Marketing auf der Überholspur

19 September 2015 // 10:00

7 SEO-Gründe für guten Text, die Ihre Sicht auf Content verändern werden

Verfasst von

auf-email-warten

Nach der Keyword-Dichte kam WDF*IDF als neue Zauberformel für Text, der in den Google-SERPs eine echte Chance auf Rankings hat. Aber was kann guter Text tatsächlich fürs SEO leisten? In diesem Artikel lesen Sie, warum es sich im SEO lohnt, Content zu entwickeln, der mehr kann, als gefunden zu werden.

Was ist guter Text? 

Ganz einfach: Text ist nur dann gut, wenn er gelesen wird. Nur wenn der Nutzer weiterliest, erfüllt der Text seinen eigentlichen Zweck. Egal, ob Content unterhalten oder informieren soll, ein lesender Nutzer ist der Beweis dafür, dass der Autor gute Arbeit geleistet hat. Alles andere kommt an zweiter Stelle.

Text muss dafür gut recherchiert, hilfreich, verständlich, ansprechend und leicht bekömmlich geschrieben sein. Kurz: es muss Spaß machen, zu lesen. Selbst dann, wenn das Thema ernst und so gar nicht spaßig ist. Nach dem Lesen ist der Nutzer schlauer oder in guter Stimmung. Er ist mindestens begeistert und führt nun bestenfalls eine Aktion aus. Nicht nur der Autor, sondern auch Marketer und Auftraggeber dürfen sich dann auf die Schultern klopfen, wenn sie den Content zusammen mit dem Texter geplant haben.

Jeder hat seine eigene Definition von gutem Inhalt. Wenn Sie mit der obenstehenden etwas anfangen können oder für sich selbst definiert haben, was Ihre Texte bewirken und erfüllen müssen, können Sie sich als nächstes die Frage stellen, ob Ihre Inhalte das volle SEO-Potenzial ausschöpfen. Prüfen Sie am besten anhand der folgenden SEO-Gründe für gute Texte ab, ob Sie Ihrem Content bereits genug zutrauen:

1. Absprungrate reduzieren

Freuen Sie sich über jeden Prozent-Punkt weniger in Ihrer Bounce Rate-Statistik? Arbeiten Sie stets daran, dass Ihre Seiten noch relevanter für die Suchbegriffe Ihrer Zielgruppen werden? Richtig so. Ihre Landing Pages, Blog-Artikel oder Produkt-Seiten können aber noch mehr, als relevant sein. Je verständlicher, prägnanter und ansprechender Ihre Überschriften und Texte auf die tatsächlichen Bedürfnisse Ihrer Besucher eingehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer Ihnen nicht nur einen kurzen Besuch abstatten und dann den Vergleich bei Mitbewerbern suchen.

Wichtig:

  • In fünf bis zehn Sekunden sollten Besucher Ihrer Seiten alles erfasst haben, was für einen genaueren Blick auf Ihr Angebot oder den weiteren Inhalt nötig ist.
  • Stellen Sie in den ersten Zeilen Ihrer Texte heraus, was der zentrale Nutzen Ihres Angebots oder Beitrags ist. Was springt für den Besucher raus? Apple macht es vor, wenn das Unternehmen nicht mit 8 Gigabyte Speicher seines iPods angibt, sondern dem Nutzer unter die Nase reibt, dass er damit 10 000 Songs speichern kann. Eine Unternehmensberatung macht es vor, indem Sie nicht nur Gewinnsteigerung verspricht, sondern ein konkretes Kundenbeispiel nennt und am Erfolgsfall die eigenen Hypothesen und Methodiken vorstellt.
  • Niemand interessiert sich nur für Fakten und Daten. Jeder interessiert sich für Inhalte, in denen er sich, seine Situation und seine Bedürfnisse wiederfindet und dann eine Lösung oder Beratung erhält. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Sie Nutzer zum Lesen bringen und ihre Bedürfnisse und Probleme bereits im Kopf lösen und beantworten, klickt niemand mehr leichtfertig weg. Das kann - neben vielen technischen und strukturellen Faktoren - Ihre Bounce Rates senken. 

