Wer Posts auf Facebook sponsored, lernt sie irgendwann kennen: Die angeblich echten Accounts, die wahllos ihren Daumen in die Höhe recken und seit neuestem auch kommentieren. Wir haben mit dem Facebook-Marketing-Spezialisten Thomas Hutter gesprochen und ihn gefragt, was man mit den nervigen Fake-Likes anstellen sollte.

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Was sind Fake-Likes?

Doch zunächst ein paar Infos zu dem Phänomen von Facebook selbst: Facebook nimmt Fake-Likes sehr ernst und geht streng dagegen vor. Immerhin schadet es nicht nur der Glaubhaftigkeit der werbetreibenden Firma, sondern verprellt in Windeseile auch zahlende Facebook-Werbekunden. Auf der offiziellen Facebook for Business Seite erklärt das Netzwerk deshalb folgendes:

Wir haben ein großes Interesse daran, aggressiv gegen derartige unerwünschte Akteure vorzugehen, die hinter diesen gefälschten „Gefällt mir“-Angaben stehen, denn die Unternehmen und Menschen, die unsere Plattform nutzen, möchten reale Verbindungen und Ergebnisse.

Facebook arbeitet intern mit mehreren Teams daran, die “betrügerischen Aktivitäten aufzudecken und zu beenden”. Und das bereits seit einigen Jahren. Thomas Hutter, der mit seiner Consulting Firma auf Facebook-Marketing spezialisiert ist, bestätigt das: “Wir hatten mit Fake-Likes und Fake-Kommentaren sehr selten zu kämpfen und der Anteil ist sehr gering. Zusätzlich bietet Facebook die Möglichkeit, entsprechende Filterungen vorzunehmen und offensichtliche Fake-Kommentare zu löschen oder auszublenden. Da wir bei unseren Kunden sehr viel Wert auf eine gute Zielgruppenauswahl legen, sehen wir diese Problematik sehr selten.” 

Vor einigen Jahren sah das in der Social Media-Branche noch schlimmer aus. Externe Dienste boten in unseriösen Angeboten an, dass man ganz einfach 100.000 “Gefällt-mir”-Angaben bekommen könnte. Klar, denn nur der Verkauf im große Umfang ist profitabel. Mitte 2015 rüstete Facebook dann im Kampf gegen betrügerische Likes nach. 

Woher kommen Fake-Likes?

Laut Facebook gibt es dafür vier verschiedene Möglichkeiten:

  1. Mit Hilfe von Klickfarmen werden Einzelpersonen mit echten Konten auf Facebook dafür bezahlt, bestimmte Seiten manuell mit „Gefällt mir“ zu markieren.
  2. Gefälschte Konten markieren Seiten mit „Gefällt mir“.
  3. Eigenständig kompromittierte Konten: Über diese Konten installieren Personen bewusst Malware oder geben die Kontrolle über ihr Konto ab, um mehr „Gefällt mir“-Angaben zu bekommen.
  4. Kompromittierten Konten werden mit Malware infiziert, sodass sie Seiten mit „Gefällt mir“ markieren, ohne dass die Kontoinhaber davon Kenntnis haben.

Grundsätzlich kann man jedoch ein Muster hinter den Fake-Likes erkennen; “die Absichten sind recht schnell durchschaut”, so Hutter. Dank einer neuen Muster-Erkennungstechnologie, die Facebook zuletzt entwickelt hat, konnte vielen Fake-Like-Börsen das Handwerk gelegt werden.

Wie vermeide ich Fake-Likes?

Likende Accounts mit offensichtlich falscher Identität können gemeldet werden. Diese werden bei Facebook nach der Überprüfung in der Regel auch gelöscht. “Administratoren von Facebook-Seiten, aber auch die Besucher und Fans von Facebook-Seiten sollten daher immer Fake-Identitäten an Facebook melden”, sagt Hutter. Allerdings sind diese Fake-Likes nicht zu verwechseln mit negativen Kommentaren. Die sollten nämlich unter bestimmten Umständen nicht gelöscht werden. Wie Administratoren darauf angemessen reagieren, lesen Sie in diesem Artikel.

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Die Spammer melden und die Kommentare manuell löschen – das ist bis jetzt das zuverlässigste Mittel gegen Fake-Liker.

 

Weniger Fake-Likes mit den richtigen Zielgruppen-Einstellungen bei Anzeigen

Mit den richtigen Zielgruppen-Einstellungen können Sie die Zahl der Fake-Likes klein halten, erklärt Hutter: “Ja, sehr wohl. Eingrenzung mit Geo-Targeting kann hier viel bewirken. Werden Anzeigen nicht nach dem “Geiz ist geil”-Motto geschaltet und sinnvolle Preisgebote abgegeben, werden entsprechende Fake-Likes ebenfalls rückläufig sein.”

Ein Tool, um Fake-Likes automatisiert zu begegnen, gibt es laut Hutter nicht wirklich. “Jein. Grundsätzlich ist das Problem aus meiner Sicht nicht wirklich groß. Tools haben meistens den Nachteil, dass eine entsprechende Erkennung von Fake-Likes und -Kommentaren nicht immer einfach und die Fehlerquote relativ hoch ist.”

Der Administrator muss also nach wie vor manuell auf Fake-Likes und -Kommentare reagieren. Uns bleibt also auch nichts anderes übrig, als diese nervigen Kommentare unter unserem Facebook-Post händisch zu löschen. Immerhin gut zu wissen, dass Facebook ebenso mithilft: 

Somit können wir verdächtige Aktivitäten an verschiedenen Punkten der Interaktion auf der Webseite erfassen – beispielsweise bei der Registrierung, beim Schließen von Freundschaften, bei „Gefällt mir“-Angaben und beim Messaging.

Fazit

Facebook Fake-Likes und Fake-Kommentare sind immerhin durch eine Offensive von Facebook rückläufig. Durch eine präzise Zielgruppenauswahl können Werbetreibende zusätzlich selber vorbeugen – und sollten das auch tun, rät Facebook-Experte Thomas Hutter. Wie genau das funktioniert und wie man auf Facebook erfolgreiches Marketing anstößt, lesen Sie hier.

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Ursprünglich veröffentlicht am 21. Juni 2016, aktualisiert am Januar 12 2018

Themen:

Facebook-Marketing