Early Adopter sind Nutzer, die sehr früh innovative Produkte nutzen und so neue Trends setzen. Dank ihrer Trendsetter-Rolle können sie für Unternehmen auch als Markenbotschafter fungieren. In diesem Artikel erfahren Sie, was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt und bekommen zehn Tipps mit auf den Weg, wie es gelingen kann, solche Early Adopter für neue Produkte zu gewinnen.

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Early Adopter vs. Innovator

Im Sinne der Diffusionstheorie nach Everett Rogers werden fünf Kategorien von Nutzern eines Produkts oder einer Dienstleistung unterschieden. Als Innovators werden die ersten 2,5 Prozent der Nutzer bezeichnet, die eine neue Technologie aus Prinzip ausprobieren, einfach weil sie neu ist. Dabei sind sie bereit, auch deutliche Risiken einzugehen.

Darauf folgen die Early Adopter. Sie machen 13,5 Prozent der Nutzer aus und sind den Innovators durchaus ähnlich. Auch sie sind risikobereit und wollen stets die neueste Technologie ausprobieren, achten aber mehr auf ihren Ruf und sind nicht ganz so risikobereit. Aus diesem Grund sind sie oft Trendsetter, die neue Innovationen in die breite Masse tragen.

Early Adopter vs. Late Adopter

Early Adopter sind Frühanwender von Produkten. Sie gelten als besonders experimentierfreudig. Aus diesem Grund kaufen sie neue Produktversionen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt und lassen sich weder von einem hohen Preis noch von kleineren technischen Macken abschrecken. Zu diesen geben Sie gerne Feedback und machen Verbesserungsvorschläge.

Daher gelten Early Adopter auch als spannende Sparringsparter für Produktentwickler, um Prototypen kritisch unter die Lupe zu nehmen und zu verbessern. Manche Produkte werden sogar gezielt zunächst für ein Testpublikum aus Early Adoptern vertrieben und erst im zweiten Schritt optimiert.

Late Adopter hingegen (auch Nachzügler oder Laggards genannt) sind Menschen, die neue Dinge erst kaufen, wenn sie günstiger, besser oder sicherer werden. Sie bilden die letzte Nutzergruppe und wenden sich Produkten erst zu, wenn die Early Adopter schon längst die nächste Innovation ins Auge gefasst haben. Late Adopter sind daher weniger als Testkunden für Produktneueinführungen geeignet.

Early Majority, Late Majority und Laggards

Den Early Adoptern folgten weitere Kundentypen, die jedoch erst später auf neue Produkte umsteigen:

  • Early Majority: Sie folgt den Early Adoptern nach einer gewissen Zeit. Sobald ein Produkt in dieser Nutzergruppe angekommen ist, ist es dabei, sich als Standard zu etablieren. Für Early Adopter spielen Praktikabilität und Nützlichkeit eine deutlich größere Rolle als „Coolness“ und der Innovationsfaktor.

  • Late Majority: Hierbei handelt es sich um Kunden, die neue High-Tech-Produkte erst dann nutzen, wenn sie sich als Standardprodukt etabliert haben und ihr Mehrwert offensichtlich ist.

  • Laggards: Die letzte Nutzergruppe wendet ein neues Produkt erst dann an, wenn das gewohnte Vorgängermodell bzw. die Vorgängertechnik nicht mehr auf dem Markt verfügbar ist und sie gezwungen sind, sich dem (inzwischen nicht mehr ganz so neuen) Produkt zu widmen.

Early Adopter als Vorreiter und Trendsetter

Early Adopter werden nicht nur als Testkunden eingesetzt, sondern können auch zu Markenbotschaftern für ein Unternehmen werden. Beispielsweise können sie das Produkt schon vor der offiziellen Markteinführung erhalten, um dessen Bekanntheit in ihren Netzwerken zu steigern und so eine größere Nachfrage zu erzeugen.

Im nächsten Abschnitt erhalten Sie daher konkrete Vorschläge, wie Sie mit Ihren Produkten Early Adopter ansprechen können. 

10 Tipps, um Early Adopter für Ihr Produkt zu gewinnen

Um eine größere Gruppe von Early Adoptern anzusprechen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zehn davon stellen wir Ihnen hier vor:

1. In Webforen aktiv werden

Im Internet gibt es zu fast jedem Thema ein eigenes Webforum, wo sich Gleichgesinnte und Experten austauschen und ihr Wissen teilen. Für Software- und PC-Themen existiert zum Beispiel das Forum von Chip.de.

Hier können Sie sich als Unternehmen aktiv an Diskussionen beteiligen, mit Tipps oder Experten-Know-how auf sich aufmerksam machen und auch Ihre Produkte vorstellen.

Achten Sie dabei jedoch darauf, die Foren-Regeln einzuhalten und informieren Sie sich erst ob es erlaubt ist, eigene Produkte vorzustellen. 

2. Facebook- oder LinkedIn-Gruppen nutzen

Viele Menschen tauschen sich auch in den Gruppen der sozialen Netzwerke Facebook und LinkedIn zu Produkten und Unternehmen aus. Hier können Sie sich ähnlich wie in einem Webforum an Diskussionen beteiligen und Tipps geben.

