Der Deckungsbeitrag ist eine der wichtigsten unternehmerischen Kennzahlen, die Unternehmen innerhalb Ihrer Kosten- und Leistungsrechnung nutzen.

In dem folgenden Beitrag erfahren Sie, was der Deckungsbeitrag ist, welche Arten von Deckungsbeiträgen es gibt und wie sich die einstufige Deckungsbeitragsrechnung von der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung unterscheidet.

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Sie berechnen den Deckungsbeitrag, wenn Sie den Nettoverkaufspreis für ein Produkt um die variablen Kosten mindern. Die Umsatzsteuer darf bei der Ermittlung des Deckungsbeitrags nicht berücksichtigt werden.

Zu den variablen Kosten zählen alle Kosten, die abhängig von der Produktion und dem Beschäftigungsstand anfallen. Um einen Gesamtdeckungsbeitrag zu erhalten, multiplizieren Sie den Stückdeckungsbeitrag mit der abgesetzten Menge.

Wofür wird die Deckungsbeitragsrechnung genutzt?

Die Deckungsbeitragsrechnung nutzt Ihnen, wenn Sie wissen möchten, ob Sie mit dem Verkauf eines Produkts einen Gewinn oder einen Verlust erzielt haben. Dabei sind folgende drei Ergebnisse möglich:

  1. Ist der Deckungsbeitrag positiv, erzielen Sie einen Gewinn, weil Sie mit den Umsatzerlösen alle variablen und alle Fixkosten decken.
  2. Liegt der Deckungsbeitrag bei null, haben Sie den Break-Even-Point erreicht. Sie erzielen weder einen Gewinn noch einen Verlust.
  3. Ist der Deckungsbeitrag negativ, übersteigen die Kosten die Umsätze. Sie erwirtschaften einen Verlust.

Welche Arten von Deckungsbeiträgen gibt es?

Die Kostenrechnung unterscheidet den Stückdeckungsbeitrag und den Gesamtdeckungsbeitrag. Mit dem Stückdeckungsbeitrag ermitteln Sie den Deckungsbeitrag für jede Produkteinheit. Den Gesamtdeckungsbeitrag berechnen Sie, wenn Sie wissen möchten, wie hoch der Deckungsbeitrag für Ihre gesamte Absatzmenge ist.

Welche Formeln verwendet ein Unternehmen für die Deckungsbeitragsrechnung?

Gemäß der Unterscheidung in Stückdeckungsbeitrag und Gesamtdeckungsbeitrag wenden Sie zwei Deckungsbeitragsformeln an. Für die Ermittlung des Stückdeckungsbeitrags lautet die Formel:

Formel zur Berechnung des Stückdeckungsbeitrags

Bei der Ermittlung des Gesamtdeckungsbeitrag hilft Ihnen die folgende Formel:

Formel zur Berechnung des Gesamtdeckungsbeitrags

Die Ermittlung des Deckungsbeitrags

Für die Ermittlung des Deckungsbeitrags stellt Ihnen die Deckungsbeitragsrechnung zwei Verfahren zur Verfügung. Möchten Sie den Deckungsbeitrag für ein Produkt ermitteln, wenden Sie die einstufige Deckungsbeitragsrechnung an. Haben Sie zwei oder mehr Produkte in Ihrem Produktionsprogramm, ermitteln Sie Ihr Betriebsergebnis mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung.

Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Das Betriebsergebnis erhalten Sie bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung, wenn Sie den Deckungsbeitrag 1 um die Fixkosten kürzen. Zur Ermittlung des Deckungsbeitrags 1 ziehen Sie die variablen Kosten von den Umsatzerlösen ab.

Mit dem Ergebnis der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung bilden Sie Ihr Betriebsergebnis für ein Produkt ab. Nach der Berechnung wissen Sie, ob Sie einen Gewinn oder einen Verlust erzielt haben.

