Nach einer ersten Einführung in Content Management Systeme (CMS), möchten wir jetzt den direkten Vergleich zwischen WordPress und TYPO3 erstellen. Dabei geht es uns nicht darum eine ’Allzweck’ Software zu kühren, sondern vielmehr darum Ihnen die wichtigsten Kriterien aufzuzeigen um eine informierte Entscheidung zu treffen. Finden Sie das CMS, welches Ihre Online Marketing Strategie langfristig effektiv unterstützen kann.

Wie Ihre zahlreichen Kommentare auf Twitter & Co. bestätigen (danke an dieser Stelle noch einmal für eine rege Teilnahme) ist es bei der Wahl der richtigen Software nicht möglich eine universal Lösung zu finden. Und dies möchten wir bei HubSpot auch nicht behaupten. Viel mehr basiert Ihre Entscheidung für das effektivste Content Management System auf 3 Aspekten:

1.  Ressourcen Ihres Unternehmen:

  • Vorhandener Personal- & Zeitaufwand für die Einführung der neuen Software
  • ggf. Expertenwissen Ihrer Mitarbeiter im Bereich IT und/oder Design
  • Aufwand für regelmäßige Systempflege

2. Unternehmensziele: Hauptziel der Einführung eines CMS

  • Verwendungszweck der CMS Software, z.B. Neuaufbau Ihrer Website, Umstrukturierung bestehender Online Inhalte (Blog, Web Artikel,...), Verwendung für Kunden (Agentur), etc.     

3. Umfang: Menge an Inhalten, die Sie verwalten möchten

  • Ausweitungsmöglichkeiten der Software sowie Gesamtvolumen 

Bei allen Bereichen muss zudem natürlich nicht nur der IST - sondern auch der SOLL Zustand beachtet werden, um sicherzustellen das die Einführung Ihrer neuen CMS Software nicht nur aktuellen Anforderungen gewachsen ist sondern Sie langfristig unterstützen kann.

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Aber zunächst eine kurze Vorstellung beider Systeme. Während TYPO3, der aktuelle Marktführer im DACH Bereich ist, wurde WordPress mit satten 60% von Statista im Januar 2015 zum internationalen Marktführer gekührt. TYPO3 brachte es im globalen Vergleich dabei nur auf 2%. Woher kommt so ein starker Unterschied?

An der weit verbreiteten Meinung das Deutschland im Bezug auf digitale Medien im Rückstand ist kann es auf den ersten Blick nicht liegen, da TYPO3 wesentlich höhere technische Anforderungen an seine Nutzer stellt, wie Sie auch unserem ersten Artikel entnehmen konnten. Warum also dann? Genau dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen und haben deshalb beide Content Management Systeme anhand von 4 Kriterien genauer unter die Lupe genommen:

Bekanntheitsgrad

Diese Kategorie spiegelt die globale Präsenz der Software wieder und somit die Chance Experten im Umgang mit derselben zu finden. Außerdem wurde der Grad sowie die Qualität der Lokalisierung auf die Probe gestellt.

TYPO3

TYPO3 hat trotz seiner geringeren Verwendung auf dem globalen Markt eine internationale Ausrichtung. So ist das CMS in Englisch, Französich, Deutsch, Italienisch, Dänisch, Chinesisch und Russisch erhältlich. Dies ermöglicht vielen Experten die Software in Ihrer Muttersprache zu verwenden. Die Übersetzungen sind mit 99% sehr umfrangreich abgedeckt.

WordPress

WordPress hat eine breitere globale Aufstellung als TYPO3 und ist durch seine einfache Handhabung (dazu im folgenden Abschnitt mehr) von internationalen Experten bevorzugt. Das CMS ist aktuell in 55 Sprachen mit 95% Übersetzung erhältlich. Die breitere sprachliche Anpassung, sowie einfache Handhabung, ermöglicht es selbst IT Laien die Software effektiv zu verwenden.

Training

Einschätzung der notwendigen Trainingsdauer, um das CMS effektiv anwenden zu können; sowie vorhandene Unterstützung des Eigenstudiums durch Online Medien, Foren und Experten.

TYPO3

Die effektive Verwendung von TYPO3 erfordert, sofern Anwender keine IT Vorkenntnisse haben, 2-3 Monate Training. Während der klar strukturierte Aufbau der Plattform (s.u.) den Lernprozess begünstigt, wird ein Grundverständnis in Website Kodierung vorrausgestzt, um Inhalte effektiv zu verwalten. Von Vorteil ist in diesem Zusammenhang das große Angebot an Online Foren und Experten Videos in verschiedenen Sprachen, welche den Lernprozess unterstützen. Des Weiteren gibt es eine offizielle Wiki Seite mit den wichtigsten Funktionen und Tipps auf einen Blick.

WordPress

WordPress ist im direkten Vergleich einfacher in der Handhabung als TYPO3. Obwohl das CMS auf PHP und HTML Basis funktioniert, wird kein technisches Wissen von Nutzern verlangt, da das Programm die Inhalte automatisch kodiert (siehe Abb.). Dies verkürzt die Trainingszeit für Erstnutzer auf 2-3 Wochen statt Monate, um den vollen Umfang des Systems zu erfassen. Auch hier stehen dem Nutzer eine Vielzahl an Lernmaterialien in verschiedenen Sprachen zur Verfügung: von offiziellen WordPress Handbüchern bis Youtube Videos.

Plattform

Bewertung der Benutzeroberfläche beider Content Management Systeme im Bezug auf Verständnis der Software für Neueinsteiger, sowie Möglichkeiten der Datenverwaltung inklusive Software Volumen, Erweiterungsmöglichkeiten und Handhabung im täglichen Gebrauch.  

