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Google will Nutzern immer bessere Ergebnisse für ihre Suchanfragen liefern und arbeitet deshalb im Hintergrund stetig am Algorithmus. In den vergangenen Jahren haben sich die Websuche und entsprechend auch die Suchmaschinen-Optimierung grundlegend verändert. Lernen Sie hier die wichtigsten Google-Updates und ihre Folgen kennen.

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Was hat es mit den Google-Updates auf sich?

Der Google-Algorithmus bestimmt, welche Ergebnisse für eine Suchanfrage ausgegeben werden. Dafür werden im Hintergrund rund 200 Ranking-Faktoren analysiert, zum Beispiel welche Keywords auf einer Webseite genutzt werden oder wie nutzerfreundlich sie ist.

Jedes Jahr gibt es etliche Google-Updates im Algorithmus, um den Bedürfnissen der Nutzer so gut wie möglich gerecht zu werden. Meistens handelt es sich um kleine Änderungen, zwischendurch aber gibt es auch große Updates, die die Suche signifikant verändern. Wer darauf nicht reagiert, riskiert in den Suchmaschinen-Ergebnissen (SERPs) an Boden zu verlieren – und damit auch Besucher und Kunden einzubüßen.

Google Core Updates: Die Schwergewichte unter den Updates

Von Zeit zu Zeit dreht Google nicht nur an ein paar kleinen Schräubchen seines Algorithmus, sondern passt die Kriterien für das Ranking ganz erheblich an. Dann ist die Rede von Core Updates.

Oft verändern sich durch sie auch die Ansprüche an die Suchmaschinen-Optimierung. Webmaster sollten sich also regelmäßig über Core Updates und ihre Konsequenzen informieren.

Die wichtigsten Core Updates der vergangenen Jahre finden Sie im Folgenden:

1. Google Panda

🐼 Einführung: 23. Februar 2011

Mit Google Panda sagte Google minderwertigem Content den Kampf an. Duplicate Content, Keyword Stuffing und Content Farmen werden seitdem rigoros abgestraft. Gefragt ist stattdessen Unique Content: einzigartige, qualitativ hochwertige Inhalte.

Dazu bekam jede Webseite einen internen Score, der bewerten soll, wie gut die Inhalte wahrscheinlich bei Nutzern ankommen. Dieser Score bestimmt anschließend, wie hoch die jeweilige Website in den SERPs rankt.

Wie Sie Ihre Inhalte an Google Panda anpassen

  • Nutzen Sie einen Crawler wie Screaming Frog oder Botify, um Ihre Inhalte auf Duplicate Content hin zu überprüfen. Sollten Sie viele Seiten mit identischen oder sehr kurzen Inhalten (Wortanzahl) haben, helfen Ihnen auch hier die Tools bei der Identifikation. Solche qualitativ minderwertigen Inhalte können Sie zusammenfassen oder archivieren. 
  • Besonders anfällig für Duplicate Content sind E-Commerce-Seiten. Hier sollten Sie kanonische URLs verwenden, um Google zu signalisieren, welche Version der jeweiligen Seite in den SERPs priorisiert werden soll.
  • Überarbeiten Sie Ihren Content regelmäßig so, dass er inhaltlich auf dem neusten Stand ist und durch einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik glänzt. Auch die Formatierung sollte einheitlich sein.
  • Finden Sie über die Analyse von Traffic und Konversionsrate heraus, welcher Content schlecht performt und entfernen sie ihn.
  • Orientieren Sie sich an Googles eigenen Guidelines zur Site-Erstellung, um Ihren Besuchern einzigartigen und hilfreichen Content bieten zu können.

2. Google Penguin

🐧 Einführung: 24. April 2012

Google Penguin wurde eingeführt, um Black-Hat-SEO entgegenzuwirken. Konkret geht es dabei um windige Linkbuilding-Methoden. Google will keine Spam-Links oder mit Keywords überladene Ankertexte sehen, sondern Links, die den Nutzern wirklich weiterhelfen.

Vor dem Update war für das Ranking vor allem relevant, wie viele Links auf eine Webseite führten. Die Qualität dieser Links spielte keine Rolle. Heute bewertet Google auch, wie vertrauenswürdig und themenrelevant Links sind.