Beispiel zur einstufigen Deckungsbeitragsrechnung

Ein Obsthändler oder eine Obsthändlerin verkauft auf dem Wochenmarkt Äpfel. In einem Monat wurde ein Umsatz von 3.000 Euro erzielt. Für die Beschaffung der Ware wendete der Obsthändler oder die Obsthändlerin variable Kosten in Höhe von 800 Euro auf. Für die Standmiete und andere Fixkosten entstanden Aufwendungen in Höhe von 2.000 Euro. Mithilfe der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung ermittelt sich das Betriebsergebnis nun wie folgt:

Deckungsbeitrag 1 = 3.000 Euro – 800 Euro = 2.200 Euro

Betriebsergebnis = 2.200 Euro – 2.000 Euro = 200 Euro

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Nachdem Sie den Deckungsbeitrag 1 durch Abzug der variablen Kosten von den Umsatzerlösen ermittelt haben, berücksichtigen Sie die Fixkosten auf mehreren Ebenen. Bei dieser Ermittlung des Deckungsbeitrags unterteilen Sie den Anteil der Fixkosten in produktfixe Kosten, in bereichsfixe Kosten und in unternehmensfixe Kosten.

Produktfixe Kosten ordnen Sie einem Produkt zu. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die Abschreibungen, mit denen Sie den Wertverzehr buchhalterisch darstellen.

Bereichsfixe Kosten entstehen in einem bestimmten Bereich Ihres Betriebs. Sie fallen in der Halle an, in der Sie Ihre Produkte herstellen.

Unternehmensfixe Kosten ordnen Sie weder dem Produkt noch einem Bereich in Ihrem Unternehmen zu.

Mit dieser Form der Deckungsbeitragsrechnung verfolgen Sie das Ziel, alle Fixkosten den Produkten zuzuordnen, die sie verursacht haben.

Beispiel zur mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung

Eine Herstellerfirma für Computer stellt Desktop-Computer (Produkt A) und Laptops (Produkt B) her.

In einem Monat erzielt das Unternehmen für die Desktop-Computer einen Umsatz von 25.000 Euro. Der Anteil der variablen Kosten belief sich auf 5.000 Euro. Für den Verkauf der Laptops konnte das Unternehmen einen Umsatz von 34.500 Euro generieren. Hier betrugen die variablen Kosten 4.500 Euro. Produktfixe Kosten vielen für das Produkt A in Höhe von 2.000 Euro an und für das Produkt B in Höhe von 1.000 Euro.

Als weitere Kostenfaktoren kalkuliert das Unternehmen mit bereichsfixen Kosten in Höhe von 8.000 Euro und unternehmensfixen Kosten von 12.000 Euro.

Aufgrund der vorstehenden Zahlen ergibt sich die folgende mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung:

Deckungsbeitrag 1 für Produkt A: 25.000 Euro – 5.000 Euro = 20.000 Euro

Deckungsbeitrag 1 für Produkt B: 34.500 Euro – 4.500 Euro = 30.000 Euro

Deckungsbeitrag 2 für Produkt A: 20.000 Euro – 2.000 Euro = 18.000 Euro

Deckungsbeitrag 2 für das Produkt B: 30.000 Euro – 1.000 Euro = 29.000 Euro

Der Deckungsbeitrag 2 entspricht dem Betriebsergebnis vor Berücksichtigung der bereichsfixen Kosten und der unternehmensfixen Kosten. Es ermittelt sich ein Ergebnis von 47.000 Euro (18.000 Euro + 29.000 Euro).

Deckungsbeitrag 3 für Produkte A + B: 47.000 Euro – 8.000 Euro = 39.000 Euro

Betriebsergebnis = 39.000 Euro – 12.000 Euro = 27.000 Euro

Welche Aussage ist mit dem relativen Deckungsbeitrag verbunden?

Der relative Deckungsbeitrag stellt im Rahmen der Deckungsbeitragsrechnung einen Sonderfall dar. Hierbei berücksichtigen Sie neben den Umsätzen, den variablen Kosten und den Fixkosten noch einen weiteren Faktor. Dieser Faktor ist zum Beispiel die Zeit.

Mit Hilfe des relativen Deckungsbeitrags ermitteln Sie, welcher Produktionsfaktor Ihnen den größten Nutzen bringt, wenn Ihnen nur ein begrenzter Zeitraum für die Produktion zur Verfügung steht.

Somit lautet die Deckungsbeitragsformel für die Ermittlung des relativen Deckungsbeitrags:

Relativer Deckungsbeitrag = Deckungsbeitrag / Produktionsfaktorverbrauch

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Titelbild: Trevor Williams / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 18. Mai 2022, aktualisiert am Mai 18 2022

Themen:

Vertriebscontrolling