2. Höhere Verweildauern 

Eine Produktbeschreibung kann sich zum Beispiel auf das übliche Gewäsch über Produkteigenschaften, Vorteile und Alleinstellungsmerkmale beschränken. Das ist meistens schon ok. Aber aktivieren Sie den Nutzer? Lässt ihn das mitten in der Nacht schweißgebadet aufwachen und von seinen Möglichkeiten träumen, wenn er doch endlich Ihr Kunde wäre oder Ihr Produkt kaufen würde?

Wichtig:

  • Ziehen Sie den Besucher in Ihren Bann, etwa über eine Geschichte und konkrete Anwendungsbeispiele. Soweit möglich, in Kombination mit Anleitungen und Problemlösungen oder Ratgebern, die ihm vor dem Kauf oder der Kontaktaufnahme einen kostenlosen aber wertvollen Nutzen bieten.
  • Schreiben Sie über Ergebnisse, nicht über Eigenschaften, pflanzen Sie mit gut recherchierten und knackigen Inhalten ein konkretes Bild in den Kopf Ihres Publikums, das man nicht mehr vergisst.
  • Damit verkaufen Sie nicht nur besser, sondern sorgen im ersten Schritt dafür, dass Kunden Ihre Seite durchstöbern. Sie wollen mehr über Sie und Ihr Angebot wissen, haben Honig geleckt und klicken sich jetzt durch, sind vorerst am Ziel angekommen. Und Google freut sich auch, denn Sie sind ein brauchbares Suchergebnis, das die Qualität des Google-Index wieder einmal bestätigt.

3. Interne Verlinkung

Interne Verlinkung als Instrument für zufriedene weil rundum informierte Besucher und als Tool zur Definition von Relevanz funktioniert am besten, wenn Ihre Inhalte tatsächlich aufeinander aufbauen. Ein Shop mit 30 000 Produktbeschreibungen tut sich da schwerer als ein B2B-Dienstleister, der seine Infos auf eine überschaubare Anzahl von Unterseiten konzentriert. Wenn Sie wissen wollen, wie gut Texte mit erstklassiger interner Verlinkung funktionieren, werfen Sie mal einen Blick auf Wikipedia.

Wichtig: 

  • Sie brauchen es nicht übertreiben mit Ihrer internen Verlinkung. Produzieren Sie Ihre Texte aber von Anfang an so, dass Sie nicht isoliert dastehen.
  • Zeichnen Sie den Weg nicht durch unendlich viele Links in Schlangenlinien, damit der Nutzer möglichst schnell zum Ziel findet, aber machen Sie in Ihren Texten Schwenks auf relevante andere Leistungen, Produkte und Infos, um sowohl der Suchmaschine als auch dem Nutzer Signale zu geben, dass Ihre Seite eine vollständige Top-Adresse zum gesuchten Thema ist.
  • Keine internen Links auf Biegen und Brechen im Text einplanen: Wie in den Inhalten journalistischer Angebote, sollten Sie Ihre interne Verlinkung unmissverständlich setzen Sie soll den Text unterstützen. Wenn Sie ein Wort oder ein Satzteil verlinken, sollte der Nutzer aus dem Kontext heraus sofort verstehen, was ihn hinter diesem Link erwartet. Sonst geben Sie der Suchmaschine im ersten Schritt zwar vielleicht ein Signal, für welche Begriffe die verlinkte Seite relevant ist. Der Nutzer muss damit aber auch klar kommen.
  • Irreführende interne Links machen Ihre Texte schlecht und produzieren Ausstiege des Nutzers. Sie riskieren, bereits aktivierte Interessenten wieder zu verlieren, weil Sie ihre Aufmerksamkeit durch irrelevante interne Links zerstreut haben.