Wie Sie Ihre Inhalte an Google Penguin anpassen

  • Halten Sie sich an Linkbuilding-Strategien aus dem White-Hat-SEO-Bereich.
  • Auf keinen Fall sollten Sie Backlinks für Ihre Website kaufen. Sorgen Sie lieber dafür, dass Ihr Content so gut ist, dass er gerne verbreitet wird.
  • Falls Sie eine Agentur oder einen Freelancer mit dem Linkbuilding beauftragen, sollten Sie fragen, wie genau dies vonstatten geht. Auf keinen Fall sollte Geld zwischen der Agentur und der Person oder Organisation fließen, die auf Sie verlinkt.

3. Google Hummingbird

🐤 Einführung: 20. August 2013

Mit Google Hummingbird begann die Suchmaschine, menschliche Sprache besser zu verstehen. Dank dieses Updates erkennt Google semantische Zusammenhänge besser als zuvor, kann Synonyme einordnen und Seiten aussortieren, die immer noch Keyword Stuffing betreiben. Ziel ist, die Suchintention der Nutzer besser zu verstehen und passende Suchergebnisse auszugeben.

Ein Jahr zuvor hatte Google bereits den Knowledge Graph vorgestellt, der im Rahmen des Hummingbird-Updates noch weiter verfeinert wurde. 

Wie Sie Ihre Inhalte an Google Hummingbird anpassen

  • Verwenden Sie in Ihren Texten nicht nur ein Main Keyword, sondern auch Synonyme und Wörter, die in einem etwas weiter gefassten Sinn mit Ihrem Thema zu tun haben. Auch häufig gestellte Fragen können Sie auf Ihren Seiten beantworten.
  • Verwenden Sie Tools wie AnswerthePublic, um den Kontext Ihrer Keyword-Recherche zu erweitern.
  • Machen Sie eine Wettbewerbsanalyse, indem Sie Ihre Keywords eingeben und herausfinden, was für zugehörige Inhalte in den SERPs erscheinen. Achten Sie an dieser Stelle auch darauf, welche neuen Features (wie der Knowledge Graph oder Featured Snippets) an dieser Stelle ausgespielt werden.

4. Google Pigeon

🐦 Einführung: 24. Juli 2014 (USA), 22. Dezember 2014 (Großbritannien, Kanada, Australien)

Mit Google Pigeon wurde 2014 die lokale Suche gestärkt. Für lokale Unternehmen ist es seitdem einfacher, an relevanter Stelle in den SERPs präsent zu sein. Pigeon behandelt die lokale Suche ebenso wie die organische – nur eben mit lokalen Hinweisen. 

Google berücksichtigt seitdem zum Beispiel, wo sich der Suchende aufhält und zeigt Orte an, die sich in der Nähe befinden. Das Update führte zudem zu größeren Parallelen zwischen Google Maps und der klassischen Google Suche: Gibt ein User beispielsweise „bester anwalt in meiner nähe“ in beide Dienste ein, sollten die Ergebnisse ähnlich ausfallen.

Wie Sie Ihre Inhalte an Google Pigeon anpassen

Achten Sie also darauf, dass Google erkennen kann, wo Ihr Unternehmen beheimatet ist. Erstellen Sie Content, der für Ihre Region relevant ist, um Ihre Ranking-Chancen zu verbessern. Auch ein Account bei Google My Business kann Ihnen in Sachen Local SEO helfen.

5. Google Mobilegeddon

📱 Einführung: 22. April 2015

Das Google Mobile Update, auch scherzhaft als „Mobilegeddon“ bezeichnet, führte Mobile Friendliness als Rankingfaktor ein. Damit stand nun im Vordergrund, wie gut Seiten auf Mobilgeräten funktionieren.

In mobilen SERPs wurden fortan bevorzugt Websites ausgespielt, die für mobile Endgeräte optimiert waren. Im Umkehrschluss wurden Seiten, die nicht responsiv waren, abgestraft oder sogar komplett aus den SERPs entfernt.

Mobilegeddon ist als ein weiterer Versuch Googles zu werten, das beste Nutzererlebnis (UX) für die Suchenden zu gewährleisten. Dazu wurde sich im Rahmen dieses Updates auf einzelne Webseiten (nicht ganze Websites) fokussiert und geprüft, ob diese responsiv sind und somit auf mobilen Geräten korrekt ausgespielt werden können.

Inzwischen ist Google übrigens schon einen Schritt weiter: Seit dem Mobile-First Indexing nimmt die Mobile Friendliness der gesamten Website Einfluss auf die Position in den SERPs.

