von 23 Zeichen. Der Link enthält automatisch die Domain hubs.ly und ist ein Tracking-Link, was bedeutet, dass er Tracking-Parameter enthält, die es ermöglichen, Traffic-Kennzahlen zu dem geposteten Beitrag zu erheben. Sowohl auf der Ebene des Monitorings im Online-Marketing als auch, was die Nutzerfreundlichkeit des Links für Ihre Zielgruppe angeht, haben Sie mit dieser Methode deutliche Vorteile. Und das Beste: Sie müssen keinen Finger rühren, denn die HubSpot-Software erledigt alles automatisch für Sie.

Short-Links leicht gemacht: Die besten URL-Dienste im Vergleich

Egal, ob für den privaten oder geschäftlichen Gebrauch, die Auswahl an URL-Shortener-Diensten ist groß. In ihrer Grundfunktion unterscheiden sich diese kaum – sie alle generieren in wenigen Augenblicken verkürzte Links, und das überwiegend kostenlos. Abweichungen gibt es allerdings bei Zusatz-Features, wie etwa Branded Links oder Statistiken, die häufig dann doch an ein kostenpflichtiges Upgrade gekoppelt sind.

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir für Sie verschiedene Anbieter und deren Besonderheiten genauer unter die Lupe genommen:

1. Bit.ly

Mit 2,3 Milliarden erstellter Links pro Jahr gehört bit.ly unbestritten zu den Platzhirschen unter den URL-Shortener-Diensten. Selbst große Marken wie Amazon, Nike und die New York Times schenken dem wohl beliebtesten Anbieter ihr Vertrauen. 1.000 verkürzte und uneingeschränkt klickbare Links pro Monat können mit dem Tool kostenlos erstellt und direkt als Social Media Posting veröffentlicht werden.

Ebenso inkludiert ist eine Auswertung des Linkverlaufs der letzten 30 Tage. Individualisierbare Marken-Links, Kampagnen-Management oder umfassendere Tracking- und Statistik-Funktionen stehen jedoch erst in der kostenpflichtigen Basis- oder Enterprise-Version zur Verfügung.

Tipp: Sie können Ihren Bitly-Account auch direkt mit HubSpot verknüpfen.

2. is.gd

Für all jene, die tatsächlich „nur“ einen gekürzten Link ohne viele Zusatzfunktionen brauchen, ist is.gd eine interessante Alternative. Denn die lediglich aus einem Feld und einem Button bestehende Seite ist in Sachen simple Bedienung kaum zu schlagen. Auch eine Registrierung ist weder notwendig noch möglich – sehr wohl allerdings die Ausgabe der URL als QR-Code und eine individuelle Endung.

Und auch sonst verfolgt der URL Shortener eine eher unkonventionelle Strategie: Das kostenlose Tool arbeitet CO2-neutral und kommt vollständig ohne Werbung aus.

3. Rebrandly

Schon in der Gratis-Version punktet Rebrandly mit einem attraktiven Angebot: Zusätzlich zu unbegrenzt vielen verkürzten URLs können 500 individualisierbare Branded Links pro Monat kostenlos generiert werden. Die Anbindung an über 100 Tools und Systeme, darunter Chrome, Firefox oder Google-Sheets, bietet zusätzlichen Komfort.

Einziger Wermutstropfen: Das Tracking ist auf 5.000 Klicks beschränkt. Ein erweiterter Funktionsumfang inklusive Analyse, Reports, QR-Code-Generierung oder Domain- und Link-Management ist gegen Aufpreis in verschiedenen Premium-Varianten erhältlich.

4. t1p.de

Anders als viele andere Anbieter speichert das deutsche Tool t1p.de keine IP-Adressen von Link-Benutzern und ist demnach absolut datenschutzkonform. Entwickelt wurde der URL-Shortener von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Besonders erwähnenswert sind die zusätzlichen Funktionen: Neben herkömmlich verkürzten sowie individualisierbaren URLs können die Links auch mit einem Passwort geschützt und mit einem Ablaufdatum versehen werden. Darüber hinaus werden die Kurz-URLs auf Malware oder Phishing-Aktivitäten geprüft und der Nutzer gegebenenfalls gewarnt.

5. TinyURL

Bereits seit 2002 beschränkt sich TinyURL auf das Wesentliche und ist trotzdem – oder gerade deshalb – eines der meistgenutzen Tools. Abgesehen von Kurz-Links, die auch ohne Registrierung individualisiert werden können, und einer Vorschau gibt es keine weiteren Funktionen, weshalb es vor allem im privaten Gebrauch gerne zum Einsatz kommt.

6. Cutt.ly

Ebenso einfach und rasch wie kostenlos lassen sich Links mit cutt.ly verkürzen – auch ohne Anmeldung. Wer sich allerdings doch registriert, profitiert von weiteren attraktiven Gratis-Features. So kann nicht nur die Endung der URL personalisiert oder direkt ein QR-Code generiert werden, auch die Kampagnen-Performance lässt sich anhand von bestimmten gespeicherten Daten analysieren.

7. Ow.ly

Während sich auf ow.ly früher ohne Registrierung beliebig verkürzte Links erstellen ließen, braucht es dafür inzwischen ein Hootsuite-Benutzerkonto. Denn der URL-Shortener wurde mittlerweile vollständig in das Social-Media-Tool eingebunden. Wer ohnehin mit Hootsuite arbeitet, kann seine Social-Media-Aktivitäten über ow.ly nun noch leichter verwalten, verfolgen und auswerten.

Und wo ist der Google URL Shortener?

Die Antwort auf die Frage ist leicht beantwortet: Der 2009 ins Leben URL-Shortener Dienst goo.gl wurde 2019 vollständig eingestellt. Auf bestehende Links hat das glücklicherweise bisher keine Auswirkung – sie funktionieren nach wie vor. Zum Erstellen von neuen Kurz-URLs verweist Google jedoch ebenso auf alternative Anbieter.

URL Shortener sind ein praktisches Hilfsmittel, um Links auf Knopfdruck zu verkürzen. Im Grunde sind die zahlreichen auf dem Markt befindlichen Tools bedenkenlos zu verwenden, allerdings sollten Sie etablierte und vertrauenswürdige Anbieter bevorzugen. Denn wenn ein Dienst tatsächlich in Schwierigkeiten gerät, können im schlimmsten Fall all Ihre Kurz-URLs plötzlich ins Nichts führen.

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Titelbild: Chinnapong / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 18. August 2020, aktualisiert am November 10 2020

Themen:

Online Marketing