TYPO3

Die klar strukturierte Benutzeroberfläche von TYPO3 ermöglicht es Neueinsteiger die wichtigsten Funktionen der Software schnell zu erfassen und einzusetzen, wobei, wie zuvor erwähnt, ein technisches Grundverständnis notwendig ist. Auch benötigt die Installation des CMS viel Speicherplatz, da Erweiterungen der Software direkt integriert sind. Alle Erweiterungen von TYPO3 müssen dabei außerdem zusätzlich einprogrammiert werden, um mit der gewählten Template kompatibel zu sein, wobei ebenfalls IT Wissen gefragt ist. Einige dieser Erweiterungen sind dabei kostenfrei wobei andere eine extra Gebühr verlangen. Die Personalisierung und Ausweitung der Software ist somit komplexer gestaltet als die vergleichbare Ausweitung per WordPress. Der tägliche Gebrauch und die Pflege der Software verlangt ein gutes IT Fachwissen sowie die Bereitschaft sich manuell um Einpflege und Bestand aller Daten zu kümmern.

WordPress

Die Benutzeroberfläche von WordPress ist durch viele ergänzende Funktionen (welche in TYPO3 je nach Bedarf ausgeblendet werden können) unübersichtlicher für Neueinsteiger. Die Kodierung der Software basiert dabei auf HTML und PHP, wobei allerdings kein technisches Wissen nötig ist um das System effektiv zu nutzen, da alle Inhalte automatisch kodiert werden:
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   WordPress: Editor Ansicht 


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   WordPress:  automatische Kodierung aller Inhalte (hier: Text, Bild & Website Link)  

Die Verwaltung des CMS benötigt dabei außerdem wenig Speicherplatz, da alle Ergänzungen je nach Bedarf per Plugin eigefügt werden können. Auch hier fallen, wie bei den Erweiterungen von TYPO3, bei manchen Plugins extra Gebühren an. Der Vorteil von WordPress ist dabei, das Plugins es ermöglichen die Website nicht nur zu personalisieren sondern dynamische Inhalte anzeigen zu lassen, d.h. es können zum Beispiel automatisch die neuesten Events für den Besucher der Seite herausgefiltert und angezeigt werden. Dies ist bei der eher statischen Version von TYPO3 nicht möglich. Selbst komplexe Vorgänge, Erweiterungen und Änderungen des Systems, können dabei ohne IT Fachwissen installiert und effektiv in die Website integriert werden.  Dies macht die tägliche Pflege der Website einfach und unkompliziert. Außerdem wird durch die freie Personalisierung per externen Plugins an Volumen gespart, wodurch WordPress kompatibel mit so ziemlich jedem Laptop oder PC ist, unabhängig von dessen Speicherkapazitäten.

Team

Beurteilung der CMS Softwares als Team Tool, zur Einschätzung von Risiken und Chancen bei der gemeinsamen Verwaltung von Inhalten.

TYPO3

Typo3 ermöglicht es Teams gemeinsam an einer Website zu arbeiten, wobei jedes Teammitglied eigene Zugriffberechtigungen und Funktionen je nach Teamposition erhalten kann. Dies ermöglicht es dem Team effektiv und strukturiert zusammenzuarbeiten. 

WordPress

WordPress ermöglicht die Teamarbeit durch Plugin Ergänzungen. Dabei gibt es unterschiedliche Plugins für jede Form der Projektarbeit. Eine Übersicht finden Sie hier. Die wichtigsten Funktionen im Vergleich zu TYPO3 werden dabei ebenso abgedeckt wie ergänzende Funktionen der Projektarbeit. Somit kann WordPress per Plugin so optimiert werden, dass es sowohl die Zuweisung von einzelnen Aufgaben zwischen Team Mitgliedern ermöglicht, sowie auch komplexe Projekte einfach steuern lässt. Dies ermöglicht eine gemeinsame Planung von Zielen, Aufgaben und Schritten innerhalb eines Projektes.

Zusammenfassung:  

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass der Unterschied der Content Management Systeme vor allem in Ihrer Ausrichtung liegt. Während TYPO3 von Experten verwendet wird, die großes Volumen an Daten verwalten und keine Notwendigkeit sehen dynamische Inhalte für Ihre Besucher zu verwenden (z.B. gleichbleibende Info Websites von Behörden), wird WordPress vor allem von Nutzern bevorzugt, die sich oft und schnell an ändernde Marktbedingungen anpassen müssen und somit die hohe Flexibilität der Software schätzen (z.B. Agenturen).

WordPress ist dabei vor allem als Blogging und Design CMS zu sehen, fokusiert auf die Erstellung und Verwaltung individueller Websites. TYPO3 hingegen ist für Großprojekte und standartisierte Websites geeignet, deren Kernaufgabe die Informationsübertragung ist und die wenig regelmäßige Anpassung, sowie die Verwaltung von großen Datenmengen benötigen.

Da beide Systeme Lokalisierungen anbieten und somit globale Experten (relativ) einfach zu finden sind, bleibt die finale Entscheidung für das passende CMS jedem selbst überlassen. Manch eine Agentur wird zum Beispiel trotz der Notwendigen Anpassung TYPO3 bevorzugen (z.B. auf Grund der übersichtlichen Struktur), während einige Großunternehmer WordPress per Plugins so ausbauen das es selbst große Projekte meistern kann.

Checkliste zur Neugestaltung Ihrer Webseite

Ursprünglich veröffentlicht am 27. August 2015, aktualisiert am Dezember 04 2017