IaaS (Infrastructure as a Service): Vorteile und Beispiele

Kundenservice mit Herz
Annekatrin Zywietz
Annekatrin Zywietz

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Das Arbeiten in der Cloud ist heute mehr Normalität als Seltenheit. Während früher noch lokale Softwarelösungen dominiert haben, hat sich das Blatt heute gedreht. Doch wie machen es solche Dienste überhaupt möglich, dass Anwendende sie nutzen können? Die Antwort: IaaS. Was Infrastructure as a Service ist, wie es funktioniert und welche Anbieter es gibt, erfahren Sie hier.

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Wie funktioniert IaaS als Form des Cloud Computings?

Im IaaS-Modell, auch Cloud-Infrastruktur-Service genannt, bietet ein Cloud-Anbieter die gesamte IT-Infrastruktur als Dienstleistung an. Der Anbieter stellt einem Unternehmen die Hardware (Router, Switch und weiteres) und die Netzwerkinfrastruktur wie Firewalls oder Speicherplatz bereit und sorgt in der Wartung dafür, dass diese immer fehlerfrei laufen und auf dem neuesten Stand sind.

Für Unternehmen ist diese Form der Infrastruktur bequem: Mitarbeitende greifen auf die Ressourcen zu und nutzen sie, wann immer sie diese benötigen. Sie zahlen nur für das, was sie auch tatsächlich nutzen, ähnlich wie bei einem Strom- oder Wasseranbieter.

Ein weiterer Vorteil und Pluspunkt von IaaS: Ressourcen sind skalierbar. Das heißt, dass Unternehmen ihre Nutzung je nach Bedarf nach oben oder unten schrauben können. So können Sie beispielsweise als Einzelhändler während der Hauptsaison zusätzliche Serverkapazität hinzufügen, um den erhöhten Datenverkehr zu bewältigen – wenn die Abfrage wieder abflacht, reduzieren Sie die Kapazitäten wieder. Diese Flexibilität macht IaaS zu einer sehr attraktiven Lösung für viele Unternehmen.

Für wen ist IaaS geeignet?

IaaS eignet sich grundsätzlich für fast jedes Unternehmen, das Wert auf größtmögliche Flexibilität und Skalierbarkeit legt. Gerade Start-ups und kleine Unternehmen profitieren von Infrastructure as a Service – schließlich müssen sie so am Anfang keine teuren Investitionen in Hardware und Software tätigen. Sie können stattdessen mit einer minimalen IT-Infrastruktur starten und diese nach Bedarf erweitern.

Aber auch für KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) ist IaaS ein interessanter Ansatz. Sie können bestehenden IT-Ressourcen ergänzen oder ersetzen. Systeme lassen sich so schnell auf den neuesten Stand bringen, ohne, dass Sie sich um die oft langwierige und kostspielige Beschaffung, Installation und Wartung von Hardware kümmern müssen.

Losgelöst von der Unternehmensgröße eignet sich Infrastructure as a Service für Organisationen, deren Datenverkehr stark schwankt. Sie können ihre Kapazität schnell erhöhen, um Spitzenlasten zu bewältigen und sie danach auch wieder reduzieren, um Kosten zu sparen.

IaaS vs. PaaS vs. SaaS: Worin liegen die Unterschiede?

Während IaaS, PaaS (Platform as a Service) und SaaS (Software as a Service) zwar alle Formen des Cloud Computings sind, unterscheiden sie sich dennoch. Vor allem in der Kontrolle und Verantwortung, den Sie Ihnen als Anwender oder Anwenderin bietet:

  • IaaS: Bietet Nutzenden größtmögliche Kontrollmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten. Sie erhalten Zugriff auf die grundlegende Infrastruktur und können darauf aufbauen. Eigene Betriebssysteme, Datenbanken und Anwendungen sind so kein Problem.
  • PaaS: Hier stellen Anbieter zusätzlich zur Infrastruktur auch Plattformen wie Betriebssysteme und Datenbankmanagement bereit. Als Nutzer sind Sie nur für die Entwicklung und den Betrieb Ihrer eigenen Anwendungen verantwortlich.
  • SaaS: Gilt als der gängigste Service. Hier bieten Anbieter komplett fertige Tools über das Internet an. Sie sind für alles verantwortlich: von der Infrastruktur über die Plattform bis hin zur Anwendung. Nutzende müssen sich nur noch anmelden und können die Software oder das Tool direkt nutzen.

