8 weniger bekannte Fakten zum Google-Algorithmus

Google-Algorithmen

Google-Algorithmen

Für die meisten Menschen stehen die Begriffe „Algorithmus“ und „interessant“ nicht unbedingt in einem engen Zusammenhang. Gut, bei Marketing-Interessierten mag das durchaus anders sein, aber auch da ist das Interesse meist eher pragmatischer Natur.

Doch Google gibt es inzwischen schon seit mehr als zwei Jahrzehnten, wie könnte es da keine interessanten Fakten und Trivialwissen rund um den Dreh- und Angelpunkt der meist genutzten Suchmaschine der Welt geben?

Ausgehend von diesem Gedankengang haben wir ein paar unterhaltsame Dinge über den Google-Algorithmus und darüber, wie die Suche heute funktioniert, zusammengetragen.

Wie identifizieren Sie die Keywords, nach denen Ihre Zielgruppe tatsächlich  sucht? Finden Sie es heraus – in unserem kostenlosen Ebook „Einführung in die  Suchmaschinenoptimierung“.

Was ist eigentlich ein Algorithmus?

Google selbst sagt dazu: „Algorithmen sind die Computer-Prozesse und Formeln, die Ihre Fragen in Antworten verwandeln“. Sie durchforsten geschätzte „Billionen“ von Websites, um die Informationen zu finden, die Sie suchen.

Denken Sie mal einen Moment darüber nach. „Billionen“. Eine Billion sieht als Zahl so aus:

1.000.000.000.000

Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Algorithmen, und wir müssten diese Menge an Informationen irgendwie selbst durchforsten. Zum Glück hat Google einen Algorithmus entwickelt, der verschiedene Faktoren auf diesen Seiten auslesen (indexieren) kann, und zwar in einem Tempo, das sich nur wenige von uns wirklich vorstellen können. Diese Faktoren weisen darauf hin, wie wahrscheinlich Ihre Suchanfrage auf den indexierten Seiten beantwortet werden kann.

Aber es geht nicht nur um die Wörter auf der Seite. Algorithmen können auch lesen, wie aktuell die Inhalte sind, welche Wahrscheinlichkeit besteht, dass es sich um Spam handelt, und ob die Inhalte Ihren Standort betreffen.

Für uns Marketer ist das alles wichtig. Wo und wie Ihre Seiten in Google platziert sind, kann Ihren organischen Such-Traffic entscheidend beeinflussen. Daher ist es wichtig, dass Sie verstehen, wie der Algorithmus arbeitet und wie Sie ihr Ranking ethisch einwandfrei optimieren können. Darüber hinaus ist es entscheidend, anpassungsfähig zu sein. Der Google-Algorithmus hat sich im Laufe der Jahre sehr verändert und er wird sich weiter verändern und noch benutzerfreundlicher werden.

8 weniger bekannte Fakten zum Google-Algorithmus

1) Seit 2013 hat der allgemeine Algorithmus von Google einen einzigen Namen: Hummingbird.

Google Hummingbird
Quelle: Search Engine Land

Wenn Sie die Änderungen des Google-Algorithmus verfolgen, haben Sie wahrscheinlich schon einige klangvolle Namen gehört – Panda, Penguin und Pigeon, um nur einige zu nennen.

Diese Namen wurden aber nur Aktualisierungen des allgemeinen Algorithmus zugewiesen, der gegenwärtig Hummingbird (englisch für Kolibri) heißt. Er wurde im September 2013 offiziell bekannt gegeben und entwickelt, um Suchergebnisse „präziser und schneller“ zu machen, eben wie ein Kolibri, so Search Engine Land [SEL].

SEL verwendet eine äußerst zutreffende Analogie, um den Algorithmus insgesamt zu beschreiben – Hummingbird ist ein „Rezept“ mit Hunderten von „Zutaten“. Diese Zutaten sind die verschiedenen Teile, mit denen der Algorithmus die Qualität der zuvor erwähnten Billionen von Seiten bestimmt und ermittelt, wie gut jede davon Ihre Suchanfrage beantworten könnte.

2) Google nimmt rund 500-mal pro Jahr Änderungen an seinem Algorithmus vor

google-algorithmus.jpg
Quelle: pyxle

In der SEO-Community Moz heißt es, dass Google jährlich zwischen 500 bis 600 Änderungen an seinem Algorithmus vornimmt. Die meisten davon sind so geringfügig, dass die Öffentlichkeit in der Regel nichts darüber hört.

