Die sogenannten „Owned Media“, also Medienkanäle, die ein Unternehmen selbst kontrolliert, bieten enormes Potenzial, die Reichweite für die eigene Marke zu steigern. Ein eigener Blog stärkt dabei den Expertenstatus und bildet den Grundstein jeder Content-Marketing-Strategie.

Die mit Abstand beliebteste und umfangreichste Lösung zur Umsetzung eines Blogs ist WordPress. Doch wie gehen Sie vor, um einen WordPress-Blog zu erstellen? Wie finden Sie den passenden Hosting-Anbieter und warum ist die Wahl der URL so entscheidend? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt Ihren eigenen WordPress-Blog erstellen.

Download: So starten Sie einen erfolgreichen Blog

1. Einen WordPress-Blog erstellen: Selbst gehostet oder Rundum-Sorglos-Paket?

WordPress bietet Ihnen zwei verschiedene Optionen, um Ihr Blog-Projekt umzusetzen:

Mit wordpress.com können Sie zu verschiedenen monatlichen Tarifen eine vollständig gehostete Lösung nutzen. WordPress kümmert sich hier automatisch auch um das Hosting, die Sicherheit Ihres Blogs und Backups. Diese Lösung ist daher bequem und unkompliziert, bietet sich aber vor allem für Hobby-Blogger an, da Sie in Sachen Design und Funktionen recht eingeschränkt sind. Inzwischen bietet WordPress zwar auch einen speziellen Business-Tarif an, der Ihnen etwas mehr Freiheiten einräumt, für groß angelegte Blog-Projekte empfehlen wir dennoch die zweite Variante:

wordpress.org bietet Ihnen eine Open-Source-Software, die Sie kostenlos auf selbst gehosteten Webseiten nutzen können. Das bietet Ihnen verschiedene Vorteile:

  • Leichte Bedien- und Erweiterbarkeit,

  • große Designauswahl,

  • großer Funktionsumfang und

  • volle Kontrolle und Unabhängigkeit.

Diese Alternative bietet Ihnen mehr Freiheiten, erfordert aber auch mehr technisches Know-How. Aus diesem Grund begleiten wir Sie im Folgenden durch die Einrichtung eines selbst gehosteten WordPress-Blogs.

2. Namen und URL finden

Die eigene Themenwelt in einem Blog-Namen unterzubringen, kann oftmals zur Herausforderung werden. Der kostenlose Firmennamen-Generator von Shopify kann Ihnen dabei helfen, einen passenden Blog-Namen zu finden.

Und wie finden Sie nun eine passende URL (Internetadresse)? Wenn Sie bereits eine Webseite besitzen, ist es von Vorteil, den Blog als Subdomain (blog.ihrewebsite.de) oder Unterverzeichnis (ihrewebsite.de/blog/) zu erstellen. Denn so hilft Ihnen Ihr Blog dabei, die Online-Präsenz Ihrer Marke zu stärken.

Möchten Sie eine neue Webpräsenz einrichten, sollten der Blog-Name und die gewählte Domain idealerweise übereinstimmen.

Vermeiden Sie Umlaute und Sonderzeichen (wie etwa das ß) und beschränken Sie die Länge auf maximal 16 Zeichen. Verzichten Sie besser auf unnötig komplexe Neologismen. Idealerweise können Leser bereits am Domain-Namen­ erkennen, was sie auf dem Blog erwarten wird.

3. Hosting-Anbieter auswählen

Ganz im Alleingang geht es dann doch nicht. Selbst wenn Sie Ihren Blog auf einer eigenen Domain hosten möchten, werden Sie doch einen Hosting-Anbieter benötigen. WebGoAll-Inkl.com, IONOS von 1&1 oder STRATO – die Wahl des Hosting-Anbieters sollte vor allem den eigenen Anforderungen entsprechen.

Kriterien wie

  • Ladezeit,

  • Ausfallzeiten,

  • Preisgestaltung / Hosting-Paket und

  • Qualität des Kundenservice

müssen in die Entscheidung einbezogen werden. Daher sollten Sie sich unbedingt schon im Vorhinein vergegenwärtigen, welche Ansprüche Sie an den Hosting-Anbieter stellen. Auf Vergleichsseiten wie webhosterwissen.de können Sie herausfinden, welcher Anbieter zu Ihrem Blog-Projekt passt.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihr Anbieter ein SSL-Zertifikat für die Domain bereitstellen kann. Webseites, die auf die Verschlüsselung via SSL verzichten, werden im Suchmaschinen-Ranking abgestraft. Das Zertifikat sorgt für eine sichere Verbindung. HTTPS sowie das Schloss vor der URL schaffen eher Vertrauen und treue Leser.

4. WordPress installieren und konfigurieren

Die ersten Schritte sind getan. Nun geht es ans Einrichten Ihrer Blog-Software. Die meisten Hoster bieten die Installation von WordPress im Kundenmenü bereits von sich aus an (siehe kostenlose Anwendungen).

Sollte WordPress nicht als Anwendung gelistet sein, kann die aktuelle WordPress-Version auf der WordPress-Webseite kostenfrei heruntergeladen werden.

