Dateiformate sind ein wichtiger Bestandteil der Datenverarbeitung. In der Welt des Designs sind Vektorgrafiken ein weit verbreitetes Format. Doch warum sind sie bei Designern und Designerinnen so beliebt? In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf Vektorgrafiken und Sie erfahren die Antwort auf diese und weitere Fragen.

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Welche Vektordateiformate gibt es?

Es gibt viele verschiedene Vektordateiformate. Die gängigsten sind AI, PDF, SVG und EPS. Zu den weniger beliebten, aber dennoch verwendeten Formaten gehören WMF, EMF und DXF.

Der Unterschied zwischen den Vektordateiformaten liegt in der Art der Datenspeicherung. AI-, PDF- und EPS-Dateien speichern die Daten in einem komprimierten Format, wodurch sie sehr klein sind und nur wenig Speicherplatz benötigen. WMF-, EMF- und DXF-Dateien speichern die Daten in einem unkomprimierten Format und werden aufgrund der höheren Dateigröße eher selten verwendet.

Im Folgenden gehen wir näher auf die bekanntesten Vektordateiformate ein:

AI (Adobe Illustrator)

Das Vektordateiformat AI ist ein von Adobe entwickeltes Dateiformat. Es wird zum Speichern und Bearbeiten von Vektorgrafiken verwendet und wurde erstmals 1987 mit dem Grafikprogramm Adobe Illustrator eingeführt. Seitdem hat es sich zum Standardformat für Vektorgrafiken entwickelt.

AI-Dateien können Sie in jeder Vektorgrafik-Bearbeitungssoftware öffnen und bearbeiten. Zudem ist es möglich, AI-Dateien in andere Dokumente wie zum Beispiel PDF-Dateien einzubetten.

PDF (Portable Document Format)

Mit dem Portable Document Format (PDF) können Sie Dokumente unabhängig von Anwendungssoftware, Hardware und Betriebssystemen darstellen. Jede PDF-Datei enthält eine vollständige Beschreibung der Informationen (Farbe, Schriftarten etc.), die für die Anzeige erforderlich sind.

PDF-Dateien sind kleiner als andere Dateiformate und eignen sich daher ideal zum Teilen und Versenden per E-Mail. Da sie Sie mit einem Passwort schützen können, sind PDFs eine gute Möglichkeit, sensible Informationen sicher zu versenden.

SVG (Scalable Vector Graphics)

Mit dem Dateiformat SVG können Sie Bilder komprimieren, ohne Qualitätseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Es wurde 1999 vom World Wide Web Consortium (W3C) als Standard für die Darstellung von Vektorgrafiken im Internet entwickelt. SVG-Dateien werden mit einem Zeichenprogramm erstellt und unterstützen sowohl animierte als auch interaktive Grafiken. Anschließend können Sie sie mit jedem Texteditor oder SVG-kompatibler Software öffnen und bearbeiten.

EPS (Encapsulated PostScript)

Das 1992 von Adobe entwickelte EPS-Dateiformat gilt als Wegbereiter für das PDF-Format. Es ermöglicht den Austausch von Grafiken zwischen verschiedenen Anwendungen und beinhaltet stets eine einzige Seite. Aufgrund seines Alters und den vielfältigen Möglichkeiten anderer Vektordateiformate, wird es von Designern, Designerinnen und Druckereien heutzutage immer weniger benutzt.

Wann werden Vektorgrafiken verwendet?

Möchten Sie eine Grafik in einem großen Format drucken lassen, kann es passieren, dass die Druckerei Ihnen Ihre Datei mit der Bitte um eine Vektorgrafik zurücksendet. In diesem Fall haben Sie ihr vermutlich eine Pixelgrafik zukommen lassen.

Pixelgrafiken, auch Rastergrafiken, bestehen aus einem Raster von Pixeln, so dass bei einer Vergrößerung die Pixel zu sichtbar sind und die Qualität abnimmt. Sie eignen sich am besten für Fotos oder komplexe Illustrationen, bei denen das Bild nicht mit einfachen Formen nachgebildet werden kann.