Moz hat jedoch seit 2000 – auch ohne diese geringfügigen Änderungen mit einzubeziehen – nicht weniger als 140 Aktualisierungen am Google-Algorithmus verzeichnet. Dabei fällt auf, dass es bis 2008 nur 25 Aktualisierungen von Bedeutung gab, gefolgt von 115 in den acht darauffolgenden Jahren.

Warum gab in den letzten Jahren so viel mehr Aktualisierungen? Es könnte etwas mit der massiven Zunahme an Benutzern zu tun haben. Aber es könnte auch um Änderungen der Art und Weise gehen, wie wir suchen. Zum einen suchen wir viel mehr über unsere Smartphones – 51 % Prozent der digitalen Medien werden von Mobilgeräten aus angesehen. Das hat zu mehr als einem Eingreifen von Google auf Seiten geführt, die nicht für solche Plattformen optimiert sind.  

Außerdem nimmt auch die Sprachsuche kontinuierlich zu. Da es derzeit keine genauen Formeln für die Planung oder das Ranking für diese Art Suchen gibt, gehen wir davon aus, dass Google seinen Algorithmus dafür ändern wird – immerhin haben die Suchanfragen per Sprache seit 2008 um 3.400 % zugenommen.

Um den Algorithmus zu verstehen, ist also ein gewisses Maß an Flexibilität erforderlich. Er wird auch weiterhin geändert werden, daher müssen Marketer lernen, sich anzupassen, um eine gute Suchplatzierung zu erzielen.

3) Eines der ursprünglichen Ziele des Algorithmus war es, Spam-Inhalte zu umgehen

Originalveröffentlichung zum Algorithmus
Quelle: Stanford InfoLab

Googles „Unternehmensgeschichte im Detail“ datiert rund 20 Jahre zurück. 1997 arbeiteten die Mitbegründer Larry Page und Sergey Brin an ihrer ersten Suchmaschine, die sie damals BackRub nannten.

1998 veröffentlichten die beiden dann an der University of Stanford ein Paper mit dem Titel „The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine“ (Die Anatomie einer umfassenden Hypertext-Web-Suchmaschine). Hier wurde zu einem der ersten Male „PageRank“ erwähnt, die Technologie, mit der Google bis heute Suchergebnissen einen Rang zuordnet.

Aber es gibt einen Punkt in dem zugegebenermaßen komplexen Text, der wirklich herausragt. Zum Zeitpunkt als dieses Paper verfasst wurde, stellten Page und Brin fest: „Das vorherrschende Geschäftsmodell für kommerzielle Suchmaschinen ist Werbung. Die Ziele des Werbebranchenmodells stimmen nicht immer mit dem Bereitstellen von qualitativen Suchen für Benutzer überein.“

Was wir hier besonders interessant finden ist, dass Google dieser These treu bleibt und nach wie vor der Benutzer im Mittelpunkt steht. Tatsächlich könnte man sagen, dass das der Grund ist, warum Google so viele Änderungen an seinem Algorithmus vorgenommen hat. Google sucht nach neuen Wegen, um für Benutzer die besten Inhalte zu finden.

Sehen Sie sich den Text zur Suchmaschine „Schritte zu einer Google-freundlichen Website“ an. Als einer der ersten Punkte wird genannt: „Stellen Sie auf Ihren Websites qualitativ hochwertige Inhalte bereit“. Auch Jahre später arbeitet sich Google immer mehr an die ursprünglichen Vision seiner Gründer heran.

4) PageRank wurde nach dem Google-Mitbegründer Larry Page benannt

Die Gründer von Google
Quelle: Stanford InfoLab

Wenn der Name „PageRank“ der Technologie zugeordnet ist, mit der Google Seiten einen Rang zuweist, dann erscheint das ziemlich intuitiv. Sie wurde aber eigentlich nach einem der Google-Mitbegründer, Larry Page, benannt, dessen Jugendfoto im Bild oben rechts zu sehen ist.

PageRank selbst hat auch eine interessante Geschichte. Die Technologie war in vielerlei Hinsicht nützlich, aber sie war auch sehr verwirrend, sogar für manche professionelle SEO-Experten. Deshalb veröffentlichte SEL den ausführlichen Artikel „What Is Google PageRank?“ (Was ist Google PageRank?) – der leider nur von wenigen Lesern wirklich verstanden wurde.

