Amazon hat es groß gemacht und inzwischen sind viele weitere Händler und Herausgeber ebenfalls auf den Zug aufgesprungen – die Rede ist vom Affiliate-Marketing. Während Unternehmen damit den Verkauf ihrer Produkte ankurbeln wollen, nutzen Websitebetreiber Affiliate-Links zunehmend als Refinanzierungsquelle.

Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, wie Sie mit Affiliate-Marketing Geld verdienen können und worauf es bei Affiliate-Links ankommt.

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Vermittlungsprovision durch Tracking von Affiliate-Links

Für Einsteiger mag Affiliate-Marketing auf den ersten Blick kompliziert wirken, doch im Grunde ist das Prinzip relativ einfach: Ein Händler oder Werbekunde stellt Produkte zur Verfügung, die von einem Partner (Affiliate oder Herausgeber) auf dessen Onlinekanälen (Website, Blog, Social Media usw.) beworben werden. Klickt ein Besucher auf den entsprechenden Affiliate-Link, wird er auf die Webseite des Werbetreibenden weitergeleitet – im Gegenzug erhält der Werbepartner (Affiliate) eine Vermittlungsprovision.

Dabei ergeben sich für alle Beteiligten Vorteile: Während Händler bzw. Werbetreibende die Netzwerke und die Reichweite ihrer Partner nutzen, um mehr potenzielle Kunden zu erreichen, mehr Traffic für ihre Websites zu generieren und letztendlich mehr Produkte zu verkaufen, bieten Affiliate-Links für die Herausgeber und Werbepartner eine zusätzliche Möglichkeit, um Geld zu verdienen.

Kein Wunder also, dass sich die Kommerzialisierung von Websites durch Affiliate-Marketing in den letzten Jahren sowohl als Vertriebskanal bei Unternehmen als auch als Einnahmequelle bei Websitebetreibern, Influencern und Bloggern zunehmender Beliebtheit erfreut. Das belegt auch der Affiliate-Marketing Trend-Report 2019.

Partnerprogramme und Affiliate-Netzwerke: Wie sich Werbetreibende und Affiliate-Partner finden

Einer der großen Vorteile des Affiliate-Marketing besteht darin, dass der Einstieg einfacher kaum sein könnte und prinzipiell jeder Websitebetreiter daran teilhaben kann. Ob Preisvergleiche, Tipps oder Produktempfehlungen – Websitebetreiber, die ihr Geschäft verstehen und ihre Besucher genau kennen, können in ihren Angebote Affiliate-Links nutzen, die thematisch passen und ihrer Zielgruppe einen echten Mehrwert bieten. Das führt nicht nur zu mehr Vertrauen bei den Kunden, sondern auch zu einer höheren Klickrate.

Um geeignete Affiliate-Partner zu finden, gibt es für Werbetreibende grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Sie entscheiden sich für ein eigenes Partnerprogramm oder Sie treten einem Affiliate-Netzwerk bei.

Für große Unternehmen mit den nötigen technischen und finanziellen Ressourcen lohnt es sich durchaus, ihre eigenen Partnerprogramme zu entwickeln. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist das „Amazon Partnernet“, das von tausenden Affiliate-Partnern genutzt wird. Ein eigenes Affiliate-Programm aufzubauen und zu führen, ist allerdings mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden, was viele Unternehmen davon abhält, diesen Ansatz zu verfolgen. 

Alternativ dazu gibt es Affiliate-Netzwerke, die den Einstieg ins Affiliate-Marketing wesentlich erleichtern: Plattformen wie Digitstore24, AWIN, adsell oder 100partnerprogramme schaffen einen Marktplatz für Werbetreibende und Herausgeber und treten als Vermittler auf. Sämtliche Aufgaben von der Struktur und Technik des Partnerprogramms über die Akquise von geeigneten Partnern bis hin zum professionellen Tracking der Links und der Abrechnung der Provisionen werden vom Netzwerkbetreiber übernommen. Davon profitieren kleinere Unternehmen und potenzielle Affiliate-Partner gleichermaßen.

Jedoch ist hier als Nachteil zu nennen, dass Händler bei diesem Modell nicht frei agieren können, da sie mit dem Netzwerk eine fremde Plattform nutzen.

