Mit einer Gesamtgröße von monatlich 1,86 Milliarden Nutzern ist Facebook das größte und wichtigste soziale Netzwerk der Welt. Im September 2016 meldeten sich davon im Schnitt 1,23 Milliarden täglich an, und im Dezember 2016 nutzten 1,15 Milliarden Nutzer pro Tag ihre Mobilgeräte, um auf Facebook zuzugreifen.

Dabei dringt es immer tiefer in sämtliche Bereiche unseres täglichen Lebens ein und bietet sich als nützlicher Helfer an. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel die neusten Innovationen von Facebook vor und zeigen Ihnen, wie Sie diese für Ihr Unternehmen nutzen können.

Gemeinsam mit Social Bakers haben wir die Daten aus 4,5 Millionen Facebook-  und Instagram-Anzeigen ausgewertet. Laden Sie sich unsere Erkenntnisse  kostenlos herunter und optimieren Sie Ihre Anzeigenstrategie.

1. Facebook Stories

Stories sind nicht nur der neue Newsfeed, Stories sind die neue Art zu kommunizieren!

Facebook Stories

Was bei Manchen Begeisterung hervorruft, lässt Andere kalt. Mark Zuckerberg scheint es jedenfalls ausgezeichnet zu gefallen. Alles begann mit Instagram Stories, dann folgte die Funktion bei WhatsApp und jetzt ziehen der Facebook Messenger und die Facebook-App selbst nach. Im Messenger gibt es zusätzlich auch noch erweiterte Kamerafunktionen. Was machen diese Stories also aus? TechCrunch findet dazu folgende Worte (Übersetzung von HubSpot):

Das beliebteste Social-Media-Unternehmen der Welt würde seine vier wichtigsten Produkte nicht auf Stories ausrichten, wenn es dieses Format nicht als die ‚Zukunft des Teilens’ ansähe. Was Facebook uns damit sagen will: ‚Entweder sind wir dabei oder bleiben zurück.’

Die Art, wie wir kommunizieren und Inhalte teilen, verändert sich durch neue Technologien. Und so war es schon immer in der Geschichte der Menschheit. Angefangen bei der Höhlenmalerei über Postkutschen zu Radio und Telefon und schlussendlich zum Internet.

Die neue Art, zu kommunizieren

Unsere digitale Kommunikation wird visueller, schneller, direkter, persönlicher und vielleicht auch ein wenig ehrlicher. Als Facebook 2004 gegründet wurde, legten die Nutzer viel Wert auf ein geschöntes Profil. 2006 kam dann der Newsfeed bestehend aus gewählten Statusmeldungen, Artikeln und Fotos. Nun kamen Anfang 2017 die Stories.

Snapchat hat es vorgemacht, Facebook nimmt es dankbar auf. Menschen wollen das Hier und Jetzt und die damit verbundenen Gefühle mit ihren Liebsten teilen. Dabei wird auch nichts mehr glattgebügelt – eher im Gegenteil: man wird ausgestattet mit einem ganzen Arsenal von bunten und lustigen Filtern.

Facebook erstellt einen zweiten Newsfeed für die mobile Generation, Text und Foto werden durch visuelle Kommunikation ersetzt. Das ist persönlicher und ehrlicher. Das neue Motto lautet: „Lasst die Kamera für uns sprechen.“

2. Facebook vs. LinkedIn

Facebook führt mit „Jobs“ eine einfache Jobvermittlung ein. Ein nützliches Werkzeug das unseren Alltag vereinfachen soll.

Facebook Jobs

Was heißt das nun für Facebook-Nutzer und andere soziale Netzwerke wie LinkedIn? Es geht um die Vereinfachung des Prozesses. Das Versprechen: Arbeitnehmer können sich einfacher bewerben und Arbeitgeber finden schneller passende Kandidaten für offene Stellen. So profitieren beide Seiten. Die Funktion ist zunächst nur in den USA und in Kanada freigeschaltet. Angedacht ist es für Stellen mit eher niedrigem Anforderungsprofil und Qualifikationen, also genau den Bereich, den LinkedIn vernachlässigt. Facebook hat momentan für Beschäftigungen mit höheren Qualifikationen gar nicht die nötigen Daten, allerdings könnte das Unternehmen sich auf lange Sicht betrachtet dorthin entwickeln.

Was ist also zum jetzigen Zeitpunkt möglich? Arbeitgeber können relativ schnell eine Anzeige aufsetzen, allerdings mit bescheidenen Möglichkeiten, wie Mark Miller von Social Media Today feststellen musste. Der Vorteil liegt aber darin, dass Stellenanzeigen direkt auf der Facebook-Seite des eigenen Unternehmens platziert werden können. Mit der richtigen Ansprache könnten hier Vorteile für die HR- und Marketingabteilung entstehen, beispielsweise eine Ersparnis von Zeit und Energie bei der Mitarbeitergewinnung.