Google sagt, PageRank ist das, was „die Relevanz von Seiten anhand der dazwischen liegenden Links bestimmt“. Aber SEL sagt, es ist eher wie ein Wahlsystem, bei dem Inbound-Links auf eine bestimmte Seite als Stimmen für deren Autorität gewertet werden. Also, je mehr Stimmen, desto mehr Autorität. Der Clou? Jeder konnte den PageRank einer Website ansehen.

Im Frühjahr 2016 hat Google angekündigt, dass sie mit der PageRank-Technologie intern weiterhin ihren Algorithmus anpassen werden, die Öffentlichkeit aber nicht mehr in der Lage sein wird, dessen Daten einzusehen. Laut SEL und seiner „Retrospective on how it [PageRank] ruined the web“ (Wie PageRank das Web ruiniert hat – eine Retrospektive) war das für einige eine freudige Nachricht. Denn die Tatsache, dass PageRank einen so starken Schwerpunkt auf Verlinkungen legte, führte zu einer Menge lästigem, grenzwertigen Spam-Verhalten – etwa Links, die käuflich erworben werden konnten.

Die heutige Technologie für das Ranking ist anspruchsvoller, größtenteils dank MozRank, einem „Score zur Popularität von Links“.

5) Es gibt einen Google Dance – aber es ist nicht das, wonach es sich anhört

Google Dance
Quelle: Search Engine Land

Unsere internen Marketing-Nerds hätten gerne, dass „Der Google“ wirklich eine Tanzbewegung wäre. In Wirklichkeit war der Google Dance aber die Bezeichnung für die plötzlichen Änderungen der Rankings zu der Zeit, als der Algorithmus jeden Monat erheblich geändert wurde.

Laut Marketing Land wurde der Begriff vom WebmasterWorld-Forum erschaffen, ebenso die Zuweisung der geographisch inspirierten Namen für jeden Dance, wie „Boston“ im Februar 2003 und „Florida“ später in demselben Jahr. Florida scheint aber der letzte Dance – oder jedenfalls der letzte herausragende – gewesen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt hat Google aufgehört, jeden Monat größere Aktualisierungen an seinem Algorithmus vorzunehmen, und hat stattdessen begonnen, die allgemeinen unbemerkten Anpassungen von heute durchzuführen.

Aber um diese Änderungen nachzuverfolgen, vor allem die kleineren, sollten Sie den MozCast Google Weather Report (Google Wetterbericht) beobachten. MozCast weist eine Temperatur zu, die angibt, wie sehr der Algorithmus seit dem Vortag geändert wurde – je heißer und stürmischer das Wetter ist, desto größer ist die Verschiebung in den Rankings von Google.

Anfang 2016 war Google Gastgeber eines Events auf der SMX West Konferenz namens „Google Dance“, einem jährlichen Treffen für Such-Marketer, und eine wohlgemeinte Anspielung auf die turbulenten Zeiten von früher.

6) Es gibt für die Namen der Algorithmus-Updates keinen *wirklichen* Grund

Namen von Google Algorithmus-Updates
Quelle: Wade Creative Network

Man sollte meinen, dass eine entzückende Geschichte hinter der Vergabe des Namens „Penguin“ für ein Algorithmus-Update steckt. Aber laut Moz gibt es keine formale Methode für die Namensvergabe.

Ähnlich wie die Namen für Googles „Tanzschritte“ haben WebmasterWorld-Benutzer auch den meisten anderen Aktualisierungen Namen gegeben – „Boston“, weil es bei SES Boston angekündigt wurde, und andere auf dieselbe Weise, wie Wirbelstürme ihre Namen erhalten, obwohl gemunkelt wird, dass „Dominic“ nach einer Pizzeria in Boston benannt wurde.

Moz berichtet auch, dass einige der Namen für Algorithmus-Aktualisierungen, wie „Caffeine“, „Panda“ und „Vince“, von Google selbst stammen und die beiden letzteren nach Google-Ingenieuren benannt wurden.

7) Algorithmen werden auch bei der Bildersuche immer intelligenter

Google Cloud Vision API
Quelle: Forbes

Kürzlich hat Google die Markteinführung des Pixel, seines neuesten Smartphones, ankündigt. Was gehört zu seinen herausragenden Features? „Die am besten bewertete Smartphone-Kamera, die es je gab.

Ein Teil dessen, was die Kamera so großartig macht, sind ihre „erstklassigen Software-Algorithmen“, sagte der Kamera-Produktleiter von Google, Isaac Reynolds. Diese Aussage gilt auf jeden Fall für den HDR+-Algorithmus des Pixel, mit dem Benutzer Fotos in bester Qualität aufnehmen können, unabhängig von Lichtverhältnissen oder Bewegungen der Objekte.