4. CTR in den SERPs erhöhen 

Wie Überschrift und Teaser eines Blog-Posts oder einer Produktbeschreibung funktionieren auch die guten alten Meta Titel und Meta Descriptions. Die Frage ist nur: nutzen Sie Meta Title und Description nur, um dort mit Suchbegriffen Ihrer Zielgruppe zu hantieren, oder nehmen Sie Ihre Möglichkeiten zur aktivierenden Ansprache von Nutzern war? Natürlich spielt der Meta Title Ihrer Seiten weiterhin eine große Rolle zur Anzeige von Relevanz gegenüber Google. Aber können Sie das Element ganz nach dem Vorbild erstklassiger Artikel und Texte noch interessanter schreiben, anstatt es nur mit Keywords vollzustopfen? Das hat nämlich großen Einfluss auf die Klickraten Ihrer Seiten bei Google haben.

Tipps:

  • Versuchen Sie es bei Ihren Meta Titeln einmal mit gleichermaßen knackigen wie relevanten Überschriften, die Lust auf mehr machen - Lust auf einen Klick!
  • Ähnlich ist es bei der Meta Description als Teaser in den Google-SERPs: hier entscheidet sich der Nutzer endgültig, ob das Suchergebnis wirklich relevant ist und genau auf sein Bedürfnis zutrifft.
  • Platz für durchschnittlich 55-60 Zeichen bietet Ihnen der Meta Title, etwa 155 Zeichen die Description. Trotz eines engen Rahmens können Sie hier mehr Aussage hineinpacken, als Sie vielleicht denken.
  • Gerade wenn die Anforderung lautet, guten aber kurzen Text zu schreiben, ist das Ergebnis oft sogar noch besser. Prägnant zu schreiben macht zwar mehr Arbeit, lohnt sich aber. 

5. Spezifische Rankings

Guter Text hat immer eine Zielgruppe, schlechter Text richtet sich durch fehlende Strategie an alle und niemanden. Nutzer geben nicht nur allgemeine Begriffe (Shorthead) ein, sondern solche, die ihre Bedürfnisse sehr präzise widerspiegeln (Longtail Keyword Strategie). Je besser Ihr Text, desto genauer geht er auf die Situation von Nutzern und potenziellen Kunden ein. Guter Text sorgt für viele spezifische Rankings, statt nur für einige wenige allgemeine.

Wichtig:

  • Ganz gleich ob Blog-Artikel, Produkt-Text oder Leistungsbeschreibungen: produzieren Sie spezifisch, damit Ihr Text eine Zielgruppe mit einem Bündel aus ganz bestimmten Bedürfnissen anspricht. Sonst ist der Text für niemanden wirklich interessant.
  • Spezifische Inhalte sorgen für spezifische Rankings; und die bringen spezifischen Traffic. Und Nutzer, die wie die Faust aufs Auge zu Ihrem Angebot passen, sind zufriedene Besucher, glückliche Google-Nutzer, zukünftige Kunden. Und die garantieren ihnen gleichzeitig durch ihre Nutzer-Signale, dass Ihre Rankings bleiben - oder noch besser werden.

6. Branding

Kennen Sie einen größeren Ranking-Garant als den Aufbau einer Marke? Eine Identität mit Fans, über die Menschen sprechen, die beliebt ist und der die Nutzer vertrauen? Ein wichtiger Schritt zur Marke ist regelmäßiger, positiver Kontakt zwischen Nutzern und Ihrem Unternehmen. Dabei spielt Content in jederlei Form eine Rolle - und natürlich auch Text.