Arbeitssuchende haben es einfacher: Ihre Daten werden bei einer Bewerbung automatisch ins Formular eingetragen und sie können mit den potenziellen Arbeitergebern später bequem im Messenger kommunizieren. Und das Beste: Die Nutzer können alle Funktionen von ihrem Smartphone ausführen.

Fazit: LinkedIn ist bei der Vermittlung von höher qualifizierten Positionen momentan nicht in Gefahr. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sich Facebook Jobs entwickelt. Ein großer Vorteil von Facebook ist in jedem Fall die Verbreitung der Stellenanzeigen in dem sozialen Netzwerk, und so können Nutzer schon bald ihren Freunden einen neuen Job vermitteln. Außerdem könnte man so zufällig auf attraktivere Positionen im Newsfeed stoßen, selbst wenn man nicht aktiv nach einer neuen Stelle sucht.

3. Monetarisierung von Videos mit Anzeigen

Videos sind allgegenwärtig und wachsen rasant im Netz. Wir informieren uns mit diesem Medium über Themen, die sämtliche Bereiche unseres Lebens abdecken.

Das ist bei Facebook nicht anders. Hier werden im Durchschnitt acht Milliarden Videoabrufe pro Tag generiert. Social Bakers hat herausgefunden, dass Video-Beiträge bei Facebook eine um 135 % größere organische Reichweite haben als Fotos.

YouTube ist natürlich der größte Konkurrent und Anbieter von Videos. Folglich landen deren Inhalte auch auf Facebook, was dem sozialen Netzwerk ein Dorn im Auge ist. Deswegen gibt es die Autoplay-Funktion nur bei nativen Facebook Videos, was zu einer höheren organischen Reichweite führt als über eingebettete YouTube Videos. Die folgenden Änderungen bei der Monetarisierung sind ein weiterer Schlag gegen YouTube. Vor allem ergeben sich aber neue Einnahmequellen für Publisher und neue Möglichkeiten für Werbetreibende.

Die neuen Werbemöglichkeiten

Facebook bietet Publishern nun drei neue Möglichkeiten, um mit Videos Geld zu verdienen:

1. In-Stream-Video-Anzeigen

Alle berechtigten Publisher können mit In-Stream-Video-Anzeigen auf ihren Websites und Apps über das Audience-Netzwerk Geld verdienen. Anzeigen von Werbenden auf Facebook werden so auf den Websites und Apps von ausgewählten Drittanbietern platziert. Publisher können so relevante Video-Werbeanzeigen erstellen und sie weltweit auf Mobilgeräten und Computern anzeigen lassen.

2. Werbeunterbrechungen in Livestreams (Ad Breaks)

Der Ad-Breaks-Betatest für Facebook Live wurde auf zahlreiche Profile und Seiten in den Vereinigten Staaten ausgeweitet. Wie der Name andeutet, sind Ad Breaks kurze Werbeunterbrechungen, die in Facebook Livestreams geschaltet werden können und mit klassischer Fernsehwerbung vergleichbar sind. Der Sender des Livestreams entscheidet, wann dies geschieht, und muss dafür lediglich auf ein $-Symbol im Live Composer tippen. Den Zuschauern wird dann eine bis zu 15-sekündige In-Stream-Anzeige gezeigt.

Dieses Feature ist momentan nur Nutzern und Seiten aus den USA vorbehalten, aber Facebook wird die Funktion wahrscheinlich schon bald auch in weiteren Ländern einführen.

3. Werbeunterbrechungen bei On-Demand-Videos

Es wird ebenfalls ein Test für Werbeunterbrechungen in On-Demand-Videos gestartet. Das gilt also für Videos, die Publisher hochladen oder bereits online in ihrer Facebook-Bibliothek verfügbar sind. Auch hier zunächst nur in den Vereinigten Staaten, allerdings mit der Absicht, die Funktion bald auch international auszuweiten.

Fazit: Sowohl Publisher als auch Werbetreibende sollten sich auf die diese neuen Möglichkeiten einstellen und auf den Start in Deutschland vorbereiten. Wie und ob YouTube auf die In-Stream-Anzeigen für Drittanbieter reagieren wird, bleibt abzuwarten.

4. Facebook Reactions

Vor etwa einem Jahr hat Facebook die Reactions als Erweiterung des Like-Buttons eingeführt. Seitdem können Nutzer ihre emotionale Stimmung durch verschiedene Icons ausdrücken.

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Bisher hatten die Reactions noch keinen nennenswerten Einfluss auf unseren Newsfeed. Nun berichten die Kollegen von Mashable, dass eine veränderte Gewichtung geplant ist (Übersetzung von HubSpot):

Wir haben im letzten Jahr festgestellt, dass ‚Reaction’-Angaben aussagekräftiger sind, als reine ‚Gefällt Mir’-Angaben. Nutzer signalisieren damit, dass sie ein größeres Interesse an diesen Inhalten haben. Wir aktualisieren nun unseren Newsfeed und geben Reaktionen mehr Gewichtung, um unser Content-Angebot für den Einzelnen relevanter zu gestalten.