Wie Sie Ihre Inhalte an Mobilegeddon anpassen

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Website für Mobile Geräte optimiert ist.
  • Benutzen Sie Googles Tool zum Test auf Optimierung für Mobilgeräte. Es wird Ihnen anzeigen, wie Ihre Seite auf einem mobilen Endgerät ausgespielt wird und Sie darüber in Kenntnis setzen, wenn es beim Laden oder Anzeigen Probleme gibt.

6. Google RankBrain

🧠 Einführung: 26. Oktober 2015

Kurz nach dem Mobile Update folgte auch schon das nächste Update. Bei RankBrain handelt es sich um eine Komponente aus Googles Algorithmus, die unter Verwendung maschinellen Lernens arbeitet: Google RankBrain verbesserte nach dem Hummingbird Update noch einmal Googles Fähigkeit, die Suchintention der Nutzer zu verstehen und die besten und relevantesten SERP-Ergebnisse auszuspielen.

Viele SEO-Experten glauben, dass RankBrain auch misst, wie Suchende mit den Suchergebnissen interagieren und das Ranking entsprechend anpasst. Google selbst erklärte, RankBrain sei das drittwichtigste Ranking-Signal.

Wie Sie Ihre Inhalte an Google RankBrain anpassen

  • Folgen Sie denselben Schritten wie bei Google Hummingbird.

7. Google Snippet Length Increase

📃Einführung: 30. November 2017

Googles Snippet Length Increase-Update verlängerte die Länge der Meta-Beschreibung in den SERPs. Die erlaubte Zeichenzahl stieg von 155 auf 300 und verdoppelte sich damit nahezu. Das erlaubte es Webmastern, die Meta-Description sinnvoller und hilfreicher zu gestalten. Google-Nutzer sollten so leichter erkennen können, ob ein Suchergebnis für sie relevant ist oder nicht.

Allerdings kürzte Google die meisten Beschreibungen im Mai 2018 wieder auf 150 Zeichen.

Wie Sie Ihre Inhalte an das Google Snippet Length Increase Update anpassen

  • Da Google seine alte Begrenzung von circa 150 Zeichen wieder eingeführt hat, sollten Sie sich an diese halten, um zu vermeiden, dass Ihr Snippet in den SERPs abgeschnitten wird.

8. Google Mobile-First Indexing

📲 Einführung: 26. Mai 2018

Mit dem Mobile-First Indexing stellte Google erneut die Wichtigkeit von Websites heraus, die für Mobilgeräte optimiert sind – und das nicht ohne Grund: Wie das Unternehmen selbst verkündete, googeln die meisten Nutzer inzwischen von mobilen Endgeräten aus.

Werden Suchergebnisse ausgespielt, bezieht Google seine Daten dabei aus einem einzigen Index. Das Mobile-First Indexing Update bedeutet in diesem Zusammenhang, dass dieser Index nun zunehmend mit den mobilen Versionen der Website-Inhalte gefüllt wird. Was sich durch das Update ändert, ist also vor allem die Indexierung von Websites und weniger ihr unmittelbares Ranking – dass dieses jedoch mit der Zeit auch vom Update beeinflusst werden könnte, ist nicht auszuschließen.

Mobile-friendly ist zwar das Gebot der Stunde, doch auch Google macht mal eine Ausnahme: „Es kann auch vorkommen, dass wir den Nutzern Inhalte zeigen, die nicht mobile-friendly sind oder langsam laden - gesetzt dem Fall, dass viele andere Indizien darauf hindeuten, dass die besagten Inhalte die relevantesten ihrer Art sind."

Wie Sie Ihre Inhalte an Googles Mobile-First Indexing anpassen

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Website mobile-friendly ist und von allen mobilen Endgeräten aus genutzt werden kann. Haben Sie AMP-Seiten und solche, die das System nicht nutzen, wird Google bevorzugt die mobile Version Ihrer non-AMP-Seiten indexieren.
  • Haben Sie verschiedene URLs für Ihre mobile Site, stellen Sie sicher, dass Ihre mobile Seite dieselben Inhalte wie Ihre Desktop-Seite anzeigt.
  • Gewährleisten Sie, dass strukturierte Daten und Metadaten sowohl auf Ihren Desktop- als auch auf Ihren mobilen Seiten verwendet werden.
  • Lesen Sie sich Googles Best Practices für die Vorbereitung auf die Mobile-First Indexierung durch.