Wichtig:

  • Passgenauer Content schafft Communities, und überzeugte Fans sind treue Leads und Kunden.
  • Guter Text, der nicht langweilt sondern wiederkehrende Nutzer immer wieder überzeugt und begeistert, trägt einen wichtigen Teil dazu bei, Ihren Namen zu einer beliebten Adresse im Netz zu machen.
  • Vergessen Sie SEO-Text. Neben dem Effekt von Texten, die wirklich gelesen werden, verblassen verzweifelte SEO-Zaubertricks, die Seiten nur irgendwie in den Rankings nach oben wursteln wollen. Und Ihr Unternehmen kann theoretisch noch so interessant und relevant für die Zielgruppe sein: ohne bewussten Einsatz von Kommunikation, Text, Video und der Fülle anderer, passender Formate kommen Ihre Botschaften einfach nicht an.

7. Vernetzung und neue Traffic-Quelle 

Als technisch optimierte SEO-Texte Hochsaison hatten, saß jeder Webmaster mit seinem Werkzeugkasten auf einer eigenen kleinen Insel und tüftelte heimlich, still und leise an seinen Ideen und Produktionen. So gut ein Text aber auch recherchiert sein mag, nichts ersetzt ein gutes altes Interview mit jemandem, der sich besonders gut mit diesem und jenem auskennt. Bringen Sie Geschichten in Ihren Blog, die andere Nutzer, Multiplikatoren, Experten und auch Ihre Kunden einbeziehen. Nichts ist glaubwürdiger für Ihren Content. 

Obendrein brauchen Sie sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob Sie jemand verlinkt, wenn Sie im stetigen, echten Austausch mit anderen interessanten Webmastern, Unternehmen und Personen sind und diese Beziehungen in spannenden Inhalten resultieren.

Mentions auf Social Media? Kein Problem, wenn sich jemand darüber freut, dass endlich das Interview auf Ihrer Webseite erschienen ist. Links auf Ihre Inhalte? Kein Thema, wenn Sie Multiplikatoren, Prominenz und Autoritäten auf Ihrer Seite zu Wort kommen lassen.

Werfen wie einen Blick in die Blogosphäre. Oder vernetzen Sie sich mit anderen relevanten Unternehmen, die einen Blog pflegen und Wert auf aktuelle Inhalte legen. Nennen Sie es Vernetzung, den Aufbau von Backlinks oder einfach nur Marketing; wenn Sie selber beginnen, andere Köpfe, Multiplkatoren in Ihre Inhalte mit einzubeziehen, macht das ihre Texte nicht nur spannender und spezifischer, sondern ist Teil guten Online-Marketings.

Fazit

Guter Text kann viel mehr als SEO. Die oben genannten Gründe zeigen aber, wie wichtig es ist, sich Content - und damit meine ich nie nur Text - von allen möglichen Seiten immer wieder anzusehen und sich im Online-Marketing nicht auf einige wenige Metriken zu konzentrieren. Gute Texte sind aber auch nicht automatisch gutes SEO; und Google ist nicht die einzige interessante Traffic-Quelle für Ihr Inbound-Marketing. Ist die Quelle aber einmal angezapft und die ersten Nischen erschlossen, gibt es keinen besseren Lieferanten für kontinuierliche Leads. Vor allem dann, wenn wir dazu bereit sind, spannende Inhalte nicht mehr nur als Mittel zum SEO-Zweck zu sehen. 

Mo' Money Webinar Lead Generierung mit Unbounce und Crispy Content

Themen: SEO

Abonnieren

Kommentare

Leider ist es nicht mehr möglich, Kommentare für diesen Beitrag zu hinterlassen, da die Kommentar-Funktion für ältere Beiträge deaktiviert wird. Natürlich ist uns Ihre Meinung dennoch wichtig! Schicken Sie uns einfach einen Tweet @HubSpot, um uns zu kontaktieren!

Kommentare
X

Ihre Konkurrenz beliest sich auch.

Bleiben Sie am Ball mit unseren Tipps unserer Marketing-Experten und sichern Sie sich Ihren Wissensvorsprung. Abonnieren Sie jetzt den HubSpot Marketing-Blog.