Facebook hat dies noch nicht bestätigt. Emotionen und deren Analyse sind natürlich auch die Grundlage für psychologische Profile. Beim Brexit und dem US-Wahlkampf ist das in einem negativen Zusammenhang aufgetaucht. Aber es gibt wie immer zwei Seiten der Medaille. Auf der anderen Seite stehen personalisierte und maßgeschneiderte Werbung – wir freuen uns jedenfalls, wenn uns im richtigen Moment die richtigen Produkte präsentiert werden.

5. Bildbeschreibungen für visuell eingeschränkte Personen

Facebook hat das Bestreben, alle Menschen miteinander zu verbinden („Facebook’s mission is to connect the world.“). Im April 2016 stellte der Konzern eine Funktion vor, die Blinden und visuell eingeschränkten Menschen hilft, Bilder zu verstehen. Sie heißt „Automatic Alternative Text“ (zu Deutsch etwa: „automatisch alternativer Text“).

Dabei kommt eine Technologie zum Einsatz, die Objekte in Bildern erkennt und ausgehend davon Beschreibungen für Fotos generiert. Dabei arbeitet ein neurales Netzwerk im Hintergrund.

Die Funktion wird stetig weiterentwickelt, denn gerade komplexe Bilder sind für Computer schwer zu dekodieren. Endlich kann man automatische Gesichtserkennung auch in einem positiven Kontext nennen, wenn ein Blinder erfährt, wer die anderen Personen auf dem Foto eines Freundes sind. Hier eröffnet sich eine ganz neue Zielgruppe, die bisher aufgrund fehlender Innovationen vernachlässigt wurde. Facebook arbeitet an einer Übersetzung in weitere Sprachen, sodass Menschen weltweit angesprochen werden können, die zuvor gar nicht erreichen wurden. Und da unsere Gesellschaft auf eine zunehmend visuelle Kommunikation zusteuert, ist diese Funktion besonders wichtig.

6. Anzeigenformat „Facebook Collection“

Wie bei Facebook Stories geht es auch hier wieder um Geschichten. Diesmal in Verbindung mit Video, welches ein aufregendes neues Werbeformat erschafft und ein mächtiges neues Werkzeug für Werbetreibende darstellt.

Eine Facebook Collection, im Deutschen auch „Sammlung“ genannt, ist die Kombination eines Videos oder Fotos mit dazugehörigen Produktbildern und Verlinkungen im Newsfeed eines Nutzers. Dieses Anzeigenformat erleichtert das Entdecken und Erwerben von Produkten in visueller Form. Damit werden auch aktuelle Trends unterstützt, beispielsweise die Ausweitung von E-Commerce oder Video im mobilen Bereich.

So funktioniert die Collection: Die Anzeige erscheint im Newsfeed eines Facebook-Nutzers in Form eines Videos oder Fotos und vier dazu gehörigen Produktbildern. Tippt man auf die Anzeige, gelangt man zu einem größeren Katalog mit bis zu 50 Produkten. Wenn sich der Nutzer dann für ein Produkt entscheidet, landet er auf der Website oder in der App des Anbieters und kann das Produkt dort kaufen.

Bereits 30 % der mobilen Käufer geben an, dass Videos die beste Art zum Entdecken neuer Produkte seien. Die Modemarke Tommy Hilfiger berichtet von doppelter Interaktionsrate und einer ROI-Steigerung von satten 200 % bei Video-Werbung.

Fazit: Das Anzeigenformat Facebook Collection ist ein starkes neues Werbemittel, das sich optimal eignet, um die Aufmerksamkeit der mobilen Käufer zu gewinnen. Hier verschmilzt ein interaktives und einnehmendes Kauferlebnis mit einer neuen Art, Interesse und Verlangen zu wecken. Äußerst spannend, wie wir finden.

Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten

Die neuen Optionen und die Monetarisierung im Bereich Video waren vorauszusehen. Aber der Fokus auf die Facebook Stories trifft manche Marketer doch unerwartet. Es gilt zunächst, diese Art der Kommunikation und die neuen Werbeformate zu verstehen. Anschließend bieten sich dann Chancen, die Zielgruppe auf eine neue Art anzusprechen.

Welche Neuerung finden Sie am nützlichsten für Ihr Unternehmen? Teilen Sie es uns in den Kommentaren mit.

Jetzt herunterladen: Die Zukunft der Werbung auf Facebook und Instagram

Ursprünglich veröffentlicht am 18. Mai 2017, aktualisiert am November 25 2019

Themen:

Facebook-Marketing