Was hat das mit Googles Suchalgorithmus zu tun? Nun, direkt eigentlich nichts. Aber es zeigt weitere Fortschritte bei dem Bestreben, die besten Inhalte, einschließlich Bilder, für Benutzer zu liefern. Im Bereich der visuellen Suche geht es um die Cloud Vision API – die Technologie, mit der Google die Inhalte von Bildern analysieren und bestimmen kann.

Ende 2015 hat Google diese API der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, weshalb es nun auch Endverbrauchern möglich ist, zu sehen, wie Inhalte von eigenen Fotos erfasst werden. Hier ein paar Beispiele:

Cloud Vision API Test – Hund

Cloud Vision API Test – HubSpot Blogging-Team

Gesichtsanalyse des Blogging-Teams

Wow. Woher wusste die API, dass es hier in der Tat um ein Foto von einem schwarzen Hund handelte? Und woher wusste sie, dass das zweite Foto ein Team war, das sich freut?

Es ist dieser raffinierte, bemerkenswerte Algorithmus, der programmiert wurde, vermutlich mithilfe von unzähligen Bildern mit verschiedenen Gesichtsausdrücken, Objekten, Sehenswürdigkeiten usw., um die Elemente und Objekte in einem Bild zu ermitteln und zu erkennen.

Cool, oder? Probieren Sie es hier selbst aus.

8) Es gibt auch eine menschliche Seite – „Suchbewerter“

Manuelle Bewertungen von Suchergebnissen
Quelle: Google

Google nimmt die Hilfe von Menschen bei der Bewertung der Qualität von Suchergebnissen in Anspruch. Jedes Jahr gibt es rund 40.000 sogenannte „Präzisionsauswertungen“, bei denen Suchbewerter die Qualität der Ergebnisse für verschiedene Suchen ermitteln.

Es gibt ein 146 Seiten langes Dokument, in dem die von Suchbewertern verwendeten Richtlinien bei der Bewertung von Ergebnissen erklärt werden. Es scheint vor allem für Personen gedacht zu sein, die Bewerter werden möchten. Die Informationen in diesen Richtlinien können aber auch Entwickler und Marketer bei der Bestimmung unterstützen, was Suchqualität ausmacht.

Einige Abschnitte können sogar für Personen hilfreich sein, die gerade erst mit SEO beginnen. Sehen Sie sich zum Beispiel den Abschnitt „Your Money or Your Life“ (Ihr Geld oder Ihr Leben) an, der die Bewertung der potenziellen Auswirkungen einer Seite auf Gesundheit und Finanzen von Benutzern behandelt. Einige Kriterien klingen vielleicht einfach nach gesundem Menschenverstand, aber es sind auch Erkenntnisse darüber enthalten, wie Sie Ihre Inhalte verantwortlich gestalten, insbesondere, wenn Sie Ratschläge geben.

Ferner gibt es drei Abschnitte zu den Seiten mit der höchsten, niedrigsten und mittleren Qualität. Was hier wieder wie gesunder Menschenverstand aussehen mag, kann Marketern tatsächlich als wertvolle Information dienen – wenn beispielsweise einer Seite eine „Mangelnde Zielsetzung“ attestiert wird, wird sie als „niedrigste Qualität“ eingestuft.

Das sollten Sie beim Entwickeln und Verwalten Ihrer Inhalte berücksichtigen. Es empfiehlt sich sehr, das Dokument einmal durchzusehen und zu prüfen, ob etwas auf Ihren Seiten geändert werden muss.

Viel Spaß bei der Suche

Es gibt also jede Menge Wissenswertes und Interessantes rund um den Google-Algorithmus, das bleibt bei einer inzwischen doch recht langen Firmen- und Produktgeschichte einfach nicht aus.

Und wenn man dann auch noch die Möglichkeit hat, mit Features wie der API zur Fotoerkennung zu experimentieren, ist für jede Menge Spaß und Abwechslung gesorgt.

Wir können kaum abwarten, was als Nächstes kommt. Natürlich werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

Was hat Ihnen an der Geschichte des Google-Algorithmus am besten gefallen? Berichten Sie uns in den Kommentaren davon. was-ist-seo-cta Dieser Artikel ist ursprünglich auf dem HubSpot.com-Blog erschienen und wurde aus dem Englischen übersetzt.

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