Die Corona-Krise verändert unsere Welt und besonders das Arbeitsleben. Rund die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer arbeiteten laut einer bitkom-Umfrage bereits von zu Hause aus. Für ein Fünftel war Home-Office komplett neu, so der IT-Branchenverband.

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Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint die neue Art zu Arbeiten jedoch anzukommen: Viele Deutsche würden auch in Zukunft gerne Telearbeit nutzen. Damit das gelingt, müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer an ein paar Regelungen halten.

Was ist Home-Office?

Home-Office ist eine Form der Telearbeit. Bei dieser gibt es drei Unterscheidungsformen:

  • Mobile Telearbeit: Der Arbeitnehmer ist hier ständig unterwegs und an keinen festen Ort gebunden.

  • Alternierende Telearbeit: Bei dieser Form arbeitet er abwechselnd im Büro und in seiner Wohnung.

  • Heimbasierte Telearbeit: Der Arbeitnehmer erledigt seine Tätigkeit zu 100 % im privaten Umfeld. Das Home-Office wie wir es kennen ist somit eine Mischung aus alternierender und heimbasierter Telearbeit.

Das „Pajama Principle“

dharmesh-shah-auf-der-inbound-2019„Erfolg entwickelt sich proportional zum Zeitraum, in dem man seine Mitarbeiter im Schlafanzug arbeiten lässt.“ – Das ist das sogenannte Pajama Principle des HubSpot-Mitbegründers Dharmesh Shah. Er ist überzeugt, dass Mitarbeiter im Home-Office sehr gut arbeiten können. Nicht jeder hat in einem vom Arbeitgeber gestellten Büro eine hohe Produktivität. Somit steht der „pajama“ für individuell angepasste Umstände, die dem Arbeitnehmer ein angenehmes und besseres Arbeitsklima verschaffen:

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Privates Umfeld statt Office: Wann ist Telearbeit sinnvoll?

  • Bei Krankheitswellen wie der aktuellen Corona-Pandemie ist es mit überschaubaren Maßnahmen möglich, die Ausbreitung zu verlangsamen. Home-Office führt dazu, dass Mitarbeiter geschützt sind und zugleich ihre Tätigkeiten verrichten können.

  • Auch bei anderen Krankheiten oder leichten Verletzungen können Arbeitnehmer unter Umständen wichtige Aufgaben erledigen – zum Beispiel über Videokonferenzen.

  • Die Schulen sind geschlossen oder die Großeltern fallen als Betreuer weg: Manche Familiensituationen benötigen spontane, flexible Lösungen. Mit Heimarbeit haben Arbeitnehmer die Chance, ihre Tagesplanung an ihre Bedürfnisse anzupassen.

  • Viele deutsche Unternehmen leiden unter dem Fachkräftemangel. Ist ein Remote-Arbeiten möglich, steigert das die Attraktivität des Arbeitgebers. Und die neuen Fachkräfte müssen nicht zwangsläufig in die Nähe des Unternehmens ziehen.

Home-Office: Diese Regelungen und Voraussetzungen gibt es

Corona-Krise hin oder her – es gibt in Deutschland kein Anrecht auf Home-Office. Noch nicht. Die Bundesregierung plant aber ein derartiges Gesetz. Bis dahin gilt: Auch in Zeiten der Pandemie kann ein Vorgesetzter seinen Mitarbeitern vorschreiben, das Haus zu verlassen und im Büro zu arbeiten.

Bei Arbeitnehmern, die größtenteils im Büro und da am Computer tätig sind, bietet sich jedoch die moderne Form der Heimarbeit an. In vielen Branchen wie der IT- und Medienbranche gehört Home-Office mittlerweile zum „guten Ton“. Dies ist nicht bei allen Berufen möglich: Beispielsweise können Ärzte, Pfleger, Bauarbeiter oder Arbeiter an Produktionsmaschinen ihre Aufgaben nicht mit nach Hause nehmen.

Was muss der Arbeitgeber leisten?