So können Sie sich schnell einen Expertenstatus zu einem bestimmten Thema erarbeiten und anschließend Ihr Produkt vorstellen. Da Sie im ersten Schritt mit fundierten Beiträgen einen Mehrwert geliefert haben, werden Sie dort auch von Early Adoptern positiv wahrgenommen, die gerne Ihr Produkt kennenlernen möchten. 

3. Die Hashtag-Suche bei Instagram einsetzen, um geeignete Influencer zu finden

Über die Hashtag-Suche können Sie relevante Begriffe zu Ihrem Produkt eingeben und so zu Profilen von Influencern gelangen, die sich für Ihre Produkte interessieren könnten. Diese können Sie anschließend kontaktieren und eine Kooperation für Ihr neues Produkt vorschlagen.

Hierbei ist es jedoch empfehlenswert, ähnlich wie in den Gruppen und Foren im ersten Schritt über Inhalte mit dem Influencer zu interagieren. Sie können beispielsweise relevanten Content liken, teilen und mit sinnvollen Gedanken oder Ergänzungen kommentieren oder besonderen fachlichen Input liefern.

4. Einen eigenen Corporate Blog nutzen

Auf Ihrem Unternehmensblog können Sie in Blogbeiträgen über geplante Innovationen berichten und diese Beiträge über Ihre Social-Media-Kanäle und/oder Newsletter verbreiten. So können Early Adopter auf Ihre neuen Produkte aufmerksam gemacht werden.

5. Einen Podcast starten

Podcasts erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit. Sie sind gut geeignet, um innovative Produkte vorzustellen und Early Adopter anzusprechen. Außerdem erreichen Sie mit einem Podcast Ihre Hörer meist in privaten Alltagssituationen, wie beim Auto- oder U-Bahn-Fahren oder auf der Couch, und können ihnen ausführlich alle Vorzüge Ihrer neuen Produkte erläutern.

Wichtig ist nur, dass Sie nicht zu viel Produktwerbung in Ihrem Podcast betreiben – idealerweise stellen Sie mittels Storytelling Ihre Produkte vor. Wenn Ihr Produkt in einer spannenden Geschichte verpackt ist, haben Hörer nicht das Gefühl, einer Werbesendung zuzuhören, sondern bleiben interessiert.

6. Ein eigenes Forum für Early Adopter anbieten

Sobald Early Adopter anfangen, Ihr Produkt zu nutzen, empfiehlt es sich Ihnen ein eigenes Forum anzubieten, wo sie sich untereinander austauschen können. Dafür können Sie beispielsweise eine eigene Facebook- oder LinkedIn-Gruppe, exklusiv für Early Adopter, gründen. In der Gruppe können Sie auch regelmäßig Feedback einholen. Alternativ können Sie auch per E-Mail regelmäßig die individuellen Erfahrungen abfragen.

7. Early Adopter als VIP-Kunden betrachten

Early Adopter sind Ihre wertvollsten Kunden, denn sie haben Ihr Produkt gekauft, obwohl es möglicherweise noch nicht ganz ausgereift ist, fehlerhaft sein könnte und unter Umständen innerhalb kurzer Zeit günstiger werden wird. Daher raten wir Ihnen, sich für alle Anliegen Ihrer Early Adopter besonders viel Zeit zu nehmen, schnell ihre Fragen zu beantworten und sie regelmäßig über Neuerungen zu informieren. 

8. Pre-Releases anbieten

Pre-Releases sind eine ideale Möglichkeit, Early Adopter zu belohnen. Dazu können Sie ihnen beispielsweise Zugang zu weiteren Vorabveröffentlichungen anbieten oder bei einem Software-Produkt Zugang zu weiteren neuen Funktionen gewähren.

9. Die Skimming-Strategie anwenden

Skimming ist eine Preisabfolgestrategie, die oft angewendet wird, wenn neue Produkte auf den Markt kommen. Hierbei ist der Preis zunächst sehr hoch und sinkt dann im Verlauf der Zeit. Bei Markteinführungen suggeriert ein hoher Preis oft eine besondere Qualität und Exklusivität. Das spricht Early Adopter im Besonderen an, die gleichzeitig bereit sind, mehr als der Kundendurchschnitt für ein neues Produkt auszugeben.

10. Mobile Optionen zum Bezahlen anbieten

Early Adopter sind meist digitalaffin und nutzen gerne mobiles Online-Shopping sowie mobile Bezahlmethoden, zum Beispiel Google Wallet, Apple Pay oder Android Pay. Deshalb können Sie mit solchen Mobile-Payment-Methoden Early Adopter ansprechen und zum Kauf Ihrer Produkte anregen.

Early Adopter können als Testkunden hilfreiche Verbesserungsvorschläge liefern, neue Trends setzen und weitere Nutzer anziehen. Auf diese Weise können sie wesentlich zum Erfolg von neuen Produkten beitragen. Sie haben ein innovatives Produkt? Dann können die genannten Tipps dabei helfen, Early Adopter zu gewinnen! 

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Titelbild: Harbucks / iStock / Getty Images Plus

Ursprünglich veröffentlicht am 19. Januar 2021, aktualisiert am Januar 19 2021

Themen:

Marketing