Facebook ist im deutschsprachigen Raum das beliebteste soziale Medium. Noch, sagen manche – denn die Nutzerzahlen scheinen zu stagnieren. Besonders junge Menschen verlassen die Plattform. Lohnt es sich da überhaupt noch, Facebook für Ihr Marketing zu nutzen?

Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Facebook-Nutzerzahlen und Entwicklungen.

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Anzahl der Nutzer: Facebook schränkt Angaben ein

Im vierten Quartal 2019 hatte Facebook seinem Börsenbericht zufolge weltweit rund 2,5 Milliarden aktive Nutzer. Als aktive Nutzer gelten dabei alle, die die Plattform mindestens einmal im Monat verwenden. Für Marketer in den B2B- und B2C-Bereichen noch interessanter ist die Zahl der täglichen Facebook-Nutzer: Das waren Ende 2019 gut 1,66 Milliarden.

Leider schlüsselt das Unternehmen die Daten seit kurzem nicht mehr nach einzelnen Ländern auf. Unterschieden wird nur in Europa, USA und Kanada, Asien-Pazifik und den Rest der Welt.

Facebook-Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die jüngsten Zahlen für Deutschland, Österreich und die Schweiz stammen aus dem vierten Quartal 2018. Auffällig ist, dass sich in der gesamten DACH-Region zwei Tendenzen abzeichnen: Die Nutzergruppen werden älter und die Nutzung von Mobilgeräten nimmt zu.

Facebook-Nutzer in Deutschland

Nach Angaben von Facebook gab es in Deutschland Ende 2018 rund 32 Millionen Nutzer. Knapp 23 Millionen Menschen griffen täglich auf das Social Network zu. Gut 28 Millionen Nutzer verwendeten mobile Endgeräte.

Neben Facebook selbst hat auch das Marktforschungsunternehmen eMarketer Daten erhoben und ausgewertet. Es sagte für Ende 2019 eine Nutzerzahl von 26,8 Millionen voraus – und ein Wachstum von nur 0,1 Prozent.

Der deutliche Unterschied in den Angaben von Facebook und eMarketer erklärt sich durch ein unterschiedliches Vorgehen bei der Datenanalyse. Die Marktforscher kontrollieren Nutzer strenger. Bei der Analyse werden zum Beispiel Doppel- und Fake-Profile, Bots und Accounts für Haustiere oder Unternehmen stärker herausgefiltert als von Facebook selbst. Daraus ergibt sich eine geringere Nutzerzahl.

Grundsätzlich ist erkennbar, dass Facebook in Deutschland nur noch schwer wachsen kann. Der Markt ist nahezu gesättigt.

Facebook-Nutzer in Österreich

In Österreich nutzen Facebook zufolge rund 3,9 Millionen Menschen das Social Network aktiv jeden Monat. 3,6 Millionen davon – also fast alle – verwenden dazu Mobilgeräte. Drei Millionen Österreicher halten sich jeden Tag auf der Plattform auf.

Facebook-Nutzer in der Schweiz

Die Facebook-Nutzerzahlen in der Schweiz ähneln denen in Österreich. Rund 3,8 Millionen Menschen nutzen das soziale Netzwerk monatlich, 2,9 Millionen täglich. 3,6 Millionen Besucher kommen über mobile Endgeräte.

Jugendliche bevorzugen andere Plattformen

Im August 2019 prognostizierte eMarketer, dass die Nutzerzahlen in Deutschland stagnieren werden. Als Hauptgrund führte das Unternehmen die Abwanderung junger Zielgruppen an. Die Zahl der Nutzer unter 35 Jahren sollte bis Ende 2019 um 2,2 Prozent sinken. In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen rechnete eMarketer sogar mit einem Verlust von 9,1 Prozent. Das wären rund 170.600 Personen. Eine ähnliche Entwicklung stellten die Marktforscher in Frankreich fest.

Die gute Nachricht für Facebook sei, so eMarketer, dass einige der verlorenen Nutzer zu Instagram wechselten. Damit würden sie immerhin im Unternehmen bleiben. Offen ist allerdings, ob Instagram die Verluste von Facebook vollständig wettmachen kann. Denn auch externe Plattformen wie Snapchat und TikTok buhlen um die Gunst der Jugendlichen.

Warum ist Facebook für junge Nutzer weniger interessant?

Warum genau junge Menschen Facebook verlassen, wissen letztlich wahrscheinlich nur sie selbst. In einer Umfrage in Großbritannien, den USA und Indien gaben 18- bis 25-Jährige unter anderem an, das soziale Netzwerk sei langweilig und es seien „zu viele alte Menschen“ dort unterwegs.

Eine weitere mögliche Erklärung für das Verlassen von Facebook und die stagnierenden Facebook-Nutzerzahlen ist der Content:

Auf Snapchat und TikTok werden vor allem lustige, schnell zu konsumierende Inhalte verbreitet.

Instagram punktet mit hochwertigen Bildern und einem direkten Einblick in das Leben von Stars und Sternchen.

Twitter befasst sich mit aktuellen Trends und liefert eine Möglichkeit, schnelle, pointierte Diskussionen zu führen.

Auf Facebook hingegen sammeln sich Nachrichten, politische Beiträge und Werbeanzeigen. Für viele Jugendliche ist das nicht mehr interessant genug. Zudem leidet Facebook an seiner eigenen Größe. Wo kleinere Plattformen schnell und flexibel auf neue Vorlieben der Nutzer reagieren können, braucht Facebook in der Regel ein bisschen länger.

In zwei von Snapchat angestoßenen Studien zeigte sich, dass junge Menschen sich online gern kreativ betätigen wollen. Sie möchten eigene Bilder und Videos erstellen und Momente aus ihrem Leben teilen.

Das stellt Marketer vor neue Herausforderungen und zwar ganz unabhängig von der Plattform. Statt Content für die Jugendlichen zu erstellen, sollten Möglichkeiten erschlossen werden, die junge Generation aktiv mit einzubeziehen.

Facebook bleibt wichtiger Marketing-Kanal

Festzuhalten bleibt: Facebooks Nutzerzahlen wachsen nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Jahren. Dennoch ist es die größte Social-Media-Plattform der DACH-Region und für Unternehmen unverändert interessant. Weil die Mehrzahl der Nutzer, Facebook über mobile Geräte ansteuert, sollten Marketer ihre Marketing-Maßnahmen wie Facebook Live Events und Werbekampagnen entsprechend anpassen. Dazu zählt unter anderem, hochwertigen Content im Hochformat zu erstellen und für schnelle Ladezeiten zu sorgen.

Internet-Nutzer unter 35 Jahren, ganz besonders aber die Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren, kehren Facebook zunehmend den Rücken. Sollte Ihre Zielgruppe die junge Generation umfassen, lohnt es sich, auch auf anderen Kanälen wie TikTok, Snapchat oder Instagram aktiv Marketing zu betreiben.

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Headerbild: NeONBRAND / Unsplash

Ursprünglich veröffentlicht am 8. April 2020, aktualisiert am April 08 2020

Themen:

Facebook-Marketing