Vereinfacht zusammengefasst: Die Flexibilität nimmt von IaaS über PaaS zu SaaS ab.

IaaS: Anbieter und Beispiele

Auf dem Markt gibt es dutzende IaaS-Anbieter, die sich in ihren Ausprägungen unterscheiden. Zu den bekanntesten zählen sicherlich Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und die Google Cloud Platform (GCP), die von drei der großen US-amerikanischen Tech-Konzerne verwaltet werden.

Um die Verwendung von Infrastructure as a Service zu verstehen, zeigen wir Ihnen den Einsatz anhand zweier Beispiele:

  • Beispiel 1: Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten für ein Start-up, das Mobile Apps entwickelt. Damit Sie sich auf die Entwicklung konzentrieren und flexibel bleiben, nutzen Sie AWS. Dies stellt Server, Speicher und Netzwerkfunktionen bereit. Darüber hinaus bietet AWS auch eine Vielzahl weiterer Dienste an, die Sie bei Bedarf nutzen können. Beispielsweise Datenbankdienste, die Sie einsetzen können, um Ihre Daten zu speichern und zu verwalten.
  • Beispiel 2: In diesem Fall arbeiten Sie für ein etabliertes, größeres Unternehmen, das bereits eine bestehende IT-Infrastruktur hat. Aber: Sie wünschen sich mehr Flexibilität und Skalierbarkeit und möchten daher die Cloud nutzen. Die Lösung dafür: Sie verfolgen einen „Hybrid-Cloud-Ansatz“ und ziehen einige Ihrer Workloads zu Microsoft Azure. So nutzen Sie weiterhin die bestehende Infrastruktur, gleichzeitig aber auch die Vorteile der IaaS-Cloud-Technologie.

Je nach angestrebten Bedürfnis lassen sich also unterschiedliche Lösungen mit IaaS finden.

Infrastructure as a Service (IaaS): Vorteile und Nachteile

Zu den Vorteilen von IaaS zählen unter anderem:

  • Kosteneffizienz: Sie zahlen nur für das, was Sie tatsächlich nutzen. Somit vermeiden Sie teure Anschaffungskosten für Hardware und Software.
  • Flexibilität und Skalierbarkeit: IaaS erlaubt es Ihnen, Ihre ITInfrastruktur nach Bedarf zu erweitern oder zu reduzieren. Gerade für Unternehmen mit schwankendem Datenverkehr ist das ein großer Vorteil.
  • Zeitersparnis: Durch die Auslagerung der ITInfrastruktur können Sie und alle Mitarbeitenden sich auf die Kernaufgaben konzentrieren und müssen keine Systeme warten.

Wie jede Technologie hat IaaS auch einige Nachteile:

  • Abhängigkeit vom Anbieter: Ein Ausfall des CloudAnbieters – und jetzt? Passiert das, sind Ihre Infrastrukturen nicht mehr erreichbar.
  • Sicherheit und Datenschutz: Auch wenn die Anbieter in der Regel hohe Sicherheitsstandards haben, bleibt die Übertragung und Speicherung von Daten in der Cloud ein Risiko. Bei OnPremise-Lösungen ist das nicht der Fall.
  • Komplexität: Die Integration von IaaS in bestehende IT-Landschaften kann komplex und herausfordernd sein.

Ob sich eine Infrastructure as a Service für Sie und Ihr Unternehmen lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig: Entscheiden Sie sich für einen Anbieter, wird ein späterer Wechsel nicht unmöglich, aufgrund fehlender Einheitlichkeit aber schwierig.

Fazit: Cloud Computing mit IaaS

Die Nutzung von IaaS als Modell des Cloud Computings ist oft mehr als nur eine IT-Entscheidung. Es ist in vielen Organisationen ein wichtiger Schritt der IT-Strategie, der es ihnen ermöglicht, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Denn: Sie lagern zeitintensive Arbeit aus und profitieren von der Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz der Cloud. Die Herausforderungen und Risiken von IaaS sind präsent. In einer immer stärker vernetzten und digitalen Welt kommt IaaS jedoch immer mehr auf und wird zunehmend beliebter.

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Titelbild: Thomas Barwick / iStock / Getty Images Plus

Themen: SaaS

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