Vektorgrafiken werden häufig gegenüber Rastergrafiken bevorzugt, weil sie auf jede beliebige Größe skaliert werden können, ohne dass sie an Detailtreue verlieren. Das liegt daran, dass Vektorgrafiken in Form von 2D-Punkten definiert sind, die durch Linien und Kurven (Vektoren) miteinander verbunden sind und so Formen abbilden können.

Außerdem lassen sich Vektordateien leichter bearbeiten als Pixelgrafiken, was sie zu einer beliebten Wahl für die Erstellung und Bearbeitung komplexer Designs wie Logos macht. So können Sie einzelne Punkte verschieben, löschen oder hinzufügen sowie ganze Ausschnitte duplizieren, drehen oder in beliebiger Weise transformieren.

Wollen Sie also beispielsweise Ihr Firmenlogo auf Plakate sowie auf Visitenkarten drucken lassen, sollten Sie der Druckerei eine Vektorgrafik zusenden, da für die gewünschten Drucke eine unterschiedliche Skalierung des Logos notwendig ist.

Wie erstellt man Vektorgrafiken?

Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten, um Vektorgrafiken zu erstellen: Mit einem Grafikprogramm oder durch Nachzeichnen eines Bildes (Tracing).

Adobe Illustrator (AI) ist das beliebteste Vektorgrafikprogramm auf dem Markt. Es bietet eine breite Palette von Funktionen und Werkzeugen zur Erstellung hochwertiger Vektordateien.

Ein kostenloses Programm zum Erstellen von Vektorgrafiken ist Inkscape. Es bietet im Vergleich zu Adobe Illustrator einen begrenzten Funktionsumfang, stellt aber eine gute Alternative dar, wenn Sie nur wenig Budget zur Verfügung haben sollten.

Beim Tracing werden Pixel in Vektoren umgewandelt. Dies kann mit einem Tracing-Programm oder manuell durchgeführt werden. Die Programme funktionieren oft nicht wie gewünscht, daher ist das manuelle Nachzeichnen meist die beste Option. Das kann zeitaufwendig und anspruchsvoll sein, ist aber in diesem Fall der einzige Weg, um qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen.

Vektorgrafiken: Das sind die Vor- und Nachteile

Je nachdem, in welches Projekt Sie Grafiken einbinden möchten, eignen sich unterschiedliche Bilddateiformate. Diese Vor- und Nachteile sollten Sie vor der Verwendung von Vektorgrafiken bedenken:

Vorteile von Vektorgrafiken

  • Beliebig skalierbar, ohne an Qualität zu verlieren
  • Einfacher zu editieren als Pixelgrafiken
  • Geringe Dateigröße: Erfordern wenig Speicherplatz
  • Schnell zu verarbeiten und leicht zu versenden
  • Für viele verschiedene Anwendungen geeignet: Logos, Illustrationen, Karten

Nachteile von Vektorgrafiken

  • Nur bedingt für fotorealistische Bilder geeignet: Probleme mit Reflektionen und Schatten
  • Aufwendige und zeitintensive Erstellung und Bearbeitung: Hohe Rechenleistung notwendig
  • Spezielle Grafikprogramme erforderlich: Erstellung oftmals teuer

Fazit: Hohe Auflösung und Schärfe durch Vektorgrafiken

Vektorgrafiken können auf jede Größe skaliert werden, ohne an Qualität zu verlieren, was sie zu einer beliebten Option für eine breite Palette von Anwendungen macht. Gegenüber Pixelgrafiken bieten sie eine Reihe an Vorteilen, wenn Sie Designs mit klaren Linien wie Logos oder Illustrationen abbilden möchten. Benötigen Sie eine solche, qualitativ hochwertige Grafik für Ihr nächstes Designprojekt, sollten Sie sich in jedem Fall für eine Vektorgrafik entscheiden.

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Titelbild: Hiraman / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am Nov 8, 2022 2:00:00 AM, aktualisiert am November 08 2022

Themen:

Bildbearbeitung