9. Google Medic Update

🏥 Einführung: 1. August 2018

Das Google Medic Update stellte eine weitere großflächige Überarbeitung des Kern-Algorithmus dar. Besonders drastische Auswirkungen hatte es auf Seiten aus dem Gesundheits- und Wellness-Sektor, was diesem Update seinen Spitznamen einbrachte. Doch nicht nur auf diese Branchen nahm das Update Einfluss; auch andere kommerzielle Websites gerieten vor Googles Flinte.

Dieses Google-Update nahm einmal mehr die Qualität von Webseiten in den Blick. SEO-Spezialisten gehen davon aus, dass Google seitdem noch mehr auf gute Ladezeiten, passende Title Tags, einzigartigen Content und ein tolles Nutzererlebnis achtet.

Anders als viele andere Updates in dieser Aufzählung fokussierte sich das Medic Update jedoch nicht auf einen bestimmten Typus von Web-Content oder veröffentlichte einen neuen Teil des Kernalgorithmus. Dennoch gab Google dazu ein offizielles Statement ab: „Es gibt kein Allheilmittel für Seiten, die schlechter performen – außer, sich darauf zu konzentrieren, weiterhin großartigen Content zu erstellen. Über die Zeit hinweg könnte Ihr Content dann im Verhältnis zu anderen Seiten aufsteigen.“

Wie Sie Ihre Inhalte an das Google Medic Update anpassen

  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Off-Page SEO und technisches SEO intakt sind und es keine grundlegenden Probleme gibt.
  • Fahren Sie darin fort, hilfreichen Content zu produzieren, der Ihren Besuchern einen einzigartigen Mehrwert bietet.
  • Halten Sie sich an White-Hat-Linkbuilding-Strategien.

10. Google-Update 2019: Mit BERT wird Google richtig clever

Am 25. Oktober 2019 kündigte Google das größte Update seit fünf Jahren an: BERT (Bidirectional Encoder Representations from Transformers). Laut Google wird es etwa zehn Prozent aller englischsprachigen Suchanfragen betreffen, die im Rahmen des Updates besser verstanden und beantwortet werden sollen.

BERT ist eine Technik, die dem Natural Language Processing (NLP) zugerechnet wird, also der Computerlinguistik (CL). NLP bildet die Schnittstelle zwischen Informatik und Linguistik. Forschungsgegenstand ist, wie natürliche Sprache von Computern systematisch verarbeitet werden kann.

Bei BERT geht es also weniger darum, wie Ergebnisse gerankt werden, als darum, menschliche Sprache besser zu verstehen. Das Update soll es Google unter anderem ermöglichen, zu erfassen, in welcher Beziehung einzelne Wörter miteinander stehen. Die Suchmaschine soll Kontexte einordnen und so noch besser auf die Suchintention reagieren können.

Dazu wird ein Prinzip genutzt, dass sich „Masking“ nennt. Ein Wort in einem mehrgliedrigen Satz wird dabei verborgen („masked“), woraufhin BERT sich die Wörter vorher und nachher anschaut, also in zwei Richtungen (bidirectional) den Satz untersucht. So versucht BERT durch die Betrachtung des Kontexts herauszufinden, was das verborgene Wort ist.

Beispiel:

Der Schüler fragt den [masked], wenn er etwas besser verstehen will.

Betroffen sind vor allem Longtail-Suchanfragen. Auch auf die Sprachsuche wird BERT wahrscheinlich Einfluss nehmen.

Updates am Google-Algorithmus bringen viele Chancen mit sich

Seien wir ehrlich, es kann aus Marketing-Sicht ganz schön anstrengend und nervenaufreibend sein, alle wichtigen Google-Updates im Blick zu behalten und angemessen darauf zu reagieren. Bedenken Sie aber, dass Google die Anpassungen nicht vornimmt, um uns zu ärgern. Schlussendlich sollen sie dazu beitragen, das Nutzererlebnis zu verbessern und die Veröffentlichung von hochwertigem Content zu fördern.

Das hilft Ihren Kunden genauso wie Ihnen selbst. Achten Sie also stets darauf, hochwertige Inhalte mit Mehrwert zu produzieren. Dann wird Google Sie auch mit einem guten Ranking belohnen.

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Ursprünglich veröffentlicht am 2. Dezember 2019, aktualisiert am Dezember 12 2019

Themen:

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