Folgende Schritte sind für die WordPress-Installation erforderlich:

1. Richten Sie das SSL-Zertifikat ein.

2. Legen Sie in Ihrem Webspace eine Datenbank an.

3. Laden Sie die Wordpress-ZIP-Datei und entpacken Sie sie.

4. Benennen Sie die Datei wp-config-sample.php in wp-config.php um und tragen Sie die Datenbank-Daten (Datenbankname, Datenbankbenutzer und Passwort) in die Datei ein:

// ** MySQL settings - You can get this info from your web host ** //
/** The name of the database for WordPress */
define( 'DB_NAME', 'database_name_here' );
/** MySQL database username */
define( 'DB_USER', 'username_here' );
/** MySQL database password */
define( 'DB_PASSWORD', 'password_here' );
/** MySQL hostname */
define( 'DB_HOST', 'localhost' );

5. Laden Sie nun mithilfe eines FTP-Programms (wie Filezilla) alle Dateien des WordPress-Ordners auf das Hauptverzeichnis des Webspace.

6. Nun können Sie unter http://ihreurl.de/wp-admin/install.php mit der Anmeldung fortfahren.

5. WordPress-Theme für das richtige Blog-Design finden

Standardmäßig wird nach der Installation von WordPress das „Twenty Twenty“-Theme für das Design Ihrer Webseite genutzt. Selbstverständlich kann das WordPress-Theme aber auch angepasst werden. Im Theme Directory ist eine Vielzahl kostenloser Versionen von WordPress-Themes zu finden.

Anbieter wie StudioPresspipdig oder Elegant Themes stellen kostenpflichtige WordPress-Themes zur Verfügung, die Ihnen großen Spielraum für individuelle Gestaltung bieten. Auch eine selbst entwickelte Lösung ist eine Möglichkeit, um die eigene Webpräsenz gestalterisch auszubauen.

Stellen Sie vor der Suche nach dem passenden Theme eine Liste mit Anforderungen und Features zusammen, die Ihre WordPress-Vorlage mitbringen sollte. So machen Sie es sich einfacher, das richtige Design zu finden.

6. Wordpress Plugins installieren

Plugins sind ergänzende Funktionen für Ihre WordPress-Instanz. Das WordPress Repository bietet für viele Herausforderungen die entsprechende Lösung. Die folgenden Wordpress-Plugins sind besonders hilfreich, um den Erfolg des eigenen Blogs zu maximieren:

7. Essenzielle Seiten anlegen

Das passende Theme für Ihren WordPress-Blog ist ausgewählt und die wichtigsten Plugins sind installiert. Nun sollten Sie einige Standard-Seiten anlegen, die in wenigen Klicks von der Startseite aus erreichbar sind. Dazu zählen: 

  1. Impressum

  2. Datenschutz

  3. Über uns

  4. Kontakt (optional)

Nachdem Sie die Seiten angelegt haben, sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite und haben Ihrem Blog ein Gesicht gegeben. Nun können Sie mit dem Bloggen loslegen!

8. Bloggen: Themenrecherche und Content-Erstellung

Das Gerüst steht - nun geht es an die Substanz. Gliedern Sie Ihren Blog in verschiedene Themencluster, die sowohl für Leser als auch für Suchmaschinen wie Google und Bing von Relevanz sind.

Mit der Themencluster-Methode der Suchmaschinen-optimierung gliedern Sie den Inhalt des Blogs in für die Leser sinnvolle Kategorien. Sie sorgen so dafür, dass Suchmaschinen eindeutig erfassen können, welcher Beitrag zu welchem Thema gehört. Dann können Sie loslegen und für jedes Themencluster hochwertige, keyword-basierte Blog-Beiträge erstellen, die im besten Fall wertvolle Backlinks anziehen.

Tipp: Mit einem Redaktionsplan können Sie Ihre Inhalte wöchentlich oder pro Monat planen. Er hilft Ihnen dabei, kontinuierlich qualitative Blog-Artikel zu schreiben. Wer ungern Excel-Tabellen zur Planung nutzt, dem hilft vielleicht ein Redaktionsplan in Trello, um den Überblick zu behalten.

Erfolgreiche Blogs als Orientierung

Content-Marketing ist eine langfristige und nachhaltige Methode, um Interessenten und Leads für Ihr Unternehmen zu gewinnen. Um sich einen Überblick über die Funktionsweise und das Potenzial dieses Instruments zu verschaffen, sollten Sie einige erfolgreiche Blogs lesen.

Euronics TrendblogKrones Craftbeer Blogkununu oder Selbstständig im Netz machen es vor. Diese Blogs zeigen, wie sich „Owned Media“ mit für die Zielgruppe relevanten Inhalten refinanzieren können.

Einmal veröffentlicht, lassen sich die Inhalte schließlich auch über die sozialen Netzwerke verteilen, um zusätzlich Reichweite zu generieren. Bieten Sie gesonderte Konversionspunkte auf Ihrem Blog an, in dem Sie durch passende E-Books oder Webinare tiefergehendes Know-How zum Download bereitstellen.

Auf die Plätze, fertig, los!

Worauf warten Sie noch? Wählen Sie einen Blog-Namen und Hosting-Anbieter, installieren Sie WordPress und legen Sie los mit dem Bloggen!

Nutzen Sie „Owned Media“ dazu, Ihre potenziellen Kunden mit passgenauen, hilfreichen Inhalten anzuziehen. Damit können Sie Ihre Reichweite deutlich vergrößern und Ihren Expertenstatus weiter ausbauen.

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Titelbild: franz12 / Getty Images

Ursprünglich veröffentlicht am 21. September 2020, aktualisiert am September 21 2020

Themen:

Wordpress