Provisionsabrechnung bei Affiliate-Links

Wie alle anderen Marketingmaßnahmen funktioniert auch das Affiliate-Marketing nicht von selbst. Sowohl Werbetreibende als auch Affiliate-Partner werden nur dann Geld verdienen, wenn sie geeignete Partner gefunden haben und die vereinbarte Leistung erfolgreich erbracht wurde.

Dazu sollten vor allem die angebotenen Services oder Produkte der Werbetreibenden (zumindest im weitesten Sinne) zum Themenfeld der Affiliate-Partner passen, da die Zielgruppe sonst nicht effizient erreicht werden kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Abrechnungsmodell. Die Händler geben vor, unter welchen Bedingungen eine Provision ausgezahlt wird. Erst wenn diese vordefinierten Kriterien erfüllt sind, fließt das Geld. Das angestrebte Ergebnis wird also vorab festgelegt. und das Spektrum reicht hier vom schlichten Klick auf einen Affiliate-Link bis hin zum Abschluss eines Abonnements. Daher gibt es verschiedene Abrechnungsmodelle:

Pay per Click:
Provision pro Klick auf einen Affiliate-Link.

Pay per Lead:
Provision für die Vermittlung von qualifizierten Interessenten, die im Rahmen einer bestimmten Aktion Kontaktinformationen beim Händler hinterlassen (Beispiel: Registrierung, Newsletter-Anmeldung, Download etc.).

Pay per Sale:
Die Provision wird basierend auf den Verkäufen ausgezahlt, die über einen Affiliate-Link generiert wurden. Dies kann ein Festbetrag pro Verkauf aber auch ein anteiliger Prozentsatz des auf diese Weise generierten Umsatzes sein.

Lifetime:
Fortlaufende Provision während der gesamten Laufzeit der über Affiliate-Links vermittelten Geschäftsabschlüsse (Beispiel: Abonnements).

Die verschiedenen Vergütungsarten können natürlich auch miteinander kombiniert werden.

Affiliate-Links richtig kennzeichnen, um die Klickrate zu erhöhen

Ein Klick auf Affiliate-Links hat für den Konsumenten keinerlei negative Auswirkungen – es fallen weder Kosten an, noch ändert sich der Preis des beworbenen Produktes. Ob auf einen Link geklickt wird oder nicht beeinflusst lediglich die Höhe der Provision, die der jeweilige Werbetreibende an den Affiliate-Partner zahlen muss. Dennoch ist die Skepsis mancher Benutzer groß – vor allem dann, wenn durch die Struktur eines Affiliate-Links unklar ist, was genau sich dahinter verbirgt.

So kann ein typischer Affiliate-Link aussehen:

affiliate-link-beispielBild: Affiliate-Marketing-Tipps

Aufgrund ihrer komplexen Struktur können unveränderte Links für Websitebetreiber mitunter nachteilig sein. Einerseits werden sie von misstrauischen Besuchern weniger oft angeklickt, andererseits können findige Nutzer die für die Abrechnung wichtige Kennzeichnung „ref“ einfach entfernen.

Darüber hinaus können viele verschiedene Affiliate-Links das optische Erscheinungsbild und die Benutzerfreundlichkeit (Stichwort: Usability) einer Website beeinträchtigen. Und ändert das Partnerprogramm den Link, funktioniert er auf der Website des Affiliate-Partners nicht mehr. In allen Fällen büßt dieser seine Provision ein – dies gilt es also unbedingt zu vermeiden.

Die Lösung: Adaptieren Sie Ihre Affiliate-Links. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Variante ist die Verwendung eines „URL Shortener“, wie bitly.com, der den ansonsten sehr langen Link wesentlich verkürzt. Aber auch diverse Plugins, wie Pretty Link für WordPress, machen Affiliate-Links benutzerfreundlicher und können relativ einfach implementiert werden.

Affiliate-Links bilden die Schnittstelle zwischen Händlern und potenziellen Kunden – und somit die Basis, um mit Affiliate-Marketing Geld zu verdienen. Neben der Auswahl des geeigneten Partners und einer passenden Vergütungsmethode spielt auch die optimale Einbindung und Gestaltung der Links für den Erfolg Ihres Affiliate-Marketing eine Rolle.

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Ursprünglich veröffentlicht am 30. Dezember 2020, aktualisiert am Januar 24 2020

Themen:

Affiliate Marketing