Häufiges oder dauerhaftes Arbeiten von zu Hause aus sollte nur erfolgen, wenn sich der Arbeitnehmer einen richtigen Arbeitsplatz einrichtet – und das mit Unterstützung des Arbeitgebers. Dieser muss sich an die Telearbeit-Regelungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) halten. Neben der ArbStättV sind zudem weitere Vorgaben des Gesetzgebers zu beachten. Zum Beispiel das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), in dem Pausen und Ruhezeiten geregelt sind.

Möchte ein Mitarbeiter dauerhaft im Home-Office arbeiten, sollte der Arbeitgeber das im Arbeitsvertrag festhalten. Darin regelt er unter anderem die Arbeitszeiten, die Erreichbarkeit, die Dokumentationspflichten, den Umgang mit dem Datenschutz sowie die Art der Kostenerstattungen.

Was bringt das „Working from Home“ mit sich?

Ein weiterer wichtiger Punkt: Wie sieht es mit der Absetzbarkeit von der Steuer aus? Wie weit können Anschaffungen für den Heimarbeitsplatz geltend gemacht werden? Um diese Fragen zu beantworten, sollten sich Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen mit Steuerfachleuten zusammensetzen. Denn beim Thema Heimarbeitsplatz und Steuern gibt es einige Dinge zu klären und zu bedenken.

Home-Office: Die Vorteile

Dank Home-Office ist das Vorhaben, Kind und Karriere in Einklang zu bringen, besser möglich. Handwerker-Termine, Besuche bei kranken Familienmitgliedern oder ein Spaziergang in der Mittagssonne: Das und mehr ist mit einer flexiblen Zeiteinteilung ebenso besser machbar. Dies liegt auch daran, dass das Pendeln vom und zum Arbeitsplatz wegfällt. Das können je nach Arbeitsweg einige Stunden pro Woche ausmachen.

Zudem können Kollegen, die auf einen Plausch vorbeikommen, spontane Meetings und andere Ablenkungen bei der Telearbeit entfallen. Manche Mitarbeiter erleben einen Produktivitätsschub, wenn sie ungestört von zu Hause arbeiten können. Dies wird auch die Abwesenheit des Chefs: Wenn dieser nicht ständig über die Schultern schaut, ist das eine besondere Form der Freiheit, die zu mehr Arbeitszufriedenheit führt.

Home-Office: Die Nachteile

Der Plausch in der Kaffeeküche, der Austausch beim Mittagessen und derartige Interaktionen fallen weg. Das kann zu einem Gefühl der sozialen Isolation führen. Zudem erfordert die Arbeit in privatem Umfeld viel Selbstdisziplin, ein Talent für Zeit- und Selbstmanagement und Selbstmotivation. Damit haben manche Menschen ihre Probleme, sie benötigen genaue Vorgaben. Wenn gewohnte Strukturen fehlen, geringe Selbstdisziplin vorhanden ist und die „soziale Isolation” zunimmt, kann das außerdem zu einer Abnahme der Arbeitsleistung führen.

Unter dem Home-Office leidet auch die Work-Life-Balance: Das „working from home“ verleitet dazu, ständig erreichbar zu sein oder „mal kurz” die geschäftlichen E-Mails zu checken. Das lässt Privat- und Geschäftsleben verschwimmen. Hier ist auch das Thema Datensicherheit wichtig: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen darauf achten, wie sie insbesondere mit sensiblen Daten umgehen.

Auch in Zukunft mehr Home-Office statt Büroarbeit

Die Corona-Krise hat gezeigt: Wenn es sein muss, funktionieren viele Tätigkeiten auch im Home-Office gut bis sehr gut. Der zunehmenden Digitalisierung sei Dank. Dementsprechend planen viele Unternehmen auch in Zukunft auf Telearbeit zu setzen. Das ist gut so: Wie bereits erwähnt, möchte ein Großteil der Deutschen in Zukunft von zu Hause aus arbeiten. Viele sind dort zufriedener, motivierter und produktiver als im Büro.

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Titelbild: MamikaStock / getty images

Ursprünglich veröffentlicht am 26. Juni 2020, aktualisiert am Juni 26 2020

Themen:

Produktivität